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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Präsentation</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>The Wall (Teil I)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/deltamaster-gate</link>
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		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 12:30:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Auflösung]]></category>
		<category><![CDATA[DeltaMaster]]></category>
		<category><![CDATA[Informationsdichte]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich wollten wir es noch ein wenig für uns behalten. Aber bevor jemand anders es uns abschaut und sagt, er war’s, rücken wir jetzt raus damit: So arbeitet man zukünftig im Controlling (und auch sonst): mit Panoramablick statt durchs Schlüsselloch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eigentlich wollten wir es noch ein wenig f&uuml;r uns behalten. Aber be&shy;vor jemand anders es uns abschaut und sagt, er war&rsquo;s, r&uuml;cken wir jetzt raus damit: So arbeitet man zuk&uuml;nftig im Controlling (und auch sonst): mit Panoramablick statt durchs Schl&uuml;sselloch.</strong></p>
<p>Wenn wir uns zum Arbeiten in einer Gruppe zusammensetzen, dann sieht das so aus: Auf der vorderen Stirnseite unseres Konferenzraums haben wir eine wei&szlig;e Projektionswand. Sie misst 1,80 Meter in der H&ouml;he und 3 Meter in der Breite. So oder &auml;hnlich gibt es sie in jedem Unternehmen. Auf diese Fl&auml;che projizieren wir per Beamer den Bildschirm eines Laptops. Mit diesem Rechner protokollieren wir die Arbeitsergebnisse und durch die Projektion hat sie jeder st&auml;ndig vor Augen.</p>
<p class="gray"><img src="/images/DeltaMaster-Gate-1.jpg" alt="DeltaMaster Gate" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Diese Monitorwand liefert auf derselben Fl&auml;che, die ein Beamerbild &uuml;blicher&shy;weise einnimmt, das 24-Fache an Aufl&ouml;sung. Quelle: DeltaMaster Gate.</p>
<p>Die vordere Stirnseite unseres Konferenzraums liefert also 1024 x 768 Pixel auf gut 5 Quadratmetern Wandfl&auml;che. In den meisten Meetings wird mit dieser Aufl&ouml;sung gearbeitet, gezeigt, gesehen, gedacht, geurteilt. Tischvorlagen er&shy;h&ouml;hen diese Aufl&ouml;sung spielend, aber oft genug gibt man sich mit der Abfolge einiger PowerPoint-Folien zufrieden und hat allenfalls dieselben Folien und eine Agenda vor sich auf Papier.</p>
<p>An die hintere Stirnseite unseres Konfe&shy;renzraums haben wir eine Monitorwand gestellt. Sie besteht aus 9 Monitoren in der Gr&ouml;&szlig;e 46 Zoll. Zusammen bilden sie ebenfalls eine Fl&auml;che von gut 5 Quadratmetern, liefern mit fast 19 Millionen Pixeln aber das 24-Fache an Aufl&ouml;sung. Auf der Monitorwand sehen wir, wor&uuml;ber wir diskutieren wollen. Weil wir so viel Platz haben, sehen wir die Dinge gleichzeitig und nebeneinander statt nacheinander und auseinander.</p>
<p>Manches sehen wir so &uuml;berhaupt erst vollst&auml;ndig. Ein Architekt, dem wir un&shy;se&shy;re Arbeitsweise zeigten, verstand das Prinzip sofort: Die meisten seiner Bau&shy;vorhaben diskutiert er immer noch auf Papier, auf dem Bildschirm ist einfach nicht genug Platz. Entweder das Ganze wird zur Unkenntlichkeit verklei&shy;nert oder der Ausschnitt zeigt zu wenig Zusammenhang.</p>
<p class="gray"><img src="/images/DeltaMaster-Gate-2.jpg" alt="DeltaMaster Gate" style="margin-bottom: 4px;" /><br />Kaum zu glauben, aber wahr: Das helle Rechteck in der Mitte sind 1024 x 768 Pixel. So viel zeigt ein Beamer normalerweise&#160;&#8211; und braucht dazu bei gleicher Lesbarkeit die Fl&auml;che, in die 9 Monitore &agrave; 46 Zoll passen. Quelle: DeltaMaster Gate.</p>
<p>Genauso geht es einem bei allem, was mit Landkarten zu tun hat. Mit einer Auf&shy;l&ouml;sung von 19 Megapixeln sieht man N&uuml;rnberg komplett, mit dem Beamer bleibt man innerhalb der Altstadtmauern. &Uuml;brigens &auml;ndern daran die 1920 x 1080 Pixel der HD-Beamer nichts: Sie sind breiter und daher vor allem f&uuml;r Kino&shy;filme. Im Business sind sie problematisch, weil die meisten Bildschirme an Laptops und auf Schreibtischen anders aufl&ouml;sen und die Formatwechsel Auf&shy;wand verursachen.</p>
<p>Mithilfe unserer Monitorwand arbeiten, zeigen, sehen, denken, urteilen wir mit dem 24-Fachen an Information wie sonst &uuml;blich. Wenn wir &uuml;ber unsere Web&shy;site gr&uuml;beln, passen lesbar ganze Sektionen komplett auf die Wand. Wenn wir im Vertrieb diskutieren, haben wir nicht nur einige wenige Kunden im Blick, sondern viele davon. Wenn wir einen Fachartikel redigieren, sehen wir alle Abschnitte, Abbildungen und Anh&auml;nge, ohne zu bl&auml;ttern. Wenn wir Veranstal&shy;tungen planen, sehen wir Orte, G&auml;ste und Themen zusammen. Uns tut das gut. Wir klicken wenig, sehen viel und denken mehr. Zugegeben: Dass wir die Software f&uuml;r unsere Wand &ndash; &bdquo;DeltaMaster Gate&ldquo; &ndash; selbst schreiben konnten, hat auch geholfen.</p>
<p>Man k&ouml;nnte es auch so sehen: Wir haben die Leistungsf&auml;higkeit unseres Kon&shy;ferenzraums um den Faktor 24 gesteigert. Man stelle sich vor, irgendeine Technologie h&auml;tte von einer Generation auf die andere irgendeinen Leistungs&shy;parameter so stark vorantreiben k&ouml;nnen.</p>
<p>Wir glauben, dass Sie wie wir arbeiten sollten.</p>
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		<title>Bewegende Mittel zum Zweck</title>
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		<pubDate>Fri, 01 May 2009 09:13:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Animation]]></category>
		<category><![CDATA[Exploration]]></category>
		<category><![CDATA[Präsentation]]></category>
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		<category><![CDATA[ZEIT]]></category>

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		<description><![CDATA[Hans Rosling wollte uns auf einer TED-Konferenz die besten Statistiken zeigen, die wir je gesehen haben. Ich meine: Es war eine der besten Präsentationen von Statistiken. Für und Wider die Animation in der Datenanalyse.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Animation bewegt Daten und Gem&uuml;ter. Gr&ouml;&szlig;te Aufmerksamkeit ist uns sicher. Doch h&auml;lt auf den zweiten Blick, was den ersten gefangen hat? Noch mehr als sonst kommt es auf das Zusammenspiel zwischen Pr&auml;sentierendem und Pr&auml;sentiertem an.</strong></p>
