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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Minard</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Zu Deinem Bild sag 1.000 Worte</title>
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		<comments>http://blog.bissantz.de/napoleon#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 Oct 2009 12:04:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Bild]]></category>
		<category><![CDATA[Darstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Diagramme]]></category>
		<category><![CDATA[Grafik]]></category>
		<category><![CDATA[Minard]]></category>
		<category><![CDATA[Napoleons Russlandfeldzug]]></category>
		<category><![CDATA[Schlacht]]></category>
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		<category><![CDATA[Temperaturskala]]></category>

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		<description><![CDATA[Die berühmte Grafik von Minard zum Russlandfeldzug von Napoleon erzählt eindringlich die Geschichte eines Desasters. Wie alle Grafiken kann sie nur einen Ausschnitt der Geschehnisse einfangen. Was man dagegen tun kann.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dass Bilder mehr als 1.000 Worte sagen, belegt vor allem die manipulative Kraft des Bildes. F&uuml;r Diagramme hei&szlig;t das nichts. Im Gegenteil: Wir spendieren besser ein paar Worte, damit wir &uuml;berhaupt verstanden werden.</strong></p>
<p>Napoleons Russlandfeldzug war eine Katastrophe: Mit 422.000 Mann war er im Juni 1812 gestartet, mit weniger als 10.000 Soldaten kam er am 07.10.1813 zur&uuml;ck. Zwei Wochen nach Beginn der Kampagne hatte die Armee bereits 135.000 Soldaten verloren &ndash; ohne dass es bis dahin zu gr&ouml;&szlig;eren Kampfhandlungen gekommen w&auml;re. Napoleon wollte seine Truppen beim Vormarsch aus dem Land ern&auml;hren, aber der Gegner hinterlie&szlig; &bdquo;verbrannte Erde&ldquo;. Es fehlte an Branntwein zur Wasserdesinfizierung. Die Ruhr brach aus. Krankheit, Entkr&auml;ftung und Desertion dezimierten die Truppen bis zu einer St&auml;rke von 175.000 Mann, noch bevor es am 17. August zur Schlacht um Smolensk kam. Moskau erreichte Napoleon mit 100.000 Soldaten. Zwei Drittel der Hauptarmee waren verloren. Hinzu kamen hohe Verluste an Pferden.</p>
<p CLASS="sample olimg" style="margin-leftr: "><a ONCLICK="var win = onw('http://blog.bissantz.de/images/minard_lg.gif', 'Minard', 1040, 500); win.focus(); return false;" HREF="http://blog.bissantz.de/images/minard_lg.gif"><img SRC="/images/Minard1869.png" /></a><br />
<span CLASS="gray" style="margin-left: 0; padding-left: 0;">Ohne Zweifel ein grafischer Meilenstein: So zeigte der Ingenieur Charles Joseph Minard 1869 die Daten von Napoleons desastr&ouml;sem Russlandfeldzug 1812/1813. Ohne Erl&auml;uterung aber ist sie weniger Analyse und mehr Appell.<br />
Zum Vergr&ouml;&szlig;ern auf das Bild klicken.</span></li>
</p>
<p>Auf dem R&uuml;ckzug wurde Napoleons Armee immer wieder in K&auml;mpfe verwickelt. Es fehlten Pferde, um die Lasten zu ziehen. Die Soldaten verbrannten ihre Fuhrwerke, machten die Kanonen unbrauchbar und lie&szlig;en sie zur&uuml;ck. Der Winter brach ein. Es gab keine warme Kleidung. Die Pferde waren falsch beschlagen. Die Unf&auml;lle h&auml;uften sich auf den glatten Wegen. Selbst die mitgef&uuml;hrten Pontons zum Br&uuml;ckenbau wurden verbrannt, wenige Tage, bevor man den Fluss Beresina erreichte. Die hygienischen Verh&auml;ltnisse waren katastrophal. L&auml;use &uuml;bertrugen Typhus und Fieber. Weniger als 10.000 Mann brachte Napoleon heim.</p>
<p>Das waren 203 Worte. </p>
<p>Die Grafik von Minard beschreibt das Desaster ebenfalls. Wir sehen die Truppenst&auml;rke zu jedem Zeitpunkt des Feldzugs, Ort und Richtung der Kampagne auf einer zweidimensionalen Karte, sowie am unteren Ende des Bildes eine Temperaturskala. Die Darstellung ist ein viel zitiertes Meisterwerk. Steht sie allein, l&auml;sst sich vieles daraus ablesen, aber auch hineingeheimsen. Die Temperaturskala kann zu der Annahme verf&uuml;hren, der ber&uuml;chtigte russische Winter h&auml;tte Napoleon besiegt. Das aber ist nur ein Teil der Wahrheit. Ich habe der Grafik 203 Worte spendiert. Nach meinem Geschmack immer noch viel zu wenig. Aber sie haben der Grafik gut getan und die Umst&auml;nde weiter erhellt.</p>
<p>Napoleon ist an vielem gescheitert. Das wenigste davon l&auml;sst sich in einer Grafik fassen. Und ebendas ist die Erkenntnis. Unsere Welt ist schwierig und sch&ouml;n, komplex und bunt. Grafiken, so wichtig sie in der Welt der Abstraktion sind, k&ouml;nnen davon nur einen Ausschnitt einfangen. Die Sprache bietet das n&ouml;tige Mittel, unsere grafische Argumentation geeignet zu erg&auml;nzen. Daher: Wer malt, muss auch schreiben.</p>
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