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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Analyse</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Vis&#8209;&#224;-vis ist noch keine Visualisierung</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 16:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergleichen heißt Differenzen bilden. Das gilt auch und besonders für überlagerte Zeitreihen. Sonst bleiben sogar große Veränderungen unbemerkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Analysieren hei&szlig;t Vergleichen. Das ist unsere zentrale Regel hier. Beim Vergleichen reicht aber selten die Gegen&uuml;berstellung. Meist muss man erst subtrahieren. Erst dann sehen wir, was es zu sehen gibt.</strong></p>
<p>Das Auge kann nur mit &auml;u&szlig;erster M&uuml;he gezwungen werden, vertikale Abst&auml;nde wahrzunehmen, wenn horizontale Abst&auml;nde ein Muster bilden. Und Muster entstehen zwangsl&auml;ufig, wenn wir Zeitreihen &uuml;berlagern. </p>
<p>Ein Beispiel liefert diese Grafik aus der ZEIT vom 5.3.2009. Wie gro&szlig; ist der Saldo aus Im&#8209; und Export? Wie entwickelt er sich? Wie stark driften Ein&#8209; und Ausfuhren auseinander? Wir k&ouml;nnen das kaum sagen. Die ZEIT zeigt das Saldo daher klugerweise ebenfalls&#160;&#8211; als S&auml;ulendiagramm mit einem gr&ouml;beren 5-Jahres-Raster (feiner: <a onclick="return openPopup('/images/Aussenhandel_Saldo_Details.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Aussenhandel_Saldo_Details.png">hier</a>).</p>
<p class="gray"><img src="/images/diezeit_050309_s25_450px.png" alt="" /><br />
Die vertikalen Abst&auml;nde und damit das Saldo sind aus der Zeitreihengrafik kaum zu entschl&uuml;sseln (DIE ZEIT, 5.3.2009, S.&#160;25).</p>
<p>Mit diesem Problem schlagen wir uns herum, seitdem es Liniendiagramme gibt, also seit William Playfair sie vor mehr als 200 Jahren erfunden hat. Nebenbei: seine ersten Zeitreihen waren ebenfalls der Analyse des Au&szlig;enhandels gewidmet. Die folgende Grafik Playfairs zeigt Englands Defizit gegen&uuml;ber den Einfuhren aus Asien. <a onclick="return openPopup('/images/playfair_norway.gif', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_norway.gif">Eine andere</a> die Verh&auml;ltnisse gegen&uuml;ber Norwegen.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/playfair_east_indies_gross.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_east_indies_gross.png"><img src="/images/playfair_east_indies_450px.png" alt="" /></a><br />
Das gleiche Problem behindert die Lesbarkeit des ersten Liniendiagramms &uuml;berhaupt von Playfair aus dem Jahr 1785 (zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken).</p>
<p>Es ist nicht ohne <a href="http://blog.bissantz.de/deutungsprioritaet">T&uuml;cken</a>, die Entwicklung allein einer einzigen Gr&ouml;&szlig;e angemessen zeigen zu wollen. Zwei Gr&ouml;&szlig;en im Vergleich stellen uns vor noch gr&ouml;&szlig;ere Herausforderungen. </p>
<p>Cleveland und McGill haben das f&uuml;r die Playfair-Daten bereits vor l&auml;ngerem <a onclick="return openPopup('/images/playfair_differenz_cleveland.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_differenz_cleveland.png">gezeigt</a>. Ich habe ihr Beispiel etwas erweitert. Die Daten habe ich aus der Abbildung rekonstruiert. Wer damit ebenfalls experimentieren will, findet sie <a href="http://blog.bissantz.de/misc/Playfair_EastIndies_values_estimated.xls">hier</a>.</p>
<p>Man erkennt gut: In der Originaldarstellung glauben wir, dass ab 1760 die Differenz zwischen Im&#8209; und Export nicht gro&szlig; ist und sich kaum &auml;ndert. Wie sehr das t&auml;uscht, zeigt die Linie des Saldos (eine logarithmische Variante <a onclick="return openPopup('/images/Playfair_reconstructed_log_minmax.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Playfair_reconstructed_log_minmax.png">hier</a>).</p>
<p class="gray"><img src="/images/Playfair_reconstructed_normal_scale.png" alt="" /><br />
Import, Export und Delta&#160;&#8211; erst so wird die Entwicklung ablesbar <br />(Grafik: DeltaMaster)</p>
<p>Was lernen wir f&uuml;r das Controlling daraus? Wie wir schon anl&auml;sslich der <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen">entstapelten</a> Stapelgrafik gesehen haben, gen&uuml;gen die rohen Daten nur selten. Controller m&uuml;ssen die Meister des Deltas sein. <strong>Immer, wenn wir zwei Werte haben, interessiert auch deren Differenz.</strong> Also ist Subtraktion h&auml;ufig das Mindeste, was wir tun m&uuml;ssen. </p>
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		<title>Wir lieben es, Erbsen zu z&#228;hlen</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/erbsen-zaehlen</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 21:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<description><![CDATA[Controller sind Erbsenzähler. Das ist gut so. Denn gute Unternehmer sind es auch. Und zu viele Lotsen auf demselben Schiff verderben den Kurs. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Controller sind Erbsenz&auml;hler. Na und? Irgendeiner muss das tun und es ist besser, man tut es gut. &Uuml;brigens finde ich: Gute Unternehmer sind immer auch gute Erbsenz&auml;hler. Das haben sie mit Controllern gemeinsam.</strong></p>
<p>Auf Controllerkongressen haben Vortr&auml;ge gerne Titel wie &bdquo;Controlling &ndash; Eine Alibi-Funktion oder mehr?&ldquo;*  oder &bdquo;Controlling und Risikomanagement: &sbquo;Numbercruncher&rsquo; und Gesch&auml;ftsverhinderer?&ldquo;**.</p>
<p>Man scheint der Ansicht zu sein, die Controller seien ein recht unsicheres V&ouml;lkchen und m&uuml;ssten sich st&auml;ndig des Werts ihrer Aufgaben versichern lassen. Dazu dienen dann Seefahrtsmetaphern. Der Controller sei Lotse, Navigator, Steuermann. Drunter geht es nicht.</p>