<p>Hans Rosling zeigte in einem hoch gelobten und beeindruckenden <a href="http://www.ted.com/index.php/talks/hans_rosling_shows_the_best_stats_you_ve_ever_seen.html">Vortrag</a> auf der <abbr title="Technology, Entertainment, Design">TED</abbr>-Konferenz 2006, wie sich Familiengr&ouml;&szlig;e und Lebenserwartung in den L&auml;ndern der Erde ver&auml;ndert haben. Galt fr&uuml;her f&uuml;r den Westen &bdquo;langes Leben in kleinen Familien&ldquo; und im Rest der Welt &bdquo;kurzes Leben in gro&szlig;en Familien&ldquo;, so gilt inzwischen beinahe global nur noch das Erstere. Rosling demonstriert den Wandel mit Hilfe eines Visualisierungsprogramms.</p>
<p class="gray"><object width="425" height="366"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/9J8yqDpHsmA&#038;rel=1&#038;border=0&#038;showinfo=0&#038;rel=0"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/9J8yqDpHsmA&#038;rel=1&#038;border=0&#038;showinfo=0&#038;rel=0" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="366"></embed></object><br />
&#8222;Debunking third-world myths with the best stats you&#8217;ve ever seen&#8220;&#160;&#8211; Auszug aus dem Vortrag von Hans Rosling vom Februar 2006.</p>
<p>Die Kreisfl&auml;chen repr&auml;sentieren die Bev&ouml;lkerung. Warum Fl&auml;chendarstellungen generell problematisch sind, <a href="http://www.bella-beraet.de/mosaic-display">haben</a> <a href="http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen">wir</a> <a href="http://blog.bissantz.de/test-guter-manager">bereits</a> <a href="http://blog.bissantz.de/kreisdiagramme">diskutiert</a>. Die Ver&auml;nderung der Werte zeigt Rosling mit einer Animation: Die Kreise bewegen sich von Jahr zu Jahr auf die jeweils neue Position, die sich aus dem Wert f&uuml;r Familiengr&ouml;&szlig;e und Lebenserwartung ergibt. Vor dem Auge zieht also ein recht buntes, sich bewegendes Durcheinander vorbei.</p>
<p class="gray"><img src="/images/HansRosling_TEDTalks_Animation.gif" alt="" width="450" height="340" /><br />So zeigte Rosling die Entwicklung von Familiengr&ouml;&szlig;e und Lebenserwartung f&uuml;r die L&auml;nder der Erde von 1962 bis 2003.</p>
<p>Rosling begleitet die Animation mit einer lebhaften, engagierten, beinahe faustisch anmutenden Beschreibung der Ver&auml;nderung. Fast wirkt es, als w&uuml;rden die Blasen seinen Gesten folgen und nicht umgekehrt und als w&auml;re die Animation Abbild seiner Gedanken. Was wir sehen, ist nur zu einem geringen Teil der Qualit&auml;t der Datenvisualisierung zu verdanken, zu einem viel gr&ouml;&szlig;eren aber der wohl einstudierten Dramaturgie Roslings. Wir lernen daraus mehr, wie man ein Publikum begeistert, als was gute Visualisierung ist.</p>
<p>Schl&uuml;sse aus sich bewegenden Objekten zu ziehen ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Sie wird dann am ehesten gelingen, wenn die beobachteten Bewegungen einem halbwegs eindeutigen, wenig zuf&auml;lligem Muster folgen.</p>
<p>Wir m&uuml;ssen folglich entscheiden, was wir bezwecken wollen&#160;&#8211; einen Sachverhalt dramatisch in Szene setzen, den wir bereits gut durchdrungen haben, oder einen unbekannten Sachverhalt neu erforschen und selbst begreifen. Was wir sofort verstehen werden, sind Trivialit&auml;ten. Weniger einfache Muster werden wir nur erkennen, wenn derselbe Film immer und immer wieder vor uns abl&auml;uft. Das erm&uuml;det.</p>
<p>F&uuml;r die <strong>Exploration</strong> sind statische Darstellungen besser geeignet. F&uuml;r die <strong>Pr&auml;sentation</strong> hingegen sind schauspielerische Qualit&auml;ten und eine pfiffige Animation kaum zu schlagen. In der <strong>Reflexion</strong> aber mag ein schaler Beigeschmack zur&uuml;ckbleiben. Unser Publikum wird sich fragen: Gab es etwas zu gl&auml;tten, zu vertuschen, zu dramatisieren, zu besch&ouml;nigen, zu emotionalisieren&#160;&#8211; oder stand eine seri&ouml;se Botschaft im Mittelpunkt?</p>
<p>Wenn Sie auf einer TED-Konferenz einen Vortrag halten, empfehle ich, Rosling nachzueifern. Schlie&szlig;lich geht es da um Technologie, Entertainment und Design. F&uuml;r die n&auml;chste Aufsichtsratssitzung k&ouml;nnten Aufwand und Ergebnis in einem ung&uuml;nstigen Verh&auml;ltnis stehen. </p>
<p>Der Titel der Pr&auml;sentation verdient eine Pr&auml;zisierung: Wir haben nicht die besten Statistiken gesehen, sondern eine der besten Pr&auml;sentationen von Statistiken.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Daten richtig darstellen: Deutungspriorit&#228;t</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/deutungsprioritaet</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 10:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Achsen abschneiden]]></category>
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		<category><![CDATA[The Economist]]></category>
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		<description><![CDATA[Im 100. Artikel: Was Deutungspriorität ist, welche Gestaltungsregeln wir aus ihr ableiten können und wie sie uns vor Blamagen in der nächsten Präsentation von Zahlen schützt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daten richtig darzustellen, ist eine verzwickte Sache. Warum das so ist und uns deswegen der Stoff f&uuml;r diesen Blog auch mit diesem 100. Beitrag niemals ausgehen wird. Ein neuer Begriff und zwei Regeln, die jeder braucht, der sich in der n&auml;chsten Pr&auml;sentation von Gesch&auml;ftszahlen nicht blamieren will.</strong></p>
<p>Sehen wir uns das Beispiel aus dem Economist an. Ohne lange zu &uuml;berlegen nehmen wir intuitiv an, dass uns die Grafik unter anderem zeigen will, dass sich der Wert von 2005 auf 2006 fast verdoppelt hat. Genau das n&auml;mlich suggeriert der Vergleich der S&auml;ulenh&ouml;hen. Denn die S&auml;ule f&uuml;r 2006 ist um das 1,7-fache h&ouml;her als die f&uuml;r 2005.</p>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td><a onclick="return openPopup('/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px.png"><img src="/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_200px.png" alt="" /><br />
</a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px_Anmerkungen.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px_Anmerkungen.png"><img src="/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_200px_Anmerkungen.png" alt="" /><br />
</a></td>
</tr>
<tr>
<td class="gray">The Economist 389 (2008), S.&#160;49&#160;&#8211; &uuml;bertreibt um das Siebenfache<br />(zum Vergr&ouml;&szlig;ern klicken)</td>
