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	<title>»Me, myself und BI«</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>The Wall (Teil I)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/deltamaster-gate</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/deltamaster-gate#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 12:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[DeltaMaster]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsdichte]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollten wir es noch ein wenig für uns behalten. Aber bevor jemand anders es uns abschaut und sagt, er war’s, rücken wir jetzt raus damit: So arbeitet man zukünftig im Controlling (und auch sonst): mit Panoramablick statt durchs Schlüsselloch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich wollten wir es noch ein wenig f&uuml;r uns behalten. Aber be&shy;vor jemand anders es uns abschaut und sagt, er war&rsquo;s, r&uuml;cken wir jetzt raus damit: So arbeitet man zuk&uuml;nftig im Controlling (und auch sonst): mit Panoramablick statt durchs Schl&uuml;sselloch.</strong></p>
<p>Wenn wir uns zum Arbeiten in einer Gruppe zusammensetzen, dann sieht das so aus: Auf der vorderen Stirnseite unseres Konferenzraums haben wir eine wei&szlig;e Projektionswand. Sie misst 1,80 Meter in der H&ouml;he und 3 Meter in der Breite. So oder &auml;hnlich gibt es sie in jedem Unternehmen. Auf diese Fl&auml;che projizieren wir per Beamer den Bildschirm eines Laptops. Mit diesem Rechner protokollieren wir die Arbeitsergebnisse und durch die Projektion hat sie jeder st&auml;ndig vor Augen.</p>
<p class="gray"><img src="/images/DeltaMaster-Gate-1.jpg" alt="DeltaMaster Gate" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Diese Monitorwand liefert auf derselben Fl&auml;che, die ein Beamerbild &uuml;blicher&shy;weise einnimmt, das 24-Fache an Aufl&ouml;sung. Quelle: DeltaMaster Gate.</p>
<p>Die vordere Stirnseite unseres Konferenzraums liefert also 1024 x 768 Pixel auf gut 5 Quadratmetern Wandfl&auml;che. In den meisten Meetings wird mit dieser Aufl&ouml;sung gearbeitet, gezeigt, gesehen, gedacht, geurteilt. Tischvorlagen er&shy;h&ouml;hen diese Aufl&ouml;sung spielend, aber oft genug gibt man sich mit der Abfolge einiger PowerPoint-Folien zufrieden und hat allenfalls dieselben Folien und eine Agenda vor sich auf Papier.</p>
<p>An die hintere Stirnseite unseres Konfe&shy;renzraums haben wir eine Monitorwand gestellt. Sie besteht aus 9 Monitoren in der Gr&ouml;&szlig;e 46 Zoll. Zusammen bilden sie ebenfalls eine Fl&auml;che von gut 5 Quadratmetern, liefern mit fast 19 Millionen Pixeln aber das 24-Fache an Aufl&ouml;sung. Auf der Monitorwand sehen wir, wor&uuml;ber wir diskutieren wollen. Weil wir so viel Platz haben, sehen wir die Dinge gleichzeitig und nebeneinander statt nacheinander und auseinander.</p>
<p>Manches sehen wir so &uuml;berhaupt erst vollst&auml;ndig. Ein Architekt, dem wir un&shy;se&shy;re Arbeitsweise zeigten, verstand das Prinzip sofort: Die meisten seiner Bau&shy;vorhaben diskutiert er immer noch auf Papier, auf dem Bildschirm ist einfach nicht genug Platz. Entweder das Ganze wird zur Unkenntlichkeit verklei&shy;nert oder der Ausschnitt zeigt zu wenig Zusammenhang.</p>
<p class="gray"><img src="/images/DeltaMaster-Gate-2.jpg" alt="DeltaMaster Gate" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Kaum zu glauben, aber wahr: Das helle Rechteck in der Mitte sind 1024 x 768 Pixel. So viel zeigt ein Beamer normalerweise&#160;&#8211; und braucht dazu bei gleicher Lesbarkeit die Fl&auml;che, in die 9 Monitore &agrave; 46 Zoll passen. Quelle: DeltaMaster Gate.</p>
<p>Genauso geht es einem bei allem, was mit Landkarten zu tun hat. Mit einer Auf&shy;l&ouml;sung von 19 Megapixeln sieht man N&uuml;rnberg komplett, mit dem Beamer bleibt man innerhalb der Altstadtmauern. &Uuml;brigens &auml;ndern daran die 1920 x 1080 Pixel der HD-Beamer nichts: Sie sind breiter und daher vor allem f&uuml;r Kino&shy;filme. Im Business sind sie problematisch, weil die meisten Bildschirme an Laptops und auf Schreibtischen anders aufl&ouml;sen und die Formatwechsel Auf&shy;wand verursachen.</p>
<p>Mithilfe unserer Monitorwand arbeiten, zeigen, sehen, denken, urteilen wir mit dem 24-Fachen an Information wie sonst &uuml;blich. Wenn wir &uuml;ber unsere Web&shy;site gr&uuml;beln, passen lesbar ganze Sektionen komplett auf die Wand. Wenn wir im Vertrieb diskutieren, haben wir nicht nur einige wenige Kunden im Blick, sondern viele davon. Wenn wir einen Fachartikel redigieren, sehen wir alle Abschnitte, Abbildungen und Anh&auml;nge, ohne zu bl&auml;ttern. Wenn wir Veranstal&shy;tungen planen, sehen wir Orte, G&auml;ste und Themen zusammen. Uns tut das gut. Wir klicken wenig, sehen viel und denken mehr. Zugegeben: Dass wir die Software f&uuml;r unsere Wand &ndash; &bdquo;DeltaMaster Gate&ldquo; &ndash; selbst schreiben konnten, hat auch geholfen.</p>
<p>Man k&ouml;nnte es auch so sehen: Wir haben die Leistungsf&auml;higkeit unseres Kon&shy;ferenzraums um den Faktor 24 gesteigert. Man stelle sich vor, irgendeine Technologie h&auml;tte von einer Generation auf die andere irgendeinen Leistungs&shy;parameter so stark vorantreiben k&ouml;nnen.</p>
<p>Wir glauben, dass Sie wie wir arbeiten sollten.</p>
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		<title>Doppelseite gegen Schlagseite</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/infografik-logarithmische-skala</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/infografik-logarithmische-skala#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Dec 2011 10:18:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Infografik]]></category>

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		<description><![CDATA[Unser August-Posting zu einer vermurkst skalierten Grafik im Spiegel hat Kreise gezogen: Ein Magazin für Infografiker hat unsere Argumentation aufgegriffen und dem Fall eine Doppelseite gewidmet - mit Finessen, die auch fürs Controlling taugen würden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Unser August-Posting zu einer vermurkst skalierten Grafik im Spiegel hat Kreise gezogen: Ein Magazin f&uuml;r Infografiker hat unsere Argumentation aufgegriffen und dem Fall eine Doppelseite gewidmet&#160;&#8211; mit Finessen, die auch f&uuml;rs Controlling taugen w&uuml;rden.</strong></p>
<p>Ende Oktober waren wir beim Symposium &bdquo;Push, Pop, Press: Interaktive Infografiken im Fokus der Forschung&ldquo;. Es fand in Stuttgart an der Hochschule der Medien statt. Die Professoren Michael Burmester, Ralph Tille und Wibke Weber haben das Symposium organisiert und durch den Tag gef&uuml;hrt. Dabei waren Vertreter von dpa, Spiegel online, dem ZDF und dem Springer Verlag, Grafikdesigner, ein Kartograph und Menschen, die interaktive Infografiken erforschen.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-12-23_InGraphics3_450px.jpg" alt="Die Staatsverschuldung der USA//The Federal Debt of the USA. Quelle: IN GRAPHICS Vol. 3, Berlin 2011, S. 26-27." title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Diese Infografik im A3-Format machte Jan Schwochow aus unseren beiden Postings zur schlagseitig skalierten Spiegelgrafik. Quelle: IN GRAPHICS Vol.&#160;3, Berlin 2011, S.&#160;26&#8211;27.</p>
<p>Wir erkl&auml;rten, was uns an der <a href="http://blog.bissantz.de/geradlinig-falsch">Spiegelgrafik zur Verschuldung der USA</a> st&ouml;rt und warum wir finden, dass die Leute logarithmisch und nicht linear malen sollen. Jan Schwochow fand das gut und lud uns ein, unsere Argumente in seinem Magazin <a href="http://www.ingraphics.info/" target="_blank">IN GRAPHICS</a> zu wiederholen. Sein Magazin kennen wir nat&uuml;rlich und waren erschrocken. Sofort fiel uns Wolf Schneider ein, &uuml;ber den wir hier <a href="http://blog.bissantz.de/bessere-botschaften" target="_blank">schon sprachen</a>. Erinnern Sie sich? Seine ern&uuml;chternde Warnung f&uuml;r alle, die seine Seminare f&uuml;r besseres Schreiben besuchen, lautet: &bdquo;<em>Sie schreiben f&uuml;r m&auml;&szlig;ig interessierte Leser &uuml;ber m&auml;&szlig;ig interessante Themen.</em>&ldquo; Das gilt f&uuml;r uns ja eben nicht. Im Controlling schreiben wir f&uuml;r Manager, die gespannt auf unsere aktuellen Berichte warten. In der IN GRAPHICS w&uuml;rden wir bei Infografikern mit einer Infografik f&uuml;r ein Thema werben, f&uuml;r das wir sonst unseren Blog hier haben, beliebig lang, nach Belieben textlastig, am liebsten verlinkt.</p>
<p>Wir lehnten dankend ab und fragten Jan Schwochow, was <em>er</em> aus unseren <a href="http://blog.bissantz.de/geradlinig-falsch" target="_blank">beiden</a> <a href="http://blog.bissantz.de/lineare-vs-logarithmische-skala" target="_blank">Postings</a> zum Thema machen w&uuml;rde. Ein paar Tage sp&auml;ter war ein erster Entwurf da und wir staunten nicht schlecht. Wir texteten ein wenig mit und &uuml;berlegten gemeinsam, ob und wie wir die Funktionsweise des Logarithmus erkl&auml;ren wollen. Wir taten es &ndash; und zwar so:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Logarithmische Skalen beschriftet man z.&#160;B. mit 2, 20, 200 und 5, 50, 500. Gezeichnet wird aber mit dem Logarithmus davon &ndash; mit 0,3, 1,3, 2,3 und 0,7, 1,7, 2,7. Schau auf die Nachkommastellen: Die sind f&uuml;r 2, 20, 200 usw. gleich. Deshalb sind es auch die geometrischen Abst&auml;nde zwischen z.&#160;B.&#160;20 und 30 oder 200 und 300.&ldquo;
