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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Ampel</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Farben-Leere</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 09:48:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Ampel]]></category>
		<category><![CDATA[Differenzierung]]></category>
		<category><![CDATA[Farben]]></category>
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		<category><![CDATA[Welt am Sonntag]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute wieder praktische Lebenshilfe: Fliegen ist sicherer als die Sicherheit des Fliegens darzustellen. Das hat viel mit Farben zu tun. Und lehrt uns: Wir müssen nicht alles malen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Heute wieder praktische Lebenshilfe: Fliegen ist sicherer als die Sicherheit des Fliegens darzustellen. Das hat viel mit Farben zu tun. Und lehrt uns: Wir m&uuml;ssen nicht alles malen.</strong></p>
<p>Professor Ed Galea lehrt in London Feuerschutz und mathematische Modelle und hat sich mit den Risiken des Fliegens auseinander gesetzt. <a href="http://www.heise.de/kiosk/archiv/tr/2008/9/98">Er sagt</a>: Lebensbedrohliche Abst&uuml;rze gibt es sehr, sehr selten. Abst&uuml;rze mit Todesfolge noch seltener. Abst&uuml;rze ohne &Uuml;berlebende nochmals seltener. Eine gewisse Rolle spielt, wo man sitzt.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/aloha-737-wreck_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Fliegen ist ziemlich sicher. Diese Maschine kam ohne Dach an. Aber sie kam an. (Quelle: AP/Wide World Photos, Aloha Flug 243, 28.04.1988)</p>
<p>Das will auch diese Abbildung sagen, die Business&#8209; und First-Class-Reisende luftkrank werden l&auml;sst. Nat&uuml;rlich &uuml;bertreibt die Drei-Farb-Logik. So unterschiedlich, wie es die Unterschiede zwischen den Farben suggerieren, sind die Zahlen nicht. Und so einfach wie hier stirbt man auch nicht. Welche Rolle der Sitzplatz spielt, sagt Professor Galea, h&auml;ngt von der Art des Unfalls ab. Und dann wiederum ist auch eher die Entfernung zum n&auml;chsten Ausgang wichtig. </p>
<p class="gray"><a><img src="/images/aircrash-seat-illo_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Handwerklich schlecht und in der Aussage viel zu grob. Die Farbunterschiede sind viel gr&ouml;&szlig;er als die Zahlenunterschiede. Und nat&uuml;rlich ist in Wirklichkeit alles viel komplizierter als in dieser Zeichnung. (Quelle: Gil Ahn/<a href="http://www.seatguru.com" target="_blank">seatguru.com</a>, &Uuml;berlebensraten auf Sitzebene aller Unf&auml;lle kommerzieller Fl&uuml;ge in den USA seit 1971)</p>
<p>Die n&auml;chste Abbildung wagt mehr Differenzierung. Aber sie ist derart verwirrend, dass man im Ernstfall lieber nicht neben ihrem Urheber sitzen m&ouml;chte. Und die Daten scheinen im Widerspruch zur ersten Grafik zu stehen. Man &auml;rgert sich, gerade sein Business-Class-Ticket gegen den Economy-Platz im Heck getauscht zu haben. Die Darstellung variiert in zwei Merkmalen: Es &auml;ndern sich Farben und S&auml;ulenh&ouml;hen. Jedoch scheint je Reihe die Farbe identisch und unabh&auml;ngig von der S&auml;ulenh&ouml;he zu bleiben. Es ist schwer vorstellbar, wie dazu die Datenbasis aussah.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/airplane_3D_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Wie sind unterschiedliche H&ouml;hen bei gleicher Farbe zu deuten? (Quelle: BILD am Sonntag (BamS), 24.08.2008, Wissenschaftler kl&auml;ren Frage&#160;&#8211; Fliegt man vorn sicherer als hinten?)</p>
<p>In eine &auml;hnliche Richtung geht die dritte Grafik. Sie scheint die Daten der beiden ersten zu vereinen. Insgesamt ist man aber noch verwirrter. Das Risiko nach Ort (Gang, Fenster, Bug und Heck) ist in Prozent angegeben. Das Risiko nach Entfernung zum Ausgang in Farbe. Beim n&auml;chsten Check-in verlange ich nach einem Gangplatz. Vorn. Hellgr&uuml;n. Ich hoffe, man nimmt mich dann noch mit.</p>
<p class="gray"><a><img src="/images/sicherste_sitzplaetze_im_flugzeug_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Farben und Prozente stehen f&uuml;r jeweils andere Daten. Man versteht nur noch Flugplatz. (Quelle: WAMS, Nr.&#160;9, 01.03.2009, S.&#160;76)</p>
