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	<title>»Me, myself und BI«</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Neusehland II</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/haresnape-house</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 17:21:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA["Radikal" ist ein Wort mit einer vielfältigen, nicht immer leichtfüßigen Konnotation. Wir brauchen es jetzt wieder. Für die notwendige Weiterentwicklung in der Managementinformation. Was radikal bedeutet, kann man in einem alten Haus lernen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Radikal&#8220; ist ein Wort mit einer vielf&auml;ltigen, nicht immer leichtf&uuml;&szlig;igen Konnotation. Wir brauchen es jetzt wieder. F&uuml;r die notwendige Weiterentwicklung in der Managementinformation. Was radikal bedeutet, kann man in einem alten Haus lernen.</strong></p>
<p>In Titirangi, einem Vorort von Auckland, in dem sich viele K&uuml;nstler und Schriftsteller niedergelassen haben, war ich auf der Suche nach einem Bed &amp; Breakfast. Ich klapperte die wenigen M&ouml;glichkeiten, die es dort gibt, nacheinander ab. Das sind genau drei. Zwei waren ausgebucht. Die dritte war verschlossen &ndash; aber so attraktiv, dass ich alles daran setzte, die Eigent&uuml;mer ausfindig zu machen, &uuml;ber Nachbarn, das Internet, die Telefonauskunft und ein Restaurant in der N&auml;he. Das dauerte, aber es gl&uuml;ckte schlie&szlig;lich. Das Haus &uuml;bte nicht nur auf mich eine magische Anziehungskraft aus, wie uns die reizenden <a href="http://www.fringeofheaven.com/">Gastgeber</a> Bev und Julian bald aufkl&auml;rten. Erst vor kurzem gewann es einen Preis f&uuml;r dauerhafte Architektur, den Enduring Architecture Award. </p>
<p class="gray"><img src ="/images/Haresnape-House.jpg" alt="Das Haresnape House in Titirangi bei Auckland, Neuseeland. - Bild: Julia Gatley, Long Live the Modern: New Zealand's New Architecture, S. 83." title="" /><br />Das Haresnape House in Titirangi bei Auckland, Neuseeland.&#160;&#8211; Bild: Julia Gatley, Long Live the Modern: New Zealand&#8217;s New Architecture, S.&#160;83.</p>
<p>Der Stil des Hauses entspricht dem der Klassischen Moderne. Sein Erbauer Bill Haresnape hatte sich 1958 von ber&uuml;hmten Vorbildern wie Ray und Charles Eames, Richard Neutra, Frank Lloyd Wright oder Mies van der Rohe inspirieren lassen. Ich hatte anderthalb Tage Zeit, die Details des Hauses zu erleben und zu studieren. Nie zuvor war ich Nutznie&szlig;er einer derart kompromisslosen Liebe zum Detail, der offensichtlich kein Aufwand zu gro&szlig; war, den gew&uuml;nschten Effekt zu erzielen. Wie bei den ber&uuml;hmten Vorbildern gehen auch hier Innen&#8209; und Au&szlig;enr&auml;ume ineinander &uuml;ber. Das Haus und seine h&uuml;gelige Regenwaldumgebung sind organisch miteinander verbunden. Eine leichte Rahmenkonstruktion, auskragende Ebenen und gro&szlig;e Fensterfl&auml;chen lassen das Haus auf halber H&ouml;he des Waldes schweben. Sein Architekt hat es mit eigenen H&auml;nden errichtet. Treppen und andere Details wurden aus dem Holz der f&uuml;r das Haus gef&auml;llten B&auml;ume gefertigt. Haresnape brachte die St&auml;mme auf dem Dach eines alten Autos an die jeweils richtige Stelle. Seine Frau fuhr, er ging hinter dem Wagen her und sorgte daf&uuml;r, dass die ganze Fuhre nicht in den Kurven der engen Zufahrten h&auml;ngen blieb. </p>
<p>Auckland hat Meerklima. Sonne und Wolken, trockene Abschnitte und Regenschauer wechseln am selben Tag mehrfach miteinander ab. Der umgebende Regenwald, der Himmel, das Farbenspiel des Meeres, das Ger&auml;usch des Regens im Wald und auf den D&auml;chern und Oberlichtern des Hauses und den Terrassen sorgen f&uuml;r ein st&auml;ndiges, lebendiges Naturschauspiel, in das man im Haus beinahe nahtlos eingebunden ist.</p>
<p><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-1.jpg', '');" href="/images/Haresnape-1.jpg"><img src="/images/Haresnape-1-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-2.jpg', '');" href="/images/Haresnape-2.jpg"><img src="/images/Haresnape-2-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-3.jpg', '');" href="/images/Haresnape-3.jpg"><img src="/images/Haresnape-3-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></p>
<p>Alle Fenster und Glasausschnitte folgen der Idee, Bilder der Umgebung zu sein. Haus und W&auml;nde bilden den Rahmen dieser Bilder. Die Wirkung ist atemberaubend. Das Haus bietet willkommenen Schutz vor der unmittelbaren Wirkung von Regen und Sonne und l&auml;sst einen im Haus dennoch in derselben Weise drau&szlig;en leben, wie es sonst nur zum Beispiel im Sommer am Mittelmeer zu erleben ist.</p>
<p>Erreicht wird diese Wirkung durch eine radikale Architektur, die mit allem bricht, was billig herzustellen oder einfach zu pflegen w&auml;re. F&uuml;r Hausfrauen ein Albtraum, ist das Haresnape House ein Augenschmaus, wohin man blickt. Die Verbindung von innen und au&szlig;en ist vielen kleinen Details geschuldet. Der Rahmen der deckenhohen und wandbreiten Schiebefenster schlie&szlig;t b&uuml;ndig mit dem Boden ab. Die Holzdecken aus heimischen Buchenh&ouml;lzern erstrecken sich teilweise bis unter die anschlie&szlig;enden au&szlig;en liegenden &Uuml;berdachungen. Mit Naturstein belegte Betonw&auml;nde ziehen sich von innen nach au&szlig;en. B&uuml;ndig ansto&szlig;ende Glasfl&auml;chen lassen Innen und Au&szlig;en wie gespiegelte Ansichten wirken. Viele schmale, senkrechte Oberlichter erlauben Durchblicke in das Dach des Regenwaldes und erschlie&szlig;en die Umgebung auch in der senkrechten Blickachse. Die Hauptebene ist erh&ouml;ht, ringsherum wurde der Baumbestand erhalten. Das erweckt den Eindruck, man lebe in den B&auml;umen. Der m&auml;chtige, beidseitig offene Kamin des Hauses steht gr&ouml;&szlig;tenteils frei im Raum und ist im Haus und &uuml;ber dem Dach mit denselben Natursteinen verkleidet. Wegen der Oberlichter ist das im Wohnraum wahrnehmbar. Auch das verst&auml;rkt den Eindruck, sich im Wohnzimmer eher an einer m&auml;chtigen archaischen Feuerstelle als an einem Hauskamin wiederzufinden. K&uuml;che, Ess&#8209; und Wohnbereich sind miteinander offen verbunden, eine in den 50-er Jahren v&ouml;llig neue Idee.</p>
<p><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-4.jpg', '');" href="/images/Haresnape-4.jpg"><img src="/images/Haresnape-4-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-5.jpg', '');" href="/images/Haresnape-5.jpg"><img src="/images/Haresnape-5-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a><a onclick="return openPopup('/images/Haresnape-6.jpg', '');" href="/images/Haresnape-6.jpg"><img src="/images/Haresnape-6-thumb.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></p>
<p>Das Design des Hauses &#8222;funktioniert&#8220; 50 Jahre sp&auml;ter vielleicht noch mehr als damals, da unsere modernen Lebensbedingungen die Sehnsucht nach Naturn&auml;he vergr&ouml;&szlig;ert haben. Was aber sagt uns das Design des Haresnape House f&uuml;r die Neukonzeption einer softwaregest&uuml;tzten Unternehmensf&uuml;hrung? </p>