<p>Ich halte das f&uuml;r Seemannsgarn. Der Chef steuert, lotst und navigiert. Nicht das Controlling. Das Lotsenbild hat Schr&auml;glage. Es geht nicht darum, einen vorgegebenen Kurs auf dem Kompass m&ouml;glichst genau einzuhalten, sondern Untiefen dort zu erahnen, wo andere ins Blaue segeln w&uuml;rden und manchmal mutig, manchmal vorsichtig die Richtung zu &auml;ndern. Das ist Unternehmeraufgabe. Die wenigstens rei&szlig;en sich darum.</p>
<p>Der Controller ist der Mann am Sonar. Wieviel Wasser ist unter dem Rumpf? Was war der bisherige Kurs? Was haben wir bereits erfahren? Planung und Simulation zeigen, ob man auf Kollisionskurs ist oder freie Fahrt hat.  </p>
<p>Gehen wir also wieder an Land. Das Controlling z&auml;hlt Erbsen. Jawohl. Unternehmer ohne eigenes Controlling tun das auch. T&auml;glich. Ich habe es zu Beginn meiner Karriere ebenfalls getan. Mit gro&szlig;er Leidenschaft. Am Ende des Tages sa&szlig; ich f&uuml;r mindestens eine Stunde in einer stillen Ecke, z&auml;hlte, kalkulierte, rechnete, bis ich mir sicher war, dass mir und den meinen kein Ungemach drohte und gen&uuml;gend Erbsen da waren, mit denen wir wirtschaften konnten.</p>
<p><img src="/images/kstanalyse2.png" alt="Kostenstellenanalyse" title="Kostenstellenanalyse" width="447" height="267" class="aligncenter size-full wp-image-1327" /></p>
<p class="gray">Kostenstellenanalyse: Profilunterschiede k&ouml;nnen Hinweise geben auf Kostensenkungspotenziale&#160;&#8211; vorausgesetzt, die Erbsen wurden sorgf&auml;ltig gez&auml;hlt und die Daten stimmen.</p>
<p>Ein Unternehmer kennt seine Zahlen. Er wei&szlig;, was in der Kasse ist, welche Rechnungen geschrieben wurden, welche bezahlt sind. Er ist darin penibel und erbsengenau und er k&auml;me niemals auf die Idee, dass buchhalterische Gewissenhaftigkeit, vorausschauende Planung und spitzer Bleistift unseem&auml;nnisch, Verzeihung, anachronistisch oder &uuml;berfl&uuml;ssig sein k&ouml;nnten.</p>
<p>Ein bisschen paradox: Das Controlling verliert genau dann seine Daseinsberechtigung, wenn es aufh&ouml;rt, Erbsen zu z&auml;hlen. Ein Kunde hat mir neulich von einem Kostensenkungsprojekt erz&auml;hlt. Mehrere vergleichbare Kostenstellen seines Hauses wurden unter die Lupe genommen. Schnell stellte sich heraus: Gleiche Kosten waren in den verschiedenen Kostenstellen unter verschiedenen Kostenarten gebucht worden. Er war entsetzt. Zu Recht. Steuerungshilfen auf diesem Niveau taugen nicht einmal f&uuml;r ein Ruderboot. Die Buchungslogik wurde korrigiert. Auff&auml;lligkeiten zeigen jetzt auch wieder unternehmerischen und nicht nur buchhalterischen Handlungsbedarf.</p>
<p class="gray">* Vortrag von Diethelm Sack, Vorstand Finanzen/Controlling der Deutschen Bahn AG, in: ICV (Hrsg.), Veranstaltungsflyer zum 34. Congress der Controller &#8222;Controlling in harten Zeiten&#8220; am 11./12. Mai 2009 in M&uuml;nchen, Gauting 2009.</p>
<p class="gray">** Vortrag von Frank Romeike, RMA e.V., ebenda.</p>
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		</item>
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		<title>Goldgrube oder Grubenungl&#252;ck?</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/data-mining-2009</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Mar 2009 20:45:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Erwartungen an das Data Mining waren hoch: Neue Methoden sollten die in Datenbanken verborgenen Erkenntnisschätze automatisch heben. Anlässlich der Aufnahme eines frühen Artikels zu diesem Thema ins "Best of" der Zeitschrift für Wirtschaftsinformatik blicken wir zurück auf 16 Jahre Data Mining.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Wirtschaftsinformatik hat in ihren Archiven gesch&uuml;rft und den Artikel &#8222;Data Mining&#8220; von 1993 neu abgedruckt. Wir sagen danke und fassen zusammen, was wir in den 16 Jahren seitdem &uuml;ber Datenmustererkennung gelernt haben.</strong></p>
<p>Die <a href="http://www.wirtschaftsinformatik.de/" target="zwi">Zeitschrift Wirtschaftsinformatik</a> feiert ihr 50-j&auml;hriges Bestehen. Aus diesem Anlass hat sie ihre Archive durchgesehen und im Sinne eines &bdquo;Best of&ldquo; eine Handvoll Artikel ausgew&auml;hlt, um sie in der <a href="http://www.wirtschaftsinformatik.de/index.php;do=wi_ah/site=wi/sid=9b350e4ffad7b6e7a2fdd521e281daa2/ed=2009-01-01/sid=c0cb92629cbb8b4dd609919c98b59821" target="zwi">Jubil&auml;umsausgabe</a> noch einmal abzudrucken. Der von Dr. J&uuml;rgen Hagedorn und mir verfasste Beitrag &bdquo;Data Mining (Datenmusterkennung)&ldquo; von 1993 hat es unverhofft in diese Auswahl geschafft. Der Aufsatz entstand in unserer gemeinsamen Zeit als Assistenten am Lehrstuhl von <a href="http://blog.bissantz.de/peter-mertens">Prof. Peter Mertens</a>, J&uuml;rgen ist heute bei SAP.</p>
<div style="height: 320px;"><img style="float: left; margin-right: 10px;" src="/images/Telmex-Rechnung2.png" alt="Rechnung von Telmex" width="250" height="313" /></p>
<p class="gray">&#8222;One-to-One&#8220;-Marketing durch Data Mining bei der mexikanischen Telmex. Der Rechner bestimmt, wer welche Werbeanzeigen auf seine Telefonrechnung gedruckt bekommt. Die Konversionsraten stiegen dadurch stark an.</p>
</div>
<p>Der Hype um die Datenmustererkennung ist vorbei. Die Disziplin reift, befreit von <a href="http://blog.bissantz.de/mythos-data-mining">falschen Erwartungen</a>. Die Schlagzeilen sind anderen Sujets gewidmet. Wie steht es um das Data Mining? Was hat sich inzwischen getan? Die Erfahrungen, die wir &uuml;ber alle Branchen und Wirtschaftszweige hinweg in den letzten 16 Jahren sammeln konnten, zeigen so viel:</p>
<hr />
<ol>