</p></blockquote>
<p>Wieder ein paar Tage sp&auml;ter sa&szlig;en wir &uuml;ber dem inzwischen eingetroffenen Endergebnis. Schauen Sie es sich genau an. Es enth&auml;lt wundervolle grafische Finessen. Sich verj&uuml;ngende und verbreiternde Streifen zeigen, wie willk&uuml;rlich lineare Skalen quetschen und dehnen (oberer Teil der Doppelseite).</p>
<p><img src="/images/2011-12-23_InGraphics3_Ausschnitt_links.png" style="float: right; padding-bottom: 16px;" />Die Dynamik verschiedener Zeitabschnitte wird durch Extraktion von Linienab&shy;schnitten gezeigt. Die Abschnitte werden grafisch normiert, indem man sie alle auf der gleichen Grundlinie starten l&auml;sst.</p>
<p style="clear: both;"><img src="/images/2011-12-23_InGraphics3_Ausschnitt_rechts.png" style="float: right; padding-bottom: 16px;" />Wundervoll ist auch, wie normierte Zeitreihen gelegt werden: nicht &uuml;bereinander (wie &uuml;blich), sondern hintereinander.</p>
<p style="clear: both;">Diese Finessen m&uuml;ssen wir uns f&uuml;r Controllingzwecke noch einmal anschauen. F&uuml;r den Moment halten wir fest: <strong>In den Medien wird&#8217;s logarithmischer.</strong> Wer sich&rsquo;s im Unternehmen noch nicht traut, legt seinem Vorstand eine IN GRAPHICS auf den Tisch. Seite 26 aufgeschlagen. </p>
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		<title>Summiere und buchstabiere</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/bessere-botschaften</link>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 17:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Controller sollen Berater sein. Ihre Berichte sollen eine Botschaft haben. Am besten schon im Titel, in Kommentaren und in Zusammen&#173;fassungen. Wie man sie treffend formuliert, lernen wir heute von Wolf Schneider.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Controller sollen Berater sein. Ihre Berichte sollen eine Botschaft haben. Am besten schon im Titel, in Kommentaren und in Zusammen&shy;fassungen. Wie man sie treffend formuliert, lernen wir heute von Wolf Schneider.</strong></p>
<p>Mein famoser Kollege Gerald Butterwegge ist Chef unserer Kommunikation, Herausgeber unserer Anwenderrundschreiben &#8222;clicks!&#8220; und &#8222;deltas!&#8220; und verantwortlich f&uuml;r treffende Formulierungen hier auf diesem Blog. Die anderen sind von mir. J&uuml;ngst war er auf einem Seminar von <a href="http://www.wolf-schneider-sprachseminare.de/" target="_blank">Wolf Schneider</a>. Gerald verehrt ihn schon lange. Ich jetzt auch. So wie wir die Zahl und ihre Integrit&auml;t verteidigen, tut Schneider das f&uuml;r die deutsche Sprache, nur schon l&auml;nger und besser.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-12-02_Anzeigetafel2_450px.jpg" alt="Anzeigetafel im Olympiastadion München: TSV 1860 München - FC Bayern München 1:5" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Nicht immer ist die Formulierung einer Botschaft aus Zahl und Text so einfach wie <a href="http://www.nama.ch/fussball/images/2001_1860_fcb/html/thumb-01.html" target="blank">hier</a>.</p>
<p>Dass Sprache und Zahl zusammen geh&ouml;ren, <a href="http://blog.bissantz.de/wettbewerb-sprache-diagramme" target="_blank" title="Sagen sieben Worte mehr als ein Diagramm?">hatten</a> <a href="http://blog.bissantz.de/1000worte" target="_blank" title="Sagen Bilder mehr als Tausend Worte?">wir</a> <a href="http://blog.bissantz.de/le-mans" target="_blank" title="Vor allem zeig Deine Zahlen auch mal nicht">bereits</a> <a href="http://blog.bissantz.de/peter-singer" target="_blank" title="Der siebte Dan: Daten in Sätzen">einige</a> <a href="http://blog.bissantz.de/napoleon" target="_blank" title="Zu Deinem Bild sag 1.000 Worte">Male</a>. Heute werden wir noch etwas praktischer und geben Empfehlungen weiter, die wir von Wolf Schneider abgeschrieben* und f&uuml;rs Controlling &uuml;bersetzt haben.</p>
<ol>
<li><strong>Wir tagen nicht in Zimmer <em>vier</em>.</strong><br />
Die alte Setzerregel hei&szlig;t &bdquo;elf, zw&ouml;lf, 13&#160;&#8211; Ausnahme Dezimalzahlen (3,6)&ldquo;. Sie bew&auml;hrt sich aber nicht. Weder im richtigen Leben noch im Controlling. Wir schreiben besser nicht, dass unser Bericht vom &bdquo;ersten Januar&ldquo; ist, auf &bdquo;Seite vier&ldquo; die GuV zu finden sei und die Bilanzpressekonferenz in &bdquo;Saal acht&ldquo; stattfinden wird. Im Kalender, im Bericht und an der Saalt&uuml;r steht n&auml;mlich auch <em>1</em>, <em>4</em>, <em>8</em>.</li>
<li><strong>Wir haben nicht <em>mehrere 100</em> Mitarbeiter.</strong><br />
Im Controlling haben wir es meist genau und k&ouml;nnen <em>348</em> schreiben. Wenn wir es aber doch nicht so genau haben, dann gibt &bdquo;mehrere hundert&ldquo; diese Unsicherheit besser wieder als &bdquo;mehrere 100&ldquo;. Reine Psychologie.</li>
<li><strong>Unsere Rendite ist nicht von <em>elf</em> auf <em>13</em> Prozent gestiegen.</strong><br />
Und unser Marktanteil nicht von <em>sechs</em> auf <em>4,8</em> Prozent gesunken. Bei allem, was wir vergleichen, schreiben wir Gleiches gleich, Verschiedenes verschieden, vorzugsweise in Ziffern.</li>
<li><strong>Wir besuchen von unseren <em>19</em> Niederlassungen in <em>18</em> Monaten nicht <em>vier</em>.</strong><br />
Vorsicht bei verschr&auml;nkten Reihen! Was zusammengeh&ouml;rt, sollte auch so aussehen (<em>19</em> und <em>4</em> Niederlassungen), und was nicht zusammengeh&ouml;rt, darf anders aussehen (<em>achtzehn</em> Monate). Den l&auml;ngeren Zahlen in unserer Verschr&auml;nkung behalten wir die Ziffern vor. Ebenso Zahlen, die auf den Dingen stehen, &uuml;ber die wir sprechen: &bdquo;Heute haben wir <em>zwanzig</em> R&auml;der in der Preislage zwischen <em>300</em> und <em>400</em> verkauft, gestern waren es <em>f&uuml;nfzehn</em>.&ldquo;</li>
<li><strong><em>Drei</em> Vorst&auml;nde hat unser Unternehmen.</strong><br />
Von der Setzerregel bleibt weder bei Schneider noch bei uns viel &uuml;brig. Nur so viel, dass wir kleine Mengen, die wir nicht vergleichen wollen, mit Zahlworten schreiben.</li>
<li><strong>Bis F&uuml;rth sind es <em>acht</em> Kilometer.</strong><br />
Wenn wir nicht vergleichen wollen, k&ouml;nnen wir uns daran orientieren, wie es viele Verlage machen. Sie schreiben m&ouml;glichst viele Zahlen in Buchstaben. Jemand hat <em>sechzehn</em> B&uuml;cher zum Thema F&uuml;hrungskultur geschrieben, bis F&uuml;rth sind es <em>acht</em> Kilometer, Berlin hat <em>drei</em> Millionen Einwohner, bis zum n&auml;chsten Workshop sind es <em>vierzig</em> Tage. Zahlen mit wenigen Silben schreiben wir also gerne aus. Im Controlling wollen wir aber meistens vergleichen, auch dann, wenn die Vergleichszahl unbekannt ist und nicht im gleichen Satz genannt werden kann.</li>
<li><strong>Ein Rekord kommt auch mal ohne Zahl aus.</strong><br />
Im knappen Raum von Titeln schreiben wir mitunter den eigentlichen Wert weder als Zahlwort noch als Ziffer, sondern komprimieren datenreiche Besonderheiten durch Sprache. Unser Lieblingsbeispiel dazu ist: &bdquo;<a href="http://blog.bissantz.de/wettbewerb-sprache-diagramme" target="_blank">Australian dollar reaches a 28-year high</a>.&ldquo; Auf den aktuellen und eben h&ouml;chsten Kurs kam es ebenso wenig an wie auf den Tiefstkurs und alle Daten dazwischen.</li>
<li><strong>Eine Zahl ist deutlicher als <em>deutlich</em>.</strong><br />
Die wichtigste Regel zum Schluss: Wenn wir Zahlen haben, verstecken wir sie nicht hinter Mehrdeutigkeiten wie: <a href="http://blog.bissantz.de/signifikanz" target="_blank"><em>signifikant</em></a>, <em>bedeutend</em>, <em>erheblich</em>, <em>deutlich</em>.</li>
</ol>
<p>Wolf Schneider begann sein Seminar mit diesem Satz: &bdquo;Sie schreiben f&uuml;r m&auml;&szlig;ig interessierte Leser &uuml;ber m&auml;&szlig;ig interessante Themen.&ldquo; Auch das &uuml;bersetzen wir noch: Im Controlling haben wir es sch&ouml;ner. </p>
<p class="gray" style="margin-top: 16px;">* Wolf Schneider, Deutsch f&uuml;rs Leben, 19. Auflage, Rowohlt Verlag,<br />Reinbek 2010, hier S.&#160;144&#8211;147.</p>
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		<title>Man kann die Augen schlie&#223;en, aber nicht die Ohren</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/aufnahmekapazitaet-vergroessern</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/aufnahmekapazitaet-vergroessern#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 11 Nov 2011 11:11:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Manager bekommen mehr Informationen, als sie aufnehmen können. Die Aufnahmekapazität ist damit der Engpassfaktor für das Business Intelligence. Wie wir diese Kapazität vergrößern können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manager bekommen mehr Informationen, als sie aufnehmen k&ouml;nnen. Die Aufnahmekapazit&auml;t ist damit der Engpassfaktor f&uuml;r das Business Intelligence. Wie wir diese Kapazit&auml;t vergr&ouml;&szlig;ern k&ouml;nnen.</strong> </p>