<td class="gray">L&uuml;genfaktor: So wird die Verzerrung berechnet.<br />(zum Vergr&ouml;&szlig;ern klicken)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Davon kann jedoch &uuml;berhaupt keine Rede sein. Der Anstieg der Werte von 83 auf 94 Mrd. US&#8209;$ betr&auml;gt n&auml;mlich nur 13&#160;%. Die Grafik rechts zeigt die Berechnung der gr&ouml;&szlig;ten Verzerrung, die sich der Economist hier erlaubt. Was passiert hier? Um das zu erkl&auml;ren, hilft ein neuer Begriff: die (von mir frei erfundene) <strong>Deutungspriorit&auml;t</strong>. </p>
<p>Bei Balken und S&auml;ulen ist es ihre L&auml;nge bzw. H&ouml;he, die Deutungspriorit&auml;t genie&szlig;t. Das Auge vergleicht die H&ouml;hen und leitet daraus die Wertunterschiede ab. Daher lautet unsere <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">erste Regel</a> heute: <strong>Unterschiede in den L&auml;ngen m&uuml;ssen proportional zu den gezeigten Werten sein.</strong> Weil der Economist die Nulllinie abgeschnitten hat, sind die S&auml;ulen nicht mehr proportional zu den Werten und nichts stimmt mehr.</p>
<p>Sehen wir uns jetzt die gleichen Zahlen als Liniendiagramm an. Links mit Nulllinie, rechts ohne. Der Clou: Die Deutungspriorit&auml;t sorgt jetzt daf&uuml;r, dass wir mit unseren Erkenntnissen aus der Betrachtung der S&auml;ulengrafik hier nichts anfangen k&ouml;nnen. Bei Liniendarstellungen sind es n&auml;mlich die Liniensegmente, in denen wir nach Bedeutung fahnden. Genauer gesagt, ihre Winkel zueinander. Der Abstand zur Grundlinie hingegen interessiert nicht. Eine Verzerrung ist nicht zu entdecken.</p>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td><img src="/images/Economist_Linie_NullMax.png" alt="" /></td>
<td><img src="/images/Economist_Linie_MinMax.png" alt="" /></td>
</tr>
<tr>
<td class="gray">Redesign, Skalierung 0 bis Max</td>
<td class="gray">Redesign, Skalierung Min bis Max</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Daher unsere <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2">zweite Regel</a>: <strong>In einer Liniengrafik m&uuml;ssen die Winkel proportional zu den relativen Wertver&auml;nderungen sein.</strong> Probleme mit Verzerrungen haben wir erst, wenn die Werte verschiedene Gr&ouml;&szlig;enordnungen umfassen. Dann n&auml;mlich zeigen gleiche Winkel unter Umst&auml;nden sehr unterschiedliche relative &Auml;nderungen. Ein Beispiel dazu hatten wir bereits ausf&uuml;hrlich <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1">beleuchtet</a>. Mit unseren Daten funktionieren zun&auml;chst einmal beide gezeigten Varianten. </p>
<p>Die Deutungspriorit&auml;t sorgt also daf&uuml;r, dass wir eine Regel, die f&uuml;r S&auml;ulen und Balken gilt, nicht einfach auf Linien &uuml;bertragen k&ouml;nnen. F&uuml;r die Unterscheidung, welche der beiden Varianten besser ist, brauchen wir weitere Kriterien. Von denen handelt einer der <a href="http://blog.bissantz.de/achsen-abschneiden-ja">n&auml;chsten Beitr&auml;ge</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wo rohe Balken sinnlos walten</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/abweichungen-zeigen</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 13:57:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<description><![CDATA[Stapelgrafiken, Torten- und Flächencharts sind ebenso verbreitet wie sinnlos. Das gilt für das Managementreporting genauso wie für Präsentationen und Massenmedien. Balken helfen dagegen - wenn sie Abweichungen zeigen statt Rohdaten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stapelgrafiken, Torten&#8209; und Fl&auml;chencharts sind ebenso verbreitet wie sinnlos. Das gilt f&uuml;r das Managementreporting genauso wie f&uuml;r Pr&auml;sentationen und Massenmedien. Balken helfen dagegen&#160;&#8211; wenn sie Abweichungen zeigen statt Rohdaten.</strong></p>
<p>Argumente <a href="http://blog.bissantz.de/hochstapeln">gegen das Stapeln</a> und eine <a href="http://blog.bissantz.de/referenzbalken">neue Alternative</a> hatten wir hier schon. Eine erste wichtige Ma&szlig;nahme gegen die Hochstapelei ist das Entstapeln der Daten:</p>
<p class="gray"><img src="/images/super-steuer-zapfsaeule.png" alt="Preise für Superbenzin in verschiedenen Ländern" /><br />Schon mal besser: Entstapelte Stapelgrafik</p>
<p>Das ist ein Fortschritt, aber man ist noch nicht zufrieden. Warum? Den Vergleich je Land k&ouml;nnen wir mit sogenannten <a href="http://blog.bissantz.de/referenzbalken">Referenzbalken</a> verbessern. Der Vergleich der Preise, Kosten und Steuern &uuml;ber die L&auml;nder hinweg ist aber auch damit noch nicht optimal.</p>
<p>Wir vergleichen, indem unser Auge die Unterschiede in den Balkenl&auml;ngen pr&uuml;ft. Genau diesen Unterschieden aber widmet meine erste Darstellung die geringste Anzahl an Pixeln. Ein viel gr&ouml;&szlig;erer Anteil an Pixeln wird f&uuml;r das Aufmalen des immer gleichen Minimums aufgewendet. So kommen die gleichen 97 Pixel f&uuml;r den Wert 126 in der Spalte Zapfs&auml;ule in allen 10 Zeilen vor. Jedoch: Die Lesbarkeit einer Grafik ist umso h&ouml;her, je mehr Pixel uns zur Abbildung von Ungleichem zur Verf&uuml;gung stehen.</p>
<p>Naivere Zeitgenossen und die <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">Entwickler von Excel</a> verf&uuml;hrt das zu der Annahme, man d&uuml;rfe die Achse abschneiden und damit die Unterschiede betonen. <a href="http://www.bella-beraet.de/proportionalitaetsgesetz">Man darf es nicht!</a></p>
<p>Was man darf und sogar muss, ist, sich zu entscheiden, was man eigentlich zeigen will. Bei Vergleichen ist das selten der rohe, unbehauene Datenwert, den die Statistik hergibt. <strong>Vielmehr wollen wir zeigen, ob und wie sehr die Daten von unserer Erwartung, vom Durchschnitt, vom Gewohnten, vom &Uuml;blichen, vom Typischen abweichen.</strong></p>
<p>Die Referenz dazu ist die Vergangenheit, ein Minimum, ein Maximum oder ein Durchschnitt. Daher liegen wir richtig, wenn wir zuallererst einmal die Abweichung vom Durchschnitt errechnen und von dort aus weiterdenken:</p>
<p class="pimg"><img src="/images/Diff_und_Abs_Werte_zusammen_gespiegelt_Durchschnitt.png" alt="Preise für Superbenzin in verschiedenen Ländern mit Abweichungen zum Durchschnitt" style="width: 507px; overflow: visible;"/></p>
<p>Ich finde, damit ist eine gute L&ouml;sung f&uuml;r die Daten oben gefunden. Wir lernen also: <strong>Rohdaten zeigen ist keine Analyse. Vergleichen hei&szlig;t Abweichungen zeigen.</strong></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-1</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/logarithmus-1#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 18:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitreihen]]></category>

