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	<title>»Me, myself und BI« &#187; FTD</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Noch mehr Torten</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 11:31:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Balkendiagramm]]></category>
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		<category><![CDATA[ZEIT]]></category>

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		<description><![CDATA[Torten, Teil 2. Gestückelt, fliegend, unleserlich oder schlicht überflüssig. Und immer: eine dünner als die andere. Aus FTD, Handelsblatt, WamS und SZ.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>So viele schlimme Beispiele konnte man einfach nicht in einen Artikel packen. Daher hier die zweite H&auml;lfte. Wenn ihre Urheber sie nur essen m&uuml;ssten. Dann w&auml;re der Spuk bald vorbei.</strong></p>
<p>So schlimm wie in Zeitstrukturtorten kommt es nicht immer. Standard ist eher der Typus <strong>&#8222;Die &Uuml;berfl&uuml;ssige&#8220;</strong>. Es ist eben so, wir k&ouml;nnen Segmente schwer sch&auml;tzen. Wenn sie zuf&auml;llig &frac14;, &frac12; oder &frac34; betragen, geht es noch, da wir Winkel von 90&#176; und 180&#176; gut erkennen. Sonst aber sind wir chancenlos. Diese Torte muss man lesen, um sie zu verstehen:</p>
<p class="gray"><img src="/images/FTD_21112008_S18_400px.png" alt="" /><br />
Tortensorte &#8222;Die &Uuml;berfl&uuml;ssige&#8220; (Financial Times Deutschland, 21.11.2008, S.&#160;18)</p>
<p>Wenn wir sie erst lesen m&uuml;ssen, welchen Mehrwert liefern dann die grafischen Elemente? Und wenn man sie dann gelesen hat, ist man entt&auml;uscht. Mickrige Daten mit viel Zuckerguss. Das Redesign macht klar: Wenig Daten und viel Verpackung ist wenigstens f&uuml;r uns und das Managementreporting keine Option. Wenn man nur vier Datenpunkte hat, dann sollte man damit auch nicht herumdrucksen:</p>
<p class="gray"><img src="/images/Verschuldung_US.png" alt="" /><br />
Man schaut zweimal hin, es waren tats&auml;chlich nur vier Datenpunkte</p>
<p>Mit wenig Daten sind Torten pathetisch. Mit vielen Daten sind sie einfach nur schwer zu beschriften. In der originalen <strong>St&uuml;ckeltorte</strong> sehen wir: zwei Elemente machen je ein Viertel des Marktes aus. Da haben wir mal Gl&uuml;ck, weil wir 90&#176;-Segmente schnell erkennen. Um den Rest zu verstehen, fangen die Augen an, im Kreis zu fahren. Man kann sich das Gefrickel vorstellen, das n&ouml;tig war, die Verbindungslinien zu zeichnen.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Marktf_FTD_16070_300px.png" alt="" /><br />
Zertst&uuml;ckelte R&uuml;bentorte (Financial Times Deutschland, 16.07.2008, o.&#160;S.)</p>
<p>In einer schlichten Balkengrafik hingegen w&uuml;rden die Werte stehen, wo sie hingeh&ouml;ren: vergleichbar untereinander. Das s&auml;he dann z.&#160;B. so aus (man k&ouml;nnte dann noch L&auml;ndercodes hinter die Firmennamen schreiben, dann w&uuml;rde die &Uuml;berschrift noch einen Sinn bekommen):</p>
<p class="gray"><img src="/images/Ruebenzucker.png" alt="" /><br />
Die R&uuml;bendaten ohne Zuckerguss</p>
<p>M&uuml;helos verschlimmern kann man alles mit <strong>Flugtorten</strong>, die in 3D herumschweben. Es ist ein wenig deprimierend, wie lange man &uuml;ber die Grafik irrt, um die 4 Zahlen sinnvoll zu ordnen. Dass wir Segmente noch schlechter erfassen und vergleichen k&ouml;nnen, wenn wir das r&auml;umlich tun sollen, n&auml;hrt den Verdacht, dass den Macher die Zahlen, die er darstellt, nicht die Bohne interessieren. Jon Peltier nannte diese Haltung unl&auml;ngst sehr treffend &#8222;Chartainment&#8220;.</p>