<li><strong>Ostereier-Paradoxon</strong> Die M&ouml;glichkeiten und Grenzen der Datenmustererkennung haben Bestand. Der albtraumhafte Automationsgrad, von dem man damals fabulierte, ist auch heute noch in weiter Ferne. Wir haben es damals als Ostereier-Paradoxon so formuliert: Die Erkenntnisse, die man zu gewinnen hofft, muss man zuvor durch geschickte Datenmodellierung und Methodenauswahl selbst verstecken. Es lohnt also immer noch, Unternehmen von Menschen f&uuml;hren zu lassen.</li>
<li><strong>Maschinelle Prozesshoheit</strong> Ab einem bestimmten Punkt in der Prozesskette des Data Mining ist der menschliche Eingriff unerw&uuml;nscht: Kaum ein Anwender zeigt je die Disziplin, sich an die Ergebnisse eines Data-Mining-Systems zu halten. L&auml;sst man etwa einen Algorithmus wie unseren Selector bestimmen, welche Adressen in einer Direktmarketingaktion angeschrieben werden sollen, so muss man sich an den Vorschlag halten, wenn man anschlie&szlig;end die G&uuml;te der Auswahl messen will. Wo das gelingt, gibt es auch nachweisbare Erfolge.</li>
<li><strong>Automation der Routine</strong> Schnelle Erfolge stellen sich immer dann ein, wenn es gelingt, sich wiederholende Analyseaufgaben an den Rechner zu delegieren. Voraussetzung ist, man findet Rechenvorschriften f&uuml;r menschliche Entscheidungsheuristiken. Die Maschine tut, was der Mensch auch tun w&uuml;rde &ndash; wenn er denn unendlich Zeit daf&uuml;r h&auml;tte und die sehr billig w&auml;re. Beispiele sind das Suchen nach Abweichungsursachen in Betriebsergebnishierarchien oder das Segmentieren von M&auml;rkten nach soziodemografischen Merkmalen.</li>
<li><strong>Strukturarmut</strong> Eine Vermutung best&auml;tigte sich &uuml;ber die Jahre immer wieder: Schlimmer als unsaubere Daten ist ein Mangel an Struktur. Dennoch wird der Beseitigung von Datenschmutz die gr&ouml;&szlig;ere Aufmerksamkeit gewidmet. Das ist nicht zielf&uuml;hrend. Es behindert die Mustererkennung wenig, wenn ein Teil der Kunden der falschen Branche zugeordnet ist. Hingegen verhindert es jede Erkenntnis &uuml;ber Branchenmuster, wenn es gar keine Zuteilung gibt.</li>
<li><strong>Datenknappheit</strong> F&uuml;r analytische Zwecke herrscht trotz der &uuml;berall beschworenen Datenfluten in den Unternehmen eher Datenarmut. Gewaltige Aufwendungen f&uuml;r operative IT-Systeme sind kein Garant f&uuml;r analytisch brauchbare Daten. Wenn die Damen und Herren in der Auftragsannahme immer 9999 eintippen, anstatt den Kunden die passenden Angaben zu entlocken, sitzt man nach Jahren auf vielen, aber nichtssagenden Daten. Diese Erkenntnis entmutigt viele, bevor sie richtig angefangen haben. Schade, denn die L&ouml;sung liegt nahe und ist billig: Man erhebt die ben&ouml;tigten Daten neu, in Form einer Stichprobe.</li>
<li><strong>Managementtauglichkeit</strong> Die gr&ouml;&szlig;ten Fortschritte und die gr&ouml;&szlig;te Befriedigung fanden wir immer dort, wo es gelang, die Managementtauglichkeit von Analyseverfahren zu erh&ouml;hen. Software zur Assoziation, mit der man Warenkorbanalysen anstellt, gibt es inzwischen viel. Die einzige, die die typischerweise riesige Zahl an Regeln auf eine handhabbare und verst&auml;ndliche Anzahl reduziert, stammt meines Wissens von uns.</li>
</ol>
<p>Auf eine Goldgrube zu sto&szlig;en, gelingt nicht immer. Grubenungl&uuml;cke jedoch lassen sich leicht vermeiden, und einige Nuggets sind rasch gefunden.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Dahinter stecken jetzt Sparklines, fast</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Feb 2009 15:53:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Maximale Informationsdichte wird in diesem Blog regelmäßig verlangt und Zeitungen sind dafür ein Vorbild. Jetzt hat die FAZ ihre Informationsdichte nochmals erhöht. Um Kosten zu senken. Wie das auch zu einer besseren Analyse der Aktienkurse führt und damit gut für uns Leser ist. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Frankfurts Banken wackeln, trotzdem gibt es Gutes aus Mainhattan zu berichten. Die altehrw&uuml;rdige FAZ l&auml;utet das Zeitalter grafischer Tabellen im Kursteil ein. Das ist eine gute Nachricht f&uuml;r Manager: mehr Informationsdichte f&uuml;r uns, weniger Kosten f&uuml;r die FAZ.</strong></p>
<p>Nun gut, Sparklines sind es nicht, was die FAZ seit 20.01.2009 t&auml;glich im Finanzteil serviert, und die S&uuml;ddeutsche Zeitung hat schon seit l&auml;ngerem grafische Elemente in ihren Kursteil aufgenommen. Dennoch, so finde ich, liegen die Hessen jetzt wieder klar vor den Bayern. Trotz Bellas berechtigter Kritik f&uuml;hren die M&uuml;nchener ihre Darstellung immer noch t&auml;glich ad absurdum, indem sie ausgerechnet die interessantesten, weil gr&ouml;&szlig;ten, Abweichungen <a href="http://www.bella-beraet.de/gute-nachrichten">kappen</a>.</p>
<p>Zur&uuml;ck zur FAZ. Sie hat zum 20. Januar ihren Kursteil &uuml;berarbeitet. Der Grund: Die Kosten mussten runter, eine Seite war zu streichen. Zu diesem Zweck entfielen ein paar exotischere Notierungen. Vor allem aber wurde der Kursteil dichter gestaltet. Die erste Kursseite bietet nun 900 Notierungen an. Mehr Informationsdichte senkt also die Druckkosten der FAZ.</p>
<p class="gray"><img src="http://www.bissantz.de/deltamaster/features/2009-02_faz-bandbreite.jpg" alt="" /><br />
FAZ vom 30.01.2009, Nr.&#160;25, S.&#160;26</p>
<p>Der B&ouml;rsenteil von Zeitungen ist schon l&auml;nger unser Vorbild f&uuml;r Informationsdichte. Unbelehrbaren Fans datenarmer Ampeldashboards hauen wir es gerne um die tauben Ohren, dass jeder Sportteil und erst recht die Kursseiten ein Vielfaches an Datendichte aufbieten und von Millionen von Lesern <a href="http://www.blog.bissantz.de/basketball">gesch&auml;tzt</a> werden.</p>
<p>Jetzt hat die FAZ die Dax&#8209; und Stoxx-Kurse um einen &bdquo;Balken&ldquo; erg&auml;nzt. &bdquo;Er zeigt, wo sich der aktuelle Kurs innerhalb des durch das 52-Wochen-Hoch und&#160;&#8211;Tief gebildeten Kursbandes befindet&ldquo; (FAZ vom 20.01.2009, Nr.&#160;16, S.&#160;19). Fans von DeltaMaster kennen diese Darstellung bereits, sie hei&szlig;t dort <a href="http://www.bissantz.de/deltamaster/features/spannweiten.asp">Skala</a> und erg&auml;nzt Sparklines.</p>