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		<description><![CDATA[Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Logarithmische Skalen gelten manchen als tollw&uuml;tige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger b&auml;ndigen und uns in der n&auml;chsten PowerPoint-Pr&auml;sentation entspannt zur&uuml;cklehnen, wenn &uuml;ber Skalen schwadroniert wird.</strong></p>
<p>Der Beitrag &uuml;ber die <a href="http://blog.bissantz.de/blaues-wunder">T&uuml;cken der Zeitreihenanalyse</a> bewegt die Gem&uuml;ter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen. Ein Vergleich der Preisentwicklung f&uuml;r Heiz&ouml;l, Strom und Gas aus der Welt am Sonntag diente dabei als Beispiel. Sie verst&ouml;&szlig;t gegen Bellas ehernes <a href="http://www.bella-beraet.de/proportionalitaetsgesetz" target="_blank">Proportionalit&auml;tsgesetz</a>. Es besagt: Grafische Ver&auml;nderungen m&uuml;ssen proportional zu den abgebildeten Wertver&auml;nderungen sein. Der Versto&szlig; der Grafik gegen Bellas Dogma ist erheblich.</p>
<div style="height: 320px;">
<img src="/images/steigung_anfangende_normal_kommentiert.png" alt="Preisänderung Heizöl, Erdgas, Strom" style="float: left; margin-right: 10px;"/></p>
<p class="gray">Absolut steigt Heiz&ouml;l um 58,63&#160;&#8211; 26,38 = 32,25 Einheiten. Erdgas steigt um 6,51&#160;&#8211; 3,55 = 2,96 Einheiten. Grafisch steigt Heiz&ouml;l damit um den Faktor 32,25/2,96 = 11 st&auml;rker als Erdgas.</p>
<p class="gray">Prozentual steigt Heiz&ouml;l um 122&#160;%, Erdgas um 83&#160;%. Damit steigt Heiz&ouml;l also nur um den Faktor 122/83=1,5 st&auml;rker.</p>
<p class="gray">Die Grafik untertreibt den Anstieg von Erdgas um den Faktor 11/1,5=7,33.</p>
</div>
<p>Wie erheblich, das k&ouml;nnen wir mit dem <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">L&uuml;genfaktor</a> messen, mit dem wir Excels Diagrammassistenten bereits einen Teil des Untergangs der abendl&auml;ndischen Datenkultur in die Zellen schieben konnten. Der <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">Diagrammassistent l&uuml;gt notorisch</a>. Er schneidet S&auml;ulen und Balken automatisch ab. Die resultierenden Unterschiede zwischen den S&auml;ulen und Balken haben mit den Wertunterschieden, die sie abbilden sollten, nur noch wenig &Auml;hnlichkeit. Wir messen, wie lang einer der verzerrten Balken ist und wie lang er sein sollte, teilen das eine durch das andere und bekommen ein Ma&szlig; f&uuml;r die Unter&#8209; oder &Uuml;bertreibung.</p>
<p>Bei Liniengrafiken k&ouml;nnen wir dieses Prinzip auf die abgebildeten Steigungen &uuml;bertragen. In der Energiepreisgrafik ist je nach Blickrichtung die Steigung des Heiz&ouml;ls um das Siebenfache &uuml;ber&#8209; bzw. die Steigung des Erdgases um das Siebenfache untertrieben.</p>
<p>Warum ist das so? Eine Liniengrafik zeigt Wert&auml;nderungen zwischen zwei Perioden durch die Steigung der sie verbindenden Linie. Wir haben gelernt, je steiler die Linie, desto gr&ouml;&szlig;er die Steigung und eben die Wert&auml;nderung. In der Energiepreisgrafik kommen wir damit aber ins Schleudern: Heiz&ouml;l steigt steiler als Erdgas und Strom. Halt! Ist das wirklich so? Wir sehen n&auml;her hin: Nur wenn wir die absoluten Werte betrachten. Aber k&ouml;nnen wir denn absolute Wert&auml;nderungen betrachten, wenn wir von unterschiedlichen Niveaus starten? Nat&uuml;rlich nicht. Die Steigungen sind offensichtlich nicht proportional zu den prozentualen Preis&auml;nderungen. Ja, was sagen denn dann die Steigungen aus? </p>
<p>Wir sehen: <strong>Steigungen m&uuml;ssen f&uuml;r prozentuale Wert&auml;nderungen reserviert bleiben</strong>. Anderenfalls versto&szlig;en wir gegen Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz. Im besten Fall werden wir nur schlecht verstanden, im schlimmsten Fall wirft man uns Manipulation vor.</p>
<p><strong>Erste Alternative zum Tigerritt: Normierung</strong><br />Eine erste L&ouml;sung des Problems ist die Normierung der Werte auf einen einheitlichen Startwert. Man teilt alle Werte einer Reihe durch den Anfangswert der Reihe. Der erste Wert jeder Reihe ist damit 100 und alle anderen Werte  sind in Bezug zu diesem Startwert gesetzt. Eine sehr gute L&ouml;sung.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="/images/Preise_Details_normiert.png" alt="Normalisierte Werte" /></p>
<p>Zeitungen schrecken vor Normierungen im allgemeinen zur&uuml;ck. Man kann sich das Dilemma vorstellen, in dem ein Redakteur steckt. Jede Umformung muss vom Leser verstanden werden. Gezeigt werden nicht mehr die tats&auml;chlichen Werte. Es wird deutlich, wie wichtig und gleichzeitig willk&uuml;rlich die Wahl des Startpunktes ist. Die Darstellung der Istwerte wirkt demgegen&uuml;ber unverf&auml;nglicher. </p>
<p>Dennoch: Wer Grafiken produziert, die Strom steiler als Erdgas steigen lassen, obwohl Strom nicht einmal halb so stark wie Erdgas stieg, der braucht dringend eine Alternative. </p>
<p><strong><a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2">Teil 2: Logarithmische Skalen</a></strong></p>
<p class="gray" style="margin-top: 40px;">* <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091" target="_blank">Logarithmische Skalen&#160;&#8211; Tagesgespr&auml;ch zu B&ouml;rse und Wirtschaft&#160;&#8211; GoldSeiten-Forum.de</a></p>
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		</item>
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		<title>Hochstapeln ist out</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Aug 2008 16:24:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn Komponenten verglichen werden sollen, ist es üblich, das mit Hilfe von Stapelgrafiken zu tun. Genau das aber gelingt eher schlecht. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Stapelgrafiken sind echte Hochstapler. Sie geben vor, Strukturen aufzudecken. Das aber scheitert regelm&auml;&szlig;ig&#160;&#8211; und ist auch noch konstruktionsbedingt. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.</strong></p>
<p>Stapelgrafiken begegnen uns recht h&auml;ufig. Ihre Idee ist, Strukturen aufzuzeigen: Wie setzen sich Dinge zusammen? Wie hat sich die Zusammensetzung ge&auml;ndert? Welche Komponenten sind hier wichtig, welche dort?</p>
<p>In den letzten Wochen wurde z.&#160;B. viel &uuml;ber den Benzinpreis diskutiert. Er setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Die wiederum sind in verschiedenen L&auml;ndern verschieden hoch. Wer dar&uuml;ber berichtete, zeigte das in dieser Form:</p>
<p class="gray"><img src="/images/steuerstapel.jpg" alt="Wie der Staat abkassiert" /><br />Wo ist die Steuer am h&ouml;chsten? Das beantworten nur die Zahlen. Die Grafik hilft dabei nicht. (auto motor und sport 16/2008, S.&#160;3)</p>