<p>Das Haresnape House ist radikal in dem Sinne, dass kein Aufwand gescheut wird, etwas Dauerhaftes zu schaffen. Die Dauerhaftigkeit wiederum ist begr&uuml;ndet durch die kompromisslose Ausrichtung auf den Zweck, eine archaische Wohnstatt zu schaffen. Ausgestattet mit allen Annehmlichkeiten, vermittelt es alle Behaglichkeit und allen Komfort des Drinnen und wegen der permanenten Sicht&#8209; und Wahrnehmbarkeit des Drau&szlig;en das Spektakel der Natur.</p>
<p>Warum ich das hier erz&auml;hle? Was auch immer wir Dauerhaftes schaffen wollen: Wir m&uuml;ssen den urspr&uuml;nglichen Zweck wiederfinden und seiner Erf&uuml;llung alles unterordnen, auch den Aufwand daf&uuml;r. Da nicht Berichte lesen der Zweck des Managements ist, sondern Unternehmen zu steuern, m&uuml;ssen wir sehr viel konsequenter und neu an diesem Zweck ansetzen. Mich hat die Radikalit&auml;t des Haresnape House jedenfalls sehr inspiriert. Wie weit und wozu: irgendwann hier.</p>
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		<title>Von Pixelland nach Panoramaland</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/panoramaland</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 16:58:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Bella-Buch]]></category>
		<category><![CDATA[Monitor]]></category>
		<category><![CDATA[Panoramaland]]></category>
		<category><![CDATA[Pixelland]]></category>

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		<description><![CDATA[Monitore sind nicht aus Papier gemacht. Und Papier ist weitaus weniger geduldig, als man meint. Denn Echtzeit und Interaktivität gibt es nur digital. Trotzdem wünschen wir uns die Stärken beider Medien vereint.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Monitore sind nicht aus Papier gemacht. Und Papier ist weitaus weniger geduldig, als man meint. Denn Echtzeit und Interaktivit&auml;t gibt es nur digital. Trotzdem w&uuml;nschen wir uns die St&auml;rken beider Medien vereint.</strong></p>
<p>Fans unseres B&uuml;rohundes wissen es bereits: Bella hat aus <a href="http://www.bella-beraet.de/" target="_blank">ihrem Blog</a> ein Buch gemacht. Es hei&szlig;t &quot;<a href="http://www.bella-buch.de/">Bella ber&auml;t&#160;&#8211; 75 Regeln f&uuml;r bessere Visualisierung</a>&quot;. Die ersten druckfrischen Exemplare werden uns n&auml;chsten Mittwoch auf drei Paletten ins Haus geliefert.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_007_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Gerald Butterwegge, Simone Appoldt, Nicolas Bissantz und Bella begutachten den Andruck. Bilder unten: Carlos Da-Aira beim Erkl&auml;ren der Farbsteuerung, Helmut Hofmann mit Bella.</p>
<p>Das Buch basiert auf einem Blog und entstand daher zun&auml;chst im Internet. Also in einem Medium mit sehr begrenzter Aufl&ouml;sung. Alle Amateurbilder und Scans, alle Zeichnungen, alle Screenshots &ndash; alles eigene und zitierte Material hat im Internet funktioniert. In den ersten Versuchen, das Blog in Buchform zu bringen, erlebten wir den bef&uuml;rchteten Schock: Auf Papier wirkte vieles auf einmal stumpf, grob, linkisch. F&uuml;r uns bedeutete das zun&auml;chst viel Flei&szlig;arbeit. Scans mussten neu gemacht, Originalquellen gesucht, Fotos nachbearbeitet und alle erweiterten Druckfeatures unserer eigenen Software genutzt werden, um im Buch die gew&uuml;nschte Wirkung herzustellen. Schmerzhaft erlebten wir, wie tief die Kluft zwischen Druck&#8209; und Digitalwelt immer noch ist. Die Erkl&auml;rung daf&uuml;r ist einfach: Monitore sind Pixelland, mit vielleicht 1024 x 768 Pixeln. Papier ist Panoramaland, schon handels&uuml;blich benutzbar mit 1200 unterscheidbaren Bildpunkten pro Zoll. Auf der UV-Maschine unseres <a href="http://www.farbendruck.com/" target="_blank">Druckers Hofmann</a> in Langenzenn waren es dann sogar 2540 dpi.</p>
<p>Dieses Panoramaland fasziniert: Mit viel Kreativit&auml;t, Handwerk und K&ouml;nnen bei Layout, Litho und Druck entsteht dort immense Aufl&ouml;sung in beeindruckender Qualit&auml;t. Schmerzlich vermisst haben wir dort Echtzeit und Interaktivit&auml;t, die in Pixelland selbstverst&auml;ndlich sind. Die Farbtr&ouml;pfchen in Panoramaland stehen mikrometergenau an ihrer Stelle. Wehe aber, sie sollen woanders hin. F&uuml;r die Zukunft w&uuml;nschen wir uns beides. Ein interaktives Panoramaland also.</p>
<table>
<tr>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_083_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_083_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_083_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_028_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_028_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_028_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_020_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_020_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_020_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
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<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_049_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_049_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_049_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_056_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_056_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_056_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
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<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_043_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_043_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_043_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_063_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_063_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_063_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_044_600px.jpg', '');" href="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_044_600px.jpg"><img src="/images/2010-03-02_Andruck_Bella-Buch_044_145px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; margin-right: 4px;" /></a></td>
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		<title>Neusehland I</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/robuste-standards</link>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 20:48:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Distanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Formen]]></category>
		<category><![CDATA[Managementbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street Journal]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Fremde verläuft man sich nicht gern. Und schaut sich besonders genau an, wo es hingeht. Was ich auf einer Reise aus Verkehrszeichen gelernt habe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer verreist, will wieder heimkommen. Orientierung und Weg&shy;findung werden wichtig. In Neuseeland, wo man so weit von zu Hause entfernt ist wie sonst nirgends, f&auml;llt die Orientierung sehr leicht. Weil sie auf robusten visuellen Standards beruht. Warum einen das auf die Kauri-Fichte bringen kann.</strong></p>
