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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Controller</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>In trockene T&#252;cher gemei&#223;elt</title>
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		<pubDate>Fri, 18 Sep 2009 07:53:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Politiker wie Controller brauchen Partner, Helfer, Mitstreiter, wollen sie nicht nur untersuchen und feststellen, sondern handeln und ändern. Die zu finden und zu überzeugen, ist nicht nur eine Sache der Zahlen, sondern auch ihrer Vermittlung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>In Wahlkampfzeiten wird uns wieder bewusst: Politik und Phrasen geh&ouml;ren zusammen. Auch Controlling kann Politik sein. Trotzdem wollen wir das Phrasenhafte vermeiden. Ein kleiner Sprachratgeber.</strong></p>
<p>Politiker wie Controller brauchen Partner, Helfer, Mitstreiter, wollen sie nicht nur untersuchen und feststellen, sondern handeln und &auml;ndern. Die zu finden und zu &uuml;berzeugen, ist nicht nur eine Sache der Zahlen, sondern auch ihrer Vermittlung. Damit sind wir beim Thema: Die gleiche Sorgfalt, die wir auf unsere Daten anwenden, brauchen wir auch f&uuml;r die Sprache, mit der wir sie berichten. Ich versuche mich heute an einem kleinen Sprachratgeber.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Seehofer-Quelle_merkur-online.jpg" alt="Martin Zeil (FDP): 'Westerwelle hat Verständnis für uns'. Quelle: merkur-online.de, 03.07.2009." title="" style="margin-bottom: 4px;"/><br />Anl&auml;sslich der vermeintlichen Rettungsaktion bei Quelle wurde viel &uuml;ber trockene T&uuml;cher gesprochen. Es ging aber nicht um T&uuml;cher.<br />Foto: <a href="http://www.merkur-online.de/nachrichten/wirtschaft/westerwelle-verstaendnis-uns-381042.html" target="_blank">merkur-online.de</a>, 03.07.2009.</p>
<p><strong>Angedacht</strong><br />Wir sollten es vermeiden, etwas <em>anzudenken</em> oder zu fragen, ob jemand etwas schon <em>angedacht</em> habe. Das erinnert an die Zeiten der DDR-Diktatur. Wer etwas nur <em>andachte</em>, konnte sich davon sofort wieder distanzieren. Eine Sicherheitsma&szlig;nahme in unsicheren Zeiten. Inzwischen k&ouml;nnen wir ungef&auml;hrdet alles von allen Seiten betrachten, erw&auml;gen, durchdenken, beleuchten, untersuchen, analysieren, darin etwas entdecken oder eben feststellen. Wir k&ouml;nnen sogar etwas planen, organisieren, vorbereiten, konzipieren.</p>
<p><strong>Commiten, im Doing, delivern, executen, umswitchen</strong><br / >&Uuml;ber Denglisch wird viel geschrieben. Dem ist wenig hinzuzuf&uuml;gen. Ein befreundeter Vertriebsleiter sagte einmal zu mir: &bdquo;Die Sache ist on hold, wir wissen nicht, ob wir &uuml;berhaupt delivern k&ouml;nnen, im Executen haben wir noch Nachholbedarf&ldquo;. Der Mann ist &Ouml;sterreicher und sprach den Satz obendrein in liebensw&uuml;rdigstem Wienerisch.</p>
<p><strong>Einstielen, aufsetzen, aufgleisen, ausrollen, eint&uuml;ten</strong><br />Viele neudeutsche Verben strotzen nur so vor Tatendrang und sind nachgerade heroisch. Ernst gemeint, ist ihr Mangel an Pr&auml;zision verzeihlich. H&ouml;rt man sie zu oft und passiert dann nichts, wird man misstrauisch. </p>
<p><strong>Platzieren, eng mitf&uuml;hren, zeitnah</strong><br /> Bei manchen Worten ist fehlende Genauigkeit &auml;rgerlich. Was genau ist geschehen, wenn der Au&szlig;endienst ein Produkt <em>platziert</em> hat? Wurde es nur erw&auml;hnt, vorgef&uuml;hrt, angeboten oder gar bestellt? Wann soll etwas passieren? Fault etwas in einer Liste unerledigter Aufgaben bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vor sich hin oder gibt es einen Termin? Hat man etwas delegiert oder selbst in die Hand genommen? Jede Organisation ist auf ein Mindestma&szlig; an Verbindlichkeit angewiesen.</p>
<p>F&uuml;r die Sprache gilt &Auml;hnliches wie f&uuml;r gutes Business Intelligence: <a href="http://blog.bissantz.de/bi20">ernsthaft, sachlich, bescheiden</a> soll sie sein. In zwei Wochen mehr davon.</p>
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		</item>
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		<title>Vis&#8209;&#224;-vis ist noch keine Visualisierung</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/differenzen-bilden</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Apr 2009 16:10:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vergleichen heißt Differenzen bilden. Das gilt auch und besonders für überlagerte Zeitreihen. Sonst bleiben sogar große Veränderungen unbemerkt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Analysieren hei&szlig;t Vergleichen. Das ist unsere zentrale Regel hier. Beim Vergleichen reicht aber selten die Gegen&uuml;berstellung. Meist muss man erst subtrahieren. Erst dann sehen wir, was es zu sehen gibt.</strong></p>
<p>Das Auge kann nur mit &auml;u&szlig;erster M&uuml;he gezwungen werden, vertikale Abst&auml;nde wahrzunehmen, wenn horizontale Abst&auml;nde ein Muster bilden. Und Muster entstehen zwangsl&auml;ufig, wenn wir Zeitreihen &uuml;berlagern. </p>
<p>Ein Beispiel liefert diese Grafik aus der ZEIT vom 5.3.2009. Wie gro&szlig; ist der Saldo aus Im&#8209; und Export? Wie entwickelt er sich? Wie stark driften Ein&#8209; und Ausfuhren auseinander? Wir k&ouml;nnen das kaum sagen. Die ZEIT zeigt das Saldo daher klugerweise ebenfalls&#160;&#8211; als S&auml;ulendiagramm mit einem gr&ouml;beren 5-Jahres-Raster (feiner: <a onclick="return openPopup('/images/Aussenhandel_Saldo_Details.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Aussenhandel_Saldo_Details.png">hier</a>).</p>