<p>Eine leichte Verbesserung bringt es, auf die Ampelfarben zu verzichten. Ampelfarben haben wir hier <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">schon</a> <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-3">&ouml;fter</a> <a href="http://blog.bissantz.de/ampel-controlling">kritisiert</a>. Das wichtigste Argument ist, dass unser Auge Rot, Gr&uuml;n und Gelb nicht intuitiv in eine nat&uuml;rliche Ordnung zu bringen vermag. Mit Graustufen oder Intensit&auml;tsabstufungen derselben Farbe geht das besser, wie das Redesign zeigt. </p>
<p class="gray"><a><img src="/images/APP_redesign_450.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Ein eigener Versuch. Auch der ist nicht ohne Grenzen.</p>
<p>Aber: In einer einzigen Farbe lassen sich nicht beliebige viele unterscheidbare Stufen darstellen. Die Differenzierung leidet. Meist ist bei f&uuml;nf Stufen bereits die Grenze erreicht. Je dunkler der Ton wird, desto weniger gelingt die Unterscheidung. Im Beispiel des Redesigns ist das gut an der Farbskala zu erkennen. Das sogenannte &bdquo;Edge Fluting&ldquo; erschwert die Sache zus&auml;tzlich. An unkontrollierten Farb&uuml;berg&auml;ngen entstehen scheinbare Farbunterschiede, die durch Farb&auml;nderungen an den Grenzen unterdr&uuml;ckt werden m&uuml;ssen.</p>
<p>F&uuml;r viele Daten ist es wichtig, zwischen positiven und negativen Werten zu unterscheiden. Das behindert den Gebrauch von Graustufenskalen, die wiederum sehr praktisch f&uuml;r den Ausdruck w&auml;ren. In der Software <a href="http://www.bissantz.de/produkte">DeltaMaster</a> behelfen wir uns daher in der Regel mit zweifarbigen Skalen: blaue Intensit&auml;tsabstufungen f&uuml;r positive und rote f&uuml;r negative Werte. Die Schwierigkeiten beim Ausdruck bleiben nat&uuml;rlich erhalten. </p>
<p>Die Beispiele zeigen einen Teil dieser Schwierigkeiten. Insgesamt, so finde ich, wird keine Darstellung dem Thema gerecht. Wie d&uuml;nn und schwer zug&auml;nglich die n&ouml;tigen Daten sind, wird schnell klar, wenn man nach Quellen sucht. Alle Abbildungen suggerieren aber, man k&ouml;nnte das ohnehin geringe Risiko auch noch differenziert darstellen. Unsinn. Wir lernen daraus, dass man besser gar nichts malt, wenn nichts Verl&auml;ssliches und Lesbares dabei rauskommt.</p>
<p>Die Gefahren des Fliegens haben wir jetzt beinahe vergessen. Gut so. Sie sind gering. Und unsere Sicherheit h&auml;ngt sehr vom eigenen Verhalten ab. Flache Schuhe. Ausgang merken. Schwimmweste drau&szlig;en aufblasen. Vor dem Aufprall nach vorne lehnen, Kopf sch&uuml;tzen. Guten Flug! </p>
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		<title>Zahlen zeigen mehr als Zeiger</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/designhilfe</link>
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		<pubDate>Fri, 04 Sep 2009 15:55:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Ampel]]></category>
		<category><![CDATA[analog]]></category>
		<category><![CDATA[Cockpit]]></category>
		<category><![CDATA[digital]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Beispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Tachos]]></category>

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		<description><![CDATA[Designhilfe: Mit analogen Anzeigen synchronisieren wir teils anspruchsvolle Handlungsabläufe und lernen das leichter als Roboter. Was das mit der Fage zu tun hat, ob Zeiger Managern den Weg zeigen.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer eine Alternative zur Darstellung von Zahlen sucht, der l&auml;sst sich mitunter vom Design bew&auml;hrter Dinge wie Autos, Uhren und Ampeln leiten. Wir sehen uns an, was es dabei zu beachten gilt und ob sich die M&uuml;he der Codierung &uuml;berhaupt lohnt.</strong></p>
<p>Ich bin voreingenommen. Klassische, analoge, runde Anzeigen sind sch&ouml;n, bei Uhren wie bei Autos. Die &Auml;ra der digitalen Armbanduhren ging an mir vorbei. Und an den ebenfalls digitalen Bandtacho des Citroen CX meines Vaters wollte ich mich nie recht gew&ouml;hnen. An seine Luftfederung auch nicht. Als Kind auf der R&uuml;ckbank wurde mir regelm&auml;&szlig;ig schlecht. Das Auto wurde &uuml;berdies anstelle eines Alfa Romeo GTV angeschafft. Ich w&auml;re schon zu gro&szlig;, der Alfa zu klein.</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 4px;" src="/images/Ampel_mit_Zeiger-450px.jpg" alt="Analoge Ampel in Bochum." /><br /><a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/staedte/letmathe/2008/12/26/news-100793110/detail.html" target="_blank">Heuerampel</a> in Bochum: analog und seinerzeit sehr praktisch. Man erf&auml;hrt nicht nur, dass die Ampel rot ist, sondern auch wie lange noch.</p>