<p>Man kann es sich vorstellen, die &Uuml;berarbeitung einer Institution wie dem Kursteil der FAZ ist keine leichte Sache. Wir gratulieren daher sehr herzlich zu diesem Schritt.</p>
<p>Nat&uuml;rlich h&auml;tten wir uns gleich noch Sparklines dazu gew&uuml;nscht. Denn wer die gelungene Darstellung sieht und einmal verstanden hat, f&uuml;r den geht es gleich weiter mit den Fragen: N&auml;hern wir uns dem aktuellen Wert von oben oder von unten? Wie lange ist es her, dass Extremwerte erreicht wurden? Und so weiter und so fort. Lauter Fragen eben, die sich trefflich mit Sparklines beantworten lie&szlig;en.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Unter Piratenflagge segeln</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-3</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Nov 2008 12:26:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pirat zu sein, ist derzeit ziemlich ungefährlich. Die deutsche Marine wetzt allerdings schon die Enterhaken. Dennoch: im Berichtswesen sollten wir Freibeuter sein. In Übereinstimmung mit niemand Geringerem als dem Wall Street Journal.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Pirat zu sein, ist derzeit ziemlich ungef&auml;hrlich. Die deutsche Marine wetzt allerdings schon die Enterhaken. Dennoch: Im Berichtswesen sollten wir Freibeuter sein. In &Uuml;bereinstimmung mit niemand Geringerem als dem Wall Street Journal.</strong></p>
<p>Piraten halten sich nicht an Konventionen. In der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen sind sie nicht zimperlich. Eben dieses Vorgehen empfehle ich allen, die ihr Berichtswesen ganz egoistisch im Sinne des eigenen Unternehmens &uuml;ber das &Uuml;bliche hinaus ver&auml;ndern wollen. Die Zeit ist g&uuml;nstig. Die Krise sch&auml;rft den Blick und verschiebt die Priorit&auml;ten. Z&ouml;gern und Zaudern sind out. Manches, was lange nur w&uuml;nschenswert schien, kann jetzt im Eiltempo endlich durchgesetzt werden.</p>
<p>Was hat das nun mit dem ehrw&uuml;rdigen &uuml;ber 100 Jahre alten &#8222;Journal&#8220; zu tun? Sehen wir uns dazu ein Beispiel vom 14.11.2008 an. Sowohl die B&ouml;rsen-Zeitung als auch das Journal zeigten den Verlauf der LSE. Das ist die Aktie der London Stock Exchange.</p>
<table border="0" margin: 16px auto 32px auto;>
<tbody>
<tr>
<td><a onclick="return openPopup('/images/LSE_Aktie_200px_mit_Anmerkungen.png', '');" href="images/LSE_Aktie_200px_mit_Anmerkungen.png"><img src="/images/LSE_Aktie_200px_mit_Anmerkungen_Ausschnitt.png" /></a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/LSE_in_WSJ_logarithmisch_mit_Anmerkungen.png', '');" href="images/LSE_in_WSJ_logarithmisch_mit_Anmerkungen.png"><img src="/images/LSE_in_WSJ_logarithmisch_mit_Anmerkungen_Ausschnitt.png" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td><em>B&ouml;rsen-Zeitung <br />14.11.2008, S.&#160;3</em></td>
<td><em>The Wall Street Journal <br />14.11.2008, S.&#160;16</em></td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Die B&ouml;rsen-Zeitung zeigt den Verlauf der Aktie &uuml;ber etwa 17 Monate. Im Maximum erreicht sie etwa 2000 Pence, im Minimum etwas unter 416 Pence. Schauen wir uns zwei deutliche Ver&auml;nderungen innerhalb des Verlaufs an, in der Grafik orange markiert. Den sehr kurzfristigen Sprung um 44&#160;% in der j&uuml;ngsten Vergangenheit und den l&auml;ngeren Anstieg um 60&#160;% im vergangenen Jahr. Optisch ist der 60-Prozent-Anstieg mehr als dreimal so gro&szlig; wie der 44-Prozent-Sprung. Da 60&#160;% nur das 1,4-fache von 44&#160;% ist, ist die Verzerrung also erheblich.</p>
<p>Das WSJ zeigt den Verlauf der LSE-Aktie am selben Tag ebenfalls. Die Darstellung ist verzerrungsfrei. Der Grund ist simpel. Die Skala im Journal ist logarithmisch, die Skala in der B&ouml;rsenzeitung nicht.</p>
<p>Bemerkenswert ist, unter welcher Flagge die logarithmische Skala segelt. In der Legende zur Grafik hei&szlig;t es: </p>
<p><em>&#8222;The charts show the percentage change in each index&rsquo;s or stock&rsquo;s value, rather than the point change, for purposes of comparison.&#8220;</em> </p>
<p><strong>Von Logarithmus kein Wort. Stattdessen weist man schlicht daraufhin, dass die Skala Vergleichbarkeit der relativen Ver&auml;nderungen herstellt.</strong> Vom &uuml;blichen Argument, logarithmische Darstellungen w&uuml;rden nicht verstanden, l&auml;sst sich das Journal also nicht von einer korrekten Darstellung abhalten. Wie lahm das Argument ist, zeigt &uuml;brigens ein Blick in die Auflagen.</p>
<p>Das Wall Street Journal verkauft 2 Millionen Zeitungen t&auml;glich. Die New York Times, die ebenfalls vergleichbare Skalen zeigt, 1 Million. </p>
<p><img src="/images/Auflagenstaerken.png" alt="" /></p>
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		<title>Wo rohe Balken sinnlos walten</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 13:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Achsen abschneiden]]></category>
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		<description><![CDATA[Stapelgrafiken, Torten- und Flächencharts sind ebenso verbreitet wie sinnlos. Das gilt für das Managementreporting genauso wie für Präsentationen und Massenmedien. Balken helfen dagegen - wenn sie Abweichungen zeigen statt Rohdaten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stapelgrafiken, Torten&#8209; und Fl&auml;chencharts sind ebenso verbreitet wie sinnlos. Das gilt f&uuml;r das Managementreporting genauso wie f&uuml;r Pr&auml;sentationen und Massenmedien. Balken helfen dagegen&#160;&#8211; wenn sie Abweichungen zeigen statt Rohdaten.</strong></p>