<p class="gray"><img src="/images/diezeit_050309_s25_450px.png" alt="" /><br />
Die vertikalen Abst&auml;nde und damit das Saldo sind aus der Zeitreihengrafik kaum zu entschl&uuml;sseln (DIE ZEIT, 5.3.2009, S.&#160;25).</p>
<p>Mit diesem Problem schlagen wir uns herum, seitdem es Liniendiagramme gibt, also seit William Playfair sie vor mehr als 200 Jahren erfunden hat. Nebenbei: seine ersten Zeitreihen waren ebenfalls der Analyse des Au&szlig;enhandels gewidmet. Die folgende Grafik Playfairs zeigt Englands Defizit gegen&uuml;ber den Einfuhren aus Asien. <a onclick="return openPopup('/images/playfair_norway.gif', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_norway.gif">Eine andere</a> die Verh&auml;ltnisse gegen&uuml;ber Norwegen.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/playfair_east_indies_gross.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_east_indies_gross.png"><img src="/images/playfair_east_indies_450px.png" alt="" /></a><br />
Das gleiche Problem behindert die Lesbarkeit des ersten Liniendiagramms &uuml;berhaupt von Playfair aus dem Jahr 1785 (zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken).</p>
<p>Es ist nicht ohne <a href="http://blog.bissantz.de/deutungsprioritaet">T&uuml;cken</a>, die Entwicklung allein einer einzigen Gr&ouml;&szlig;e angemessen zeigen zu wollen. Zwei Gr&ouml;&szlig;en im Vergleich stellen uns vor noch gr&ouml;&szlig;ere Herausforderungen. </p>
<p>Cleveland und McGill haben das f&uuml;r die Playfair-Daten bereits vor l&auml;ngerem <a onclick="return openPopup('/images/playfair_differenz_cleveland.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/playfair_differenz_cleveland.png">gezeigt</a>. Ich habe ihr Beispiel etwas erweitert. Die Daten habe ich aus der Abbildung rekonstruiert. Wer damit ebenfalls experimentieren will, findet sie <a href="http://blog.bissantz.de/misc/Playfair_EastIndies_values_estimated.xls">hier</a>.</p>
<p>Man erkennt gut: In der Originaldarstellung glauben wir, dass ab 1760 die Differenz zwischen Im&#8209; und Export nicht gro&szlig; ist und sich kaum &auml;ndert. Wie sehr das t&auml;uscht, zeigt die Linie des Saldos (eine logarithmische Variante <a onclick="return openPopup('/images/Playfair_reconstructed_log_minmax.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Playfair_reconstructed_log_minmax.png">hier</a>).</p>
<p class="gray"><img src="/images/Playfair_reconstructed_normal_scale.png" alt="" /><br />
Import, Export und Delta&#160;&#8211; erst so wird die Entwicklung ablesbar <br />(Grafik: DeltaMaster)</p>
<p>Was lernen wir f&uuml;r das Controlling daraus? Wie wir schon anl&auml;sslich der <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen">entstapelten</a> Stapelgrafik gesehen haben, gen&uuml;gen die rohen Daten nur selten. Controller m&uuml;ssen die Meister des Deltas sein. <strong>Immer, wenn wir zwei Werte haben, interessiert auch deren Differenz.</strong> Also ist Subtraktion h&auml;ufig das Mindeste, was wir tun m&uuml;ssen. </p>
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		<title>Wir lieben es, Erbsen zu z&#228;hlen</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/erbsen-zaehlen</link>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 21:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Controller sind Erbsenzähler. Das ist gut so. Denn gute Unternehmer sind es auch. Und zu viele Lotsen auf demselben Schiff verderben den Kurs. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Controller sind Erbsenz&auml;hler. Na und? Irgendeiner muss das tun und es ist besser, man tut es gut. &Uuml;brigens finde ich: Gute Unternehmer sind immer auch gute Erbsenz&auml;hler. Das haben sie mit Controllern gemeinsam.</strong></p>
<p>Auf Controllerkongressen haben Vortr&auml;ge gerne Titel wie &bdquo;Controlling &ndash; Eine Alibi-Funktion oder mehr?&ldquo;*  oder &bdquo;Controlling und Risikomanagement: &sbquo;Numbercruncher&rsquo; und Gesch&auml;ftsverhinderer?&ldquo;**.</p>
<p>Man scheint der Ansicht zu sein, die Controller seien ein recht unsicheres V&ouml;lkchen und m&uuml;ssten sich st&auml;ndig des Werts ihrer Aufgaben versichern lassen. Dazu dienen dann Seefahrtsmetaphern. Der Controller sei Lotse, Navigator, Steuermann. Drunter geht es nicht.</p>
<p>Ich halte das f&uuml;r Seemannsgarn. Der Chef steuert, lotst und navigiert. Nicht das Controlling. Das Lotsenbild hat Schr&auml;glage. Es geht nicht darum, einen vorgegebenen Kurs auf dem Kompass m&ouml;glichst genau einzuhalten, sondern Untiefen dort zu erahnen, wo andere ins Blaue segeln w&uuml;rden und manchmal mutig, manchmal vorsichtig die Richtung zu &auml;ndern. Das ist Unternehmeraufgabe. Die wenigstens rei&szlig;en sich darum.</p>
<p>Der Controller ist der Mann am Sonar. Wieviel Wasser ist unter dem Rumpf? Was war der bisherige Kurs? Was haben wir bereits erfahren? Planung und Simulation zeigen, ob man auf Kollisionskurs ist oder freie Fahrt hat.  </p>
<p>Gehen wir also wieder an Land. Das Controlling z&auml;hlt Erbsen. Jawohl. Unternehmer ohne eigenes Controlling tun das auch. T&auml;glich. Ich habe es zu Beginn meiner Karriere ebenfalls getan. Mit gro&szlig;er Leidenschaft. Am Ende des Tages sa&szlig; ich f&uuml;r mindestens eine Stunde in einer stillen Ecke, z&auml;hlte, kalkulierte, rechnete, bis ich mir sicher war, dass mir und den meinen kein Ungemach drohte und gen&uuml;gend Erbsen da waren, mit denen wir wirtschaften konnten.</p>
<p><img src="/images/kstanalyse2.png" alt="Kostenstellenanalyse" title="Kostenstellenanalyse" width="447" height="267" class="aligncenter size-full wp-image-1327" /></p>
