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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Orientierung</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Neusehland I</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Jan 2010 20:48:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Distanzen]]></category>
		<category><![CDATA[Formen]]></category>
		<category><![CDATA[Managementbericht]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Orientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Perspektive]]></category>
		<category><![CDATA[Wall Street Journal]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Fremde verläuft man sich nicht gern. Und schaut sich besonders genau an, wo es hingeht. Was ich auf einer Reise aus Verkehrszeichen gelernt habe.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer verreist, will wieder heimkommen. Orientierung und Weg&shy;findung werden wichtig. In Neuseeland, wo man so weit von zu Hause entfernt ist wie sonst nirgends, f&auml;llt die Orientierung sehr leicht. Weil sie auf robusten visuellen Standards beruht. Warum einen das auf die Kauri-Fichte bringen kann.</strong></p>
<p>In Managementberichten und in Wirtschaftszeitungen begegnen uns <a href="http://blog.bissantz.de/dashboard-oder-trashboard">visuelle Metaphern</a>, die urspr&uuml;nglich f&uuml;r den Stra&szlig;enverkehr oder die Wegweisung erdacht wurden. Trifft man diese alten Bekannten dort wieder, wo sie herkommen, so kann das zun&auml;chst lehrreich sein. Einige Beispiele:</p>
<p><strong>Deutungsrobust: Dreiecke f&uuml;r Richtungen, Plus und Minus f&uuml;r Ver&auml;nderungen</strong><br />
Vom <a href="http://blog.bissantz.de/wsje-relaunch">Redesign des Wall Street Journal</a> war hier schon die Rede. Das Journal codiert seit einigen Wochen Plus&#8209; und Minuszeichen um. F&uuml;r die Vortages&shy;ver&auml;nderungen von Indizes und W&auml;hrungen findet man jetzt kleine rote und gr&uuml;ne <a href="http://blog.bissantz.de/images/20091117_WSJ_Titelseite_markets_Auszug.jpg">Dreiecke</a>, jeweils am oberen Rand der Titel&#8209; und einer weiteren Seite. Sie zeigen nach oben oder unten.</p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/Jungle_800px.jpg', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Jungle_450px.jpg"><img src="/images/Jungle_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a></p>
<p>Ganz &auml;hnliche Dreiecke begegneten mir vor kurzem bei einem Waldspaziergang. Der Weg auf einem Nebenpfad, der tiefer in den tropisch dichten Wald hineinf&uuml;hrt, ist in Abst&auml;nden von wenigen Metern mit senkrecht aufgeh&auml;ngten Plastikdreiecken gekennzeichnet. Das ist dort nicht nur hilfreich, sondern dringend geboten. Man w&uuml;rde den labyrinthischen Weg sonst nach wenigen Schritten verlieren.</p>
<p>H&auml;tte jemand Plus&#8209; und Minussymbole an die B&auml;ume genagelt, w&uuml;rde das die Wegfindung nicht erleichtern. Vor lauter Gr&uuml;beln, wozu das dienen soll, w&auml;re leicht der Wald vor lauter B&auml;umen nicht mehr zu sehen.</p>
<p>Die (spitzwinkligen) Dreiecke zeigen mal nach rechts und links oder nach oben. Je nach Perspektive, aus der sich der Wanderer n&auml;hert, wird dasselbe Symbol geschickt in seinen Zeigevarianten so genutzt, dass so wenige Dreiecke wie m&ouml;glich den schwierigen Pfad so genau als n&ouml;tig kennzeichnen. Die Farbe der Dreiecke kommt im Wald sonst nicht vor, auch das ist eine Hilfe. Stopppunkte f&uuml;r die Brutz&auml;hlung, um die es auf diesem Pfad geht, erkennt man an zwei gegeneinandergedrehten Dreiecken. Sie zeigen: Hier geht es nicht weiter, sondern du bist da.</p>