<p>Argumente <a href="http://blog.bissantz.de/hochstapeln">gegen das Stapeln</a> und eine <a href="http://blog.bissantz.de/referenzbalken">neue Alternative</a> hatten wir hier schon. Eine erste wichtige Ma&szlig;nahme gegen die Hochstapelei ist das Entstapeln der Daten:</p>
<p class="gray"><img src="/images/super-steuer-zapfsaeule.png" alt="Preise für Superbenzin in verschiedenen Ländern" /><br />Schon mal besser: Entstapelte Stapelgrafik</p>
<p>Das ist ein Fortschritt, aber man ist noch nicht zufrieden. Warum? Den Vergleich je Land k&ouml;nnen wir mit sogenannten <a href="http://blog.bissantz.de/referenzbalken">Referenzbalken</a> verbessern. Der Vergleich der Preise, Kosten und Steuern &uuml;ber die L&auml;nder hinweg ist aber auch damit noch nicht optimal.</p>
<p>Wir vergleichen, indem unser Auge die Unterschiede in den Balkenl&auml;ngen pr&uuml;ft. Genau diesen Unterschieden aber widmet meine erste Darstellung die geringste Anzahl an Pixeln. Ein viel gr&ouml;&szlig;erer Anteil an Pixeln wird f&uuml;r das Aufmalen des immer gleichen Minimums aufgewendet. So kommen die gleichen 97 Pixel f&uuml;r den Wert 126 in der Spalte Zapfs&auml;ule in allen 10 Zeilen vor. Jedoch: Die Lesbarkeit einer Grafik ist umso h&ouml;her, je mehr Pixel uns zur Abbildung von Ungleichem zur Verf&uuml;gung stehen.</p>
<p>Naivere Zeitgenossen und die <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">Entwickler von Excel</a> verf&uuml;hrt das zu der Annahme, man d&uuml;rfe die Achse abschneiden und damit die Unterschiede betonen. <a href="http://www.bella-beraet.de/proportionalitaetsgesetz">Man darf es nicht!</a></p>
<p>Was man darf und sogar muss, ist, sich zu entscheiden, was man eigentlich zeigen will. Bei Vergleichen ist das selten der rohe, unbehauene Datenwert, den die Statistik hergibt. <strong>Vielmehr wollen wir zeigen, ob und wie sehr die Daten von unserer Erwartung, vom Durchschnitt, vom Gewohnten, vom &Uuml;blichen, vom Typischen abweichen.</strong></p>
<p>Die Referenz dazu ist die Vergangenheit, ein Minimum, ein Maximum oder ein Durchschnitt. Daher liegen wir richtig, wenn wir zuallererst einmal die Abweichung vom Durchschnitt errechnen und von dort aus weiterdenken:</p>
<p class="pimg"><img src="/images/Diff_und_Abs_Werte_zusammen_gespiegelt_Durchschnitt.png" alt="Preise für Superbenzin in verschiedenen Ländern mit Abweichungen zum Durchschnitt" style="width: 507px; overflow: visible;"/></p>
<p>Ich finde, damit ist eine gute L&ouml;sung f&uuml;r die Daten oben gefunden. Wir lernen also: <strong>Rohdaten zeigen ist keine Analyse. Vergleichen hei&szlig;t Abweichungen zeigen.</strong></p>
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		</item>
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		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 14:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1">ersten Teil</a> haben wir Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz repetiert, mit dem L&uuml;genfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute b&auml;ndigen wir den Tiger.</strong></p>
<p><a href="http://peltiertech.com/WordPress/2008/09/16/logarithmic-axis-scales/">Jon Peltier</a> hat unsere Bem&uuml;hungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei <strong>logarithmischer Skalierung</strong> vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen. Das Original (oben rechts) lie&szlig; den Strom steiler als das Erdgas steigen. Heiz&ouml;l explodierte geradezu. Jetzt hingegen stimmen die Verh&auml;ltnisse. Die Steigungen der Linien passen zu den Wert&auml;nderungen um 122, 83 und 36 Prozent:</p>
<p><img src="/images/Preise_Details_logarithmisch.png" alt="Logarithmierte Werte" /></p>
<p>Die logarithmische Skala schafft es also, die Verh&auml;ltnisse ins rechte Licht zu r&uuml;cken. Warum ist das so?</p>
<p><strong>Das Tigergeheimnis: Identische Nachkommastellen</strong><br />Logarithmen haben viele segensreiche Eigenschaften. Eine davon sehen wir anhand dieser Tabelle, die uns die logarithmierten Werte von 10 bis 100 und von 100 bis 1000 zeigt:</p>
<table id="logarithmen">
<tr>
<th>y</th>
<td>10</td>
<td>20</td>
<td>30</td>
<td>40</td>
<td>50</td>
<td>60</td>
<td>70</td>
<td>80</td>
<td>90</td>
<td>100</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>1,00</td>
<td>1,30</td>
<td>1,48</td>
<td>1,60</td>
<td>1,70</td>
<td>1,78</td>
<td>1,85</td>
<td>1,90</td>
<td>1,95</td>
<td>2,00</td>
</tr>
<tr>
<th class="space">&nbsp;</th>
<td colspan="10" class="space">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<th>y</th>
<td>100</td>
<td>200</td>
<td>300</td>
<td>400</td>
<td>500</td>
<td>600</td>
<td>700</td>
<td>800</td>
<td>900</td>
<td>1000</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>2,00</td>
<td>2,30</td>
<td>2,48</td>
<td>2,60</td>
<td>2,70</td>
<td>2,78</td>
<td>2,85</td>
<td>2,90</td>
<td>2,95</td>
<td>3,00</td>
</tr>
</table>
<p>Die Nachkommastellen sind paarweise identisch! Eine logarithmische Skala konstruieren wir damit, indem wir wie gewohnt unsere Y-Werte an eine senkrechte Achse schreiben, f&uuml;r die tats&auml;chlichen Abst&auml;nde aber ihre Logarithmen verwenden. Das f&uuml;hrt dazu, dass auf jeder Gr&ouml;&szlig;enordnung von Werten gleiche prozentuale Ver&auml;nderungen mit derselben Steigung abgebildet werden. Konkret: Eine 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 20 auf den Wert 30 wird auf der Y-Achse mit der Steigung 1,48&#160;&#8211; 1,30 = 0,18 abgebildet. Die ebenfalls 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 200 auf den Wert 300 ebenfalls (2,48&#160;&#8211; 2,30 = 0,18). Auf einer &bdquo;normalen&ldquo; Skala hingegen w&uuml;rden wir die Steigungen 30 &#8211;&#160;20 = 10 und 300&#160;&#8211; 200 = 100 vergleichen. Das Ergebnis haben wir oben rechts.</p>