<p class="gray">Kostenstellenanalyse: Profilunterschiede k&ouml;nnen Hinweise geben auf Kostensenkungspotenziale&#160;&#8211; vorausgesetzt, die Erbsen wurden sorgf&auml;ltig gez&auml;hlt und die Daten stimmen.</p>
<p>Ein Unternehmer kennt seine Zahlen. Er wei&szlig;, was in der Kasse ist, welche Rechnungen geschrieben wurden, welche bezahlt sind. Er ist darin penibel und erbsengenau und er k&auml;me niemals auf die Idee, dass buchhalterische Gewissenhaftigkeit, vorausschauende Planung und spitzer Bleistift unseem&auml;nnisch, Verzeihung, anachronistisch oder &uuml;berfl&uuml;ssig sein k&ouml;nnten.</p>
<p>Ein bisschen paradox: Das Controlling verliert genau dann seine Daseinsberechtigung, wenn es aufh&ouml;rt, Erbsen zu z&auml;hlen. Ein Kunde hat mir neulich von einem Kostensenkungsprojekt erz&auml;hlt. Mehrere vergleichbare Kostenstellen seines Hauses wurden unter die Lupe genommen. Schnell stellte sich heraus: Gleiche Kosten waren in den verschiedenen Kostenstellen unter verschiedenen Kostenarten gebucht worden. Er war entsetzt. Zu Recht. Steuerungshilfen auf diesem Niveau taugen nicht einmal f&uuml;r ein Ruderboot. Die Buchungslogik wurde korrigiert. Auff&auml;lligkeiten zeigen jetzt auch wieder unternehmerischen und nicht nur buchhalterischen Handlungsbedarf.</p>
<p class="gray">* Vortrag von Diethelm Sack, Vorstand Finanzen/Controlling der Deutschen Bahn AG, in: ICV (Hrsg.), Veranstaltungsflyer zum 34. Congress der Controller &#8222;Controlling in harten Zeiten&#8220; am 11./12. Mai 2009 in M&uuml;nchen, Gauting 2009.</p>
<p class="gray">** Vortrag von Frank Romeike, RMA e.V., ebenda.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 14:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1">ersten Teil</a> haben wir Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz repetiert, mit dem L&uuml;genfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute b&auml;ndigen wir den Tiger.</strong></p>
<p><a href="http://peltiertech.com/WordPress/2008/09/16/logarithmic-axis-scales/">Jon Peltier</a> hat unsere Bem&uuml;hungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei <strong>logarithmischer Skalierung</strong> vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen. Das Original (oben rechts) lie&szlig; den Strom steiler als das Erdgas steigen. Heiz&ouml;l explodierte geradezu. Jetzt hingegen stimmen die Verh&auml;ltnisse. Die Steigungen der Linien passen zu den Wert&auml;nderungen um 122, 83 und 36 Prozent:</p>
<p><img src="/images/Preise_Details_logarithmisch.png" alt="Logarithmierte Werte" /></p>
<p>Die logarithmische Skala schafft es also, die Verh&auml;ltnisse ins rechte Licht zu r&uuml;cken. Warum ist das so?</p>
<p><strong>Das Tigergeheimnis: Identische Nachkommastellen</strong><br />Logarithmen haben viele segensreiche Eigenschaften. Eine davon sehen wir anhand dieser Tabelle, die uns die logarithmierten Werte von 10 bis 100 und von 100 bis 1000 zeigt:</p>
<table id="logarithmen">
<tr>
<th>y</th>
<td>10</td>
<td>20</td>
<td>30</td>
<td>40</td>
<td>50</td>
<td>60</td>
<td>70</td>
<td>80</td>
<td>90</td>
<td>100</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>1,00</td>
<td>1,30</td>
<td>1,48</td>
<td>1,60</td>
<td>1,70</td>
<td>1,78</td>
<td>1,85</td>
<td>1,90</td>
<td>1,95</td>
<td>2,00</td>
</tr>
<tr>
<th class="space">&nbsp;</th>
<td colspan="10" class="space">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<th>y</th>
<td>100</td>
<td>200</td>
<td>300</td>
<td>400</td>
<td>500</td>
<td>600</td>
<td>700</td>
<td>800</td>
<td>900</td>
<td>1000</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>2,00</td>
<td>2,30</td>
<td>2,48</td>
<td>2,60</td>
<td>2,70</td>
<td>2,78</td>
<td>2,85</td>
<td>2,90</td>
<td>2,95</td>
<td>3,00</td>
</tr>
</table>
<p>Die Nachkommastellen sind paarweise identisch! Eine logarithmische Skala konstruieren wir damit, indem wir wie gewohnt unsere Y-Werte an eine senkrechte Achse schreiben, f&uuml;r die tats&auml;chlichen Abst&auml;nde aber ihre Logarithmen verwenden. Das f&uuml;hrt dazu, dass auf jeder Gr&ouml;&szlig;enordnung von Werten gleiche prozentuale Ver&auml;nderungen mit derselben Steigung abgebildet werden. Konkret: Eine 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 20 auf den Wert 30 wird auf der Y-Achse mit der Steigung 1,48&#160;&#8211; 1,30 = 0,18 abgebildet. Die ebenfalls 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 200 auf den Wert 300 ebenfalls (2,48&#160;&#8211; 2,30 = 0,18). Auf einer &bdquo;normalen&ldquo; Skala hingegen w&uuml;rden wir die Steigungen 30 &#8211;&#160;20 = 10 und 300&#160;&#8211; 200 = 100 vergleichen. Das Ergebnis haben wir oben rechts.</p>
<p>Logarithmische Skalen finden wir in Zeitungen noch seltener als normierte Darstellungen. Wie wir sehen, bed&uuml;rfen sie einer Erkl&auml;rung. Das und ein paar andere Gr&uuml;nde, die f&uuml;r unsere F&auml;lle aber keine Rolle spielen, lassen manchen ihre Anwendung mit dem Ritt auf einem <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091">tollw&uuml;tigen Tiger</a> vergleichen, den man am besten nur mit verbundenen Augen und in sediertem Zustand absolviert. Das ist kompletter Unsinn. </p>
<p style="margin-bottom: 0;"><strong>&#8222;In order to represent comparable percentage changes, the scale is logarithmic&#8220;</strong></p>
<div style="height: 400px;">
<div style="width: 280px; float: left;">
Eine logarithmische Skala sorgt daf&uuml;r, dass die Steigungen die prozentualen Ver&auml;nderungen zeigen. Die absoluten Werte k&ouml;nnen wir dann aus der Skala ablesen oder beschriften. Ein Vergleich, in dem die Steigungen nicht propor&shy;tional zu den prozentualen Ver&auml;nderungen sind, ist schlicht und ergreifend irref&uuml;hrend und damit nutzlos. Ein kleiner erkl&auml;render Hinweis auf die logarithmische Skala liefert die n&ouml;tige Lesehilfe.</p>