<p>Von 1993 bis 1995 war ich wissenschaftlicher Mitarbeiter von Professor Peter Mertens, dem Begr&uuml;nder der Wirtschaftsinformatik. Wie das so &uuml;blich ist, hiel&shy;ten wir in dieser Zeit (und auch sp&auml;ter) gemeinsam Vortr&auml;ge. Unser Thema: Wie k&ouml;nnen Computer F&uuml;hrungskr&auml;fte bei ihrer Arbeit unterst&uuml;tzen? Ein Zitat durfte bei keinem Vortrag fehlen. Es stammt vom Nobelpreistr&auml;ger Herbert A. Simon und bringt die Sache auf den Punkt: &bdquo;Information ist not scarce. Scarce is Manager&rsquo;s time to attend to all the information that is available.&ldquo;</p>
<p class="gray"><img src="/images/Tonsignal–wann-immer-wo-immer.jpg" alt="Notifikation am Smartphone - wann immer, wo immer" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Controlling mit den Ohren: Jede neue Anmeldung f&uuml;r unser Executive-Forum in Berlin dr&auml;ngte sich per Tonsignal in meine Wahrnehmung &ndash; wann immer, wo immer.</p>
<p>Die Aufnahmekapazit&auml;t von F&uuml;hrungskr&auml;ften ist begrenzt. Simon sagte das schon 1973. Managementinformation bestand damals aus Stapeln von Endlos&shy;papier, gr&uuml;n-wei&szlig; gestreift und eng mit Zahlen bedruckt. Dialogsysteme und OLAP-Datenbanken sind gro&szlig;artig, aber sie &auml;ndern nichts an der Kapazit&auml;t der F&uuml;hrungskr&auml;fte. </p>
<p>Was wir tun k&ouml;nnen, ist immer noch dasselbe: <strong>Erstens:</strong> Der Computer kann dabei helfen, die vorhandenen Informationen zu <strong>filtern</strong>. Das ist eine gute Idee; manches ist hier erreicht, aber die Sache ist voller T&uuml;cken. Die in die&shy;sem Blog regelm&auml;&szlig;ig kritisierten Tachos, Ampeln, Dashboards sind Ausdruck &uuml;bertriebener Filterung. <strong>Zweitens:</strong> Wir <strong>verringern die Kapazit&auml;tsver&shy;schwendung</strong> durch R&auml;tselcharts, Firlefanz und magers&uuml;chtig d&uuml;nnes Repor&shy;ting. Datendichte, integre Darstellungen, helfen dabei &ndash; unser Lieblings&shy;thema. Das Potenzial f&uuml;r einen dadurch erh&ouml;hten Informationsdurchsatz ist riesig und dem gilt unser Augenmerk. <strong>Drittens</strong> und besonders faszinierend: Wir <strong>erh&ouml;hen die Kapazit&auml;t</strong>! Wie das? Dazu ein Beispiel aus dem eigenen Unternehmen.</p>
<h3>Projektcontrolling Executive-Forum, Berlin 2011</h3>
<p>Alle zwei Jahre veranstalten wir ein sogenanntes <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/executive-forum-2011.asp" target="_blank">Executive-Forum</a>, zu dem wir F&uuml;hrungskr&auml;fte einladen, um &uuml;ber die Zukunft des Business Intelligence zu sprechen. Rahmen und Ziel der Veranstaltung sind ambitioniert, die Vorberei&shy;tung ist furchterregend aufw&auml;ndig. Als Gastgeber w&uuml;nscht man sich ein volles Haus. Unsere Mitarbeiter geben daf&uuml;r ordentlich Gas, sollen jedoch keine Kom&shy;promisse hinsichtlich der angepeilten Zielgruppe machen. Das letzte Mal war Extremabenteurer Reinhold Messner unser Hauptredner. Ich wollte zeigen, was wir vom Meister des intuitiven Risikomanagements <a href="http://blog.bissantz.de/executive-forum-2011" target="_blank">f&uuml;r das Management lernen</a> k&ouml;nnen. Das spricht vor allem Vorst&auml;nde, Aufsichtsr&auml;te, Gesch&auml;ftsf&uuml;h&shy;rer und Bereichsleiter an, die sich gedanklich ausreichend weit vom Tagesge&shy;sch&auml;ft entfernen k&ouml;nnen, um &uuml;ber Themen mit einem Entwicklungshorizont von mehreren Jahren nachzudenken. Ich konzipiere und moderiere die Veran&shy;staltung und w&auml;hrend der langen Wochen vor der Veranstaltung interessiert und motiviert mich naturgem&auml;&szlig; der Verlauf der Anmeldungen. Jede einzelne Zusage freut mich.</p>
<h3>Notifikation per Klingelton</h3>
<p>Wir parametrierten unser unternehmenseigenes Controllingsystem so, dass es regelm&auml;&szlig;ig den Stand der Anmeldungen pr&uuml;ft und bei einer &Auml;nderung eine sogenannte Notifikation an mein Smartphone sendet. Egal, wo ich war, ein spezieller Ton oder mehrere davon informierten mich beinahe in Echtzeit, ob eine oder mehrere Anmeldungen hinzugekommen waren. </p>
<p class="gray"><img src="/images/Mail-Header-Smartphone.jpg" alt="E-Mail-Header mit der Hauptinformation in der Betreffzeile" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Kleine &Auml;nderung, gro&szlig;e Wirkung: E-Mail-Header mit der Hauptinformation in der Betreffzeile</p>
<h3>Erste Erfahrungen aus dem Selbstversuch</h3>
<p>Ich war von der Wirkung dieses einfachen Konzepts begeistert. Ich fand: Das Ohr versteht schneller als das Auge. Ich nahm die Information &bdquo;2 T&ouml;ne gleich 2 neue Anmeldungen&ldquo; in einer Weise wahr, als w&auml;re mein Gehirn direkt damit verdrahtet. Die Information erreichte mich, ohne dass ich daf&uuml;r Management&shy;kapazit&auml;t abzweigen musste. Weder musste ich daran denken, einen Bericht abzufragen, noch musste ich die Zeit aufbringen, ihn zu lesen. Die Information war positiv und wichtig f&uuml;r mich, sie konnte ihre motivierende Wirkung so fr&uuml;h wie irgend m&ouml;glich entfalten. Mein Smartphone habe ich ohnehin dauernd in der Hand; die zus&auml;tzliche schriftliche Angabe zum kumulierten Anmeldestand abzulesen, war damit auch m&uuml;helos.</p>
<h3>Sehen ist verstehen</h3>
<p>Derart motiviert, suchte ich nach weiteren M&ouml;glichkeiten der Kapazit&auml;tserwei&shy;terung. Zu unserem Controllingkonzept geh&ouml;ren Reports, die zu festen Zeiten per E-Mail versandt werden. Zun&auml;chst beschrieb die Betreffzeile lediglich, welchen Inhalt ein derartiger Report hat. Um Genaueres zu erfahren, musste ich die E-Mail &ouml;ffnen. Ein Umweg. Jetzt zeigen alle unsere E-Mail-Reports eine oder mehrere ausw&auml;hlbare Spitzenkennzahlen bereits in der Betreffzeile. Die Wahrnehmung &bdquo;E-Mail eingegangen&ldquo; und zum Beispiel &bdquo;Auftragseingang heute 347.000&ldquo; sind damit eins. Wieder stellt sich das Gef&uuml;hl einer festen Verdrah&shy;tung von Information und Gehirn, Wahrnehmung und Verst&auml;ndnis ein.</p>
<p>Ich kann Ihnen sagen: Controlling kann eine sehr sch&ouml;ne Sache sein.</p>
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		<title>Eine SUCCESS-Story</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/zehntes-intensivseminar-industriereporting</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 20:16:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit 2007 wüten wir zusammen mit Rolf Hichert gegen grafische Opulenz und inhaltliche Magersucht im Reporting. Vor kurzem fand unser zehntes gemeinsames „Intensivseminar zum Industrierepor&#173;ting“ in Nürnberg statt. Zeit für ein paar Gedanken zu Hicherts SUCCESS-Konzept und unserem Industriereporting.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seit 2007 w&uuml;ten wir zusammen mit Rolf Hichert gegen grafische Opulenz und inhaltliche Magersucht im Reporting. Vor kurzem fand unser zehntes gemeinsames &bdquo;Intensivseminar zum Industrierepor&shy;ting&ldquo; in N&uuml;rnberg statt. Zeit f&uuml;r ein paar Gedanken zu Hicherts SUCCESS-Konzept und unserem Industriereporting.</strong></p>
<p>Angefangen hat alles mit Gerhard W&ouml;hrl. Er war Gast bei unserem <a href="http://www.bissantz.de/rueckschau/executive2007/" target="_blank">Executive-Forum im November 2007</a> in Berlin. Rolf Hichert war als Referent dabei und trat f&uuml;r seine Ideen zur Notation im Controlling ein. Einer seiner sch&ouml;nen S&auml;tze dazu: Gleiches soll gleich aussehen, verschiedenes verschie&shy;den. Gerhard W&ouml;hrl beschloss, das m&uuml;ssen auch seine Vorst&auml;nde und Ge&shy;sch&auml;ftsleiter erfahren, und hakte nach: K&ouml;nnten Bissantz und Hichert die Berliner Veranstaltung nicht in einem kompakten Format f&uuml;r sein Haus wiederholen? Mit Rolf Hichert teilen wir viele &Uuml;berzeugungen, streiten fr&ouml;hlich nur im Detail und wir predigen auf jeden Fall gegen dieselben S&uuml;nden. Also meinten wir beide ja und luden auch andere Unternehmen nach N&uuml;rnberg zur Auftaktveranstaltung ein. So kam es zum ersten gemeinsamen Notations&shy;seminar. Es hei&szlig;t seitdem &bdquo;<a href="http://www.bissantz.de/aktuell/intensivseminare-industriereporting.asp" target="_blank">Intensivseminar zum Industriereporting</a>&ldquo;.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Rolf_Hichert_und_Nicolas_Bissantz_450px.jpg" alt="Rolf Hichert und Nicolas Bissantz" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Mit Rolf Hichert auf der roten Couch des Carlton in N&uuml;rnberg, nach dem 10. Intensivseminar zum Industriereporting am 6. Oktober.</p>
<h3>Industriereporting &ndash; Unify, Condense, Simplify</h3>
<p>F&uuml;hrung und Mitarbeiter mit Informationen zu versorgen und Berichte zu fertigen, ist ein Produktionsprozess. Auch im Reporting geht es um Durchlaufzeit, Qualit&auml;t, Kapazit&auml;t und Kosten. Und auch im Reporting profitieren wir von den Segnungen der Automation und Normung. Voraussetzung ist allerdings, dass wir Berichtsformate nutzen, die leicht automatisierbar und frei von Nacharbeit sind. Das leisten Grafische Tabellen.</p>