<p>Wie man sieht, funktioniert die Stapelei nur innerhalb eines Balkens so, wie sie soll. Das Auge kann gut unterscheiden, welchen Anteil eine Komponente am gesamten Balken hat. Und wir k&ouml;nnen noch die Balkenl&auml;ngen unterscheiden, die von einer gemeinsamen Grundlinie starten. Wir sehen also die Unterschiede der Gesamtpreise und die Unterschiede zwischen den Grundpreisen. Die Unterschiede zwischen den Steuern sehen wir nur dann vern&uuml;nftig, wenn wir die Zahlen zu Rate ziehen. Daher: <strong>Wollen wir mehr als zwei Kriterien optisch differenzieren, d&uuml;rfen wir sie nicht stapeln</strong>. Hier sind es drei (Grundpreis, Steuern, Endpreis). </p>
<p>Das zweite Beispiel zeigt die Stunden, die ein mittelst&auml;ndischer Betrieb f&uuml;r seine Steuererkl&auml;rungen aufwenden muss. Dargestellt sind vier Kriterien. Zun&auml;chst einmal l&ouml;blich: Eine Grafik mit immerhin 76 Werten findet man selten. In dem Focus, aus  dem sie stammt, war es die mit Abstand dichteste Strukturdarstellung.</p>
<p class="gray"><a href="http://blog.bissantz.de/images/Meilenstein_Focus_292008_S27.jpg"><img src="http://blog.bissantz.de/images/meilenstein_focus_292008_140708_s27_450px.png" alt="Und jährlich grüßt das Finanzamt" /></a><br />
Der Steinbr&uuml;ck und die Uhr sind Firlefanz, die hohe Informationsdichte ist l&ouml;blich, das Stapeln nicht (Focus 29/2008, 14.07.2008, S.&#160;27)</p>
<p>Wieder funktioniert die Grafik nur f&uuml;r den ersten Wert und den Gesamtwert. Alles andere sagen uns erst die Zahlenwerte, die hier in tabellarischer Qualit&auml;t eng und damit vergleichbar platziert sind. Vielleicht &uuml;berraschend: Deutschland ist nur im Mittelfeld. Streng genommen sollten die S&auml;ulen auch Balken sein, weil S&auml;ulen f&uuml;r Zeitreihen reserviert sind. </p>
<p>Zum &Auml;rgernis werden Stapelgrafiken, wenn die Segmente in ihrer Gr&ouml;&szlig;e stark voneinander abweichen und deswegen Werte gar nicht mehr zu platzieren sind. Wie sich die Milch macht, ist hier beim besten Willen nicht mehr zu erkennen:</p>
<p class="gray"><img src="/images/landwirtschaftssubventionen.jpg" alt="EU-Landwirtschaftssubventionen" /><br />
Wie hat sich die Milchsubvention ver&auml;ndert? Schwer zu sagen. Weil gestapelt wurde und kein Platz mehr f&uuml;r Werte ist. (Welt am Sonntag, 05.08.2007, S.&#160;23)</p>
<p><strong>Daher: Weg mit den Stapelgrafiken!</strong> Wer glaubw&uuml;rdig und verst&auml;ndlich sein will, verzichtet ganz aufs Hochstapeln und nimmt stattdessen eine <a href="http://blog.bissantz.de/grafische-tabellen">Grafische Tabelle</a>. F&uuml;r <a href="http://www.bella-beraet.de/stapelgrafik" target="_blank">gestapelte Zeitreihen</a> hat das Bella schon einmal demonstriert. Die Steuerstapel aus der auto motor und sport oben k&ouml;nnten dann so aussehen:</p>
<p class="gray"><img src="/images/super-steuer-zapfsaeule.png" alt="Die Benzindaten als Grafische Tabelle" /><br />
Schon viel besser: Grafik f&uuml;r die schnelle Orientierung, Zahlen f&uuml;rs Detail. Stapeln ist unn&ouml;tig.</p>
<p>Jedes Kriterium bekommt eine eigene Spalte und hat eine klar abgegrenzte, eigene grafische Repr&auml;sentation. &Uuml;ber die Platzierung der Werte m&uuml;ssen wir uns keine Gedanken machen.</p>
<p>Und das n&auml;chste Mal sehen wir uns einen <a href="http://blog.bissantz.de/referenzbalken">Kniff</a> an, mit dem wir die analytische Aussagekraft der Grafischen Tabelle nochmals deutlich steigern. Sp&auml;testens dann, so bin ich mir sicher, <a href="http://blog.bissantz.de/tod-der-businessgrafik">verlieren</a> Stapelgrafiken den letzten Fan&#160;&#8230;</p>
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		<title>Tod dem Dekogramm</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/dekogramm</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 15:26:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Von der Business-Grafik haben wir uns schon verabschiedet, jetzt ist das Dekogramm dran. Die Lektüre von Spiegel, Focus und Co. liefert uns die Gründe dafür.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und w&uuml;nsche ihm die vollst&auml;ndige Ausrottung.</strong></p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/heilige-kuh">Letztes Mal</a> waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: <strong>Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!</strong></p>
<p class="gray"><img src="/images/globus_2.gif" alt="Infografik" /><br />
Mit diesem und anderen Beispielen <a href="http://www.globus-infografik.de/produkte_globus.htm" target="_blank">wirbt</a> die dpa f&uuml;r die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik. Spiralf&ouml;rmige Anordnung, wachsende Wappen, die Spirale selbst&#160;&#8211; alles steht dem raschen Verst&auml;ndnis des Zahlenvergleichs im Weg.</p>
<p>Zuerst die gute Nachricht: Man findet sie, wo man hinsieht, aber sie dominieren die grafische Darstellung nicht (mehr). In einer Stichprobe mit Capital, Focus, FTD, Neue Z&uuml;rcher Zeitung, Spiegel, S&uuml;ddeutsche Zeitung und WAMS fand ich die meisten Beispiele noch in Spiegel und Focus. In der Capital fand ich gerade mal eines, in der NZZ gar keins.</p>
<p>Dennoch, aus zwei Gr&uuml;nden, weg damit: Wo offen <a href="http://www.auergrafik.com/index.php?action=file&amp;name=wozu" target="_blank">&uuml;ber den Zweck r&auml;soniert wird</a>, bleiben wenig Zweifel, worum es geht. Der Leser soll emotionalisiert, die Botschaft soll ihm verkauft werden.</p>
<blockquote><p>Die Infografik &bdquo;verschafft uns einen sinnlichen Zugang in die Herzen der Leserinnen und Leser, weil sie mit Symbolen und leicht fa&szlig;lichen Illustrationen f&uuml;r die Aussage emotionalisiert werden, z.&#160;B. Wohnbau geht zur&uuml;ck&#160;&#8211; traurige Familie.&ldquo;<br />
<a href="http://www.auergrafik.com/index.php?action=file&amp;name=wozu" target="_blank">Quelle: www.infografik.at</a></p></blockquote>
<p>Daf&uuml;r haben wir keinen Bedarf. Und sp&auml;testens ab jetzt sehen wir &uuml;ber jeder Infografik die Warnlampe Manipulation leuchten.</p>
<p>Der zweite Grund ist das kapitale Missverst&auml;ndnis, dem auch Infografiker ohne manipulative Absicht unterliegen. Dekoration verbessert Lesbarkeit und Verst&auml;ndnis nicht, wie die Szene annimmt, sondern verschlechtert sie, oft total. Selbst wenn die dekorativen Elemente die Daten nicht verzerren, was h&auml;ufig der Fall ist, muss das Auge all den Firlefanz ausfiltern, bevor es die eigentliche Information, den Wertvergleich, aufnehmen kann. Der Effekt ist so einfach nachzuvollziehen, wie er erfolgreich ignoriert wird. In Zukunft jedenfalls gibt es f&uuml;r die Verwendung von Dekogrammen reichlich Minuspunkte:</p>