<p>Die ehrw&uuml;rdige New York Times zeigt, wie es geht. Die Darstellung zur Finanzkrise mit ihrer Integration von Grafik, Zahlen und Text ist ein Monument gelungenen Informationsdesigns.</p>
<p>Der Parallelverlauf st&uuml;rzender Kurse ist tats&auml;chlich auch so interpre&shy;tierbar und nicht ein Produkt mangelhafter Skalierung. Dass es der Times zudem gelingt, Daten, Text und Grafik derart zu einem sinn&shy;haften und h&ouml;chst informativen Ganzen zu verschmelzen, ist vorbildlich. Bei genauerem Hinsehen also ist der Logarithmus schnell verstanden. Man ist daher erstaunt, ihm nicht h&auml;ufiger zu begegnen. </p>
</div>
<p class="gray" style="width: 160px; float: right;"><a href="http://blog.bissantz.de/images/Stock_prices_of_financial_companies_600px.png" target="_blank"><img src="/images/Stock_prices_of_financial_companies_160px.jpg" width="160" height="338" alt="Stock Prices of Financial Companies" /></a><br />Quelle: New York Times vom 21.09.2008, S.&#160;19. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken.</p>
</div>
<p>Nicht nur f&uuml;r New-York-Times-Leser, sondern auch f&uuml;r Controller und Manager gilt fortan: Der tollw&uuml;tige Tiger ist doch nur eine brave Hauskatze.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>BI, Robot</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/bi-robot</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 13:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das wichtigste Element für ein wirtschaflicheres Berichtswesen ist Automation. Dazu braucht es aber weder Controllingroboter noch Künstliche Intelligenz. Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Programmierung reichen. Zuviel kann eher schaden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das wichtigste Element f&uuml;r ein wirtschaflicheres Berichtswesen ist Automation. Dazu braucht es aber weder Controllingroboter noch K&uuml;nstliche Intelligenz. Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Programmierung reichen. Zuviel kann eher schaden.</strong></p>
<p>F&uuml;r mehr <a href="http://blog.bissantz.de/industriereporting">Industriereporting</a> hatte ich schon geworben. Und mir <a href="http://blog.bissantz.de/tod-der-businessgrafik">robuste Berichtsformate</a> gew&uuml;nscht, die eine automatische Bef&uuml;llung mit Daten nacharbeitungsfrei aushalten. Die Analogie zu den Bedingungen in der industriellen Produktion liefert noch mehr Inspiration. In der Fertigung ist ein Grad an Automation erreicht, der Betriebswirte staunen l&auml;sst. Und deprimiert, wenn sie sehen, wie der Stand in der Unternehmenssteuerung ist.</p>
<p>Versierte Programmierer l&auml;cheln, wenn sie sehen, wie sich Controller immer wieder mit Handarbeiten abqu&auml;len, die einer vorindustriellen Manufaktur zur Ehre gereichen w&uuml;rden. Eine kleine Animation zeigt das am Beispiel einer Konzentrationsanalyse f&uuml;r den Produktumsatz. Sie soll zeigen, welche Artikel besonders wichtig f&uuml;r uns sind, ob der Umsatz stark auf einen Ausschnitt des Sortiments konzentriert ist oder ob der Erfolg auf vielen S&auml;ulen ruht. Entsprechend ihrer Bedeutung spricht man dann von A&#8209;, B&#8209; oder C-Artikeln und &uuml;berlegt u.a. welche C-Artikel eliminiert werden k&ouml;nnen.</p>
<p class="sample"><a onclick="return openPopup('/images/Excel_Animation.gif', '');" href="images/Excel_Animation.gif"><img src="/images/schritt1.png" alt="" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Manuelle ABC-Analyse in Excel. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern bitte anklicken.</span></p>
<p>Wie die Animation zeigt, m&uuml;ssen die Daten geholt, sortiert und summiert werden. Es sind Anteile und Kumulationen zu bilden. Schlie&szlig;lich ist noch eine geeignete Klasseneinteilung zu finden, so dass Aussagen m&ouml;glich werden wie: &#8222;Mit einem Viertel unseres Sortiments erwirtschaften wir drei Viertel unseres Umsatzes.&#8220; Bei alledem gilt, was f&uuml;r viele Lehrbuchverfahren der BWL gilt: <strong>Die einzelnen Arbeitsschritte bleiben unabh&auml;ngig vom Untersuchungsgegenstand gleich.</strong> Egal, was analysiert werden soll, Vertreter, Kunden, Gebiete oder eben Artikel, die Arbeitsschritte bleiben gleich und gleich langweilig, weil vollst&auml;ndig automatisierbar.</p>
<p>Auf dieses simple Prinzip stie&szlig; ich als Assistent von <a href="http://blog.bissantz.de/peter-mertens">Peter Mertens</a>, dem legend&auml;ren Begr&uuml;nder der deutschen Wirtschaftsinformatik. Das war 1993 und die K&uuml;nstliche Intelligenz war sehr &agrave; la mode. Der Ehrgeiz in unserer Forschungsgruppe ging zeitgem&auml;&szlig; &uuml;ber triviale Ans&auml;tze der Makroprogrammierung hinaus und wir strebten nichts weniger als eine Art Controllingroboter an. Aus dem wurde nichts. Aber auf einem sehr langen Weg kumulativer Forschung, der inzwischen zwanzig Jahre umfasst, entstanden andere n&uuml;tzliche Ergebnisse.</p>
<p class="sample"><a onclick="return openPopup('/images/DM_Animation.gif', '');" href="images/DM_Animation.gif"><img src="/images/DM1.png" alt="" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Automatisierte ABC-Analyse in meinem geliebten DeltaMaster. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern bitte anklicken.</span></p>