<p>Ein sch&ouml;nes Beispiel daf&uuml;r ist der folgende Bericht im Format eines &bdquo;Small Multiple&ldquo;. An ihm zeigen sich viele Segnungen von Automation und Notation.</p>
<p class="gray"><a href="http://blog.bissantz.de/images/SMM_SUCCESS.png" onclick="return openPopup('/images/SMM_SUCCESS.png', '');"><img src="/images/SMM_SUCCESS_450px.png" alt="Small Multiples" title="" style="margin-bottom: 4px;"/></a><br />Ein Beispiel aus dem Vertriebscontrolling: Was sind die f&uuml;nf absatzst&auml;rksten Produkte in jedem Vertriebsgebiet? Notation, Skalierung und Layout bestimmt der Rechner automatisch. Quelle: DeltaMaster. <a href="http://blog.bissantz.de/images/SMM_SUCCESS.png" onclick="return openPopup('/images/SMM_SUCCESS.png', '');">Anklicken zum Vergr&ouml;&szlig;ern</a>.</p>
<p>Um Format und Layout muss man sich nicht k&uuml;mmern. Das Format ist standardisiert, das Layout ermittelt der Rechner abh&auml;ngig vom verf&uuml;gbaren Platz. Der Inhalt wird datengetrieben produziert. Dazu werden zwei Rangfolgen iterativ ineinander verschachtelt. Das alles ist einiges an Rechenarbeit. Der Anwender merkt davon nichts.</p>
<p>In <a href="http://www.hichert.com/de/success/" target="_blank">Hicherts SUCCESS-Konzept</a> gibt es die Punkte &bdquo;UNIFY&ldquo; (Bedeutung vereinheitlichen), &bdquo;CONDENSE&ldquo; (Information verdichten) und &bdquo;SIMPLIFY&ldquo; (Kompliziertheit vermeiden). Im Beispiel spiegeln sie sich unterschiedlich wider. Dicht genug kann es uns bekanntlich nicht sein, weswegen Sparklines zum Standardinventar beinahe all unserer Berichte geh&ouml;ren. Noch l&auml;nger bew&auml;hrt hat sich unser Farbstandard, der Werte blau malt, die in einem betriebswirtschaftlichen Schema positiv auf die Spitzenkennzahl wirken. Das weicht vom &uuml;blichen Gr&uuml;n ab. Zwar erlauben wir auch Gr&uuml;n als Standard, aber es ist nicht der Default. F&uuml;r diese L&ouml;sung spricht eine zugegebenerma&szlig;en d&uuml;nnh&auml;utige Interpretation der <a href="http://www.bella-beraet.de/male-blau-an-was-gruen-ist" target="_blank">Signalwirkung der Farbe Gr&uuml;n</a>: Ein schwacher positiver Wert ist nicht positiv.</p>
<p>Unser Bauhaus-Stil, der mit jedem Pixel geizt, k&ouml;nnte einfacher nicht sein. Aber dies ist nur ein Aspekt des &bdquo;SIMPLIFY&ldquo;. Das Beispiel ist vergleichbar skaliert, gleiche Punktabst&auml;nde stehen f&uuml;r gleiche relative Wertunterschiede. Die Skalierung wird per Default gefunden, der Anwender wird damit nicht behelligt. Auch das eine Form der Vereinfachung.</p>
<h3>Enable</h3>
<p>Im SUCCESS-Konzept gibt es den Punkt &bdquo;Enable&ldquo;. Gemeint ist: Notation muss in Unternehmen erst durchgesetzt werden. Also gilt es, nicht nur &uuml;ber verbesserte Darstellung von Berichten nachzudenken, sondern auch &uuml;ber ihre organisatorische Verankerung. Wir sehen uns als Softwarehersteller einerseits gefordert, andererseits im Vorteil: Seit einiger Zeit stellen wir Formate bereit, die ohne Eingriff des Anwenders Berichte hoher G&uuml;te liefern. Sonderlocken verhindern wir bisher nicht, aber es kostet M&uuml;he, sie zu drehen. Standards k&ouml;nnen wir durch Codierung oder als Defaultwerte setzen.</p>
<h3>Say</h3>
<p>Rolf Hichert betont, wie wichtig die Botschaft ist (&bdquo;SAY&ldquo;), und damit hat er Recht. Ohne Botschaft geht es nicht in Stabsabteilungen, bei Ad-hoc&#8209; und Sonderanalysen, in Gesch&auml;ftsberichten, in der Kommunikation mit Aktion&auml;ren und Analysten, bei strategischen Entscheidungen zu Investition und Desinvestition und &Auml;hnlichem. Ohne Botschaft muss es mitunter gehen bei massenhaft produzierten Standardberichten f&uuml;r hunderte von Empf&auml;ngern. Zwar kann auch hier der Rechner wenigstens einfache Botschaften selbst erzeugen, aber an das Niveau eines versierten Controllers kommt er nicht heran. Wir tun beides: Software kann die Speicherung und Verteilung der Botschaft unterst&uuml;tzen und angemessen automatische Interpretation erlauben wir dem Rechner ebenfalls.</p>
<h3>Check</h3>
<p>Rolf Hichert hasst manipulierte Diagramme ebenso wie ich. Beide sammeln wir Beispiele dazu und werden nicht m&uuml;de, uns dar&uuml;ber zu &auml;rgern. <a href="http://www.bella-beraet.de/" target="_blank">Bellas Blog</a>, der dem Erkennen und Vermeiden von Manipulation gewidmet ist, geht demn&auml;chst ins sechste Jahre.&#160;141 Beitr&auml;ge sind schon erschienen und das Material geht unserem B&uuml;rohund nicht aus. Im SUCCESS-Konzept hei&szlig;t das Thema &bdquo;CHECK&ldquo;. Berichte sollen nicht nur wichtig, sondern auch richtig sein. Wir sprechen von Berichtsintegrit&auml;t. Sie wird durch geeignete Standardformate gesichert, in komplizierteren F&auml;llen sind jedoch Algorithmen notwendig, die datenabh&auml;ngig die richtige Variante vorschlagen. In Skalierungsfragen haben wir uns j&uuml;ngst zu einer noch konsequenteren Position durchgerungen und werden einige Defaults dogmatischer vorgeben. Rolf und ich werden dar&uuml;ber noch viel zu streiten haben.</p>
<p>Vorher bringe ich noch eine Flasche Champagner auf den Weg &ndash; meinen Wetteinsatz. Rolfs Mantra zehn Seminare lang: Unsere Beamer taugten nichts, deswegen baue er jetzt seinen auf. Ich jedes Mal: Kann nicht sein, teuer, neuestes Modell usw. Dieses Mal behielt er Recht. Die Lampe h&auml;tte gewechselt werden m&uuml;ssen. Null zu eins. <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/intensivseminare-industriereporting.asp" target="_blank">Im Mai</a> treten wir mit neuer Lampe an.</p>
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		<title>King ROI und Lady BI</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/rendite-von-business-intelligence</link>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 14:47:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer über BI spricht, kann den Mund oft nicht voll genug nehmen. Übertreibungen begleiten jeden Hype und bleiben, was sie sind: übertrieben. Wir maulen jetzt mit vollem Mund zurück. Heute zum Thema: Welche Rendite kann BI liefern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer &uuml;ber BI spricht, kann den Mund oft nicht voll genug nehmen. &Uuml;bertreibungen begleiten jeden Hype und bleiben, was sie sind: &uuml;bertrieben. Wir maulen jetzt mit vollem Mund zur&uuml;ck. Heute zum Thema: Welche Rendite kann BI liefern?</strong></p>
<p>Letzte Woche diskutierten wir unter Kollegen, wie viel Return on Investment (ROI) man von Business Intelligence (BI) erwarten k&ouml;nne. Wir kamen zu einem Stufenschema. Sp&auml;ter las ich im Internet nach, was andere dazu sagen. Ich war erschrocken und hatte einen Knoten im Gehirn. Hier meine bescheidene Gegenmeinung &ndash; die rauschende Party ist nebenan.</p>
<ol>
<li>Denken statt Frickeln
<p>Controller m&uuml;hen sich oft schrecklich mit ihren Zahlen, bis Berichte daraus werden. Achtzig Prozent der Arbeitszeit gehen daf&uuml;r drauf, h&ouml;rt man manchmal. Wenn man das mithilfe von Berichts&#8209; und Analysesoft&shy;ware (vulgo: BI-Suite) umdreht, haben Controller mehr Zeit zum Nach&shy;denken, weil die Berichtserstellung einfacher wird. Selbst wenn sie nur ab und an &bdquo;Halt!&ldquo; rufen k&ouml;nnen, wenn etwas beschlossen werden soll, das nicht zu den Zahlen passen will: Selbst dann haben wir eine erste Rendite, n&auml;mlich mindestens in H&ouml;he der f&uuml;rs Frickeln gesparten Kosten. Schlie&szlig;lich sind Controller nicht als Grafiker angestellt.</p>
<div class="gray"><img src="/images/2011-09-30_nyt.com_At_the_Brandenburg_Gate.jpg" alt="The Berlin Wall Through Time. - Quelle: http://www.nytimes.com/interactive/2009/11/09/world/europe/20091109-berlinwallthennow.html." style="margin-bottom: 4px;" /><br />Die Mythenbildung im Business Intelligence schie&szlig;t derart ins Kraut, dass die Kritiker der Mythen noch mythischere Gegenmythen in die Welt setzen. Diese wirklich <a href="http://www.nytimes.com/interactive/2009/11/09/world/europe/20091109-berlinwallthennow.html" target="_blank">beeindruckende interaktive Foto&uuml;berlagerung</a> aus der NYT ist <a href="http://www.informationweek.com/blog/228901381" target="_blank">laut Information Week</a> &bdquo;True BI for the masses&ldquo;. Einspruch! Das ist unsere Mauer. Vorher. Nachher.</div>
</li>
<li>Unsicherheit beseitigen
<p>Unsicherheit l&auml;hmt. Beinahe jeder im Unternehmen will wenigstens ungef&auml;hr wissen, wie es darum steht. Wer keine Informationen dazu hat, spekuliert eben &ndash; in seiner Arbeitszeit. Diese Zeit k&ouml;nnen wir einsparen, indem wir den Informationsmangel mit einfachen Berichten zum Ist beseitigen. Ich sch&auml;tze die Zeit f&uuml;rs unn&uuml;tze R&auml;tseln gro&szlig;z&uuml;gig auf etwa 5 bis 10&#160;% der Personalkosten von etwa 80&#160;% der Mitarbeiter. Das w&auml;re der Return auf dieser Stufe. &bdquo;BI for the masses&ldquo; sehe ich darin noch nicht. Ich meine: Ob und wie man seine Mitarbeiter informiert, ist eine organisatorische Frage.</p>