<table style="height: 40px;" border="0" width="198">
<tbody>
<tr>
<td><img src="/images/Verkauf_Wams4_270108_S43_Ausschnitt.png" alt="" /></td>
<td><img src="/images/Kreditportfolios.png" alt="" /></td>
</tr>
<tr>
<td>
<p class="gray">Welt am Sonntag, 4,<br />
27.01.2008, S.&#160;43</td>
<td>
<p class="gray">Redesign der Torte</p>
</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Auch auf diese Torte, Typus <strong>&#8222;Mysterium&#8220;</strong> h&auml;tten wir gerne verzichtet. Noch mehr aber auf den Streich, die Werte teilgruppiert und teilsortiert, Start im Nirgendwo, anzuordnen und auf die mysteri&ouml;se Verwendung der Farben.</p>
<p class="gray"><img src="/images/Weltmeister_Handelsblatt111110608_S15_300px.png" alt="" /><br />
Mysteri&ouml;s: Unternehmen aus Orangeland gruppiert, japanische nicht (Handelsblatt 111, 11.6.2008, S.&#160;15)</p>
<p>Schade. Einfach <strong>unlesbar</strong>. Die Zahlen darin w&auml;ren durchaus interessant. Keine wilden Prognosen, sondern staatliche Realit&auml;t und das datendicht. Aber bis man alles geordnet und verstanden hat, ist auch das ernsthafteste Interesse verflogen.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/Ertraege_SZ164_160708_S38_600px.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Ertraege_SZ164_160708_S38_600px.png"><img src="/images/Ertraege_SZ164_160708_S38_450px.png" alt="" /></a><br />
Unlesbar&#160;&#8211; auch nach dem Klick zum Vergr&ouml;&szlig;ern (S&uuml;ddeutsche Zeitung, Nr.&#160;164, 16.07.2008, S.&#160;38)</p>
<p>Bei herk&ouml;mmlicher Darstellung k&ouml;nnte die Aufmerksamkeitsspanne ausreichen und die Frage bef&ouml;rdern, warum zwar von einem &Uuml;berschuss die Rede, der aber in den Zahlen nicht erkennbar ist.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/Redesign_Ertraege_SZ164_160708_S38_gross.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Redesign_Ertraege_SZ164_160708_S38_gross.png"><img src="/images/Redesign_Ertraege_SZ164_160708_S38_450_thumb.png" alt="" /></a><br />
Sogar verkleinert noch verst&auml;ndlich. Klicken vergr&ouml;&szlig;ert.</p>
<p>Wer noch nicht genug hat: Das bisher Gezeigte ist noch Konditoreiware. <a href="http://www.bildblog.de/1287/noch-ne-torte/">Bild zeigt</a>, wie man Mogeltorten rund macht, bei denen St&uuml;cke fehlen. </p>
<p>Zum Trost: in drei zuf&auml;llig durchgebl&auml;tterten Ausgaben des Wall Street Journal, <strong>die optimale Anzahl von Torten: 0</strong>.</p>
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		<title>Tod dem Dekogramm</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/dekogramm</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 15:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Achsen abschneiden]]></category>
		<category><![CDATA[Balkendiagramm]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berichtswesen]]></category>
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		<description><![CDATA[Von der Business-Grafik haben wir uns schon verabschiedet, jetzt ist das Dekogramm dran. Die Lektüre von Spiegel, Focus und Co. liefert uns die Gründe dafür.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und w&uuml;nsche ihm die vollst&auml;ndige Ausrottung.</strong></p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/heilige-kuh">Letztes Mal</a> waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: <strong>Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!</strong></p>