<p>Eines davon ist die automatisierte ABC-Analyse. Sie hat sich inzwischen &uuml;ber viele Jahre bew&auml;hrt. Zudem lie&szlig; sich die Grundidee, Routineschritte an den Rechner zu delegieren, auch auf andere, mitunter komplexere Verfahren &uuml;bertragen. F&uuml;r ein automatisiertes Navigationsverfahren konnten wir einen begehrten Preis einheimsen.</p>
<p>Darin kam ein weiteres Automationsprinzip zum Tragen, das auch unsere ABC-Analyse pr&auml;gt: Die Lade&#8209;, Sortier&#8209; und Kumulationsprozesse bestehen aus trivialen Schritten, die keine R&auml;tsel aufgeben. Die Klasseneinteilung hingegen bedarf ein klein wenig Voodoo, in Form einer Entscheidungsheuristik f&uuml;r die Klasseneinteilung. Auf der Suche danach kam uns seinerzeit die zweite, bescheidene Erleuchtung: <strong>Routineentscheidungen eines versierten Anwenders lassen sich mathematisch nachbilden</strong>.</p>
<p><a title="klassen.png" href="http://blog.bissantz.de/images/klassen.png"><img src="http://blog.bissantz.de/images/klassen.png" alt="klassen.png" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Heuristik der Klasseneinteilung: Wo differieren die Grenzbeitr&auml;ge am st&auml;rksten?</span></p>
<p>Im Fall der ABC-Analyse w&uuml;rde ein Controller die Liste der Produktums&auml;tze durchgehen und die Grenzen zwischen A und B bzw. B und C dort ziehen, wo der Umsatz des n&auml;chsten Artikels sich vom Umsatz des vorhergehenden besonders stark unterscheidet. Grafisch w&auml;ren das die Knickstellen in der Konzentrationskurve. Dieses einfache Prinzip muss noch um ein paar weitere Regeln erg&auml;nzt werden, dann klassifiziert der Computer genauso wie ein Mensch das tun w&uuml;rde. Meistens. Deswegen hat der Mensch auch bei uns immer noch das letzte Wort und kann die Klasseneinteilung beliebig &auml;ndern.</p>
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		<title>Mindestqualifikation f&#252;r Controller: Spagat</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 15:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Modernes Controlling bewegt sich auf schmalem Grat. Entscheidungen dürfen nicht vorweggenommen werden. Aber der Controller soll auch Gutachter sein. Da hilft nur eins: Mut zur Unsicherheit.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Modernes Controlling bewegt sich auf schmalem Grat. Entscheidungen d&uuml;rfen nicht vorweggenommen werden. Aber der Controller soll auch Gutachter sein. Und IT-Fachmann. Und, und, und. Was hilft, den Vielfach-Spagat zu meistern?</strong></p>
<p>Wie gef&auml;hrlich Instrumente sind, die <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">Entscheidungen mit naiven Methoden</a> vorwegnehmen, wissen wir bereits. Es gibt auch Instrumente, die so kompakt und dicht berichten, dass man in vielen Situationen dem Management das <a href="http://blog.bissantz.de/guerillacontrolling1">komplette Datenbild</a> zum selber Hirnen bereitstellen kann. F&uuml;r Routineberichte halte ich das f&uuml;r einen gangbaren Weg: Die kompakten Visualisierungsformen daf&uuml;r gibt es und der Reiz des <a href="http://blog.bissantz.de/grafische-tabellen">Couchcontrolling</a>  ist hoch.</p>
<p><strong>Will das Controlling Gutachter sein, muss es den Mut haben, Unsicherheit zu wagen.</strong> In einer Welt voller Grauschattierungen Wahrheiten in schwarz und wei&szlig; anzubieten, mag Demagogen gut stehen, seri&ouml;s ist es nicht. Nur wer wagt, die Grenzen seiner Aussagen zu dokumentieren, kann auf vern&uuml;nftige Wirkung hoffen. Dazu geh&ouml;ren folgende Regeln:</p>
<ol>
<li><strong>Kennzeichnen Sie Berichte namentlich.</strong> Berichte werden von Menschen gemacht. Software erstellt keine Berichte. Es erh&ouml;ht die Glaubw&uuml;rdigkeit und reduziert das Risiko einer Fehlinterpretation, wenn wir die entstehende Verantwortung bewusst &uuml;bernehmen und alles, was wir produzieren, mit unserem Namen kennzeichnen. Wenn wir auf Daten Dritter zur&uuml;ckgreifen, sollten wir auch dort eine Person als Quelle identifizieren. Wenn es keine gibt, machen wir das deutlich, z.&#160;B. mit &bdquo;N.N., Statistisches Bundesamt&ldquo;. Ich finde, es geh&ouml;rt bereits zur Technik der Manipulation, wenn wir lediglich eine bekannte Institution als Quelle benennen. Bestenfalls handeln wir gedankenlos. Die suggerierte Glaubw&uuml;rdigkeit jedenfalls kann auf uns zur&uuml;ckfallen.</li>
<li><strong>Vergr&ouml;bern Sie Ihre Zahlen.</strong> Bei genauem Hinsehen ist es peinlich, so zu tun, als w&uuml;sste man tats&auml;chlich so genau Bescheid, wie es eine Zahl mit 9 Stellen suggeriert. Wenn man 5,6 M schreibt, ist das ein klares Signal, dass es um diese Gr&ouml;&szlig;enordnung geht und nicht um den Wahrheitsanspruch von 5.563.745,23. Diese <a href="http://blog.bissantz.de/scheingenauigkeit">Scheingenauigkeit</a> suggeriert nicht vorhandene Sicherheiten. Grobheit signalisiert: Es geht nicht um den exakten Betrag, es geht darum, ob die Richtung stimmt, ob wir gut &uuml;berlegt haben, ob wir planvoll handeln.</li>
<li><strong>Keine Adjektive.</strong> Adjektive &uuml;berlassen wir Revolverbl&auml;ttern. Dass etwas gestiegen ist, l&auml;sst sich zweifelsfrei belegen. Ob eine Steigerung um 23&#160;% &bdquo;deutlich&ldquo;, &bdquo;m&auml;&szlig;ig&ldquo;, &bdquo;entt&auml;uschend&ldquo;, &bdquo;dramatisch&ldquo; ist, entscheidet der Betrachter. Das gen&uuml;gt v&ouml;llig.</li>
<li><strong>Verachten Sie Corporate Design.</strong> Controlling ist keine Marketingveranstaltung. Das Logo Ihres Unternehmens und anderer Schnickschnack geh&ouml;ren nicht auf einen Bericht. Der CEO wei&szlig;, welchem Unternehmen er vorsteht. Wenn das Corporate Design schon 1/3 einer PowerPoint-Folie verschlingt, nenne ich das visuelle Selbstbefriedigung der Marketingabteilung. Lassen Sie alles weg, was keine Bedeutung hat. Hintergr&uuml;nde, Rahmen, K&auml;stchen, Logos. Corporate Design macht alles gleich. Machen Sie nur gleich, was gleich ist.</li>