<div class="gray"><a href="http://blog.bissantz.de/images/2011-09-30_nyt.com_The_Jobless_Rate_for_People_Like_You_2.jpg" title="Anklicken zum Vergrößern"><img src="/images/2011-09-30_nyt.com_The_Jobless_Rate_for_People_Like_You.jpg" alt="The Jobless Rate for People Like You. - Quelle: http://www.nytimes.com/interactive/2009/11/06/business/economy/unemployment-lines.html." style="margin-bottom: 4px;" /></a><br />F&uuml;r die <a href="http://www.informationweek.com/blog/228901381" target="_blank">Information Week</a> ist diese NYT-Animation ebenfalls &bdquo;True BI for the masses&ldquo;. Etwas <a href="http://www.nytimes.com/interactive/2009/11/06/business/economy/unemployment-lines.html" target="_blank">m&uuml;hsames Herumklicken</a> zeigt uns: Einzelwerte unterscheiden sich von Durchschnitten.</div>
</li>
<li>Wissen, was man nicht tun sollte
<p>Ja, das ist die Idee: BI soll Grenzen und M&ouml;glichkeiten zeigen. Wer sein Ist gut kennt, erkennt auch die Grenzen. Hier kann der Rechner seine ganze &Uuml;berlegenheit ausspielen, hier k&ouml;nnen wir &uuml;ber integre Darstel&shy;lungen, konsistente Formate, Berichten nahe am Geschehen (&bdquo;realtime&ldquo;), mobile Formate, Filteralgorithmen, Automation der Routine, fl&uuml;ssige Planungsprozesse, geschickte Abweichungsaufl&ouml;sung usw. hirnen und handeln, ohne dass uns Arbeit, Fortschritt, Seriosit&auml;t ausgehen. Einen neuen Namen h&auml;tten wir daf&uuml;r nicht unbedingt gebraucht, &bdquo;Controlling&ldquo;, &bdquo;Betriebliche Datenanalyse&ldquo; oder &bdquo;Berichtswesen&ldquo; h&auml;tten es getan und tun es immer noch. Ach ja, die Rendite daf&uuml;r? Schwer zu beziffern, aber so irrelevant wie Geld f&uuml;r Windschutzscheibe und R&uuml;ckspiegel.</p>
</li>
<li>Wissen, was man tun sollte
<p>Das ist die K&uuml;r des BI und das Heilsversprechen: Die Daten hat man schon. Man muss sie nur auf Hinweise nach den erfolgversprechendsten Kundensegmenten untersuchen, nach Cross-Selling-Potenzialen, verbor&shy;genen Zusammenh&auml;ngen zwischen Wetter, bevorzugtem Krawatten&shy;muster, Altersgruppe und Kaufentscheidung, dann b&uuml;gelt man die Konkurrenz in Grund und Boden. Falsch. Die Welt ist uns nicht untertan. Menschen und Unternehmen sind keine deterministischen Kaufroboter. Unternehmerischer Erfolg ist menschlicher Erfolg, nicht maschineller. Zuerst wird entschieden, dann gehandelt, dann entstehen Daten, dann wird analysiert, erkannt, bewertet, neu entschieden. Daten geben Hinweise, Fingerzeige, Indizien, Verdachtsmomente. Aber sie fangen nicht die ganze Wirklichkeit ein. Wir aber haben es mit der ganzen Wirklichkeit zu tun. Ein BI-System ist also ein Werkzeug, das gut in der Hand liegen sollte. Man wird damit Fragen behandeln, deren Gr&ouml;&szlig;enord&shy;nung nichts mit der Investitionssumme f&uuml;r BI zu tun hatte. Wir k&ouml;nnten ebenso gut fragen, welchen ROI hat ein Hammer beim Hausbau.</p>
</li>
<li>Die Nadel im Heuhaufen
<p>Ausgeschlossen ist es nicht, aber selten: dass man mit der Analyse von Daten diese eine, gro&szlig;artige Idee findet, die so offensichtlich ist, dass es Daten dazu gibt &ndash; aber wir die ersten sind, die das sehen. Schon h&auml;ufi&shy;ger sind Auff&auml;lligkeiten mittlerer Ordnung: eine Kostenstelle, die aus dem Ruder gelaufen ist; Fehlbuchungen; strukturelle, aber nicht notwen&shy;dige Kostenunterschiede zwischen Betriebsteilen und &Auml;hnliches. Der ROI daraus ist nicht systematisch und deswegen auch nicht planbar &ndash; aber mitunter erheblich.</p>
</li>
</ol>
<p>Das jedenfalls waren die groben Gedanken in unserer Runde. Wir sehen, es geht auch ohne Mythen. Kein Wunder, denn Lady BI hei&szlig;t b&uuml;rgerlich: Controlling, Berichtswesen, Datenanalyse. </p>
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		<title>Einfach falsch ist richtig schwierig</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/lineare-vs-logarithmische-skala</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Sep 2011 15:29:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Logarithmus-Feinde aufgepasst: Teil 2 unserer Analysen der amerikanischen Staatsschulden und die Fortsetzung unseres Kreuzzugs für integre Diagramme. Heute versetzen wir linearen Skalen den Todesstoß.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>&#8222;Logarithmische Skalen verstehen wir nicht, lineare schon&#8220;, sagen manche. Lineare Skalen versteht man falsch, sagen wir. Und nur logarithmische zeigen die Dinge richtig &ndash; ob man versteht, warum das so ist, &auml;ndert daran nichts. Hier der Beweis.</strong></p>
<p>Die Verschuldung der USA bzw. die Diagramme dazu besch&auml;ftigen uns immer noch. <a href="http://blog.bissantz.de/geradlinig-falsch">Beim letzten Mal</a> hatten wir argumentiert, die Entwicklung absoluter Werte d&uuml;rfe man nicht auf einer linearen Skala abbilden. Zumindest dann nicht, wenn die Wertunterschiede gro&szlig; sind. Dann n&auml;mlich kommt es zu Verzerrungen, &Uuml;bertreibungen und Fehlinterpretationen.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-09-09_Five_Presidents_Oval_Office_450px.jpg" alt="Schuldenmacher oder Wachstumshelfer? George Bush sen., Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter im Oval Office." title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Schuldenmacher oder Wachstumshelfer? George Bush sen., Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter im Oval Office.</p>
<p>Die Problematik der Verschuldung der USA in H&ouml;he von etwa der Summe des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres ist ein kompliziertes Problem, zu dem auch &Ouml;konomen keine einhellige Meinung haben. Die Boulevardisierung mit Panik&shy;charts f&uuml;hrt unserer Ansicht nach aber eher dazu, dass die Bef&uuml;rchtungen, vor denen damit vermeintlich gewarnt wird, erst recht eintreten.</p>
<p>Zur&uuml;ck zur Visualisierung. <a href="http://blog.bissantz.de/geradlinig-falsch">Das letzte Mal</a> hatten wir festgestellt: Mit logarith&shy;mischen Skalen macht man nie etwas falsch, mit linearen selten etwas richtig. Das hatten wir anhand der Entwicklung der absoluten Schuldenh&ouml;he der USA gezeigt. Offen geblieben war die Frage, ob unser Ergebnis auch f&uuml;r prozentu&shy;ale Werte gilt. Das k&ouml;nnen wir daran untersuchen, wie sich die amerikani&shy;schen Schulden im Verh&auml;ltnis zum Bruttoinlandsprodukt entwickelt haben. Wir tragen die Verschuldung also zun&auml;chst in Prozent zum BIP ab.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-09-09_Debt_Percent_lin_DM.png" alt="" title="" style="margin: 0 12px 4px 0;" /><img src="/images/2011-09-09_Debt_Percent_log_DM.png" alt="" title="" style="margin: 0 0 4px 0;" /><br />Die Schulden der USA in Prozent vom Bruttoinlandsprodukt von 1940 bis 2016 (2011 bis 2016 gesch&auml;tzt)&#160;&#8211; links linear, rechts logarithmisch skaliert.</p>
<p>Wie wir sehen, kommt es auch bei Prozentwerten zu Verzerrungen. <strong>Wie stark die Verzerrungen sind, h&auml;ngt nicht davon ab, ob wir absolute oder prozentuale Werte abtragen, sondern von der Spannweite der Werte.</strong> Und die kann auch bei prozentualen Werten ausreichend gro&szlig; f&uuml;r Verzerrungen sein. Im vorliegenden Fall halte ich sie f&uuml;r ertr&auml;glich, da sie die grunds&auml;tzliche Interpretation des Verlaufs wenig ver&auml;ndern. </p>
<p>Aus inhaltlicher Sicht fehlt uns jetzt aber der Vergleich zur Entwicklung des BIP. Bef&uuml;rworter des Schuldenmachens argumentieren, dass schuldenfinan&shy;zierte Investitionen des Staates dem BIP zugutekommen und es weniger auf die H&ouml;he der Schulden ankomme, sondern darauf, wie klug der Staat inves&shy;tiert. Solange das Wachstum des BIP das Wachstum der Schulden &uuml;bersteige, lohne sich das Schuldenmachen f&uuml;r die Volkswirtschaft. Also zeigen wir Schul&shy;den und BIP gemeinsam.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/2011-09-09_GDP_Debt_lin_und_log_mit_Linien.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/2011-09-09_GDP_Debt_lin_und_log_mit_Linien.png"><img src="/images/2011-09-09_GDP_Debt_lin_und_log_mit_Linien_450px.png" alt="Schulden der USA (rot) im Vergleich zu ihrem Bruttoinlandsprodukt (blau) von 1940 bis 2016 (2011 bis 2016 geschätzt) - oben linear, unten logarithmisch skaliert." title="" style="margin: 0 0 4px 0;" /></a><br />Die Schulden der USA (rot) im Vergleich zu ihrem Bruttoinlandsprodukt (blau) von 1940 bis 2016 (2011 bis 2016 gesch&auml;tzt)&#160;&#8211; oben linear, unten logarithmisch skaliert. <a onclick="return openPopup('/images/2011-09-09_GDP_Debt_lin_und_log_mit_Linien.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/2011-09-09_GDP_Debt_lin_und_log_mit_Linien.png">Anklicken zum Vergr&ouml;&szlig;ern</a>.</p>
<p>Der gew&auml;hlte Zeitraum ist mit 75 Jahren beeindruckend lang, also d&uuml;rfen wir uns einige Zeit nehmen, diesen Datenschatz zu studieren. Es lohnt sich, das einmal linear, einmal logarithmisch zu tun. Sehen Sie selbst.</p>
<ol>
<li>Die ersten 25 Jahre der Entwicklung bleiben bei linearer Skalierung im Dunkeln. Die gro&szlig;en Werte am Ende der Zeitreihe dr&uuml;cken die kleinen Werte am Anfang &bdquo;platt&ldquo;. Man meint die Entwicklung der Daten zu sehen und sieht sie eben doch nicht. Der Blick in die Historie misslingt, die M&uuml;he f&uuml;r die Beschaffung der Daten war umsonst. Und am schlimmsten: Man t&auml;uscht sich gr&uuml;ndlich.</li>