<p><strong>1. Der Seitenf&uuml;ller (10 Minuspunkte)</strong><br />
Das ist die harmlose Variante des Dekogramms. Die Zahlen sind immerhin durch die Dekoration nicht verzerrt. Die Darstellung ist lediglich trivial. So wie der Inhalt auch. Drei Zahlen ohne Vergangenheit, ohne zeitliche Entwicklung, ohne Vergleich mit anderen L&auml;ndern. Krawatte, Titel, Zahlenhintergrund alles rot. Dieses Diagramm signalisiert, was es ist: Ignorier mich, ich bin nur nett anzusehen.</p>
<p class="gray" style="height: 331px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/nervensache_2.png" alt="Nervensache" />Ein harmloses Diagramm vom Typus Seitenf&uuml;ller. Es tut nicht weh und kann ohne Schaden ignoriert werden. Quelle: Focus, Heft 29/2008, 14.07.2008, S.&#160;106.</p>
<p><strong>2. Der Murks (20 Minuspunkte)</strong><br />
Hier wurde das Dekoelement vor die Information gestellt. Man wei&szlig; nicht sicher, wo der rote Balken enden soll, und der L&auml;ngenunterschied wird durch die Trapezform des Pokalfu&szlig;es optisch gespreizt. Da die Information trivial ist und die Zahlenwerte das Auge gut erreichen, geht das noch als Ungeschicklichkeit durch.</p>
<p class="gray" style="height: 259px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/traum_spiegel_242008_090608_s18_verkleinert.png" alt="Traum vom Titel" />Vom Typus Murks: Hier braucht es ein Lineal um festzustellen, wo der rote Balken enden soll&#160;&#8211; an der rechten oberen Ecke. Quelle: Der Spiegel, Heft 24/2008, 09.06.2008, S.&#160;18.</p>
<p><strong>3. Verhinderter Neurath (30 Minuspunkte)</strong><br />
Otto Neurath, dem Pionier der Bildsprache, verdanken wir die Idee, Zahlen anschaulich mit Hilfe von Piktogrammen darzustellen. Wenn es aber schief geht, irren die Augen hilflos hin und her, um ein paar Zahlen zu finden und zuzuordnen. Meistens geht es schief. Fl&auml;chige Repr&auml;sentationen sind immer problematisch. Flaggen zu verdehnen ist am Rande des guten Geschmacks.</p>
<div style="margin-bottom: 8px;"><img style="margin-top: 12px; float: right;" src="/images/t-mobile_2.png" alt="T-Mobile" /><img style="margin: 0 50px 4px 0;" src="/images/thyssenkrupp_2.png" alt="ThyssenKrupp" /></div>
<p class="gray">Gute Symbolik hilft. Schlechte strengt an. Von Fl&auml;chen und Flaggen sollte man besser die Finger lassen, sonst wird man doppelt missverstanden. Quelle: Der Spiegel, Heft 29/2008, 21.07.2008, S.&#160;69 und S.&#160;65.</p>
<p class="gray" style="margin: 16px 0 24px 0;"><img style="margin-bottom: 8px;" src="/images/Thyssen%20-%20Grafische%20Tabelle.png" alt="ThyssenKrupp, Grafische Tabelle" /><br />
So h&auml;tten die Daten f&uuml;r ThyssenKrupp ausgesehen.</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 8px;" src="/images/T-Mobile%20-%20Grafische%20Tabelle.png" alt="T-Mobile, Grafische Tabelle" /><br />
Und so die f&uuml;r T-Mobile. Was passiert? Man interessiert sich f&uuml;r die Zahlen.</p>
<p><strong>4. Der F&auml;lscher (70 Minuspunkte)</strong><br />
Der verhinderte Neurath l&auml;sst sich steigern. Das Auge nimmt hier Fl&auml;chen wahr, ist darin nicht besonders gut, <a href="http://www.bella-beraet.de/torten-wahnsinn">wie wir wissen</a>, und irrt selbst dann noch. Die Idee des Grafikers ist hier in der Tat, Flaschen zu z&auml;hlen. Der Unterschied zwischen 2006 und 2007 ist fast 300&#160;%, die Fl&auml;che hat sich aber nur verdoppelt.</p>
<div><img style="margin-right: 80px;" src="/images/bionade_2.png" alt="Bionade" /><img src="/images/Bionade_Redesign.png" alt="Bionade" /></div>
<p class="gray">Nur wer die Flaschen z&auml;hlt, wird schlau aus dieser Grafik der Welt am Sonntag (Nr.&#160;26/2008, 29.06.08, S.&#160;34). Der Fl&auml;cheneindruck tr&uuml;gt n&auml;mlich gewaltig, wie <a href="http://www.bella-beraet.de/">Bellas</a> Redesign rechts zeigt.</p>
<p><strong>5. Der Manipulator (100 Minuspunkte)</strong><br />
So harmlos sie aussieht, so faustdick hat es diese Grafik hinter den Pixeln. Das dekorative Elemente verdeckt nichts und verzerrt nichts. Viel schlimmer, es hilft die eigentliche T&auml;uschung zu verbergen. Man ist versucht, ein Spendenkonto f&uuml;r die Musikindustrie einzurichten. Der Trick hat wie so oft mit <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">abgeschnittenen Achsen</a> zu tun. Eine faire Darstellung der Wertver&auml;nderung von 25&#160;% w&uuml;rde das Gef&auml;lle der Zeitreihe hier so w&auml;hlen, dass die H&ouml;henver&auml;nderung etwa ein Viertel der L&auml;ngenver&auml;nderung betr&auml;gt. Hier sind es aber fast 100&#160;%. Das Gef&auml;lle wird daher dramatisiert. Der entscheidende Effekt ist aber nochmals an anderer Stelle zu finden. Der Endwert liegt nahe der X-Achse, also entsprechend unseren Sehgewohnheiten nahe an der Nulllinie. Die quer gesetzte Textzeile mit der Quellenangabe r&uuml;ckt die Nullinie optisch noch weiter an die Linie heran. Diese Grafik schreit uns entgegen: Der Umsatz mit Tontr&auml;gern ist abgest&uuml;rzt auf nahe null.</p>
<p class="gray" style="height: 243px;"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/dur-moll_2.png" alt="Umsatz mit Tonträgern" />Sieht harmlos aus, ist aber ein Vertreter vom gef&auml;hrlichen Typus Manipulator. Quelle: Der Spiegel, Heft 29/2008, 21.07.08, S.&#160;98.</p>
<p>Dass es auch ohne Murks und Manipulation geht und dass das die Leser trotzdem und deswegen fesselt, zeigen Beispiele aus den oben zitierten und anderen Quellen. Ein Vergleich der Fu&szlig;ballstars Diego und Franck Rib&eacute;ry kommt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung als schlichte Tabelle daher. Warum auch nicht?</p>
<p class="gray" style="height: 370px;"><a href="http://blog.bissantz.de/images/diego_fas6_160208_s15_450.png"><img style="float: left; margin-right: 8px;" src="/images/diego-ribery_2.png" alt="Diego vs. Ribery" /></a>Zahlen sind spannend, wenn sie uns etwas bedeuten. Dann entscheidet nur noch die Ablesbarkeit dar&uuml;ber, wie schnell wir sie verstehen. Quelle: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Heft 6/2008, 10.02.2008, S.&#160;15.</p>
<p>Generell werden Diagramme schlichter, die Pixel werden den Daten und nicht der Dekoration gewidmet. Viele Grafiken in der Capital sind besonders nah an meinem pers&ouml;nlichen Ideal der <a href="http://blog.bissantz.de/grafische-tabellen">Grafischen Tabelle</a>. Dort sind selbst die Balken nicht mehr h&ouml;her als der Text.</p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/images/Geld_macht_gluecklich.jpg"><img src="/images/GeldMacht_capital.png" alt="Geld macht glücklich" /></a></p>