</ol>
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		<title>K&#246;nnen wir Banken wie Autos steuern?</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/sachsen-lb</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Sep 2007 14:49:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Sachsen LB könnte es versucht haben. Ihr Verwaltungsrat verließ sich auf ein paar Ampeln. Die waren meistens grün, lassen den Steuerzahler jetzt aber rot sehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Sachsen LB k&ouml;nnte es versucht haben. Ihr Verwaltungsrat verlie&szlig; sich auf ein paar Ampeln. Die waren meistens gr&uuml;n. Die Folgen f&uuml;r den Steuerzahler lassen manchen jetzt eher rot sehen.</strong></p>
<p>Der Blitzverkauf der Sachsen LB muss BI-Anbieter nachdenklich machen. Als Steuerzahler sind wir es schon. Dass dem Softwaremarketing keine Vereinfachung zu d&auml;mlich ist, wissen wir. So wundert man sich etwa &uuml;ber die Beispiele in Microsofts Demo f&uuml;r den <a href="http://download.microsoft.com/download/5/3/9/53964e2f-c79e-44bf-b434-c7c479bdf6ef/main2.html" target="_blank">Business Scorecard Manager</a>. Das gl&uuml;cklicherweise fiktive Unternehmen Contoso wird mit &auml;u&szlig;erst d&uuml;nner Datengrundlage gesteuert. In der Welt der Produktdemo nat&uuml;rlich erfolgreich.</p>
<p>Die verwendeten Grafiken geh&ouml;ren zu der Sorte, die Bella in ihren Kommentaren zu <a href="http://www.bella-beraet.de">zweckm&auml;&szlig;iger Datenvisualisierung</a> regelm&auml;&szlig;ig zum Knurren findet. Die Beispiele operieren durchweg mit Informationsdichten, die den regelm&auml;&szlig;igen Leser des Sportteils einer Tageszeitung an der Ernsthaftigkeit von Kontrollgremien in der Wirtschaft <a href="http://blog.bissantz.de/basketball">zweifeln</a> lassen m&uuml;ssen. Die oft propagierten Dashboards f&uuml;rs Management arbeiten mit etwa 5&#160;% der Datendichte von Sportergebnistabellen. </p>
<p>Macht nichts, ist ja nur Reklame? Und reale Unternehmenssteuerung und Marketing sind doch zweierlei? Seit dem Drama um die Sachsen LB bin ich mir nicht mehr ganz sicher. Was ihr Verwaltungsrat Ronald Weckesser in den Tagesthemen dar&uuml;ber sagte, auf welche Art von Informationen man sich <a href="http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video199486.html" target="_blank">zur Risikobewertung verlie&szlig;</a>, weckt einen schlimmen Verdacht:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Man kriegt ja regelm&auml;&szlig;ig den Risikobericht, da kann man nachgucken. Und da hat man so eine kleine Ampel drin, mit den drei Farben, rot, gelb, gr&uuml;n. Und wenn es gr&uuml;n ist, und der &uuml;berwiegende Teil war eben im gr&uuml;nen Bereich, hoch geratet von internationalen Agenturen, &bdquo;Triple A&ldquo; hei&szlig;t das, sagt man, na, dann scheint es so zu gehen.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Hat da jemand etwas falsch verstanden? Oder tragen gar die Berater das als Know-how zur Unternehmenssteuerung zu den Klienten, was im Marketing noch als wohlfeil gelten kann? Das w&auml;re schade. Seit Jahren gibt es Besseres als vermeintliches Entertainment des Managements per effektheischender, aber informationsarmer Visualisierung. Es gibt hilfreiche Navigationsverfahren, die auch komplexere Hierarchien schnell durchleuchten, robuste Ans&auml;tze zur Fr&uuml;hwarnung und zweckm&auml;&szlig;ige Darstellungen auch f&uuml;r detaillierte Datenlagen. Und all das wird auch von Leuten verstanden, die keine Finanzmarktprofis sind. </p>
<p>Vielleicht verdeutlicht die Entschuldigung Weckessers, welche Verantwortung wir als Informationsdesigner tragen. Vorbehalte* gegen Ampeln sind nicht neu. Auch versierte Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und Vorst&auml;nde verwenden sie nur <a href="http://www.bella-beraet.de/bei-rot-gas-geben">mit gr&ouml;&szlig;ter Vorsicht</a>. <strong>Wer gr&uuml;ne Ampeln liefert, statt der detaillierten Daten dahinter, leistet keine Entscheidungshilfe, er nimmt die Entscheidung vorweg.</strong> Das kann ins Auge gehen. Wer es tut, weil er seinem Publikum nichts zutraut, kommt um die Folgen nicht herum. Schon einmal fand eine Untersuchungskommission den Zusammenhang zwischen ungeeigneter Verwendung von Informationsparadigmen und realen Katastrophen. Damals ging es um <a href="http://blog.controllerverein.de/archives/321" target="_blank">PowerPoint und die Raumf&auml;hren der Nasa</a>. Es bleibt abzuwarten, wie die Sache im Fall der Sachsen LB ausgeht.</p>
<p class="grey">* Bissantz, N., Praxiserfahrungen mit Data-Mining-Projekten, in: Grothe, M. und Gentsch, P., Business Intelligence, M&uuml;nchen u.a.&#160;2000, S.&#160;188&#8211;206.</p>
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		<title>Industriereporting</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Aug 2007 12:38:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dürfen wir uns bald auf ein "Lean Reporting" freuen? Auf Berichte, die automatisch generiert werden und dann so bleiben können, wie sie sind? Weil sie dank grafischer Tabellen keine händischen Eingriffe mehr erfordern. Das ist die Idee des Industriereporting.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Grafische Tabellen machen das Standardreporting &#8222;industrietauglich&#8220;. Sie sind robust gegen&uuml;ber Daten&auml;nderungen und nacharbeitungsfrei. Das verschlankt die Produktion von Berichten. </strong></p>