<p>Logarithmische Skalen finden wir in Zeitungen noch seltener als normierte Darstellungen. Wie wir sehen, bed&uuml;rfen sie einer Erkl&auml;rung. Das und ein paar andere Gr&uuml;nde, die f&uuml;r unsere F&auml;lle aber keine Rolle spielen, lassen manchen ihre Anwendung mit dem Ritt auf einem <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091">tollw&uuml;tigen Tiger</a> vergleichen, den man am besten nur mit verbundenen Augen und in sediertem Zustand absolviert. Das ist kompletter Unsinn. </p>
<p style="margin-bottom: 0;"><strong>&#8222;In order to represent comparable percentage changes, the scale is logarithmic&#8220;</strong></p>
<div style="height: 400px;">
<div style="width: 280px; float: left;">
Eine logarithmische Skala sorgt daf&uuml;r, dass die Steigungen die prozentualen Ver&auml;nderungen zeigen. Die absoluten Werte k&ouml;nnen wir dann aus der Skala ablesen oder beschriften. Ein Vergleich, in dem die Steigungen nicht propor&shy;tional zu den prozentualen Ver&auml;nderungen sind, ist schlicht und ergreifend irref&uuml;hrend und damit nutzlos. Ein kleiner erkl&auml;render Hinweis auf die logarithmische Skala liefert die n&ouml;tige Lesehilfe.</p>
<p>Die ehrw&uuml;rdige New York Times zeigt, wie es geht. Die Darstellung zur Finanzkrise mit ihrer Integration von Grafik, Zahlen und Text ist ein Monument gelungenen Informationsdesigns.</p>
<p>Der Parallelverlauf st&uuml;rzender Kurse ist tats&auml;chlich auch so interpre&shy;tierbar und nicht ein Produkt mangelhafter Skalierung. Dass es der Times zudem gelingt, Daten, Text und Grafik derart zu einem sinn&shy;haften und h&ouml;chst informativen Ganzen zu verschmelzen, ist vorbildlich. Bei genauerem Hinsehen also ist der Logarithmus schnell verstanden. Man ist daher erstaunt, ihm nicht h&auml;ufiger zu begegnen. </p>
</div>
<p class="gray" style="width: 160px; float: right;"><a href="http://blog.bissantz.de/images/Stock_prices_of_financial_companies_600px.png" target="_blank"><img src="/images/Stock_prices_of_financial_companies_160px.jpg" width="160" height="338" alt="Stock Prices of Financial Companies" /></a><br />Quelle: New York Times vom 21.09.2008, S.&#160;19. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken.</p>
</div>
<p>Nicht nur f&uuml;r New-York-Times-Leser, sondern auch f&uuml;r Controller und Manager gilt fortan: Der tollw&uuml;tige Tiger ist doch nur eine brave Hauskatze.</p>
]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-1</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 18:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Logarithmische Skalen gelten manchen als tollw&uuml;tige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger b&auml;ndigen und uns in der n&auml;chsten PowerPoint-Pr&auml;sentation entspannt zur&uuml;cklehnen, wenn &uuml;ber Skalen schwadroniert wird.</strong></p>
<p>Der Beitrag &uuml;ber die <a href="http://blog.bissantz.de/blaues-wunder">T&uuml;cken der Zeitreihenanalyse</a> bewegt die Gem&uuml;ter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen. Ein Vergleich der Preisentwicklung f&uuml;r Heiz&ouml;l, Strom und Gas aus der Welt am Sonntag diente dabei als Beispiel. Sie verst&ouml;&szlig;t gegen Bellas ehernes <a href="http://www.bella-beraet.de/proportionalitaetsgesetz" target="_blank">Proportionalit&auml;tsgesetz</a>. Es besagt: Grafische Ver&auml;nderungen m&uuml;ssen proportional zu den abgebildeten Wertver&auml;nderungen sein. Der Versto&szlig; der Grafik gegen Bellas Dogma ist erheblich.</p>
<div style="height: 320px;">
<img src="/images/steigung_anfangende_normal_kommentiert.png" alt="Preisänderung Heizöl, Erdgas, Strom" style="float: left; margin-right: 10px;"/></p>
<p class="gray">Absolut steigt Heiz&ouml;l um 58,63&#160;&#8211; 26,38 = 32,25 Einheiten. Erdgas steigt um 6,51&#160;&#8211; 3,55 = 2,96 Einheiten. Grafisch steigt Heiz&ouml;l damit um den Faktor 32,25/2,96 = 11 st&auml;rker als Erdgas.</p>
<p class="gray">Prozentual steigt Heiz&ouml;l um 122&#160;%, Erdgas um 83&#160;%. Damit steigt Heiz&ouml;l also nur um den Faktor 122/83=1,5 st&auml;rker.</p>
<p class="gray">Die Grafik untertreibt den Anstieg von Erdgas um den Faktor 11/1,5=7,33.</p>
</div>
<p>Wie erheblich, das k&ouml;nnen wir mit dem <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">L&uuml;genfaktor</a> messen, mit dem wir Excels Diagrammassistenten bereits einen Teil des Untergangs der abendl&auml;ndischen Datenkultur in die Zellen schieben konnten. Der <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">Diagrammassistent l&uuml;gt notorisch</a>. Er schneidet S&auml;ulen und Balken automatisch ab. Die resultierenden Unterschiede zwischen den S&auml;ulen und Balken haben mit den Wertunterschieden, die sie abbilden sollten, nur noch wenig &Auml;hnlichkeit. Wir messen, wie lang einer der verzerrten Balken ist und wie lang er sein sollte, teilen das eine durch das andere und bekommen ein Ma&szlig; f&uuml;r die Unter&#8209; oder &Uuml;bertreibung.</p>
<p>Bei Liniengrafiken k&ouml;nnen wir dieses Prinzip auf die abgebildeten Steigungen &uuml;bertragen. In der Energiepreisgrafik ist je nach Blickrichtung die Steigung des Heiz&ouml;ls um das Siebenfache &uuml;ber&#8209; bzw. die Steigung des Erdgases um das Siebenfache untertrieben.</p>
<p>Warum ist das so? Eine Liniengrafik zeigt Wert&auml;nderungen zwischen zwei Perioden durch die Steigung der sie verbindenden Linie. Wir haben gelernt, je steiler die Linie, desto gr&ouml;&szlig;er die Steigung und eben die Wert&auml;nderung. In der Energiepreisgrafik kommen wir damit aber ins Schleudern: Heiz&ouml;l steigt steiler als Erdgas und Strom. Halt! Ist das wirklich so? Wir sehen n&auml;her hin: Nur wenn wir die absoluten Werte betrachten. Aber k&ouml;nnen wir denn absolute Wert&auml;nderungen betrachten, wenn wir von unterschiedlichen Niveaus starten? Nat&uuml;rlich nicht. Die Steigungen sind offensichtlich nicht proportional zu den prozentualen Preis&auml;nderungen. Ja, was sagen denn dann die Steigungen aus? </p>