<p>In Managementberichten und in Wirtschaftszeitungen begegnen uns <a href="/dashboard-oder-trashboard">visuelle Metaphern</a>, die urspr&uuml;nglich f&uuml;r den Stra&szlig;enverkehr oder die Wegweisung erdacht wurden. Trifft man diese alten Bekannten dort wieder, wo sie herkommen, so kann das zun&auml;chst lehrreich sein. Einige Beispiele:</p>
<p><strong>Deutungsrobust: Dreiecke f&uuml;r Richtungen, Plus und Minus f&uuml;r Ver&auml;nderungen</strong><br />
Vom <a href="http://blog.bissantz.de/wsje-relaunch">Redesign des Wall Street Journal</a> war hier schon die Rede. Das Journal codiert seit einigen Wochen Plus&#8209; und Minuszeichen um. F&uuml;r die Vortages&shy;ver&auml;nderungen von Indizes und W&auml;hrungen findet man jetzt kleine rote und gr&uuml;ne <a href="http://blog.bissantz.de/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_Auszug.jpg">Dreiecke</a>, jeweils am oberen Rand der Titel&#8209; und einer weiteren Seite. Sie zeigen nach oben oder unten.</p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/Jungle_800px.jpg', '');" href="/images/Jungle_450px.jpg"><img src="/images/Jungle_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a></p>
<p>Ganz &auml;hnliche Dreiecke begegneten mir vor kurzem bei einem Waldspaziergang. Der Weg auf einem Nebenpfad, der tiefer in den tropisch dichten Wald hineinf&uuml;hrt, ist in Abst&auml;nden von wenigen Metern mit senkrecht aufgeh&auml;ngten Plastikdreiecken gekennzeichnet. Das ist dort nicht nur hilfreich, sondern dringend geboten. Man w&uuml;rde den labyrinthischen Weg sonst nach wenigen Schritten verlieren.</p>
<p>H&auml;tte jemand Plus&#8209; und Minussymbole an die B&auml;ume genagelt, w&uuml;rde das die Wegfindung nicht erleichtern. Vor lauter Gr&uuml;beln, wozu das dienen soll, w&auml;re leicht der Wald vor lauter B&auml;umen nicht mehr zu sehen.</p>
<p>Die (spitzwinkligen) Dreiecke zeigen mal nach rechts und links oder nach oben. Je nach Perspektive, aus der sich der Wanderer n&auml;hert, wird dasselbe Symbol geschickt in seinen Zeigevarianten so genutzt, dass so wenige Dreiecke wie m&ouml;glich den schwierigen Pfad so genau als n&ouml;tig kennzeichnen. Die Farbe der Dreiecke kommt im Wald sonst nicht vor, auch das ist eine Hilfe. Stopppunkte f&uuml;r die Brutz&auml;hlung, um die es auf diesem Pfad geht, erkennt man an zwei gegeneinandergedrehten Dreiecken. Sie zeigen: Hier geht es nicht weiter, sondern du bist da.</p>
<p><strong>Farbrobust: Formen&#160;&#8211; formrobust: Farben</strong><br />
Vor Engstellen wie einspurigen Br&uuml;cken und Tunneln erh&ouml;ht es die Sicherheit dramatisch, wenn eine dauerhafte Vorfahrtsregelung besteht. Je fr&uuml;her in der Ann&auml;herung an die Engstelle klar ist, welche Seite Vorfahrt hat, desto besser. Die Unterscheidbarkeit von Farben und Formen aus zunehmend gr&ouml;&szlig;eren Distanzen &auml;ndert sich auf unterschiedliche Weise. Meist gilt, dass Formen l&auml;nger unterscheidbar bleiben, vor allem wenn dann noch individuelle Einschr&auml;nkungen im Sehverm&ouml;gen hinzutreten. </p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/GiveWay_800px.jpg', '');" href="/images/GiveWay_450px.jpg"><img src="/images/GiveWay_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Schnell gelernt und auch aus gro&szlig;er Entfernung mit Rot-Gr&uuml;n-Schw&auml;che schnell erkannt: Wer in Richtung des gro&szlig;en Pfeils f&auml;hrt, hat Vorfahrt. Die Unterscheidung Rot/Schwarz unterst&uuml;tzt die Wahrnehmung.</p>
<p>Im Druck und in der Bildschirmdarstellung haben wir ein ganz &auml;hnliches Thema zu bew&auml;ltigen. Feinere Farbnuancen gehen schon zwischen unterschiedlichen LCD-Displays, die sehr wenig farbsicher sind, verloren. Sp&auml;testens im Schwarz-Wei&szlig;-Ausdruck auf Papier auch gr&ouml;&szlig;ere Farbunterschiede. Robustes Design ber&uuml;cksichtigt diesen Umstand.</p>
<p><strong>Perspektivenrobust: Doppelung</strong><br />
Auf sehr h&uuml;geligen, kurvenreichen Stra&szlig;en kann eine Kuppe ein Warnzeichen verdecken, wenn es in derselben H&ouml;he wie sonst &uuml;blich angebracht ist. Die L&ouml;sung f&uuml;r dieses Problem besteht in einer Aufdoppelung. Dasselbe Zeichen wird zweimal in unterschiedlichen H&ouml;hen angebracht. Bei gleicher eigener Blickh&ouml;he schaut man vor der Kuppe auf das h&ouml;here, nach der Kuppe auf das niedrigere Schild. In der Ann&auml;herung kann dieses pfiffige, nur scheinbar redundante Design durchaus f&uuml;r ein Schmunzeln im Gesicht gestaltungs&shy;sensibler Gem&uuml;ter sorgen.</p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/PointOfView2x4_774px.jpg', '');" href="/images/Jungle_450px.jpg"><img src="/images/PointOfView2x4_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a></p>
<p>In der Managementinformation geht es uns oft &auml;hnlich. Dieselben Daten verdienen ganz unterschiedliche Perspektiven. Eine Darstellung allein ist also selten perspektivenrobust. Daher lohnt immer die Frage, ob man nicht mehrere Varianten derselben Daten zeigen sollte. Was auf den ersten Blick redundant scheint, kann die kurvenreiche Fahrt durch die Datenlandschaften sicherer machen.</p>
<p>Alle Beispiele verdeutlichen mir: Die Beschilderung will Unsicherheit verringern. Sie tut das in angemessener Weise. Aus ihrer Konstruktion k&ouml;nnen wir viel lernen&#160;&#8211; aus ihrer Metaphorik aber wenig &uuml;bertragen. T&auml;ten wir das, best&uuml;nde die Gefahr der Vergr&ouml;berung und Manipulation. Die Vortagesver&auml;nderung eines Aktienkurses zeigt nicht den Weg durchs Dickicht der Verm&ouml;gensanlage. Das Ampelsignal kann nicht entscheiden, ob Stillstand oder Weiterfahren Besserung bringt.</p>
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		<title>Farben-Leere</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/flugsicherheit</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 09:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Ampel]]></category>
		<category><![CDATA[Differenzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Farben]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[WamS]]></category>
		<category><![CDATA[Welt am Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder praktische Lebenshilfe: Fliegen ist sicherer als die Sicherheit des Fliegens darzustellen. Das hat viel mit Farben zu tun. Und lehrt uns: Wir müssen nicht alles malen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute wieder praktische Lebenshilfe: Fliegen ist sicherer als die Sicherheit des Fliegens darzustellen. Das hat viel mit Farben zu tun. Und lehrt uns: Wir m&uuml;ssen nicht alles malen.</strong></p>
<p>Professor Ed Galea lehrt in London Feuerschutz und mathematische Modelle und hat sich mit den Risiken des Fliegens auseinander gesetzt. <a href="http://www.heise.de/kiosk/archiv/tr/2008/9/98">Er sagt</a>: Lebensbedrohliche Abst&uuml;rze gibt es sehr, sehr selten. Abst&uuml;rze mit Todesfolge noch seltener. Abst&uuml;rze ohne &Uuml;berlebende nochmals seltener. Eine gewisse Rolle spielt, wo man sitzt.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/aloha-737-wreck_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Fliegen ist ziemlich sicher. Diese Maschine kam ohne Dach an. Aber sie kam an. (Quelle: AP/Wide World Photos, Aloha Flug 243, 28.04.1988)</p>