<p>Im Controlling gibt es wiederkehrende Informationsbedarfe und solche die ad hoc anfallen. Das lernen wir aus der Entscheidungslehre. Periodisch interessieren Ums&auml;tze, Kosten, Preise. Nur von Fall zu Fall besch&auml;ftigt uns, ob es eine gute Idee ist, eine Fabrik in China zu bauen. Etwas hemds&auml;rmelig nenne ich die zugeh&ouml;rigen Typen des Berichtswesens Industriereporting und Beraterreporting.</p>
<p>Das Beraterreporting gl&auml;nzt mit individuellen, aufw&auml;ndig gemachten Berichten, die schon im Titel eine klare Aussage machen (&bdquo;X % der deutschen Unternehmen mit Fabriken in China waren innerhalb von Y Jahren mit Nachahmungen gleicher Qualit&auml;t konfrontiert&ldquo;). Meist sind sie nur an die oberste Heeresleitung adressiert. Der Controller wird zum Consultant und k&ouml;nnte auch bei McKinsey, Boston Consulting oder Roland Berger arbeiten.</p>
<p>Das Industriereporting tr&auml;gt Merkmale industrieller Produktion: die Berichte werden in Serie f&uuml;r einen gr&ouml;&szlig;eren Empf&auml;ngerkreis gefertigt. Nicht jeder erh&auml;lt dieselben Berichte, aber vieles ist gleichartig. Das ganze passiert oft und regelm&auml;&szlig;ig und schreit nach Effizienzsteigerung, weil bisher eher unwirtschaftlich produziert wird.</p>
<p>Der Mangel an Wirtschaftlichkeit hat mit den eingesetzten Produktionsmitteln zu tun: Tabellen und Grafiken.</p>
<p>Tabellen bieten viele Zahlen auf engem Raum, sie sind informationsdicht, man kennt sie aus dem Wirtschafts&#8209; und Sportteil jeder Tageszeitung. F&uuml;r Profis in Bank und B&ouml;rse sind sie immer noch erste Wahl. Angesichts der Schw&auml;chen von Grafiken gibt es &uuml;berhaupt recht wenig gegen Tabellen einzuwenden. Allenfalls bieten sie dem Auge etwas wenig Orientierung, was gro&szlig; und was weniger gro&szlig; ist.</p>
<p>Grafiken erfreuen sich gro&szlig;er Beliebtheit. Leider auch bei Leuten, die sie gr&uuml;ndlich verhunzen, wie <a TITLE="Bella berät" HREF="http://www.bella-beraet.de/">Bella</a> Woche f&uuml;r Woche beweist. Grafiken sind ein schwieriges Gesch&auml;ft. Sie brauchen viel Platz und vertragen nur wenig Zahlen. Offensichtlich haben sie eine magische Anziehungskraft auf Leute, die uns t&auml;uschen, manipulieren und ungefragt zwangsunterhalten wollen. Wo packt man die Beschriftung hin? Wie kriegt man die Zahlen leserlich an die Balken? Wie macht man eine gute Legende, die nicht endloses Dechiffrieren nach sich zieht? Wenn all das funktioniert, kann eine Grafik das Auge sehr erfreuen und Gr&ouml;&szlig;enverh&auml;ltnisse und Auff&auml;lligkeiten schneller transportieren als viele Tabellen.</p>
<p>Dennoch: <strong>F&uuml;r das Industriereporting sind herk&ouml;mmliche Businessgrafiken schlichtweg ungeeignet</strong>. Sie sind einfach zu teuer. Da es von den Daten abh&auml;ngt, ob Legenden und Beschriftungen funktionieren, m&uuml;ssen sie bei jedem Berichtslauf nachgearbeitet werden. Oder sie sind so ergreifend schlicht, dass sie die Intelligenz des Empf&auml;ngers auf jeden Fall beleidigen.</p>
<p>Der Ausweg aus diesem Dilemma hei&szlig;t Grafische Tabellen. Sie verkn&uuml;pfen die Vorteile tabellarischer und grafischer Darstellungen und vermeiden ihre Nachteile. Sie sind wartungsfrei und damit robust in der Produktion. N&auml;chste Woche mehr.</p>
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		<title>Managementtauglichkeit vs. Vorstandssicherheit</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/managementtauglichkeit</link>
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		<pubDate>Fri, 27 Jul 2007 17:55:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manager wollen zu Recht nicht einsehen, warum es am Bildschirm länger dauern soll, die aktuellen Umsatzzahlen des eigenen Unternehmens angezeigt zu bekommen, als den Wirtschaftsteil der FAZ zu würdigen. Managementtauglichkeit des Berichtswesen hat jedoch nichts mit der gern zitierten und negativ besetzten "Vorstandssicherheit" gemein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manager haben ein Bed&uuml;rfnis nach Managementtauglichkeit, das so gro&szlig; ist, wie es selten erf&uuml;llt wird. Dies wiederum ist nicht zu verwechseln mit Vorstandssicherheit.</strong></p>
<p>Letztere ist ein unter IT-Experten gesch&auml;tzter Euphemismus f&uuml;r trotzige Vorst&auml;nde, die nicht einsehen wollen, warum es am Bildschirm l&auml;nger dauert, die aktuellen Umsatzzahlen des eigenen Unternehmens angezeigt zu bekommen, als den Wirtschaftsteil der FAZ zu w&uuml;rdigen. Zur Strafe bekommen sie Informationssysteme gereicht, deren Bedienelemente so gro&szlig; sind, dass man sie noch sicher trifft, wenn die Maus per Ellbogen bedient wird.</p>
<blockquote><p>&#8222;Imagine users as very intelligent but very busy&#8220;</p></blockquote>
<p>Vers&ouml;hnliche Zeitgenossen halten es mit dem eigensinnig f&uuml;r mehr Ergonomie bei Software streitenden Alan Cooper*, der da sagt: &#8222;Imagine users as very intelligent but very busy&#8220;. Man ersetze &#8222;Users&#8220; durch &#8222;Manager&#8220; und wir haben eine brauchbare Selbstsicht von F&uuml;hrungskr&auml;ften. Die wiederum, finde ich, taugt als Leitschnur f&uuml;r Managementtauglichkeit. Zum Beispiel bedeutet &#8222;busy&#8220;, dass ungef&uuml;llte Zeitslots h&auml;ufig da entstehen, wo Computer fern sind: Auf Flugreisen, im Taxi, im Wartezimmer des Zahnarztes. Bei diesen Gelegenheiten treffen Informationen auf Papier auf &uuml;berraschend dankbare und interessierte Leser.</p>
<p>Vermeidet man <a target="_blank" href="http://blog.controllerverein.de/?p=229">visuelles Pathos</a>, dann passt der Inhalt der durchschnittlichen Businessgrafik und der meisten <a href="http://blog.bissantz.de/basketball">Dashboards</a> problemlos in einen Satz und damit in eine E-Mail, die per Blackberry ihre Empf&auml;nger erreicht.</p>