<p>Wir sehen: <strong>Steigungen m&uuml;ssen f&uuml;r prozentuale Wert&auml;nderungen reserviert bleiben</strong>. Anderenfalls versto&szlig;en wir gegen Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz. Im besten Fall werden wir nur schlecht verstanden, im schlimmsten Fall wirft man uns Manipulation vor.</p>
<p><strong>Erste Alternative zum Tigerritt: Normierung</strong><br />Eine erste L&ouml;sung des Problems ist die Normierung der Werte auf einen einheitlichen Startwert. Man teilt alle Werte einer Reihe durch den Anfangswert der Reihe. Der erste Wert jeder Reihe ist damit 100 und alle anderen Werte  sind in Bezug zu diesem Startwert gesetzt. Eine sehr gute L&ouml;sung.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="/images/Preise_Details_normiert.png" alt="Normalisierte Werte" /></p>
<p>Zeitungen schrecken vor Normierungen im allgemeinen zur&uuml;ck. Man kann sich das Dilemma vorstellen, in dem ein Redakteur steckt. Jede Umformung muss vom Leser verstanden werden. Gezeigt werden nicht mehr die tats&auml;chlichen Werte. Es wird deutlich, wie wichtig und gleichzeitig willk&uuml;rlich die Wahl des Startpunktes ist. Die Darstellung der Istwerte wirkt demgegen&uuml;ber unverf&auml;nglicher. </p>
<p>Dennoch: Wer Grafiken produziert, die Strom steiler als Erdgas steigen lassen, obwohl Strom nicht einmal halb so stark wie Erdgas stieg, der braucht dringend eine Alternative. </p>
<p><strong><a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2">Teil 2: Logarithmische Skalen</a></strong></p>
<p class="gray" style="margin-top: 40px;">* <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091" target="_blank">Logarithmische Skalen&#160;&#8211; Tagesgespr&auml;ch zu B&ouml;rse und Wirtschaft&#160;&#8211; GoldSeiten-Forum.de</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Vergleichen Zeitreihenvergleiche Zeitreihen?</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/blaues-wunder</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/blaues-wunder#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Sep 2008 18:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://blog.bissantz.de/?p=291</guid>
		<description><![CDATA[Zeitreihenvergleiche finden wir in beinahe jeder Zeitung, jedem Wirtschafts- und jedem Politmagazin. So häufig sie dort auftauchen, so tückisch sind sie. Was wir über Verläufe wissen sollten, damit wir keine falschen Schlüsse ziehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Zeitreihenvergleiche finden wir in beinahe jeder Zeitung, jedem Wirtschafts&#8209; und jedem Politmagazin. So h&auml;ufig sie dort auftauchen, so t&uuml;ckisch sind sie. Was wir &uuml;ber Verl&auml;ufe wissen sollten, damit wir keine falschen Schl&uuml;sse ziehen.</strong></p>
<p>Solche blauen Wunder erlebe ich in letzter Zeit oft. In diesem Fall suggerieren die Linien: Heiz&ouml;l ist explodiert, Strom leicht, Erdgas schw&auml;cher gestiegen.</p>
<div style="height: 230px;">
<p><img src="/images/Entwicklung_Wams23_080608_S7_180px.jpg" alt="Entwicklung der Preise" style="float: left;" /></p>
<div style="margin-left: 190px;">
<p>Wer aber nachrechnet, sieht: Das blaue Erdgas steigt in 17 (!) Jahren mehr als doppelt so stark wie der gr&uuml;ne Strom und fast so stark wie das rote Heiz&ouml;l. Von der fehlenden Bereinigung um Inflation und MwSt.-Erh&ouml;hungen abgesehen: Sehen wir das?</p>
<table class="energie">
<tr>
<td>&nbsp;</td>
<th>1991</th>
<th>2007</td>
<th>&#916;</th>
</tr>
<tr>
<td class="energie heizoel">Heiz&ouml;l</td>
<td>26,38</td>
<td>58,63</td>
<td>+122&#160;%</td>
</tr>
<tr>
<td class="energie strom">Strom</td>
<td>14,80</td>
<td>20,15</td>
<td>+36&#160;%</td>
</tr>
<tr>
<td class="energie erdgas">Erdgas</td>
<td>3,55</td>
<td>6,51</td>
<td>+83&#160;%</td>
</tr>
</table>
</div>
</div>
<p>Nein, das sehen wir gar nicht. Warum, das wurde mir klar, als ich neulich mit meinem Sohn &uuml;ber Geometrie sa&szlig;. Wir betrachteten zwei Reihen, die parallel laufen. Wir fragten uns: Ist parallel gleichbedeutend mit &auml;hnlich? Er und ich lernten: Reihen laufen dann parallel, wenn sie die gleiche absolute Steigung aufweisen. Das ist der Fall, wenn die absoluten Ver&auml;nderungen je Periode f&uuml;r die Reihen gleiche Betr&auml;ge und Vorzeichen aufweisen. Wo sie starten, ist egal.</p>
<p class="gray"><img src="http://blog.bissantz.de/images/absolut_parallel.png" alt="" /><br />
Wenn Reihen mit absoluten Werten parallel verlaufen, bedeutet das: Sie haben die gleichen absoluten Zuw&auml;chse&#160;&#8211; hier: +30.</p>
<p>Bei relativer Betrachtung ergibt sich ein v&ouml;llig anderes Bild. Von Parallelit&auml;t kann keine Rede mehr sein. Zudem liegt die rote Reihe mit den h&ouml;heren Werten jetzt unten und verl&auml;uft flacher. Warum? Die relativen Wertzuw&auml;chse sind in jeder Periode anders und bezogen auf die zunehmenden Vorperiodenwerte werden sie geringer.</p>
<p class="gray"><img src="http://blog.bissantz.de/images/relativ_bei_absolutparallel.png" alt="" /><br />So gar nicht parallel sehen die parallelen Reihen von oben aus, wenn wir ihre relativen Zuw&auml;chse abtragen&#160;&#8211; hier z.&#160;B. die +30 von 70 auf 100 als 43&#160;%, die +30 von 370 auf 400 als 8&#160;%.</p>
<p>Und jetzt&#160;&#8211; des blauen Wunders L&ouml;sung: <strong>Wenn sich Dinge in gleichem Tempo &auml;ndern, dann ist der Verlauf der absoluten Werte alles andere als parallel.</strong> Gleiches Tempo hei&szlig;t: gleiche relative Zuw&auml;chse. Die Reihen laufen umso st&auml;rker auseinander, je unterschiedlicher die Startwerte sind:</p>
<p class="gray"><img src="/images/absolut_divergierend.png" alt="absolut divergierend" /><br />Die paradoxe L&ouml;sung des blauen Wunders: Wenn Entwicklungen sehr &auml;hnlich sind, laufen ihre Reihen auseinander. Sie ver&auml;ndern sich dann n&auml;mlich gleich stark. Gleich stark hei&szlig;t dabei mit gleichen relativen Ver&auml;nderungen&#160;&#8211; siehe n&auml;chste Abbildung.</p>