<p>Das will auch diese Abbildung sagen, die Business&#8209; und First-Class-Reisende luftkrank werden l&auml;sst. Nat&uuml;rlich &uuml;bertreibt die Drei-Farb-Logik. So unterschiedlich, wie es die Unterschiede zwischen den Farben suggerieren, sind die Zahlen nicht. Und so einfach wie hier stirbt man auch nicht. Welche Rolle der Sitzplatz spielt, sagt Professor Galea, h&auml;ngt von der Art des Unfalls ab. Und dann wiederum ist auch eher die Entfernung zum n&auml;chsten Ausgang wichtig. </p>
<p class="gray"><a><img src="/images/aircrash-seat-illo_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Handwerklich schlecht und in der Aussage viel zu grob. Die Farbunterschiede sind viel gr&ouml;&szlig;er als die Zahlenunterschiede. Und nat&uuml;rlich ist in Wirklichkeit alles viel komplizierter als in dieser Zeichnung. (Quelle: Gil Ahn/<a href="http://www.seatguru.com" target="_blank">seatguru.com</a>, &Uuml;berlebensraten auf Sitzebene aller Unf&auml;lle kommerzieller Fl&uuml;ge in den USA seit 1971)</p>
<p>Die n&auml;chste Abbildung wagt mehr Differenzierung. Aber sie ist derart verwirrend, dass man im Ernstfall lieber nicht neben ihrem Urheber sitzen m&ouml;chte. Und die Daten scheinen im Widerspruch zur ersten Grafik zu stehen. Man &auml;rgert sich, gerade sein Business-Class-Ticket gegen den Economy-Platz im Heck getauscht zu haben. Die Darstellung variiert in zwei Merkmalen: Es &auml;ndern sich Farben und S&auml;ulenh&ouml;hen. Jedoch scheint je Reihe die Farbe identisch und unabh&auml;ngig von der S&auml;ulenh&ouml;he zu bleiben. Es ist schwer vorstellbar, wie dazu die Datenbasis aussah.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/airplane_3D_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Wie sind unterschiedliche H&ouml;hen bei gleicher Farbe zu deuten? (Quelle: BILD am Sonntag (BamS), 24.08.2008, Wissenschaftler kl&auml;ren Frage&#160;&#8211; Fliegt man vorn sicherer als hinten?)</p>
<p>In eine &auml;hnliche Richtung geht die dritte Grafik. Sie scheint die Daten der beiden ersten zu vereinen. Insgesamt ist man aber noch verwirrter. Das Risiko nach Ort (Gang, Fenster, Bug und Heck) ist in Prozent angegeben. Das Risiko nach Entfernung zum Ausgang in Farbe. Beim n&auml;chsten Check-in verlange ich nach einem Gangplatz. Vorn. Hellgr&uuml;n. Ich hoffe, man nimmt mich dann noch mit.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/sicherste_sitzplaetze_im_flugzeug_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Farben und Prozente stehen f&uuml;r jeweils andere Daten. Man versteht nur noch Flugplatz. (Quelle: WAMS, Nr.&#160;9, 01.03.2009, S.&#160;76)</p>
<p>Eine leichte Verbesserung bringt es, auf die Ampelfarben zu verzichten. Ampelfarben haben wir hier <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">schon</a> <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-3">&ouml;fter</a> <a href="http://blog.bissantz.de/ampel-controlling">kritisiert</a>. Das wichtigste Argument ist, dass unser Auge Rot, Gr&uuml;n und Gelb nicht intuitiv in eine nat&uuml;rliche Ordnung zu bringen vermag. Mit Graustufen oder Intensit&auml;tsabstufungen derselben Farbe geht das besser, wie das Redesign zeigt. </p>
<p class="gray"><a><img src="/images/APP_redesign_450.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Ein eigener Versuch. Auch der ist nicht ohne Grenzen.</p>
<p>Aber: In einer einzigen Farbe lassen sich nicht beliebige viele unterscheidbare Stufen darstellen. Die Differenzierung leidet. Meist ist bei f&uuml;nf Stufen bereits die Grenze erreicht. Je dunkler der Ton wird, desto weniger gelingt die Unterscheidung. Im Beispiel des Redesigns ist das gut an der Farbskala zu erkennen. Das sogenannte &bdquo;Edge Fluting&ldquo; erschwert die Sache zus&auml;tzlich. An unkontrollierten Farb&uuml;berg&auml;ngen entstehen scheinbare Farbunterschiede, die durch Farb&auml;nderungen an den Grenzen unterdr&uuml;ckt werden m&uuml;ssen.</p>
<p>F&uuml;r viele Daten ist es wichtig, zwischen positiven und negativen Werten zu unterscheiden. Das behindert den Gebrauch von Graustufenskalen, die wiederum sehr praktisch f&uuml;r den Ausdruck w&auml;ren. In der Software <a href="http://www.bissantz.de/produkte">DeltaMaster</a> behelfen wir uns daher in der Regel mit zweifarbigen Skalen: blaue Intensit&auml;tsabstufungen f&uuml;r positive und rote f&uuml;r negative Werte. Die Schwierigkeiten beim Ausdruck bleiben nat&uuml;rlich erhalten. </p>
<p>Die Beispiele zeigen einen Teil dieser Schwierigkeiten. Insgesamt, so finde ich, wird keine Darstellung dem Thema gerecht. Wie d&uuml;nn und schwer zug&auml;nglich die n&ouml;tigen Daten sind, wird schnell klar, wenn man nach Quellen sucht. Alle Abbildungen suggerieren aber, man k&ouml;nnte das ohnehin geringe Risiko auch noch differenziert darstellen. Unsinn. Wir lernen daraus, dass man besser gar nichts malt, wenn nichts Verl&auml;ssliches und Lesbares dabei rauskommt.</p>
<p>Die Gefahren des Fliegens haben wir jetzt beinahe vergessen. Gut so. Sie sind gering. Und unsere Sicherheit h&auml;ngt sehr vom eigenen Verhalten ab. Flache Schuhe. Ausgang merken. Schwimmweste drau&szlig;en aufblasen. Vor dem Aufprall nach vorne lehnen, Kopf sch&uuml;tzen. Guten Flug! </p>
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		<title>Ein M&#228;nnlein, ein Mensch</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Dec 2009 09:34:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Diagramme]]></category>
		<category><![CDATA[Flächendiagramm]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Beispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street Journal]]></category>
		<category><![CDATA[WamS]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Barbie und Ken bis Madame Tussaud, von Playmobil bis zum Männleinlaufen: Menschen als Figuren bereiten Spaß oder sind lehrreich. In der Datenvisualisierung ist das meist umgekehrt. Beispiele und Ausnahmen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Barbie und Ken bis Madame Tussaud, von Playmobil bis zum M&auml;nnleinlaufen: Menschen als Figuren bereiten Spa&szlig; oder sind lehrreich. In der Datenvisualisierung ist das meist umgekehrt. Beispiele und Ausnahmen.</strong></p>
<p>Wer dieser Tage bei uns in N&uuml;rnberg den Christkindlesmarkt besucht hat, der hatte Gelegenheit, mittags das <strong><a href="http://www.myvideo.de/watch/5272145/Das_Maennleinlaufen_auf_dem_Nuernberger_Hauptmarkt" target="_blank">M&auml;nnleinlaufen</a></strong> auf dem Hauptmarkt zu bestaunen. Die Kunstuhr wurde 1509 geschaffen und ist weltber&uuml;hmt. Ein Herold erscheint, ein Ordner gibt den Takt vor, Posaunenbl&auml;ser, Fl&ouml;tenpfeifer und Trommel&shy;schl&auml;ger spielen und auf dem H&ouml;hepunkt erscheinen die sieben Kurf&uuml;rsten mit den Reichskleinodien, verneigen sich und umrunden dreimal Kaiser Karl IV, der mit seinem Zepter gr&uuml;&szlig;t. Die M&auml;nnlein &uuml;berdauerten zwei Weltkriege und laufen bis heute.</p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/Bechtle_Maennle_Detail_600px.jpg', '');" href="/images/Bechtle_Maennle_Uebersicht_450px.jpg"><img src="/images/Bechtle_Maennle_Uebersicht_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />M&auml;nnlein, die funktionieren: Das Personalwachstum der Bechtle AG von einem Mitarbeiter im Jahr 1983 auf 4.250 im Jahr 2007 (<a onclick="return openPopup('/images/Bechtle_Maennle_Detail_600px.jpg', '');" href="/images/Bechtle_Maennle_Detail_600px.jpg">Detailansicht</a>).</p>