<li>Bei logarithmischer Skalierung sehen wir: Der bisher rasanteste Schuldenanstieg f&auml;llt in die 1940er Jahre. Von 1944 bis 1948 &uuml;berstiegen die Schulden das BIP. Ab 1948 wuchs das BIP immer deutlich st&auml;rker als die Schulden.</li>
<li>Zwischen 1965 und 1983 glaubt man bei linearer Skalierung die guten alten Zeiten zu sehen. Das BIP w&auml;chst vermeintlich viel st&auml;rker als die Schulden. Die logarithmische Skala r&uuml;ckt das gerade. Man sieht eine fast parallele Entwicklung und so ist es auch: BIP und Schulden wuchsen in dieser Zeit um 400 bzw.&#160;326 Prozent.</li>
<li>Von 1983 bis 1993 ist der T&auml;uschungseffekt umgekehrt: Wo die Schere in den Daten zu geht, sieht man linear skaliert eine scheinbar parallele Entwicklung. Das BIP hat in dieser Zeit um 90&#160;% zugelegt, die Schulden hingegen haben sich verdreifacht. So ist es und bei logarithmischer Skalierung sieht es auch so aus.</li>
</ol>
<p>Was zu beweisen war: Man muss den Logarithmus nicht kennen, um seine Daten zu verstehen. Man muss aber die T&uuml;cken der linearen Skalierung kennen, um seine Daten nicht falsch zu verstehen. In unserem Beispiel m&uuml;sste man in der linearen Grafik das Muster der logarithmischen sehen, um Feind des Logarithmus bleiben zu k&ouml;nnen. Mit blo&szlig;em Auge m&uuml;sste man alle Verzerrungen der linearen Grafik erkennen und umdeuten. Meine Augen k&ouml;nnten das nicht. Ihre?</p>
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		<title>Geradlinig falsch</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/geradlinig-falsch</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Aug 2011 13:45:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bissantz.de/?p=3531</guid>
		<description><![CDATA[Ob man die Entwicklung von Staatschulden, Weltbevölkerung oder des Weltklimas logarithmisch oder linear skalieren muss, komme darauf an, was man zeigen will, heißt es. Falsch, sagen wir. Lineare Skalen führen regelmäßig in die Irre.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ob man die Entwicklung von Staatschulden, Weltbev&ouml;lkerung oder des Weltklimas logarithmisch oder linear skalieren muss, komme darauf an, was man zeigen will, hei&szlig;t es. Falsch, sagen wir. Lineare Skalen f&uuml;hren regelm&auml;&szlig;ig in die Irre.</strong></p>
<p>Die  H&ouml;he der Verschuldung der USA besch&auml;ftigt auch uns. Oder vielmehr die Diagramme, die dazu kursieren. Wir meinen: Sie sind falsch und zwar auf sehr grunds&auml;tzliche Weise. Weil sie nicht inflationsbereinigt sind, weil das Wirtschaftswachstum nicht gegen&uuml;bergestellt wird, weil Pr&auml;sidenten als erkl&auml;rende Variable vereinfacht und verzerrt hineingeheimst werden &ndash; und weil sie linear skaliert sind. All das macht sie zu Panikcharts, die &Ouml;l ins Feuer gie&szlig;en und Schaden anrichten, wo eine n&uuml;chterne Auseinandersetzung nott&auml;te. Doch gemach.</p>
<p class="gray" style="position: absolute; left: 470px; width: 210px;"><img src="/images/2011-08-19_Playfair_Zeitreihe.jpg" alt="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />&Uuml;brigens: Die Spiegel-Grafik &auml;hnelt der allerersten Grafik zur Staatsver&shy;schuldung &uuml;berhaupt aufs Haar. Sie ist &uuml;ber 200 Jahre alt und stammt von William Playfair (1759&#8211;1823).</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/2011-08-19_Spiegel-online_Staatsverschuldung_USA.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/2011-08-19_Spiegel-online_Staatsverschuldung_USA.png"><img src="/images/2011-08-19_Spiegel-online_Staatsverschuldung_USA_450px.png" alt="Staatsverschuldung USA (Bundeshaushalt). Quelle: Spiegel online, http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-70917-4.html, 08.08.2011." title="" style="margin-bottom: 4px;" /></a><br />Linear skaliert: Entwicklung der Kreditaufnahme der USA von 1940 bis 2016 (2011 bis 2016 gesch&auml;tzt) und Regierungszeiten der US-Pr&auml;sidenten seit Ronald Reagan. Quelle: <a href="http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-70917-4.html" target="_blank">Spiegel online</a>, 08.08.2011. <a onclick="return openPopup('/images/2011-08-19_Spiegel-online_Staatsverschuldung_USA.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/2011-08-19_Spiegel-online_Staatsverschuldung_USA.png">Anklicken zum Vergr&ouml;&szlig;ern.</a></p>
<p><strong>Gleich schnell, gleich steil</strong><br />Zun&auml;chst: Wenn wir Entwicklungen betrachten, was wollen wir dann wissen? Eine Entwicklung kann stagnieren. Es kann nach oben und nach unten gehen. Das wiederum kann schneller oder langsamer passieren, k&uuml;rzer oder l&auml;nger dauern. Das Faszinierende an einem Liniendiagramm ist, dass die gesamte Abfolge des Rauf und Runter zu sehen ist, ebenso wie die Geschwindigkeit der Bewegungen. Liniendiagramme sind Beschleunigungsbilder, Speedcharts. Allerdings nicht, wenn die Y-Achse linear skaliert ist. Dann h&auml;ngt es n&auml;mlich von der absoluten H&ouml;he der Werte ab, ob gleiche Geschwindigkeit auch gleich dargestellt wird. </p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-08-19_Staatsverschuldung_USA_logarithmisch.png" alt="Staatsverschuldung der USA, logarithmisch skaliert. Quelle: Bissantz &#038; Company GmbH, Daten: White House/Office of Management and Budget" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Logarithmisch skaliert: die Daten aus der Grafik von oben. Quelle: Bissantz &amp; Company GmbH, Daten: <a href="http://www.whitehouse.gov/omb/budget/Historicals" target="_blank">White House/Office of Management and Budget</a>, Table 7.1: Federal Debt at the End of Year 1940&ndash;2016.</p>
<p>Das <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1" title="Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)">hatten wir</a> <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2" title="Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)">schon mehrfach</a> und es <a href="http://blog.bissantz.de/zeitreihengebirge" title="Über allen Gipfeln keine Ruh">kann nicht</a> <a href="http://www.bella-beraet.de/logarithmische-skala" target="_blank" title="Bella berät: Log? Logo!">oft genug</a> <a href="http://www.bella-beraet.de/vorsicht-bei-saeulenreihen"  target="_blank" title="Bella berät: Japanologisch">gesagt werden</a>: Um Geschwindigkeitsunterschiede zu sehen, muss die Y-Achse <em>logarithmisch</em> skaliert sein. Gleiche Neigung der Linie repr&auml;sentiert dann gleiche relative Ver&auml;nderung und gleiche Geschwindigkeit. Der Vergleich der beiden Grafiken offenbart diese Unterschiede auf verbl&uuml;ffende Weise. Die Welt k&ouml;nnen wir damit auch nicht retten. Aber dass deutsche Unternehmen rekordverd&auml;chtige Halbjahresbilanzen pr&auml;sentieren und dann der DAX einbricht, hat auch damit zu tun, wie wir die Zukunft <em>sehen</em> und damit wie sie uns <em>gezeigt</em> wird. </p>
<p><strong>Es kommt darauf an. Wirklich?</strong><br />Gegen logarithmische Skalen wird mitunter eingewandt, dass es darauf ankomme, was man zeigen will. Schlie&szlig;lich k&ouml;nne man bei einer logarithmischen Y-Achse nicht ohne Weiteres erkennen, ob die absolute Ver&auml;nderung zu verschiedenen Zeitpunkten gleich war. Stimmt. Aber wann wollen wir das &uuml;berhaupt? Wann wollen wir die <em>Geschwindigkeit der absoluten Ver&auml;nderung</em> sehen? </p>
<p>Die Entwicklung der absoluten H&ouml;he der Schulden der USA jedenfalls ist zwar ein schwindelerregender Hingucker, ohne Relation zum Bruttosozialprodukt ist sie aber nichtssagend. Die Garnitur mit den Pr&auml;sidenten suggeriert, das Schuldenproblem w&auml;re vor allem eine Frage der Amtsf&uuml;hrung und h&auml;tte erst in j&uuml;ngerer Vergangenheit an Dynamik gewonnen. Unser zweites Redesign zeigt, wie irref&uuml;hrend die pr&auml;sidiale &Uuml;berlagerung ist.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-08-19_Staatsverschuldung_USA_nach_Praesident.png" alt="Staatsverschuldung der USA nach Präsident, normiert. Quelle: Bissantz &#038; Company GmbH, Daten: White House/Office of Management and Budget." title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Normiert: Ver&auml;nderung des Schuldenstands w&auml;hrend der Regierungszeiten, jeweils: erstes Jahr der Legislaturperiode = 100.</p>
<p><strong>Wie wird richtig skaliert?</strong><br />Generell wird es bei Werten mit gro&szlig;er Bandbreite schnell problematisch, die Entwicklung absoluter Gr&ouml;&szlig;en mit linearen Skalen zu zeigen. Selbst dann, wenn die wichtigste Vergleichsgr&ouml;&szlig;e allen Lesern bekannt ist und &uuml;ber den Beobachtungszeitraum konstant bleibt. Nehmen wir vereinfachend an, die Ressourcen der Erde seien endlich und uns f&auml;llt nicht mehr viel f&uuml;r die Zukunft ein, dann trifft das Bev&ouml;lkerungswachstum auf einen konstanten Nenner. Da wir aber nur mutma&szlig;en k&ouml;nnen, welche absolute Obergrenze Menschen der Planet aush&auml;lt, ist der Nenner also doch nicht so konstant, wie es zun&auml;chst den Anschein hatte. Daher interessiert uns auch hier wieder die Geschwindigkeit des Wachstums unabh&auml;ngig vom absoluten Niveau.</p>