<p>Mancher Manager findet sich in dem Satz &#8222;St&auml;be sind des Teufels&#8220; poetisch wieder und vertraut nicht ausschlie&szlig;lich auf Zuarbeit, sondern auch auf eigenes Urteilsverm&ouml;gen. Dann sind Rohdaten heilig. Wer statistisch aufbereiteten Umfrageergebnissen die h&auml;ufigsten Statements der Befragten mitgibt, mag als Lohn hohe &Uuml;berzeugungskraft ernten. Und, da pflichten auch hartgesottene Vertreter extensiven Gebrauchs statistischer Instrumente bei: Wirklich &uuml;berzeugende Effekte erkennt man auch mit <a href="http://blog.bissantz.de/statistisches-denken-1">blo&szlig;em Auge</a>.</p>
<p>Eine der ersten Regeln guten Stils** ist, sich selbst zur&uuml;ckzunehmen. Hier bedeutet das: Wer nicht &uuml;ber bislang unbekannte Verfahren verf&uuml;gt, die zuk&uuml;nftigen Monatsums&auml;tze punktgenau mitzuteilen, &uuml;bt sich in Zur&uuml;ckhaltung. Management bedeutet mit Wirkung f&uuml;r Morgen und &Uuml;bermorgen zu entscheiden. Die Informationen der Vergangenheit sind dabei hilfreich. Der Zeitbedarf f&uuml;r ihre W&uuml;rdigung darf ihren Wertbeitrag aber nicht &uuml;berschreiten.</p>
<p>*Alan Cooper, About Face 3: The Essential of Interaction Design<br />
**Strunk, W., White E.B., The Elements of Style, letztes Kapitel</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Rauchzeichen gen&#252;gen nicht &#8211; Ursachenforschung mit der DB-Flussrechnung, Teil I</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/db-fluss-1</link>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2007 10:44:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Deckungsbeitrags-Flussrechnung zerlegt eine aufgetretene Abweichung des Deckungsbeitrags in ihre Komponenten, woraus sich treffliche Hinweise für die Ursachenforschung ergeben. So lässt sich zweifelsfrei feststellen, ob eine Preiserhöhung der tatsächliche Grund für verstärkte Rabatte durch den Vertrieb ist.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>OLAP-Datenbanken erleichtern das Auffinden von Objekten, die das Ergebnis verschlechtert haben, deutlich. Sind das &#8222;Was&#8220; und das &#8222;Wer&#8220; gefunden, geht es um die Ursachenanalyse. Die wird von der Deckungsbeitrags(DB)-Flussrechnung vorz&uuml;glich unterst&uuml;tzt.</strong></p>
<p>Dass in diesem Blog Ampeln nicht beliebt sind, ist <a href="http://blog.bissantz.de/wegweiser-statt-stoppsignale">bekannt</a>. Die n&ouml;tigen Einstellungen vorzunehmen ist in aller Regel sehr aufw&auml;ndig. Die typische <a href="http://www.bella-beraet.de/ampelfarbe">Farblogik</a> der Ampeln oft Unsinn. Zudem ist die Grenzziehung schwierig: Wenn eine Abweichung von 5&#160;% in Ordnung geht, warum nicht eine von 5,1&#160;%?</p>
<p>Viel besser finde ich datengetriebene Verfahren, die man gar nicht erst einzustellen hat. Ein solches Verfahren ist die DB-Flussrechnung. Vergangenes Jahr haben wir ihr ein <a href="http://blog.bissantz.de/rechnen">Seminar</a> gewidmet, gemeinsam mit ihrem Begr&uuml;nder Prof. Link. Besonders aufschlussreich war das folgende Szenario, das ein Anwender dieses hervorragenden Verfahrens beisteuerte:</p>
<p>Die Rabatte, die der Vertriebsbereich II im November gegeben hat, sind zu hoch. Der Plan wurde um  mehr als 60&#160;% und somit deutlich verfehlt. Der Leiter des Bereichs, Gerd Holmeyer, verteidigt sich:</p>
<blockquote><p>&bdquo;Der November war verhagelt. Unser Marketing hat die Preise erh&ouml;ht. Wir mussten mit den Rabatten hoch. Wir h&auml;tten ohne gravierende Rabatte nichts verkauft.&ldquo;</p></blockquote>
<p>Der Controller nimmt diesen Vorwurf zur Kenntnis und widmet sich der &#8222;Ceteris-Paribus&#8220;-Betrachtung, die ihm die DB-Flussrechnung liefert. Wie die nachfolgende Abbildung zeigt, weisen der Mengen&#8209;, Preis&#8209;, Struktureinfluss usw. die Deckungsbeitragsabweichung &bdquo;als ob&ldquo; aus. W&auml;ren alle Preise, Rabatte etc. konstant geblieben und h&auml;tte sich nur die Menge ver&auml;ndert, so w&auml;re der Deckungsbeitrag um 366.742,- abgewichen. W&auml;ren Mengen, Preise usw. konstant geblieben und nur die Rabatte h&auml;tten sich verschoben, so h&auml;tten allein die ver&auml;nderten Rabatte f&uuml;r ein Minus von 334.652 beim DB gesorgt. Die Flussrechnung zerlegt also eine aufgetretene Abweichung in ihre Komponenten, woraus sich treffliche Hinweise f&uuml;r die Ursachenforschung ergeben.</p>
<p><img src="/images/db_fluss_blog1.png" alt="DB-Fluss-Analyse Hohlmeyer, Teil 1" /></p>
<p>Im Beispiel hier liefert die Preisabweichung den entscheidenden Hinweis. In der Regel darf man einen Zusammenhang zwischen Preisen und Mengen unterstellen. F&uuml;r viele Produkte gilt: Preis rauf, Menge runter. Ebendies unterstellt auch Holmeyer. Die &Uuml;berraschung jedoch: Die Preise wurden gar nicht erh&ouml;ht. Im Gegenteil. Der Preiseinfluss ist negativ, also wurden die Preise sogar (leicht) gesenkt. Und man hat bei sinkenden Mengen auch noch steigende Rabatte gegeben, wie der Controller jetzt feststellt.</p>
<p>Holmeyer sucht Rettung im Gegenangriff und nimmt seine Kollegen vom Vertriebsbereich I aufs Korn.</p>
<blockquote><p>&bdquo;Der Vetriebsbereich I hat seine Ziele auch nicht halten k&ouml;nnen und dort hat die Preiserh&ouml;hung das Ergebnis richtig runtergebracht.&ldquo;</p></blockquote>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/db-fluss-2">Beim n&auml;chsten Mal</a> sehen wir uns an, was an diesem Vorwurf dran ist.</p>
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