<p>Ich bin nochmals voreingenommen. Eine Zahl ist eine einfache, kompakte, eindeutige, platzsparende Beschreibung eines Faktums. Diese Vorteile zugunsten einer grafischen Umcodierung aufzugeben, daf&uuml;r bedarf es guter Gr&uuml;nde. Lassen sich welche finden?</p>
<p><strong>Analog als Folge der Mechanik</strong><br />
Fast immer stammen analoge Anzeigen aus einer Zeit, in der die Elektronik noch nicht erfunden war. Zahlen mechanisch anzuzeigen ist aufw&auml;ndig. Bei Armbanduhren hat es bis in unser Jahrtausend gedauert, bis man die Stopp&shy;funktion in Zahlendarstellung <a href="http://www.bella-beraet.de/stopp-digital">mechanisch</a> konstruieren konnte. Deswegen wird man nicht auf das Tragen eines klassisch sch&ouml;nen Chronographen mit analogen Totalisatoren verzichten. Im Informationsdesign aber ist das, was alt ist, noch lange kein Vorbild.</p>
<p><strong>Unbekannte Skalierungen</strong><br />
Die Heuerampel oben war eine beeindruckende Erfindung. Es gab sie von den 30ern bis in die 70er Jahre. Sie zeigt praktischerweise, wie lange die aktuelle Rot&#8209; oder Gr&uuml;nphase noch andauert. Allerdings tut sie das in einer zeitlichen Schrittweite, die wir erst erlernen m&uuml;ssen. Moderne Pendants zeigen die verbleibende Zeit in Sekunden mit Hilfe einer Digitalanzeige. Das ist besser.</p>
<p><strong>Informationsreduktion</strong><br />
Wenn wir Zahlen durch grafische Elemente ersetzen, nehmen wir eine Infor&shy;mationsreduktion in Kauf. Die &uuml;blichen Tankuhren funktionieren nur, weil wir gelernt haben: Mit einem halbvollen Tank kommen wir noch ganz sch&ouml;n weit. Sp&auml;testens wenn demn&auml;chst im Tank unserer Autos kein Benzin mehr ist, sondern Strom, wird uns bewusst werden, dass &#8222;halbvoll&#8220; keine Entschei&shy;dungs&shy;hilfe ist. Ebenso w&uuml;rde es Managern ergehen, wenn sie erf&uuml;hren: &#8222;Das Fertigwarenlager ist halb leer&#8220;. Also: 3&#160;:&#160;0 f&uuml;r die Zahl.</p>
<p><strong>Zeig die Zukunft</strong><br />
Unser Interesse gilt ohnehin weniger den F&uuml;llinhalten als ihren Konsequenzen. Wir wollen wissen, wie weit wir mit dem aktuellen Tankinhalt noch kommen. Wir wollen eine Prognose. Sogar ein Hauch Optimierung w&auml;re uns recht: Soll ich bereits nachtanken oder erreiche ich trotz Stau und anderer Unw&auml;gbar&shy;keiten noch sicher die besonders g&uuml;nstige Tankstelle und verringere oben&shy;drein die Standzeit an der Tankstelle? Ich meine daher: F&uuml;llstandszeiger liefern wenig Inspiration f&uuml;r gutes Informationsdesign.</p>
<p><strong>Synchronisierung</strong><br />
Robotern Tennis beizubringen, ist schwer. Ein Mensch lernt es hingegen ver&shy;gleichsweise leicht, Flugbahnen von Objekten abzusch&auml;tzen und mit eigenen Bewegungen zu koordinieren. Analoge Anzeigen scheinen mir dort im Vorteil, wo wir die Ann&auml;herung an einen bestimmten Wert mit einer eigenen Handlung synchronisieren m&uuml;ssen. Der Blick auf den Drehzahlmesser signalisiert die tats&auml;chliche Drehzahl nur grob, aber wir erfassen intuitiv und schnell die Ge&shy;schwindigkeit, mit der sich die Nadel dem roten Bereich bzw. einem sinnvollen Schaltpunkt n&auml;hert und wann dieser Punkt erreicht ist. In <a href="http://blog.bissantz.de/cup-porsche">Renn&shy;wagen</a> ist der Tacho zwar digital, die Anzeige der Drehzahl bleibt aber meist analog. Ein Punkt f&uuml;r die Zeiger.</p>
<p><strong>Ablesbarkeit</strong><br />
Auf einem Chronographen setzt sich die Stoppzeit aus der Anzeige mehrerer sogenannter Totalisatoren zusammen. Die Zeit muss also aus mehreren An&shy;zeigen zusammengesetzt werden. Das dauert. Verglichen mit einer Digital&shy;anzeige ist die Ablesbarkeit katastrophal. Wie schwer gute Ablesbarkeit ana&shy;log herzustellen ist, zeigt jeder Tacho. Eine kilometergenaue Anzeige &#8211;&#160;digital kein Problem&#160;&#8211; ist auf einer analogen Skala undenkbar.&#160;4&#160;:&#160;1 f&uuml;r die digitale Zahl.</p>
<p>Es lebe die Zahl. Als Ma&szlig; und Darstellung.</p>
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