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Müssen wir Daten verfälschen?

Wir müssen Daten verfälschen

Nehmen Sie die Überschrift nicht zu ernst. Jedoch: Eines der besten Beispiele für die Notwendigkeit, Daten verfälschen zu müssen, um sie geeignet darzustellen, ist die Karte der Londoner U-Bahn (“Tube Map“). Der Entwurf ihres Schöpfers, Harry Beck, von 1931 gilt heute noch zu Recht als Klassiker guten Informationsdesigns. Beck verzichtete auf die korrekte geografische Wiedergabe des Netzes, da sie für den Informationszweck, sich unter der Erde schnell zu orientieren, irrelevant ist. Stattdessen orientierte er sich an der Idee einer vereinfachten, leicht überschaubaren Orientierungshilfe. Sie enthält lediglich die Stationsnamen und vertikale, horizontale oder schräge Verbindungslinien im Winkel von 45 Grad.

So unübersichtlich sieht der Londoner Untergrund in der Realität aus …

… und so im aktuellen Redesign.

Wir dürfen Daten nicht verfälschen

Gemäß Bild.de war es nicht ein „Beinahe-Crash“, sondern ein „Beinahe-Horror-Crash“, der „beinahe über 400 Passagiere samt der Besatzungen das Leben gekostet hätte“. Der Hintergrund: Zwei Flugzeuge kamen sich südlich von Grönland sehr nahe. Laut Bild.de betrug der Abstand nach Angaben der Fluggesellschaft zwischen den Flugzeugen nur noch 183 Meter (der kritische Wert liegt bei ca. 300).

Dass es sich dabei um den Höhenabstand gehandelt hatte und die beiden Flugzeuge einen Seitenabstand von immerhin 1,8 Kilometer voneinander hatten, findet man nur in anderen Publikationen, z. B. Spiegel Online, dem Standard und n-tv.de.

Eine unerschöpfliche Quelle enttarnter Lügen ist das im Stile Günter Wallraffs geführte Bildblog.de, zu dem Wahrheitsliebende täglich Aufklärendes beisteuern.

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