<p class="gray"><img src="/images/globus_2.gif" alt="Infografik" /><br />
Mit diesem und anderen Beispielen <a href="http://www.globus-infografik.de/produkte_globus.htm" target="_blank">wirbt</a> die dpa f&uuml;r die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik. Spiralf&ouml;rmige Anordnung, wachsende Wappen, die Spirale selbst&#160;&#8211; alles steht dem raschen Verst&auml;ndnis des Zahlenvergleichs im Weg.</p>
<p>Zuerst die gute Nachricht: Man findet sie, wo man hinsieht, aber sie dominieren die grafische Darstellung nicht (mehr). In einer Stichprobe mit Capital, Focus, FTD, Neue Z&uuml;rcher Zeitung, Spiegel, S&uuml;ddeutsche Zeitung und WAMS fand ich die meisten Beispiele noch in Spiegel und Focus. In der Capital fand ich gerade mal eines, in der NZZ gar keins.</p>
<p>Dennoch, aus zwei Gr&uuml;nden, weg damit: Wo offen <a href="http://www.auergrafik.com/index.php?action=file&amp;name=wozu" target="_blank">&uuml;ber den Zweck r&auml;soniert wird</a>, bleiben wenig Zweifel, worum es geht. Der Leser soll emotionalisiert, die Botschaft soll ihm verkauft werden.</p>
<blockquote><p>Die Infografik &bdquo;verschafft uns einen sinnlichen Zugang in die Herzen der Leserinnen und Leser, weil sie mit Symbolen und leicht fa&szlig;lichen Illustrationen f&uuml;r die Aussage emotionalisiert werden, z.&#160;B. Wohnbau geht zur&uuml;ck&#160;&#8211; traurige Familie.&ldquo;<br />
<a href="http://www.auergrafik.com/index.php?action=file&amp;name=wozu" target="_blank">Quelle: www.infografik.at</a></p></blockquote>
<p>Daf&uuml;r haben wir keinen Bedarf. Und sp&auml;testens ab jetzt sehen wir &uuml;ber jeder Infografik die Warnlampe Manipulation leuchten.</p>
<p>Der zweite Grund ist das kapitale Missverst&auml;ndnis, dem auch Infografiker ohne manipulative Absicht unterliegen. Dekoration verbessert Lesbarkeit und Verst&auml;ndnis nicht, wie die Szene annimmt, sondern verschlechtert sie, oft total. Selbst wenn die dekorativen Elemente die Daten nicht verzerren, was h&auml;ufig der Fall ist, muss das Auge all den Firlefanz ausfiltern, bevor es die eigentliche Information, den Wertvergleich, aufnehmen kann. Der Effekt ist so einfach nachzuvollziehen, wie er erfolgreich ignoriert wird. In Zukunft jedenfalls gibt es f&uuml;r die Verwendung von Dekogrammen reichlich Minuspunkte:</p>
<p><strong>1. Der Seitenf&uuml;ller (10 Minuspunkte)</strong><br />
Das ist die harmlose Variante des Dekogramms. Die Zahlen sind immerhin durch die Dekoration nicht verzerrt. Die Darstellung ist lediglich trivial. So wie der Inhalt auch. Drei Zahlen ohne Vergangenheit, ohne zeitliche Entwicklung, ohne Vergleich mit anderen L&auml;ndern. Krawatte, Titel, Zahlenhintergrund alles rot. Dieses Diagramm signalisiert, was es ist: Ignorier mich, ich bin nur nett anzusehen.</p>
<p class="gray" style="height: 331px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/nervensache_2.png" alt="Nervensache" />Ein harmloses Diagramm vom Typus Seitenf&uuml;ller. Es tut nicht weh und kann ohne Schaden ignoriert werden. Quelle: Focus, Heft 29/2008, 14.07.2008, S.&#160;106.</p>
<p><strong>2. Der Murks (20 Minuspunkte)</strong><br />
Hier wurde das Dekoelement vor die Information gestellt. Man wei&szlig; nicht sicher, wo der rote Balken enden soll, und der L&auml;ngenunterschied wird durch die Trapezform des Pokalfu&szlig;es optisch gespreizt. Da die Information trivial ist und die Zahlenwerte das Auge gut erreichen, geht das noch als Ungeschicklichkeit durch.</p>