<p class="gray">Frei von Dekoration und Firlefanz, die Botschaft klar formuliert, selbst die Balken sind von wortgrafischer Qualit&auml;t. Quelle: Capital 10/2008, S.&#160;46.</p>
<p>Wir jedenfalls tun zweierlei: Dekogramme in Managementreports, Gesch&auml;ftsberichten, internen Befragungen, Memos kommen nicht infrage, es sei denn, man will seiner Karriere ein fr&uuml;hes Ende bereiten. In Magazinen, Zeitungen, Zeitschriften werden wir die Nase r&uuml;mpfen und immer gleich vermuten, dass uns da einer verladen will oder schlampig war. Wir werden meistens recht behalten.</p>
<p>Und wenn uns jemand fragt, was denn eine echte Infografik sei, dann zeigen wir auf die hier:</p>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/images/Maeusebussarde_950.png"><img src="/images/Maeusebussarde_450.png" alt="Greifvögel" /></a></p>
<p class="gray">Jedes einzelne Pixel tr&auml;gt Information&#160;&#8211; das Optimum einer Infografik. Quelle: Welt am Sonntag, Nr.&#160;27/2008, 06.07.2008, S.&#160;66.</p>
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		<title>Die heilige Kuh Information schlachten</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/heilige-kuh</link>
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		<pubDate>Fri, 11 Jul 2008 15:14:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Leben wir in einer Informationsgesellschaft? Ich glaube nicht. Informationen sind so knapp wie eh und je. Dafür bekommen wir soviel Desinformation, Lüge, Schlamperei wie nie zuvor. Warum nicht nur die Produzenten, sondern auch wir Konsumenten von Desinformation an den Pranger müssen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Leben wir in einer Informationsgesellschaft? Ich glaube nicht. Informationen sind so knapp wie eh und je. Daf&uuml;r bekommen wir soviel Desinformation, L&uuml;ge, Schlamperei wie nie zuvor.</strong></p>
<p>Beispiele finden wir, egal wohin wir schauen. Manches ist systematisch und von h&ouml;chster Stelle abgesegnet, manches beruht auf Unkenntnis, Zeitnot oder Ignoranz. Ein paar durchaus willk&uuml;rliche Exempel, die die Bandbreite illustrieren:</p>
<p class="gray" style="float: right; width: 209px; margin: 0 0 8px 8px;"><img src="/images/powell.png" alt="Einer der Beweise aus Colin Powells Präsentation vor der UN 'Failing to disarm'"><br />&#8222;Hello, Captain Ibrahim&#8220;: Einer der Beweise (sic!) aus Colin Powells Pr&auml;sentation vor der UN &bdquo;Failing to disarm&ldquo;</p>
<p><strong>Politisch motivierte L&uuml;ge</strong><br />Inzwischen ist es heraus: Ex-Au&szlig;en&shy;minister Colin Powell, Ex-CIA-Chef George Tenet oder die Ex-Mitarbeiter von Tenet, irgendeiner oder alle logen wie gedruckt und am Ende stand Powell am 5. Februar 2003 vor den Vereinten Nationen und <a href="http://www.globalsecurity.org/wmd/library/news/iraq/2003/iraq-030205-powell-un-17300pf.htm" target="_blank">pr&auml;sentierte</a> auf 45 PowerPoint-Folien erfundene Beweise f&uuml;r die Existenz von Massenvernichtungs&shy;waffen in den H&auml;nden von Iraks Diktator Saddam Hussein. Angesichts der Banalit&auml;t vieler Folien ist nicht zu glauben, dass ihn die Delegierten im UN-Sicherheitsrat nicht einfach ausgelacht haben.</p>
<p><strong>Eilfertige Infografiker</strong><br />In einer einzigen Ausgabe der Wirtschaftswoche fand ich drei Beispiele, in denen sehr gro&szlig;z&uuml;gig mit Zeitachsen umgegangen wird. Jedes Mal wird damit dar&uuml;ber hinwegget&auml;uscht, dass die vorhandenen Daten viel d&uuml;nner sind, als es den Anschein hat. Davon abgesehen: Sind Konjunktiv oder Futur in &Uuml;berschriften zu viel verlangt, wenn man lediglich zwei Prognosewerte aufzubieten hat?</p>
<p class="gray" style="margin-bottom: 4px;"><img src="/images/DrastischerAnstieg_225px.png" alt="Drastischer Anstieg des Energieverbrauchs?"><br />Eigenwilliges Zeitraster: erst 10, dann 15 und schlie&szlig;lich 30 Jahre (Wirtschaftswoche 27/2008 vom 30.06.2008, S.&#160;85).</p>
<p class="gray"><img src="/images/DrastischerAnstieg_korrigiert_2.png" alt="Energieverbrauch, Zeitachse korrigiert"><br />So sehen die vier l&uuml;ckenhaften echten und zwei &uuml;ber einen Zeitraum von 42 Jahren gemutma&szlig;ten Daten bei seri&ouml;ser Darstellung aus.</p>
<p class="gray" style="float: right; width: 180px; margin: 0 0 8px 8px;"><img src="/images/ams_20-2007_S_16_178px.png" alt="Offroader und Minis legen deutlich zu"><br />auto motor und sport, Heft 20/2007, S.&#160;16</p>
<p><strong>Publikumszeitschriften</strong><br />In eigentlich jeder Zeitschrift, die ich aufschlage, finde ich Diagramme, die grausam verzerrt sind, weil Achsen abgeschnitten oder gestaucht sind. Schon mit blo&szlig;em Auge erkennt man: Der Balken f&uuml;r die Ver&auml;nderung um 24&#160;% in der Luxusklasse ist fast um die H&auml;lfte zu kurz, der Balken f&uuml;r das Plus bei den Minis ist zu lang und der Pfeil ist ebenfalls &uuml;bertrieben.</p>
<p>Wenn grafische Elemente nicht proportional zu den dargestellten Werten sind, verfehlt die Darstellung jeden Zweck. Macht nix. Sie werden dennoch gedruckt.</p>
<p>Mit Bildern wird nicht weniger gelogen als mit Diagrammen. Wenn ein Automagazin kommende Modelle pr&auml;sentiert, geschieht das in aller Regel ohne jeden Hinweis darauf, dass es sich um Computergrafiken handelt, die breiter, niedriger und mit Fantasier&auml;dern ausgestattet sind und damit um Dimensionen schnittiger daherkommen als das sp&auml;tere Original.</p>
<p class="gray"><img src="/images/ams_bmw7.png" alt="Der neue BMW 7er"><br />Links: So hat uns 2007 die &#8222;auto motor und sport&#8220; den neuen BMW 7er vorgestellt (Heft 25/2007, S.&#160;27). Rechts: Die Realit&auml;t ohne Computergrafik-Pimp (Heft 14/2008, S.&#160;16)</p>
<p><strong>Aufkl&auml;rer</strong><br />
Auch diejenigen, die &uuml;ber M&auml;ngel in der Informationskultur aufkl&auml;ren wollen, schrecken vor Manipulation nicht immer zur&uuml;ck. Als die <em>brand eins</em> Beispiele f&uuml;r statistische Manipulationen anprangerte, zog sie die Regierung Mexikos kr&auml;ftig durch den Kakao. Die Verbreiterung der Stadtautobahn von zun&auml;chst vier auf sechs und die anschlie&szlig;ende Reduktion wieder auf vier Spuren h&auml;tte man netto als 17&#160;% Kapazit&auml;tserweiterung gefeiert. Ich fand diese Geschichte h&ouml;chst bemerkenswert und verfolgte sie zur&uuml;ck bis zur von brand eins benannten Quelle: einem <a href="http://www.highbeam.com/doc/1G1-20502372.html" target="_blank">Leserbrief an den Economist</a>! Was die brand eins <a href="http://www.brandeins.de/ximages/11892_056dasfals.pdf" target="_blank">blumig daraus macht</a>, ist lesenswert.</p>