<p><strong>Lang, linear und konstant: Panikchart garantiert</strong><br />Wem doch eine Gr&ouml;&szlig;e einf&auml;llt, deren absolute Entwicklung ohne Vergleich mit einer anderen gezeigt werden soll, sei noch gesagt: Bei langen Zeitr&auml;umen, niedrigen Anfangswerten und gleichem Wachstum gelingt immer ein Panikchart, das anfangs lange flach verl&auml;uft und sich dann immer mehr aufsteilt, bis es nahezu senkrecht nach oben und durch die Decke geht. Unser Auge wird dieses Aufsteilen schwerlich als etwas anderes sehen wollen als das Erreichen einer kritischen Grenze.</p>
<p><strong>Dann eben zwei absolute Gr&ouml;&szlig;en nebeneinander</strong><br />Na gut, mag der Verfechter der linearen Skalierung einwenden, dann zeigen wir aber die Schulden der USA und das Bruttosozialprodukt in der gleichen Grafik, dann haben wir doch unseren Vergleich. Auch das taugt wenig, wie wir schon einmal <a href="http://blog.bissantz.de/luegendiagrammdetektor">an US-Zahlen gesehen</a> haben. Da beide Werte von unterschiedlichem Niveau starten, w&auml;re eine scheinbar parallele Entwicklung ebenfalls irref&uuml;hrend. </p>
<p>Da mir f&uuml;r betriebswirtschaftliche Zwecke partout keine absolute Gr&ouml;&szlig;e einfallen will, bei der die Entwicklung der absoluten Zuw&auml;chse aufschlussreich w&auml;re, gehe ich wie folgt vor:</p>
<ol>
<li>Habe ich zwei oder mehr Vergleichsgr&ouml;&szlig;en, pr&uuml;fe ich mit unserem kleinen <a href="http://blog.bissantz.de/luegendiagrammdetektor">L&uuml;gendiagrammdetektor</a>, ob es bei einer linearen Skala zu Verzerrungen k&auml;me und ich daher logarithmisch skalieren muss.</li>
<li>Habe ich nur eine Gr&ouml;&szlig;e, nehme ich zwei gegens&auml;tzliche Segmente aus der Entwicklung heraus und kann so ebenfalls den <a href="http://blog.bissantz.de/luegendiagrammdetektor">L&uuml;gendiagrammdetektor</a> benutzen.</li>
</ol>
<p>Ganz sch&ouml;n vertrackt. Drum: Mit logarithmisch macht man nie was falsch, mit linear selten was richtig. Ob das auch f&uuml;r prozentuale Werte gilt, schauen wir uns demn&auml;chst an.</p>
<p style="margin-top: 16px;"><strong>Fortsetzung: <a href="http://blog.bissantz.de/lineare-vs-logarithmische-skala">Einfach falsch ist richtig schwierig</a></strong></p>
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		<title>Im &#220;brigen bin ich der Meinung,  dass PowerPoint zerst&#246;rt werden muss</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Jul 2011 14:24:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 8. Juli 2011 flog das letzte Space Shuttle ins All. Zwei ihrer Vorgänger brachte PowerPoint bzw. die Informationskultur des Folienstapels zum Absturz. Warum Projektionsbedingungen nicht der Engpass für die Informationsvermittlung sein dürfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Am 8. Juli 2011 flog das letzte Space Shuttle ins All. Zwei ihrer Vorg&auml;nger brachte PowerPoint bzw. die Informationskultur des Folienstapels zum Absturz. Warum Projektionsbedingungen nicht der Engpass f&uuml;r die Informationsvermittlung sein d&uuml;rfen.</strong></p>
<p>Raumf&auml;hren vom Typ Space Shuttle schickten die Amerikaner seit 1981 regelm&auml;&szlig;ig ins All. Bis zum letzten Start insgesamt 135 Mal. Zwei Missionen missgl&uuml;ckten: Am 28. Januar 1986 brach die Challenger auseinander, wenige Sekunden nach dem Start. Siebzehn Jahre sp&auml;ter, am 1. M&auml;rz 2003 explodierte die Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosph&auml;re.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-07-29_Astronaut_450px.jpg" alt="" /><br />F&uuml;r die Projektion von Fotos, Zitaten und Werbung reichen Beamer und PowerPoint meist aus. F&uuml;r Kontext, Zusammenhang und Kausalit&auml;t nur selten.</p>
<p>Die Challenger-Katastrophe hatte nur vordergr&uuml;ndig eine technische Ursache: Kalte Temperaturen in der Nacht und am Morgen vor dem Start hatten die Elastizit&auml;t eines Dichtungsrings vermindert. Hei&szlig;e Abgase mit mehr als Tausend Grad Celsius traten aus und besch&auml;digten eine Verbindung zu den Au&szlig;entanks. Die Tanks schlugen gegen die Feststoffraketen, rissen auf und explodierten. Die Regierungskommission, die den Absturz untersuchte, kam zu dem Schluss, dass der Entscheidungsprozess, der zum Start der Challenger f&uuml;hrte, ernsthafte Fehler aufwies. H&auml;tte man die bekannten Tatsachen klar ausgedr&uuml;ckt und mit Nachdruck kommuniziert, w&auml;re es wahrscheinlich nicht zu einem Start an diesem kalten Morgen gekommen.</p>
<blockquote><p>&#8222;The Commission concluded that there was a serious flaw in the decision making process [&#8230;] Had these matters been clearly stated [&#8230;] it seems likely that the launch of 51-L might not have occurred when it did.&#8220; (1)</p></blockquote>
<p>Am Abend vor dem Start hatten die Ingenieure des Raketenherstellers Morton Thiokol noch vor m&ouml;glichen Dichtungsproblemen gewarnt. In der Vergangenheit hatte es mehrfach Dichtungssch&auml;den bei Au&szlig;entemperaturen unter 19 Grad Celsius gegeben. F&uuml;r den geplanten Start war Frost angek&uuml;ndigt. Die Argumente der Ingenieure waren in 13 Folien zusammengefasst. Bis Mitternacht wurden sie von der NASA und dem Thiokol-Management diskutiert. Wie sich sp&auml;ter erwies, hatten die Ingenieure die richtigen Schl&uuml;sse gezogen. Ihre Darstellung aber konnte die NASA nicht &uuml;berzeugen. Auch das Thiokol-Management gab schlie&szlig;lich den urspr&uuml;nglichen Widerstand auf. Der Start wurde freigegeben. Die Challenger explodierte. </p>
<p>Edward Tufte hat diese Folien in seinem Werk &bdquo;Visual Explanations&ldquo; untersucht. Sie waren allesamt verwirrend und voller Einladungen, die Argumente in Zweifel zu ziehen. Und das, obwohl ebenjene Information, die den Start verhindert h&auml;tte, darin enthalten war.</p>
<p>Siebzehn Jahre sp&auml;ter, am 1. Februar 2003, st&uuml;rzte die Raumf&auml;hre Columbia beim Wiedereintritt in die Erdatmosph&auml;re ab. Beim Start hatte sich ein Teil der Isolierung des Au&szlig;entanks gel&ouml;st. Es war auf eine Tragfl&auml;che geprallt. Der Hitzeschild der Columbia wurde besch&auml;digt. Das Kontrollzentrum der NASA registrierte den Vorfall. W&auml;hrend die Columbia ihre Mission im All erf&uuml;llte, wurden die m&ouml;glichen Auswirkungen diskutiert. Die NASA stufte den Vorfall als unkritisch ein und gab gr&uuml;nes Licht f&uuml;r die R&uuml;ckkehr der Raumf&auml;hre. Die Columbia vergl&uuml;hte. </p>
<p>Wie schon im Fall der Challenger wurden die Entscheidungsvorlagen f&uuml;r das Management unter die Lupe genommen. Wieder stellte die offizielle Untersuchungskommission einen Zusammenhang her zwischen Darstellung und Fehlentscheidung. Mitverantwortlich gemacht wurde diesmal ein Computerprogramm zur Projektion von Vortragsfolien: PowerPoint. Oder vielmehr die Informationskultur des Folienstapels. Bei der NASA fanden Risikoevaluationen nicht mehr mittels ausformulierter technischer Berichte statt, die auch ohne begleitenden Vortrag verst&auml;ndlich sind, sondern in PowerPoint-Pr&auml;sentationen. Projektionsbedingungen diktierten Vereinfachung und Verdichtung. Stummels&auml;tze in 18-Punkt-Schrift hatten auf dem Weg durch die Organisationshierarchie auch noch den letzten Rest an Bedeutung verloren. Erneut war das Management der NASA aufgrund ungeeigneter Darstellungen nicht in der Lage, das bestehende Risiko richtig einzusch&auml;tzen.</p>
<p>PowerPoint wird inzwischen auch andernorts zunehmend hinterfragt. James N. Mattis, General bei den Marines, fasst es milit&auml;risch knapp: <strong>&#8222;PowerPoint makes  us stupid.&#8220;</strong> Der Brigadegeneral H.&#160;R. McMaster verbot PowerPoint bei seinen Eins&auml;tzen im Irak generell: <strong>&#8222;It&rsquo;s dangerous because it can create the illusion of understanding and the illusion of control. Some problems in the world are not bullet-izable.&#8220;</strong> (2)</p>
<p>Ber&uuml;hmt ist auch die Anekdote von Lou Gerstner, dem langj&auml;hrigen IBM-Chef, der einem Vortragenden den Projektor ausschaltete und ihn aufforderte: &#8222;Let&rsquo;s just talk about your business!&#8220;</p>
<p>Dennoch h&auml;lt sich PowerPoint als Ausgabemedium im Berichtswesen der Unternehmen hartn&auml;ckig. Das hat Folgen: Ein Bericht, der f&uuml;r PowerPoint entwickelt ist, nutzt die kleinste der in Unternehmen &uuml;blicherweise verf&uuml;gbaren Aufl&ouml;sungen von 1024 x 768 Pixeln. Da PowerPoint im Pr&auml;sentationsmodus nicht scrollen kann, Bildschirme und Projektionen breiter als hoch sind und die meisten Berichtssysteme keine mehrspaltigen Listen beherrschen, sind die Grenzen des Berichtbaren eng gesteckt. Auf Papier bringen wir den Gegenwert von 1024 x 768 Pixel meist kommod auf einer Viertel Seite DIN A4 unter. Eine PowerPoint-Pr&auml;sentation ist die Abfolge von Blicken durchs Schl&uuml;sselloch.</p>
<p>Wir erinnern uns: Die Challenger st&uuml;rzte ab wegen schlechter Folien, die mittels eines Overhead-Projektors an die Wand geworfen wurden. Die Folien waren statisch, weil aus Polyester. PowerPoint-Folien sind aus Pixeln, aber immer noch statisch, trotz Computer. Und ihre Aufl&ouml;sung ist sogar deutlich gesunken. F&uuml;r Fotos, einfache schematische Zeichnungen, &uuml;berschaubare Organigramme und knackige Zitate ist das kein Problem. F&uuml;r die komplexe Wirklichkeit von Entscheidungen ist das ein Problem.</p>