<p class="gray" style="height: 259px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/traum_spiegel_242008_090608_s18_verkleinert.png" alt="Traum vom Titel" />Vom Typus Murks: Hier braucht es ein Lineal um festzustellen, wo der rote Balken enden soll&#160;&#8211; an der rechten oberen Ecke. Quelle: Der Spiegel, Heft 24/2008, 09.06.2008, S.&#160;18.</p>
<p><strong>3. Verhinderter Neurath (30 Minuspunkte)</strong><br />
Otto Neurath, dem Pionier der Bildsprache, verdanken wir die Idee, Zahlen anschaulich mit Hilfe von Piktogrammen darzustellen. Wenn es aber schief geht, irren die Augen hilflos hin und her, um ein paar Zahlen zu finden und zuzuordnen. Meistens geht es schief. Fl&auml;chige Repr&auml;sentationen sind immer problematisch. Flaggen zu verdehnen ist am Rande des guten Geschmacks.</p>
<div style="margin-bottom: 8px;"><img style="margin-top: 12px; float: right;" src="/images/t-mobile_2.png" alt="T-Mobile" /><img style="margin: 0 50px 4px 0;" src="/images/thyssenkrupp_2.png" alt="ThyssenKrupp" /></div>
<p class="gray">Gute Symbolik hilft. Schlechte strengt an. Von Fl&auml;chen und Flaggen sollte man besser die Finger lassen, sonst wird man doppelt missverstanden. Quelle: Der Spiegel, Heft 29/2008, 21.07.2008, S.&#160;69 und S.&#160;65.</p>
<p class="gray" style="margin: 16px 0 24px 0;"><img style="margin-bottom: 8px;" src="/images/Thyssen%20-%20Grafische%20Tabelle.png" alt="ThyssenKrupp, Grafische Tabelle" /><br />
So h&auml;tten die Daten f&uuml;r ThyssenKrupp ausgesehen.</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 8px;" src="/images/T-Mobile%20-%20Grafische%20Tabelle.png" alt="T-Mobile, Grafische Tabelle" /><br />
Und so die f&uuml;r T-Mobile. Was passiert? Man interessiert sich f&uuml;r die Zahlen.</p>
<p><strong>4. Der F&auml;lscher (70 Minuspunkte)</strong><br />
Der verhinderte Neurath l&auml;sst sich steigern. Das Auge nimmt hier Fl&auml;chen wahr, ist darin nicht besonders gut, <a href="http://www.bella-beraet.de/torten-wahnsinn">wie wir wissen</a>, und irrt selbst dann noch. Die Idee des Grafikers ist hier in der Tat, Flaschen zu z&auml;hlen. Der Unterschied zwischen 2006 und 2007 ist fast 300&#160;%, die Fl&auml;che hat sich aber nur verdoppelt.</p>
<div><img style="margin-right: 80px;" src="/images/bionade_2.png" alt="Bionade" /><img src="/images/Bionade_Redesign.png" alt="Bionade" /></div>
<p class="gray">Nur wer die Flaschen z&auml;hlt, wird schlau aus dieser Grafik der Welt am Sonntag (Nr.&#160;26/2008, 29.06.08, S.&#160;34). Der Fl&auml;cheneindruck tr&uuml;gt n&auml;mlich gewaltig, wie <a href="http://www.bella-beraet.de/">Bellas</a> Redesign rechts zeigt.</p>
<p><strong>5. Der Manipulator (100 Minuspunkte)</strong><br />
So harmlos sie aussieht, so faustdick hat es diese Grafik hinter den Pixeln. Das dekorative Elemente verdeckt nichts und verzerrt nichts. Viel schlimmer, es hilft die eigentliche T&auml;uschung zu verbergen. Man ist versucht, ein Spendenkonto f&uuml;r die Musikindustrie einzurichten. Der Trick hat wie so oft mit <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">abgeschnittenen Achsen</a> zu tun. Eine faire Darstellung der Wertver&auml;nderung von 25&#160;% w&uuml;rde das Gef&auml;lle der Zeitreihe hier so w&auml;hlen, dass die H&ouml;henver&auml;nderung etwa ein Viertel der L&auml;ngenver&auml;nderung betr&auml;gt. Hier sind es aber fast 100&#160;%. Das Gef&auml;lle wird daher dramatisiert. Der entscheidende Effekt ist aber nochmals an anderer Stelle zu finden. Der Endwert liegt nahe der X-Achse, also entsprechend unseren Sehgewohnheiten nahe an der Nulllinie. Die quer gesetzte Textzeile mit der Quellenangabe r&uuml;ckt die Nullinie optisch noch weiter an die Linie heran. Diese Grafik schreit uns entgegen: Der Umsatz mit Tontr&auml;gern ist abgest&uuml;rzt auf nahe null.</p>