<p>Der Vision&auml;r <strong><a href="http://www.vknn.at/neurath" target="_blank">Otto Neurath</a></strong>, umfassend gebildet und wohlvertraut mit der Bildsprache seit Erfindung der <a onclick="return openPopup('/images/neurath_book_cover.jpg', '');"  href="/images/neurath_book_cover.jpg">Hieroglyphen</a>, schuf in den 1920-er Jahren die Bildstatistik. M&auml;nnlein spielten auch hier eine wichtige Rolle. Enorm wichtig dabei: Zahlenverh&auml;ltnisse wurden nicht durch unterschiedlich gro&szlig;e, sondern durch unterschiedlich viele Symbole gleicher Art dargestellt. Die Symbole wiederum waren reduziert, standardisiert und frei von Dekoration. Hier ein <a onclick="return openPopup('/images/Neurath_Arbeitnehmer_UDSSR.gif', '');" href="/images/Neurath_Arbeitnehmer_UDSSR.gif">Beispiel</a>. Die Piktogramme, die wir Otto Neurath verdanken, erleichtern auch heute noch die Orientierung zum Beispiel auf Flugh&auml;fen und Bahnh&ouml;fen.</p>
<p>Die <strong><a href="http://www.bechtle.de" target="_blank">Bechtle AG</a></strong> stellte in ihrem Foyer in der Firmenzentrale in Neckarsulm einen Teil der Unternehmensgeschichte aus. Figuren aus dem Spiel &#8222;Mensch &auml;rgere Dich nicht&#8220; repr&auml;sentierten humorvoll und effektiv das beeindruckende Wachstum der Mitarbeiterzahl. Genauso pfiffig: die analoge Darstellung der Umsatzentwicklung von &#8364; 33.000 im Jahr 1983 auf &#8364; 1,4 Milliarden im Jahr 2007 mittels <a onclick="return openPopup('/images/Bechle_Huerde_Übersicht_600px.jpg', '');" href="./images/Bechle_Huerde_Übersicht_600px.jpg">beschrifteter H&uuml;rden</a>. </p>
<p>Beinahe eine <a onclick="return openPopup('/images/Risiko_Landesbanken_600px.jpg', '');" href="/images/Risiko_Landesbanken_600px.jpg">Karikatur des Ansatzes von Otto Neurath</a> ist eine Darstellung der Wirtschaftswoche (Nr.&#160;11, 09.03.2009, S.&#160;15; nebenbei: Ich halte die Vermengung der Begriffe Schulden, Risiko, Haftung f&uuml;r tendenzi&ouml;s und die Darstellung f&uuml;r verwirrend). Die M&auml;nnlein erinnern an die von Neurath und dem Grafiker Gerd Arntz entwickelten <a onclick="return openPopup('/images/standard_maennlein.jpg', '');" href="/images/standard_maennlein.jpg">Figurenstandards</a>. Jedoch variieren sie nicht in der Anzahl, sondern in der Gr&ouml;&szlig;e. &Uuml;ber die Problematik von Fl&auml;chen&shy;darstellungen haben wir schon oft gesprochen. <a href="http://blog.bissantz.de/kreisdiagramme">Unter</a> <a href="http://blog.bissantz.de/test-guter-manager">anderem</a> <a href="http://www.bella-beraet.de/mosaic-display">hier</a>. &Auml;rger finde ich, dass Menschen Schulden haben k&ouml;nnen, aber Schulden nicht aus Menschen bestehen. Auch sonst sollte man heute gut &uuml;berlegen, wo man wie Zwanzigerjahre aussehen will. Neuraths Bildstatistik sollte vor allem auch Analphabeten und Ungebildeten das Wissen vermitteln, um erfolgreich an der Demokratie teilzunehmen.</p>
<p>Das Wall Street Journal (WSJ, 13.11.2009, S.&#160;9) fragte 52 &Ouml;konomen, wo sie die n&auml;chste Blase auf den Finanzm&auml;rkten erwarten. Der Charme der gew&auml;hlten Darstellung liegt in der Transparenz der Datenbasis. </p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/20091113_WJS_S9_mod_800px.jpg', '', 'resizable  =yes, scrollbars = 1');" href="/images/20091113_WJS_S9_emerging_risk_300px.jpg"><img src="/images/20091113_WJS_S9_emerging_risk_300px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; " ></a><br />Bei n&auml;herem Studium eine Pretiose: Der Bezug von Meinung und Person bleibt gut sichtbar (Quelle: Wall Street Journal, 13.11.2009, S.&#160;9).</p>
<p>Man h&auml;tte die Balken auch schlie&szlig;en und beschriften oder nur Prozentangaben machen k&ouml;nnen. Das hat man unterlassen. Die Tatsache, dass die Ausz&auml;hlung fehlt, ist wiederum ein h&uuml;bscher Hinweis darauf, dass es hier nur um Tendenzen gehen kann. Die Zusammenfassung von &bdquo;Most likely&ldquo; und &bdquo;Second most likely&ldquo; in Segmenten macht weitere Aspekte der Daten deutlich. Der Ansatz der WAMS in ihrem <a onclick="return openPopup('/images/GuteLage_380px.jpg', '');" href="/images/GuteLage_380px.jpg">Unternehmerpanel</a> ist demgegen&uuml;ber undurch&shy;sichtig: Die Meinung von zw&ouml;lf mittelst&auml;ndischen Unternehmern ist in einem Index zusammengefasst (WAMS, 16.03.2009, S.&#160;29).</p>
<p>Das Thema Mensch und grafisches M&auml;nnlein ist vielf&auml;ltig. Auch Bella hat dar&uuml;ber schon <a href="http://www.bella-beraet.de/ge-imagination">nachgedacht</a> und weitere Probleme f&uuml;r den Fall entdeckt, dass analoge M&auml;nnlein f&uuml;r Prozentwerte stehen sollen. Die Abstraktion Neuraths, bei der ein M&auml;nnlein zum Beispiel f&uuml;r 250.000 Arbeitnehmer der UdSSR steht, muss erst gelernt werden. <strong>Am besten funktionieren M&auml;nnlein, wenn tats&auml;chlich jedes M&auml;nnlein f&uuml;r einen Menschen steht.</strong> Deshalb funktionieren die M&auml;nnlein bei Bechtle so gut. Genauso wie die hoch &uuml;ber dem Christkindlesmarkt. Seit 500 Jahren. </p>
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		<title>Knecht Ruprecht Murdoch</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/wsje-relaunch</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Dec 2009 17:57:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Redesign]]></category>
		<category><![CDATA[Ticker]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street Journal]]></category>
		<category><![CDATA[WSJ]]></category>

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		<description><![CDATA[Handelsblatt und Wall Street Journal Europe, durch Überkreuzbeteiligung verschwistert, haben sich neu gestaltet („Relaunch“). Für die Informations&#173;kultur beide Male kein besonders guter Tag. Warum das so ist (erster Teil).]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die armen Printmedien. Die Auflagen sinken, die Werbekunden geizen. Und nicht nur Rupert Murdoch will Geld verdienen mit seinen Zeitungen. In dieser Not k&ouml;nnte man radikal werden und die &uuml;berlegene Aufl&ouml;sung des Papiers f&uuml;r neue Formate nutzen. Die Online-Medien w&uuml;rden dumm aus ihren Monitoren gucken.</strong></p>