<p class="gray"><img src="/images/relativ_bei_absolut_divergierend.png" alt="relativ bei absolut divergierend" /><br />Die Werte aus der vorherigen Abbildung bei relativer Betrachtung: Jetzt &auml;hneln sich die Verl&auml;ufe und weil die Zuw&auml;chse identisch sind, liegen sie aufeinander.</p>
<p>Das Ergebnis dieser Betrachtung ist so &uuml;berraschend wie paradox: Die typischen, oft gezeigten Verl&auml;ufe von absoluten Werten f&uuml;r Ums&auml;tze, Aktienkurse, Temperaturen usw. &auml;hneln sich nur in einem Fall. Dann n&auml;mlich, wenn sie von Periode zu Periode um einen sehr &auml;hnlichen absoluten Betrag zu&#8209; oder abnehmen. Das aber ist gar nicht zu erwarten. Wenn die Finanzkrise die Aktienkurse von Commerzbank (&#8364; 16,82 am 05.09.2008) und Deutsche Bank (&#8364; 56,69) beeinflussen sollte, w&uuml;rden wir keineswegs erwarten, dass beide um den gleichen Absolutbetrag nach unten gehen.</p>
<p>Viel eher zu erwarten und f&uuml;r uns analytisch von Wert sind Abh&auml;ngigkeiten, die einen &auml;hnlichen relativen Einfluss auf Verl&auml;ufe zeigen. Um derlei zu erkennen, m&uuml;ssen wir relative Ver&auml;nderungen abtragen. Je n&auml;her dann Verl&auml;ufe zueinander liegen, desto &auml;hnlicher sind sie auch.</p>
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		<title>Referenzbalken</title>
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		<pubDate>Fri, 22 Aug 2008 15:27:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Balkendiagramm]]></category>
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		<category><![CDATA[Grafische Tabellen]]></category>
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		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Stapelgrafik ging es das letzte Mal bereits an die Balken. Heute: Wie wir die Idee des Komponentenvergleichs durch Grafische Tabellen mit sogenannten Referenzbalken retten können.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Grafische Tabellen erleichtern uns die analytische Arbeit ganz enorm. Sie sind nacharbeitungsfrei und damit automatisierbar. Ihre Attraktivit&auml;t l&auml;sst sich mithilfe neuer grafischer Elemente weiter steigern.</strong></p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/hochstapeln">Das letzte Mal</a> stellten wir kategorisch fest: Wollen wir mehr als zwei Kriterien optisch differenzieren, d&uuml;rfen wir sie nicht stapeln. Das trifft uns beim Vergleich von Komponenten. Wollen wir z.&#160;B. zeigen, wie sich der Benzinpreis in verschiedenen L&auml;ndern aus Grundpreis und Steuern zum Preis an der Zapfs&auml;ule addiert, so stapeln wir schnell zu hoch, da wir drei Kriterien darzustellen haben.</p>
<p>Eine erste L&ouml;sung bestand darin, mehr Raum zur Verf&uuml;gung zu stellen und jedem Kriterium eine eigene Spalte zu spendieren:</p>
<p class="gray"><img src="/images/ams_redesign_gt_basis1.png" alt="Superbenzin: Grundpreis, Steuern und Preis an der Zapfsäule im Ländervergleich" /><br />
Besser als eine herk&ouml;mmliche Stapelgrafik &ndash; aber es geht noch besser.</p>
<div class="gray" style="position: absolute; left: 470px; width: 210px;"><img src="/images/steuerstapel-ams-210px.jpg" alt="Superbenzin: Grundpreis, Steuern und Preis an der Zapfsäule im Ländervergleich" /><br />
Die Balken des Ansto&szlig;es: ein Diagramm aus der &#8222;auto motor und sport&#8220;, Nr.&#160;16/2008, S.&#160;3; ausf&uuml;hrlich <a href="http://blog.bissantz.de/hochstapeln">hier</a> besprochen.</div>
<p>Wir k&ouml;nnen nun alle Kriterien gut vergleichen und sehen jetzt schneller, dass Deutschland trotz der zweith&ouml;chsten Steuern insgesamt im Mittelfeld rangiert, weil wir gemeinsam mit &Ouml;sterreich den niedrigsten Grundpreis haben.</p>
<p>Aber: G&auml;nzlich verschwunden ist die urspr&uuml;ngliche Idee des Stapelns, den jeweiligen Anteil von Grundpreis und Steuer am Endpreis zu visualisieren. Daf&uuml;r liegen die Balken f&uuml;r Grundpreis und Steuer zu weit von den Balken f&uuml;r den Gesamtpreis entfernt. Wenn drei Komponenten zu hoch und eine Komponente zu tief gestapelt ist, dann sind es vielleicht deren zwei. Das zumindest ist die Idee der Referenzbalken. Mithilfe einer F&uuml;llgrafik bilden sie Haupt&#8209; und Teilkomponente gemeinsam ab. Redundanz wird dabei in Kauf genommen.</p>
<p><img src="/images/ams_redesign_referenzbalken.png" alt="Steuern und Grundpreis mit Referenzbalken" /></p>
<p>Jeder einzelne Balken liefert in blau den eigentlichen Wert, als Rahmen den Gesamtwert und als ungef&uuml;llter Teil des Rahmens den jeweils anderen Wert.</p>
<p><img src="/images/erklaerung-referenzbalken.png" alt="Detailansicht eines Referenzbalkens" /></p>
<p>In jeder Spalte sind jetzt folglich alle drei Kriterien grafisch repr&auml;sentiert, das aktuell betrachtete ist durch die Einf&auml;rbung hervorgehoben. In der ersten Spalte k&ouml;nnen wir jetzt eine kleine Regressionsanalyse per blo&szlig;em Auge durchf&uuml;hren. Zwischen der Sortierung nach Steuer und der Reihenfolge nach Gesamtpreis besteht ein gewisser Zusammenhang, wie wir sehen.</p>
<p>Insgesamt wird uns einmal mehr bewusst, worauf es uns in der analytischen Darstellung ankommen muss: das Vergleichen. Eine grafische Darstellung ist eben nur so gut, wie sie dem Auge das Vergleichen erleichtert. Vorab m&uuml;ssen wir entscheiden, womit wir vergleichen wollen. In der Originalgrafik und in meiner &Uuml;berarbeitung sind die verf&uuml;gbaren Pixel der Komponentenbetrach&shy;tung gewidmet. Dass auch das nicht in Balken geschnitzt sein muss, sehen wir uns <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen">demn&auml;chst </a>an.</p>
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