<p class="gray" style="height: 243px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/dur-moll_2.png" alt="Umsatz mit Tonträgern" />Sieht harmlos aus, ist aber ein Vertreter vom gef&auml;hrlichen Typus Manipulator. Quelle: Der Spiegel, Heft 29/2008, 21.07.08, S.&#160;98.</p>
<p>Dass es auch ohne Murks und Manipulation geht und dass das die Leser trotzdem und deswegen fesselt, zeigen Beispiele aus den oben zitierten und anderen Quellen. Ein Vergleich der Fu&szlig;ballstars Diego und Franck Rib&eacute;ry kommt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als schlichte Tabelle daher. Warum auch nicht?</p>
<p class="gray" style="height: 370px;"><a href="http://blog.bissantz.de/images/diego_fas6_160208_s15_450.png"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/diego-ribery_2.png" alt="Diego vs. Ribery" /></a>Zahlen sind spannend, wenn sie uns etwas bedeuten. Dann entscheidet nur noch die Ablesbarkeit dar&uuml;ber, wie schnell wir sie verstehen. Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Heft 6/2008, 10.02.2008, S.&#160;15.</p>
<p>Generell werden Diagramme schlichter, die Pixel werden den Daten und nicht der Dekoration gewidmet. Viele Grafiken in der Capital sind besonders nah an meinem pers&ouml;nlichen Ideal der <a href="http://blog.bissantz.de/grafische-tabellen">Grafischen Tabelle</a>. Dort sind selbst die Balken nicht mehr h&ouml;her als der Text.</p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/images/Geld_macht_gluecklich.jpg"><img src="/images/GeldMacht_capital.png" alt="Geld macht glücklich" /></a></p>
<p class="gray">Frei von Dekoration und Firlefanz, die Botschaft klar formuliert, selbst die Balken sind von wortgrafischer Qualit&auml;t. Quelle: Capital 10/2008, S.&#160;46.</p>
<p>Wir jedenfalls tun zweierlei: Dekogramme in Managementreports, Gesch&auml;ftsberichten, internen Befragungen, Memos kommen nicht infrage, es sei denn, man will seiner Karriere ein fr&uuml;hes Ende bereiten. In Magazinen, Zeitungen, Zeitschriften werden wir die Nase r&uuml;mpfen und immer gleich vermuten, dass uns da einer verladen will oder schlampig war. Wir werden meistens recht behalten.</p>
<p>Und wenn uns jemand fragt, was denn eine echte Infografik sei, dann zeigen wir auf die hier:</p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/images/Maeusebussarde_950.png"><img src="/images/Maeusebussarde_450.png" alt="Greifvögel" /></a></p>
<p class="gray">Jedes einzelne Pixel tr&auml;gt Information&#160;&#8211; das Optimum einer Infografik. Quelle: Welt am Sonntag, Nr.&#160;27/2008, 06.07.2008, S.&#160;66.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ein Pfeil ist kein Pluszeichen</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/pluszeichen</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/pluszeichen#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 01 Feb 2008 16:23:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weniger ist mehr. Das trifft oft zu, wenn Statistik und Manager aufeinandertreffen. Generell haben wir aber zu wenig Statistik in Datendarstellungen. Voraussetzung: Sie muss robust sein.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Weniger ist mehr. Das trifft oft zu, wenn Statistik und Manager aufeinandertreffen. Generell haben wir aber zu wenig Statistik in Datendarstellungen. Voraussetzung: Sie muss robust sein.</strong></p>