<p>Das Wall Street Journal Europe, seit 1983 am Markt, wurde zum 17.11.2009 neu gestaltet. Die Mutter, das amerikanische Wall Street Journal, war eine lange Zeit seiner 120-j&auml;hrigen Geschichte der Idee zugeneigt, nicht f&uuml;r Banker, sondern f&uuml;r deren Kunden zu schreiben. Es bekam bereits Anfang 2007 ein <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,457489,00.html">Facelift</a>. Eine Spalte fiel weg, manche Inhalte gingen ins Netz. Das fand statt, noch bevor Rupert Murdoch am 1. August 2007 das Ruder &uuml;bernahm und damit begann, das altehrw&uuml;rdige Wirtschafts&#8209; und Finanzblatt durch Ausbau der Seiten zu Politik und Kultur zu einer &#8222;kompletten&#8220; Zeitung zu machen.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/20091113_WSJ_Titelseite_markets_Auszug.jpg', '');" href="/images/20091113_WSJ_Titelseite_thumb.jpg"><img src="/images/20091113_WSJ_Titelseite_thumb2.jpg" alt="Quelle: WSJ Europe, 13.11.2009, S. 1"></a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a onclick="return openPopup('/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_Auszug.jpg', '');" href="/images/20091117_WSJ_Titelseite_thumb2.jpg"><img src="/images/20091117_WSJ_Titelseite_thumb2.jpg" alt="Quelle: WSJ Europe, 17.11.2009, S. 1" ></a><br />
Heben Sie die kleine Tabelle links gut auf. Sie ist die letzte ihrer Art und k&ouml;nnte im Wert steigen. Seit dem 17.11.2009 ist sie Geschichte. Sie wurde durch einen Ticker, der nicht tickert, ersetzt. (Titel des WSJ Europe, 13. und 17.11.2009)</p>
<p>&bdquo;Relaunches&ldquo; nehmen zu. Die Sorge des um die Informationskultur Besorgten ist jedes Mal gro&szlig;. In der <a href="http://pressrelations.de/new/standard/result_main.cfm?r=388108&#038;sid=&#038;aktion=jour_pm&#038;print=1&#038;pdf=1">Presseabteilung</a> hei&szlig;en die Bem&uuml;hungen &bdquo;Investi&shy;tion&ldquo;. In der Finanzabteilung nennt man denselben Vorgang &#8222;sparen&#8220;. Tat&shy;s&auml;chlich galt es zum Beispiel beim WSJ Europe die Kosten um &#8364; 18 Mio. p.&#160;a. zu reduzieren. </p>
<p class="gray"><a  onclick="return openPopup('/images/20091113_WSJ_Titelseite_markets_groß.jpg', '');" href="/images/20091113_WSJ_Titelseite_markets.jpg"><img src="/images/20091113_WSJ_Titelseite_markets.jpg" alt="Quelle: WSJ Europe, 13.11.2009, S. 1" ></a><br />In ihrer Klarheit, Lesbarkeit, Sachlichkeit nicht zu schlagen: Vortages&auml;nderungen wichtiger Indikatoren als Tabelle auf jedem Titel des WSJ Europe&#160;&#8211; bis zum 13.11.2009.</p>
<p>Auch beim Relaunch der FAZ zum 20.01.2009 ging es ums Sparen. Der Kursteil musste abspecken. Um eine Seite. Einiges verschwand. Manches kam rein. Neu ist u.&#160;a. die <a href="http://blog.bissantz.de/faz-sparklines">Spannweitendarstellung</a>. Sehr erfreulich. (Zugegebenerma&szlig;en auch wegen der Verwandtschaft zu einer eigenen kleinen <a href="http://www.bissantz.de/deltamaster/features/spannweiten.asp">Erfindung</a>.) </p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_1000px.jpg', '');" href="/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_450px.jpg"><img src="/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_450px.jpg" alt="Quelle: WSJ Europe, 17.11.2009, S. 1" style="margin-bottom: 4px; " ></a><br />Die Tabelle muss seit dem 17.11.2009 einem Ticker weichen, in dem es Dreiecke statt Vorzeichen gibt.</p>
<p>Zur&uuml;ck zum Facelift des Journal. Das gute Dutzend Kurznachrichten in der linken Titelspalte verschwand auf die Seite 2 und wurde magers&uuml;chtig. In der ersten Ausgabe nach dem Relaunch blieben gerade mal f&uuml;nf Nachrichtchen &uuml;brig. Schade. </p>
<p>Die bekannten und von mir geliebten klar und schn&ouml;rkellos gezeichneten Standard-Diagramme, die uns oft als Vorbild dienen, sind noch da. Fast. &Uuml;ber lange Zeit freute ich mich &uuml;ber die zweckm&auml;&szlig;ige Darstellung der wichtigsten Indexentwicklungen als Tabelle auf der Titelseite. Andere Bl&auml;tter qu&auml;len ihre Leser an dieser Stelle mit <a href="http://blog.bissantz.de/pluszeichen">Trendpfeilen</a>, wo keine Trends sind. </p>
<p>Aus der sch&ouml;nen Tabelle wurde ein papiertigernder Ticker. Ein echter <a href="http://www.bella-beraet.de/ticker-augenweitsprung">Augenweitsprung</a> am oberen Seitenende. Ticker laufen am Auge vorbei. Papier nicht. Ich musste die zweite Ausgabe abwarten, um sicher zu sein. In der ersten bewegten sich alle Indizes in dieselbe Richtung. Tats&auml;chlich. Rupert Murdoch hat Plus und Minus in den Sack gepackt. Stattdessen: Dreiecke. Spitze oben und gr&uuml;n f&uuml;r Plus, Spitze unten und rot f&uuml;r Minus.</p>
<p>Schumpeter, steh uns bei.</p>
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		<title>Voll korekkt</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/gehalt-inhalt-form</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 11:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Berichte]]></category>
		<category><![CDATA[Focus]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[WamS]]></category>

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		<description><![CDATA[Gegenlesen ist bei Diagrammen ebenso wichtig wie bei Texten. Beispiele dafür findet man reichlich. Auch für Datendarstellungen gilt nämlich: Ihr Gehalt kommt von gutem Inhalt in korrekter Form.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Diagramme sollte man genauso gr&uuml;ndlich Korrektur lesen wie jeden beliebigen Text. Denn guter Inhalt verdient gute Form. Und unser Vertrauen leidet unter schlampiger Verpackung. Ein Pl&auml;doyer, nicht nur f&uuml;r Sprachsensible.</strong></p>
<p>An einem sch&ouml;nen herbstlichen Wochenende fuhr ich durchs sch&ouml;ne Wispertal im Rheingau. &bdquo;Biker&rsquo;s Willkommen!&ldquo;&#160;&#8211; mit dieser Aufschrift wirbt dort ein Gasthof um Zweirad fahrende Besucher. Zwei Worte, vier Fehler. Inklusive des sogenannten Deppen-Apostrophs, der im Englischen den Genitiv kennzeichnet, im Deutschen hingegen nur einen Mangel an Kenntnissen desselben. Ich litt. </p>
<p class="gray"><img src="/images/Bikers-Willkommen2.jpg" alt="Wald-Gaststätte Wisper Park, Biker's Willkommen!" title="" style="margin-bottom: 4px; "/><br />Zwei W&ouml;rter, vier Fehler. Nach Duden w&auml;re richtig: &bdquo;Biker willkommen!&ldquo;</p>
<p>Die Deutsche Bank warb k&uuml;rzlich im Stil eines W&ouml;rterbuchs, mit Trenn&#8209; und Betonungshilfe, um den Mittelstand. Im Zentrum der Anzeige: die Vokabel &bdquo;Fi|n<u>a</u>n|zu|gang&ldquo;. Wer auch immer das &bdquo;z&ldquo; vergessen hat: Ich beneide ihn nicht.</p>
<p><img src="/images/Finanzugang2.jpg" alt="Was braucht der Mittelstand für neues Wachstum? Finanzugang. - Anzeige der Deutschen Bank, hier aus der Welt am Sonntag Nr. 44 vom 01.11.2009, Seite 37." title="" /></p>
<p>Der Focus berichtete &uuml;ber die Zahlen des um Porsche gewachsenen VW-Konzerns. F&uuml;r Skoda wurden 62.600 Fahrzeuge und 8 Milliarden Euro Umsatz angegeben. Einem Leser fiel es auf: Das konnte nicht stimmen. Trotz billigerer Fahrzeuge machte Skoda mit weniger Autos mehr Umsatz als Porsche. Der Focus gab dem Leser Recht. Die Zahlen waren falsch, es fehlte eine Null. Skoda baut 626.000 Autos.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Skoda-Porsche.jpg" alt="Skoda: 8 Mrd. Euro Umsatz, 62.600 Fahrzeuge pro Jahr; Porsche: 7,47 Mrd. Euro Umsatz, 98.700 Fahrzeuge pro Jahr. - Quelle: Focus 31/2009, Seite 25." title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Quelle: Focus 31/2009, Seite 25.</p>
<p>Die WamS brachte k&uuml;rzlich <a href="/images/Entwicklungshilfe_Ghana_Malaysia_WAMS_40_04.10.2009_S._50.jpg">zwei gute Diagramme</a> zum Thema Entwicklungshilfe f&uuml;r Ghana und Malaysia. Ein kleines Missgeschick sorgte daf&uuml;r, dass zwar der Hinweis auf die Quelle mit &bdquo;Quelle:&ldquo; gegeben wurde, diese aber fehlte.</p>