<p>Welche Alternativen gibt es? Zum Beispiel diese:</p>
<ul>
<li>Position beziehen ohne Folien &ndash; das schaffte schon Cato sehr &uuml;berzeugend und am Ende wurde Kathargo geschleift.</li>
<li>Berichte auf Papier verteilen &ndash; fr&uuml;her &uuml;blich, nicht interaktiv, oft dennoch ausreichend, weil viel drauf passt.</li>
<li>Gro&szlig;bildschirme im Konferenzraum &ndash; noch teuer, aber hochaufl&ouml;send und interaktiv und deshalb ihr Geld wert.</li>
<li>Programme verwenden, die scrollen und zoomen k&ouml;nnen.</li>
</ul>
<div style="margin-top: 32px;" class="gray">
<p>(1) NASA (Hrsg.), <a href="http://science.ksc.nasa.gov/shuttle/missions/51-l/docs/rogers-commission/table-of-contents.html" target="_blank">Report of the Presidential Commission on the Space Shuttle Challenger Accident</a>, Washington 1986, hier Kapitel 5.</p>
<p>(2) Elisabeth Bumiller, <a href="http://www.nytimes.com/2010/04/27/world/27powerpoint.html" target="_blank">We Have Met the Enemy and He Is PowerPoint</a>, New York Times, 27.04.2010, S. A1.</p>
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		<title>Fr&#252;hst&#252;ck, Direktor!</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/beschreiben-bewerten</link>
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		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 10:07:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Glaube an Ampelsysteme ist nicht zu erschüttern. Günther Beckstein versuchte damit, Schaden von der BayernLB fernzuhalten. Vergeblich. Jetzt will Franz Josef Nick, Vorstandsvorsitzender der Targobank, verunsicherte Anleger damit beschützen. Wer beschützt uns vor den Beschützern?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Der Glaube an Ampelsysteme ist nicht zu ersch&uuml;ttern. G&uuml;nther Beckstein versuchte damit, Schaden von der BayernLB fernzuhalten. Vergeblich. Jetzt will Franz Josef Nick, Vorstandsvorsitzender der Targobank, verunsicherte Anleger damit besch&uuml;tzen. Wer besch&uuml;tzt uns vor den Besch&uuml;tzern?</strong> </p>
<p>Ostern. In Deutschland schien die Sonne, in S&uuml;dfrankreich regnete es. Ein Tag f&uuml;rs Museum. Schon l&auml;nger auf meiner Liste: das Mus&eacute;e National Fernand L&eacute;ger in Biot. Der etwas d&uuml;stere Kubismus L&eacute;gers bzw. was man davon von au&szlig;en sah, hatten mich bisher abgehalten. Jetzt war es so weit.</p>
<p class="gray"><img src="/images/2011-07-08_Fernand_Leger_Les_Disques_Dans_La_Ville_1920.jpg" alt="Fernand Léger, Les disques dans la ville (1920)" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Fernand L&eacute;ger, Les disques dans la ville (1920): Das internationale Esperanto der Verkehrszeichen und Ampeln ist eine junge Erfindung. Eisenbahn und Auto haben sie uns beschert &ndash; und nur im Verkehr funktionieren sie mit der Sicherheit, die ihre Reduktion rechtfertigt.</p>
<p>Drinnen staunte ich nicht schlecht. L&eacute;ger und viele seiner Zeitgenossen waren inspiriert von Ampeln und Verkehrszeichen. In ihren Werken spiegeln sich Fortschrittsglaube und Signal&auml;sthetik. Industrialisierung und Motorisierung sind Aufbruch. Wundervoll. Im Museum.</p>
<p>Kaum zu Hause gab mir jemand den Hinweis auf den Stand im Fall der BayernLB. Da geht es immer noch darum, wer f&uuml;r die desastr&ouml;sen Gesch&auml;fte zur Verantwortung gezogen werden kann oder soll. Schon im Januar &auml;u&szlig;erte sich G&uuml;nther Beckstein dazu. Beckstein ist N&uuml;rnberger, schon deswegen ziehen wir ihn hier nicht durch den Kakao. Aber seine Bemerkungen im Spiegel-Interview sind zu sch&ouml;n, weil vermutlich <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">symptomatisch</a>, als dass wir sie nicht f&uuml;r unsere Zwecke gebrauchen wollen. Denn laut Spiegel hatte Beckstein ein &bdquo;Risk-Office&ldquo;, das ihm die Entscheidungen vorbereitete:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Ein Ampelsystem hatte der Innenminister seinen Leuten verordnet, Vorlagen zu kennzeichnen: Gr&uuml;n, geht in Ordnung, Gelb Obacht, Rot problematisch. &sbquo;Besser&rsquo;, grollt Beckstein, &sbquo;h&auml;tte man das nicht organisieren k&ouml;nnen.&rsquo;&ldquo;<br />Quelle: Der Spiegel, 03.01.2011, S.&#160;28, bzw. <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,737853-2,00.html" target="_blank">bei Spiegel Online</a>.</p></blockquote>
<p>Und weiter:</p>
<blockquote><p>&bdquo;730 Mann Risk-Office bei der Bank haben gesagt: ohne erkennbares Risiko. Bankenaufsicht BaFin, Bundesbank, niemand hatte Bedenken. Aber ein paar Politiker sollen seherische F&auml;higkeiten haben.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Der Spiegel fragt daraufhin:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Aber ist es in Ordnung, wenn Bankenaufseher ihre gesetzlich vorgesehene pers&ouml;nliche Verantwortung an den Beamtenapparat ihres Ministeriums delegieren? Wirtschaftsrechtler weisen darauf hin, dass bei privatrechtlich organisierten Banken schon das Nichterscheinen eines Aufsichtsratsmitglieds in der Sitzung als fahrl&auml;ssig gilt.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Vor einigen Tagen hat die Bank ihre ehemalige Gesch&auml;ftsf&uuml;hrung auf Schadenersatz verklagt, zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue.</p>
<p>Derweil streitet man in Deutschland, ob Lebensmittel und Anlageprodukte mit Ampeln ausgezeichnet werden sollen. Berlin verhinderte das f&uuml;r Lebensmittel. Bei Finanzprodukten setzt sich die Ansicht durch, dass als erstes der Staat die Finger vom Rating lassen sollte. Die Targobank ficht das nicht an:</p>
<blockquote><p>&#8222;Mit den Farben gr&uuml;n bis rot signalisieren unsere Finanz-Ampeln, wie Laufzeit, Risiko und Rendite zusammenh&auml;ngen&#8220;, sagt Franz Josef Nick, Vorstandsvorsitzender der TARGOBANK. &#8222;In Zukunft k&ouml;nnen unsere Kundinnen und Kunden noch besser erkennen, welches Finanzprodukt f&uuml;r welches Anlageziel am besten geeignet ist.&#8220;<br />Quelle: <a href="https://www.targobank.de/de/ueber-uns/presse/pressemitteilung-20100413.html">Pressemitteilung</a> der Targobank vom 13.04.2010.</p></blockquote>
<p class="gray"><img src="/images/2011-07-08_Produktinformation_Targobank_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Produktinformation der Targobank, Stand: 31. M&auml;rz 2011.<br />Quelle: <a href="https://www.targobank.de/de/download/DWS0W3.pdf">targobank.de</a>.</p>
<p>Seit dem ersten Juli sind <a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Standardartikel/Verbraucherschutz/Finanzen-Versicherungen/Produktinformationsblaetter-Finanzberatung.html">Vorschriften</a> in Kraft, wonach &bdquo;Verbraucher bei einer Wertpapierberatung ein kurzes, leicht verst&auml;ndliches und werbefreies Produktinformationsblatt erhalten&ldquo; m&uuml;ssen. Darin steht u.&#160;a., dass der Anleger ein unternehmerisches Risiko bis hin zum Totalverlust eingeht. Und darin steht dann z.&#160;B. sehr deutlich:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Es besteht die M&ouml;glichkeit geringer und gr&ouml;&szlig;erer Kursverluste durch schlechte Managementleistungen, die negative Entwicklung einzelner Aktien oder der Aktienm&auml;rkte insgesamt. &Uuml;ber den Erwerb der indirekt durch die Fondsanteile verbrieften Aktienanteile geht der Anleger bezogen auf die einzelnen Aktiengesellschaften ein unternehmerisches Risiko bis hin zum Totalverlust ein. Dies kann durch die Steuerung auf viele Aktienwerte abgemildert werden.&ldquo;<br />
Quelle: Bundesministerium f&uuml;r Ern&auml;hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, <a href="http://www.bmelv.de/SharedDocs/Downloads/Presse/ProduktinformationsblattBeispielAktienfonds.pdf;jsessionid=053FA30EC49414D17E2F25BDA4119717.2_cid163?__blob=publicationFile">Beispiel f&uuml;r ein Produktinformationsblatt (Aktienfonds)</a>.
</p></blockquote>
<p>Wie nun h&auml;ngt all das zusammen? Signale faszinieren nicht nur K&uuml;nstler. Die m&ouml;glichst knappe Wiedergabe eines Sachverhaltes ist ein Wert an sich, der hier sehr gesch&auml;tzt wird. Unser Werben f&uuml;r maximale Datendichte legt davon immer wieder Zeugnis ab. Oft wiederholt haben wir auch unsere Sorge, dass Verantwortung da bleiben muss, wo sie hingeh&ouml;rt: auf der Ebene der Entscheider, anderenfalls machen wir sie zu Fr&uuml;hst&uuml;cksdirektoren. Eben da scheint das Missverst&auml;ndnis zu liegen. Verantwortung kann nicht delegiert werden. Ein Manager darf nicht fragen: &#8222;Wie riskant ist das?&#8220;, sondern muss fragen: &#8222;Welche Risiken gehen wir ein?&#8220;. Becksteins &#8222;Risk Office&#8220; musste beschreiben, das Management bewerten.</p>
<p>Auf dem Weg nach Hause stehe ich kurz vor der Garageneinfahrt regelm&auml;&szlig;ig an einer meist roten Ampel. Auch sp&auml;t in der Nacht, wenn dort nur alle paar Minuten Gegenverkehr ist. Man meint, die Stra&szlig;e dort komplett einsehen zu k&ouml;nnen. Bei Licht betrachtet verdeckt der Pfeiler einer Unterf&uuml;hrung aber die entscheidenden Meter. Wie gut, dass ich dar&uuml;ber nicht nachdenken muss.</p>
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