<p><strong>Farbrobust: Formen&#160;&#8211; formrobust: Farben</strong><br />
Vor Engstellen wie einspurigen Br&uuml;cken und Tunneln erh&ouml;ht es die Sicherheit dramatisch, wenn eine dauerhafte Vorfahrtsregelung besteht. Je fr&uuml;her in der Ann&auml;herung an die Engstelle klar ist, welche Seite Vorfahrt hat, desto besser. Die Unterscheidbarkeit von Farben und Formen aus zunehmend gr&ouml;&szlig;eren Distanzen &auml;ndert sich auf unterschiedliche Weise. Meist gilt, dass Formen l&auml;nger unterscheidbar bleiben, vor allem wenn dann noch individuelle Einschr&auml;nkungen im Sehverm&ouml;gen hinzutreten. </p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/GiveWay_800px.jpg', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/GiveWay_450px.jpg"><img src="/images/GiveWay_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a><br />Schnell gelernt und auch aus gro&szlig;er Entfernung mit Rot-Gr&uuml;n-Schw&auml;che schnell erkannt: Wer in Richtung des gro&szlig;en Pfeils f&auml;hrt, hat Vorfahrt. Die Unterscheidung Rot/Schwarz unterst&uuml;tzt die Wahrnehmung.</p>
<p>Im Druck und in der Bildschirmdarstellung haben wir ein ganz &auml;hnliches Thema zu bew&auml;ltigen. Feinere Farbnuancen gehen schon zwischen unterschiedlichen LCD-Displays, die sehr wenig farbsicher sind, verloren. Sp&auml;testens im Schwarz-Wei&szlig;-Ausdruck auf Papier auch gr&ouml;&szlig;ere Farbunterschiede. Robustes Design ber&uuml;cksichtigt diesen Umstand.</p>
<p><strong>Perspektivenrobust: Doppelung</strong><br />
Auf sehr h&uuml;geligen, kurvenreichen Stra&szlig;en kann eine Kuppe ein Warnzeichen verdecken, wenn es in derselben H&ouml;he wie sonst &uuml;blich angebracht ist. Die L&ouml;sung f&uuml;r dieses Problem besteht in einer Aufdoppelung. Dasselbe Zeichen wird zweimal in unterschiedlichen H&ouml;hen angebracht. Bei gleicher eigener Blickh&ouml;he schaut man vor der Kuppe auf das h&ouml;here, nach der Kuppe auf das niedrigere Schild. In der Ann&auml;herung kann dieses pfiffige, nur scheinbar redundante Design durchaus f&uuml;r ein Schmunzeln im Gesicht gestaltungs&shy;sensibler Gem&uuml;ter sorgen.</p>
<p  class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/PointOfView2x4_774px.jpg', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Jungle_450px.jpg"><img src="/images/PointOfView2x4_450px.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px; "></a></p>
<p>In der Managementinformation geht es uns oft &auml;hnlich. Dieselben Daten verdienen ganz unterschiedliche Perspektiven. Eine Darstellung allein ist also selten perspektivenrobust. Daher lohnt immer die Frage, ob man nicht mehrere Varianten derselben Daten zeigen sollte. Was auf den ersten Blick redundant scheint, kann die kurvenreiche Fahrt durch die Datenlandschaften sicherer machen.</p>
<p>Alle Beispiele verdeutlichen mir: Die Beschilderung will Unsicherheit verringern. Sie tut das in angemessener Weise. Aus ihrer Konstruktion k&ouml;nnen wir viel lernen&#160;&#8211; aus ihrer Metaphorik aber wenig &uuml;bertragen. T&auml;ten wir das, best&uuml;nde die Gefahr der Vergr&ouml;berung und Manipulation. Die Vortagesver&auml;nderung eines Aktienkurses zeigt nicht den Weg durchs Dickicht der Verm&ouml;gensanlage. Das Ampelsignal kann nicht entscheiden, ob Stillstand oder Weiterfahren Besserung bringt.</p>
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