<p>All das h&auml;tte besser jemand Korrektur lesen sollen. Jeder Text, jedes Diagramm hat das verdient. Denn die Unterstellung lautet: Wo kleine Fehler sind, sind auch gro&szlig;e. Auch die beste Datendarstellung wird daher durch Fehler in &Uuml;berschrift, Legende, Kommentar leiden.</p>
<p>Mancher legt als Pedanterie aus, was uns Sprachpedanten nur h&ouml;flich erscheint. Konventionen helfen, sich richtig zu verstehen. Auch der pragmatische Sprachgrobian muss einsehen: Formal korrekt zu sein, ist gutes Marketing f&uuml;r unsere Berichte. Wer soll unsere Botschaft ernst nehmen, wenn wir selbst zu faul waren, sie noch einmal gr&uuml;ndlich zu lesen?</p>
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		</item>
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		<title>Paraskavedekatriaphobische &#220;berlegungen</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/aberglaube</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/aberglaube#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 13 Nov 2009 16:49:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Box-and-Whisker Plot]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Freitag]]></category>
		<category><![CDATA[Grafiken]]></category>
		<category><![CDATA[Irrglaube]]></category>
		<category><![CDATA[Tukey]]></category>
		<category><![CDATA[Wochentag]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wird bewiesen: Datenanalyse ist eine äußerst praktische Beschäftigung. Sie beantwortet die heute äußerst aktuelle Frage: Dürfen wir an diesem Freitag, dem 13. überhaupt aus dem Haus, zum Beispiel, um Daten analysieren zu gehen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unter Datenanalysten kommt das Praktische manchmal zu kurz. Das soll heute anders sein. Was haben Leser dieses Blogs und sein Autor heute zu bef&uuml;rchten? Immerhin: Es ist Freitag, der 13.</strong></p>
<p>Ich reise heute ziemlich genau 1.000&#160;km weit. Die Reise ist lange geplant. Dass sie auf einen Freitag, den 13. fallen w&uuml;rde, war mir nicht entgangen. Ich habe mich also vorbereitet.</p>
<p><strong>Freitage sind gef&auml;hrlich</strong><br />Die f&uuml;r Abergl&auml;ubige gute Nachricht zuerst: Freitage sind gef&auml;hrlicher als andere Wochentage. Die Ursache ist f&uuml;r uns andere aber trivial: Viele fahren ins Wochenende. Mehr Verkehr, mehr Unf&auml;lle. Das best&auml;tigt auch unsere eigene kleine Auswertung aktueller Unfalldaten.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Unfaelle_pro_Wochentag.png" alt="" /><br />
Freitage sind unfalltr&auml;chtiger als andere Wochentage (Quelle: Statistisches Bundesamt, Unf&auml;lle mit Personenschaden der Jahre 2000&#8211;2008, Diagramm: <a href="http://www.bissantz.de/produkte/">DeltaMaster</a>).</p>
<p><strong>Dreizehn ist egal</strong><br />M&uuml;ller hat anhand von Unfallzahlen f&uuml;r Westdeutschland im Zeitraum von 1964 bis 1982 zeigen k&ouml;nnen, dass an Freitagen, die auf den 13. fallen, sich nicht mehr Unf&auml;lle ereignen als an anderen Freitagen*. Wunder best&auml;tigte diese Beobachtung f&uuml;r die Jahre 1985 bis 1999 in Deutschland**. Und wir haben das f&uuml;r die Jahre 2000&#8211;2008 ebenfalls nochmals so gefunden:</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 4px;" src="/images/Unfaelle_Freitagsvergleich.png" alt="" /><br />Freitag, der 13. ist nicht unfalltr&auml;chtiger als andere Freitage (Quelle: Statistisches Bundesamt, Unf&auml;lle mit Personenschaden der Jahre 2000&#8211;2008, Diagramm: <a href="http://www.bissantz.de/produkte/">DeltaMaster</a>).</p>
<p>Die Gefahren des heutigen Tages sollten wir also meistern k&ouml;nnen. &Uuml;brigens ist diese heitere &Uuml;berzeugung weit verbreitet. Allenfalls kokettieren wir gelegentlich mit dem Datum. Denn: Freitag, der 13. findet vor allem in den Medien statt. Es wird daher heute vergn&uuml;glich sein mitzuz&auml;hlen, wie oft wieder von einem <em>jahrhundertealten Aberglauben</em>*** die Rede ist, den moderne Unfallstatistiken widerlegt h&auml;tten. Auch das ist Aberglaube. Freitag, der 13. ist eine moderne Erfindung. In Deutschland findet man Hinweise darauf erst seit der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg. Vermutlich wird auch der massentherapeutische Unsinn wiederholt, die Dreizehn bringe im Gegenteil Gl&uuml;ck.</p>
<p>Wir wollen nur allzu gerne glauben, unsere Zeiten seien aufgekl&auml;rter als andere. Sie sind es nicht. Im Gegenteil: Wo <a href="http://www.welt.de/vermischtes/article5184239/Achtung-So-gefaehrlich-ist-Freitag-der-13.html">Aufkl&auml;rung</a> <a href="http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/exklusiv/awdo/art1546,730663">draufsteht</a> ist oft neuer Aberglaube drin. </p>
<p>Wer trotzdem nicht aus dem Haus mag: <em>Paraskavedekatriaphobie </em>fl&uuml;ssig auszusprechen, kann einen eine Weile besch&auml;ftigen. Dieses scheu&szlig;liche Wort bezeichnet die Phobie vor Tagen wie dem heutigen. Ob daran wirklich jemand leidet?</p>
<p class="gray">Quellen:<br />* M&uuml;ller, A., Mehr Verkehrsunf&auml;lle am Freitag, dem Dreizehnten? Zeitschrift f&uuml;r Parapsychologie und Grenzgebiete der Psychologie 30 (1988) o. Nr., S.&#160;226 ff.<br />** Wunder, E., Die Folgen von &#8222;Freitag dem 13.&#8220; auf das Unfallgeschehen in Deutschland, Zeitschrift f&uuml;r Anomalistik, 3 (2003) o. Nr., S.&#160;47 ff.<br />*** Dreischer, M., Heute ist ein Gl&uuml;ckstag, Rheinische Post, 13.02.2009, S. C8.</p>
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		<title>Wer kurz h&#246;rt, der schwer sieht</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Oct 2009 11:19:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Börsenkurse]]></category>
		<category><![CDATA[Grafik]]></category>
		<category><![CDATA[Hören]]></category>
		<category><![CDATA[Sparklines]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Hören ist ein Sinn mit elementarer Kraft. Wir können die Augen schließen, aber nicht die Ohren. Um die Datenanalyse voran zu bringen, müssen wir unseren Hörsinn nutzen. Alles andere wäre kurzsichtig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wenn das Gesch&auml;ft brummt, ist das buchst&auml;blich so. Wir h&ouml;ren Telefone klingeln, das Ger&auml;usch eiliger Schritte und den Hall vieler Gespr&auml;che. Wir <em>h&ouml;ren </em>Ums&auml;tze, bevor wir sie <em>sehen</em>. Es wird Zeit, in der Datenanalyse dem Geh&ouml;r mehr Aufmerksamkeit zu schenken.</strong></p>
<p>Das H&ouml;ren ist ein Sinn mit elementarer Kraft.* Wir k&ouml;nnen die Augen schlie&szlig;en, aber nicht die Ohren. Man kann sehen, ohne wahrzunehmen. Wir k&ouml;nnen hindurch sehen und wir k&ouml;nnen &uuml;bersehen. Das Ohr aber ist unerbittlich. Dreht jemand den Ton leiser, spitzen wir erst recht die Ohren. Meine These ist: Beim Erkennen und Verstehen gehen H&ouml;ren und Sehen Hand in Hand. Aber wir nutzen diesen Umstand noch nicht ausreichend f&uuml;r die Datenanalyse. Einen kleinen Fortschritt haben wir jetzt geschafft.</p>