<p>Am Dienstag war ich am <a href="http://www.mi.wiso.uni-erlangen.de/" target="_blank">Lehrstuhl f&uuml;r Marketing Intelligence</a> von <a href="http://www.mi.wiso.uni-erlangen.de/index.php?option=com_content&#038;view=article&#038;id=7&#038;Itemid=9" target="_blank">Professor Dr. Nicole Koschate</a> an meiner Alma Mater, der WISO in N&uuml;rnberg. Ach ja. Zwar tragen die H&ouml;rs&auml;le dort jetzt die Namen von Verbraucherkrediten, f&uuml;r die mit Leuten vom Schlage eines Lotto King Karl geworben wird, aber sch&ouml;ner sind sie allemal (die H&ouml;rs&auml;le). Stand der Ursprungsarchitektur der WISO zun&auml;chst ein U-Boot Pate, so dominiert den Neubau jetzt die Idee, dass wir Menschen das Licht oberhalb der Wasseroberfl&auml;che freundlicher finden.</p>
<p>Passend zum Stoff der Vorlesung Marktforschung I und II diskutierten wir mit den Studenten unter anderem die Rolle statistischer Methoden f&uuml;r die Managementinformation. Dass hier weniger oft mehr ist, hatte ich vergangenes Jahr <a href="http://blog.bissantz.de/statistisches-denken-2">schon einmal hier angesprochen</a>. Meist aber ist es umgekehrt: <strong>Der Mangel an Statistik dort, wo sie hingeh&ouml;rt, ist erschreckend.</strong></p>
<p class="gray"><img src="/images/boerse_ohne_schlusszeile2.jpg" alt="Börsenkurse der FTD" style="margin-bottom: 4px;"/><br />
Die B&ouml;rseninfos auf der Titelseite der FTD: Hier fehlt Statistik &ndash; und gesunder Menschenverstand. Stattdessen: Scheingenauigkeit und irref&uuml;hrender Chartjunk.</p>
<p>Nehmen wir noch mal die <strong>Financial Times Deutschland</strong> aufs Korn. Wo geht wohl der Nikkei hin? Dax und Dow gehen nach unten. So in der Tendenz, als Trend, schon eine Weile. So sagt es der auch datenanalytisch Unbedarfte zu Recht, wenn er die Grafiken studiert. Die Pfeile bei Eurostoxx, Nasdaq usw. scheinen dasselbe zu sagen. Oder? K&ouml;nnte der Pfeil auch einfach nur doppelt gemoppelt f&uuml;r das Plus&#8209; oder Minuszeichen stehen, das ohnehin schon dasteht?</p>
<p>Die Studenten waren baff. Sollte das, was ihnen als Handwerkszeug gerade mit auf den Weg gegeben wurde, keine Rolle mehr spielen, kaum dass sie die Universit&auml;t verlassen w&uuml;rden? Ist es zu viel verlangt, dass ein ausgewiesenes Fachblatt f&uuml;r Finanzen Trendrechnungen anstellt? Denn wer es tut, erlebt eine &Uuml;berraschung. Der fr&ouml;hliche Pfeil nach oben ist irref&uuml;hrend. Signal und Botschaft stimmten offensichtlich nicht &uuml;berein: Der Trend f&uuml;r den Nikkei weist nach unten. Die mikroskopische Ver&auml;nderung zum Vortag dr&uuml;ckt man immer noch am besten mit dem Wert der Ver&auml;nderung und einem Vorzeichen aus.</p>
<p><img src="/images/trendberechnung_nikkei_2007-11-26-bis-2008-01-09.png" alt="Trendberechnung Nikkei Index" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"><br />
Die Performance des Nikkei vom 26.11.2007 bis 09.01.2008 inklusive Trendgerade.</span></p>
<p><strong>Pfeile signalisieren Weg und Richtung. Im Zusammenhang mit zeitlichen Entwicklungen signalisieren sie Trends.</strong>  Ob ein Trend vorhanden ist, l&auml;sst sich mit Simpelstatistik feststellen und dann geometrisch korrekt wiedergeben. Die Neigung des Pfeils muss dann der Neigung der Trendgeraden entsprechen. Zum Beispiel so:</p>
<p><img src="/images/boerse_450pix_korrigierte-trendpfeile.png" alt="Korrigierte Darstellung FTD" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"><br />
FTD-Darstellung mit echten Trendpfeilen</span></p>