<p>Der K&uuml;nstler Johannes Kreidler, Bella hatte es schon <a href="http://www.bella-beraet.de/sound-sparkline2">beklagt</a>, zog die Auswirkungen der Finanzkrise ins Groteske. Er hinterlegte die einbrechenden B&ouml;rsenkurse in Liniendiagrammen mit Musik und mischte sie mit Szenen aus dem Kinderballett. K&uuml;nstlerisch will ich das nicht bewerten. Jedoch, der Kaufmann in mir war geknickt. Kreidlers wenig ernsthafte Deutung erfuhr hohe Aufmerksamkeit, Dutzende Radiostationen und Zeitungen brachten seine Geschichte.</p>
<p>Unsere analytische Variante klanganimierter Zeitreihen blieb bisher hingegen Sache von Fachanwendern in Controlling&#8209; und Finanzabteilungen. Die Idee, H&ouml;ren und Sehen gleichzeitig f&uuml;r die Analyse von Daten zu erschlie&szlig;en, ist zu wertvoll und fruchtbar, als dass ich sie dadurch korrumpiert sehen m&ouml;chte, dass sie einer breiten &Ouml;ffentlichkeit als unterhaltender Gag pr&auml;sentiert wird. <strong>Tats&auml;chlich lenkt eine Tonfolge das Auge derart, dass wir das Muster einer Zeitreihe schneller begreifen.</strong></p>
<p><iframe id="iFrame" src="/misc/klanganimierte_sparklines/Klanganimierte_Sparklines.html" style="border: 1px solid #999;" scrolling=yes" frameborder="no" marginheight="0px" marginwidth="0px" width="734px" height="350px"></iframe> </p>
<p class="gray">Eine M&ouml;glichkeit, Daten audiovisuell zu zeigen. Dr&uuml;cken Sie auf Start, jede Reihe wird dann zweimal &#8222;vorgespielt&#8220;.</p>
<p>Es scheint sich so zu verhalten: Das Auge kann etwas sehen, aber ob wir das Gesehene begreifen, h&auml;ngt von mitunter von Gedankeng&auml;ngen ab, f&uuml;r die wir einen Schubs ben&ouml;tigen, den nicht das Sehen allein leistet. Dazu m&uuml;sste der Effekt eine Reizschwelle &uuml;berschreiten, was nur bei extremen Mustern per se gelingt. Das H&ouml;ren leistet einen solchen Schubs. Wer sich davon live &uuml;berzeugen m&ouml;chte, kann das auf der Tagung <a href="http://www.gfai.de/pinboard/eva/">Elektronische Medien &amp; Kunst, Kultur, Historie (EVA 2009)</a> in Berlin tun. Dort zeigen wir ein Beispiel.</p>
<p>Wir haben bereits im Jahr 2000 Zeitreihen vorgestellt, die mit T&ouml;nen hinterlegt waren. Je h&ouml;her der Wert, desto h&ouml;her der Ton. Ich finde also: Wir Betriebswirte haben schon gezeigt, dass H&ouml;ren und Sehen sinnvoll f&uuml;r analytische Zwecke verschmelzen k&ouml;nnen. Daran arbeiten wir weiter. Ernsthaft.</p>
<p class="gray">* Was Autobauern die klangliche Komponente ihrer Produkte bedeutet, beschreibt Timo Frasch lesenswert in der FAZ am Sonntag (&#8220;Die Herznote des Klangs&#8220;, FAZ Nr.&#160;41 vom 11.10.2009, S.&#160;14).</p>
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		<title>Zu Deinem Bild sag 1.000 Worte</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/napoleon</link>
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		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 12:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Diagramme]]></category>
		<category><![CDATA[Grafik]]></category>
		<category><![CDATA[Minard]]></category>
		<category><![CDATA[Napoleons Russlandfeldzug]]></category>
		<category><![CDATA[Schlacht]]></category>
		<category><![CDATA[Sprache]]></category>
		<category><![CDATA[Temperaturskala]]></category>

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		<description><![CDATA[Die berühmte Grafik von Minard zum Russlandfeldzug von Napoleon erzählt eindringlich die Geschichte eines Desasters. Wie alle Grafiken kann sie nur einen Ausschnitt der Geschehnisse einfangen. Was man dagegen tun kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dass Bilder mehr als 1.000 Worte sagen, belegt vor allem die manipulative Kraft des Bildes. F&uuml;r Diagramme hei&szlig;t das nichts. Im Gegenteil: Wir spendieren besser ein paar Worte, damit wir &uuml;berhaupt verstanden werden.</strong></p>
<p>Napoleons Russlandfeldzug war eine Katastrophe: Mit 422.000 Mann war er im Juni 1812 gestartet, mit weniger als 10.000 Soldaten kam er am 07.10.1813 zur&uuml;ck. Zwei Wochen nach Beginn der Kampagne hatte die Armee bereits 135.000 Soldaten verloren &ndash; ohne dass es bis dahin zu gr&ouml;&szlig;eren Kampfhandlungen gekommen w&auml;re. Napoleon wollte seine Truppen beim Vormarsch aus dem Land ern&auml;hren, aber der Gegner hinterlie&szlig; &bdquo;verbrannte Erde&ldquo;. Es fehlte an Branntwein zur Wasserdesinfizierung. Die Ruhr brach aus. Krankheit, Entkr&auml;ftung und Desertion dezimierten die Truppen bis zu einer St&auml;rke von 175.000 Mann, noch bevor es am 17. August zur Schlacht um Smolensk kam. Moskau erreichte Napoleon mit 100.000 Soldaten. Zwei Drittel der Hauptarmee waren verloren. Hinzu kamen hohe Verluste an Pferden.</p>
<p CLASS="sample olimg" style="margin-leftr: "><a ONCLICK="var win = onw('http://blog.bissantz.de/images/minard_lg.gif', 'Minard', 1040, 500); win.focus(); return false;" HREF="http://blog.bissantz.de/images/minard_lg.gif"><img SRC="/images/Minard1869.png" /></a><br />
<span CLASS="gray" style="margin-left: 0; padding-left: 0;">Ohne Zweifel ein grafischer Meilenstein: So zeigte der Ingenieur Charles Joseph Minard 1869 die Daten von Napoleons desastr&ouml;sem Russlandfeldzug 1812/1813. Ohne Erl&auml;uterung aber ist sie weniger Analyse und mehr Appell.<br />
Zum Vergr&ouml;&szlig;ern auf das Bild klicken.</span></li>
</p>
<p>Auf dem R&uuml;ckzug wurde Napoleons Armee immer wieder in K&auml;mpfe verwickelt. Es fehlten Pferde, um die Lasten zu ziehen. Die Soldaten verbrannten ihre Fuhrwerke, machten die Kanonen unbrauchbar und lie&szlig;en sie zur&uuml;ck. Der Winter brach ein. Es gab keine warme Kleidung. Die Pferde waren falsch beschlagen. Die Unf&auml;lle h&auml;uften sich auf den glatten Wegen. Selbst die mitgef&uuml;hrten Pontons zum Br&uuml;ckenbau wurden verbrannt, wenige Tage, bevor man den Fluss Beresina erreichte. Die hygienischen Verh&auml;ltnisse waren katastrophal. L&auml;use &uuml;bertrugen Typhus und Fieber. Weniger als 10.000 Mann brachte Napoleon heim.</p>
<p>Das waren 203 Worte. </p>
<p>Die Grafik von Minard beschreibt das Desaster ebenfalls. Wir sehen die Truppenst&auml;rke zu jedem Zeitpunkt des Feldzugs, Ort und Richtung der Kampagne auf einer zweidimensionalen Karte, sowie am unteren Ende des Bildes eine Temperaturskala. Die Darstellung ist ein viel zitiertes Meisterwerk. Steht sie allein, l&auml;sst sich vieles daraus ablesen, aber auch hineingeheimsen. Die Temperaturskala kann zu der Annahme verf&uuml;hren, der ber&uuml;chtigte russische Winter h&auml;tte Napoleon besiegt. Das aber ist nur ein Teil der Wahrheit. Ich habe der Grafik 203 Worte spendiert. Nach meinem Geschmack immer noch viel zu wenig. Aber sie haben der Grafik gut getan und die Umst&auml;nde weiter erhellt.</p>
<p>Napoleon ist an vielem gescheitert. Das wenigste davon l&auml;sst sich in einer Grafik fassen. Und ebendas ist die Erkenntnis. Unsere Welt ist schwierig und sch&ouml;n, komplex und bunt. Grafiken, so wichtig sie in der Welt der Abstraktion sind, k&ouml;nnen davon nur einen Ausschnitt einfangen. Die Sprache bietet das n&ouml;tige Mittel, unsere grafische Argumentation geeignet zu erg&auml;nzen. Daher: Wer malt, muss auch schreiben.</p>
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