<p>Schlimmer geht bekanntlich immer. Bella warf den <strong>N&uuml;rnberger Nachrichten</strong> unl&auml;ngst vor, dass sie die gleichen irref&uuml;hrenden Pfeile malt und die <a href="http://www.bella-beraet.de/finanzbild" target="_blank">immer gleichen zwei Winkel</a> daf&uuml;r bem&uuml;ht. Falsch. Die NN hat jetzt auch Pfeile senkrecht nach oben und unten. Am 24.1. sah das dann so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><img src="/images/Indizes_NN_225px.jpg" alt="Indexwerte aus den Nürnberger Nachrichten" /></p>
<p style="line-height: 22px;">Der Dax, um&#160;&#8211;5&#160;% eingebrochen, bekommt einen Pfeil, der senkrecht nach unten zeigt <img src="/images/pfeil-nach-unten.png" alt="Pfeil nach unten" />. Roh&ouml;l, um&#160;&#8211;1,5&#160;% ver&auml;ndert, bekommt einen Pfeil im &uuml;blichen 45-Grad-Winkel nach unten <img src="/images/pfeil-nach-45grad-nach-unten.png" alt="Pfeil, 45 Grad nach unten" />. Beim Euro, der um 0,5&#160;% stieg, wird ein 45-Grad-Winkel nach oben spendiert <img src="/images/pfeil-nach-45grad-nach-oben.png" alt="Pfeil, 45 Grad nach oben" />. Der Dow, um 2&#160;% im Plus, bekommt ebenfalls einen Pfeil senkrecht nach oben <img src="/images/pfeil-nach-oben.png" alt="Pfeil nach oben" />. Der Dow-Wert im eigentlichen B&ouml;rsenteil ist von 20:00&#160;Uhr und zeigt den Index noch mit&#160;&#8211;0,76&#160;%.</p>
<p>Ich spendier auch noch mal einen <img src="/images/pfeil-nach-unten.png" alt="Pfeil nach unten" /> oder besser: <img src="/images/daumen_nach_unten.png" alt="Daumen nach unten" />.</p>
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		<title>Datenm&#252;llberge statt ergiebiger Schatzminen?</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Oct 2006 13:03:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Data Mining]]></category>
		<category><![CDATA[Financial Times Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[FTD]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Was dran ist am Mythos Data Mining, das war Gegenstand eines Interviews mit der Financial Times Deutschland am 27. Oktober 2006.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Was dran ist am Mythos Data Mining, das war Gegenstand eines Interviews mit der Financial Times Deutschland am 27. Oktober 2006.</strong></p>
<p><strong>FTD</strong> Bringt Data Mining wirklich neue Erkenntnisse hervor?</p>
<p><strong>Bissantz</strong> Seltener als gedacht und meist mit anderen Methoden, als sie &uuml;blicherweise propagiert werden. Wir haben mit unserem Team rund 1000 verschiedene Datenbest&auml;nde gesichtet. Dann und wann fand sich &Uuml;berraschendes, aber selten in einer Dosierung, die f&uuml;r Investitionen ausreichen w&uuml;rde.</p>
<p><strong>FTD</strong> Also braucht man gar kein Data Mining?</p>
<p><strong>Bissantz</strong> Ich bin immer noch ein gro&szlig;er Fan, aber die Voraussetzungen m&uuml;ssen stimmen. Daran scheitern viele Versuche.</p>
<p><strong>FTD</strong> Also Datenm&uuml;llberge statt ergiebiger Schatzminen?</p>
<p><strong>Bissantz</strong> Richtig, die meisten Unternehmen &uuml;bersch&auml;tzen den Wert ihrer vorhandenen Datenbest&auml;nde gewaltig. H&auml;ufig w&auml;re es besser, die n&ouml;tigen Daten neu zu erheben. Generell muss man bedenken, dass auch das beste Informationssystem Erfahrungswissen und Intuition von Managern nicht ersetzen kann. Es kann ihnen aber die Daten geben, die sie zu einer Entscheidung brauchen. Dazu muss es die Zahlen in den Vordergrund r&uuml;cken und auf unn&ouml;tigen Schnickschnack, wie er gerade en vogue ist, verzichten.</p>
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