<blockquote><p>&#8222;Das Tollste daran aber ist nicht die Verve, mit der mexikanische Beamte &ndash; wie &uuml;berall und so auch hier &ndash; mit Zahlen tricksen, tarnen und t&auml;uschen, sondern dass kaum jemand den rechnerischen &Uuml;berschlag bemerkt hat. Erst Jahre sp&auml;ter, die Welt<br />
glaubte das mexikanische Autobahnwunder l&auml;ngst, rechnete ein Reporter des &#8222;Economist&#8220; nach &ndash; und staunte.&#8220; (brand eins 02/04, S.&#160;57)</p></blockquote>
<p>Ich unterstellte zun&auml;chst nur eine vergessene Quellenangabe, googelte reichlich und bat Freunde in Mexiko, dasselbe auf Spanisch zu tun. Fehlanzeige. Mexikanische Beamte mit Verve, ein Autobahnwunder oder eine Welt, die daran glaubt, fand ich nirgends.</p>
<p><strong>Wir alle</strong><br />
Im Kleinen wie im Gro&szlig;en, von den Guten wie den B&ouml;sen: Information ist immer zweckgerichtet. Sie existiert nicht absichtslos. Und da wir alle begeistert, unterhalten, erfreut, motiviert, beliefert und versorgt werden wollen, akzeptieren wir wissentlich und unwissentlich Verzerrung, Besch&ouml;nigung, Verk&uuml;rzung, Vergr&ouml;berung, &Uuml;bertreibung.</p>
<p>Es ist daher sinnlos, die Produzenten der Desinformation anzugreifen, ohne die Nachfrage nach Desinformation durch die Konsumenten zu beleuchten. Ich finde: Erst m&uuml;ssen wir lernen zu erkennen, was Desinformation ausmacht, dann erkennen, dass sie uns &uuml;berall umgibt, und dann sehen wir weiter.</p>
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		<title>Vor allem zeig Deine Zahlen</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Apr 2008 13:17:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
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		<description><![CDATA[Verdichtung und Wahrheit liegen zu oft zu weit auseinander, als dass verdichtete Werte die kompakte Version der ersehnten Wahrheit wären. Das gilt schon für einfache Durchschnitte, wie ein Beispiel aus der ansonsten einzig für das Sonntagsfrühstück geeigneten WAMS befürchten lässt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Wer verdichtet, versteckt sich und seine Daten. Nur selten haben wir Informationen, die so valide und repr&auml;sentativ sind, dass sie eine Kompression aushalten, ohne dass Bedeutung verloren geht.</strong></p>
<p>Die WAMS, meine hochgesch&auml;tzte Sonntagszeitung, unterh&auml;lt ein &bdquo;Unternehmerpanel&ldquo;. Zw&ouml;lf Firmenchefs bewerten die gegenw&auml;rtige und zuk&uuml;nftige konjunkturelle Situation f&uuml;r ihr Unternehmen. Das Ganze nennt sich Unternehmer-Konjunkturindex.</p>
<p align="center"><img src="http://blog.bissantz.de/images/wams_2008-04-06_seite29.png" alt="Darstellung Unternehmer-Konjunkturindex, WamS 2008–04–06 S.29" /></p>
<p>Die WAMS steht mit derlei Darstellungen nicht allein. Sie finden sich so oder &auml;hnlich in vielen Artikeln, Pr&auml;sentationen, Gutachten oder Memoranden. Man kann den Wunsch nach Verdichtung darin erkennen, nach Kompression und Pr&auml;zision. Die Information soll auf den Punkt sein. Schwarz oder Wei&szlig;. Fakten, Fakten, Fakten, gem&auml;&szlig; Helmut Markworts inzwischen gefl&uuml;geltem (Un)Wort.</p>
<p>Der Wunsch ist begreiflich, aber schwer erf&uuml;llbar. Wir haben sie so selten, die Fakten, Fakten, Fakten. Die Wirklichkeit ist grau schattiert, nie ganz wei&szlig; und nie ganz schwarz. Durchschnitte signalisieren damit eine Pr&auml;zision, die Daten gar nicht haben. Auch anderes spricht f&uuml;r einen behutsamen Umgang mit Mittelwerten. Null Grad zu einem Zeitpunkt und 40 Grad zu einem anderen ergeben im Mittel angenehme 20 Grad, die so aber nie vorkamen. In der Wirklichkeit der unverdichteten Daten wurde gefroren und geschwitzt. Im Fall der einsamen zw&ouml;lf Unternehmer des WAMS-Panels w&uuml;rde allein meine Prognose f&uuml;r meine Branche den Mittelwert verschieben. Nach oben. Das Panel ist viel zu klein. Wie meine fiktive schematische Abbildung zeigt, kann derselbe WAMS-Mittelwert bei v&ouml;llig unterschiedlichen Verteilungen zustande kommen.</p>
<p style="text-align: center"><img src="/images/streuung-der-werte.png" alt="Unterschiedliche Rohdaten führen zu identischen Mittelwerten" /></p>
<p>Diese Darstellung ist in meinen Augen &uuml;brigens die einzig seri&ouml;se. Sie versteckt und verdeckt nichts. Sie zeigt alle Daten. Sie &uuml;berl&auml;sst es dem Betrachter f&uuml;r sich zu entscheiden, ob er den Mittelwert &uuml;berhaupt f&uuml;r eine geeignete Charakterisierung der Verteilung h&auml;lt. Sie zeigt die Spannweite der Antworten, sie zeigt, ob Tendenzen innerhalb der Verteilung vorliegen, z.&#160;B.&#160;10 Antworten, die dicht beieinander liegen, und 2, die weiter entfernt davon sind usw. Sie zeigt, dass die Daten d&uuml;nn sind, holt aber gleichzeitig alles aus ihnen heraus. Beautiful Evidence.</p>
<p><strong> Wer seine Daten so zeigt, beweist, dass er seine Leser und seine Daten mag.  </strong></p>
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		<title>Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten &#8211; garantiert, Teil I</title>
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		<pubDate>Fri, 07 Sep 2007 12:05:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Balkendiagramm]]></category>
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		<category><![CDATA[Historische Beispiele]]></category>
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		<category><![CDATA[SPIEGEL]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitreihen]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Sie die Konsumenten Ihrer Datengrafiken wirklich unglücklich machen wollen, befolgen Sie die Regeln, die der Statistiker Howard Wainer aufgestellt hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Vom Bestseller des bekannten Psychotherapeuten Paul Watzlawick &bdquo;Anleitung zum Ungl&uuml;cklichsein&ldquo; lernen wir, wie wir garantiert ungl&uuml;cklich werden, oder wenn wir es schon sind, mit Sicherheit auch bleiben. Der amerikanische Statistiker Howard Wainer lehrt uns, wie wir die Konsumenten von Datengrafiken ins Ungl&uuml;ck st&uuml;rzen k&ouml;nnen. Es gilt die folgenden Regeln akkurat zu befolgen, dann bleibt der Erfolg nicht lange aus:</p>
<table id="bsp2" cellpadding="0" cellspacing="0">
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="1">Zeigen Sie so wenig Daten wie m&ouml;glich. [Show as few data as possible (Minimize the data density)] Wenn eine Grafik droht, leer auszusehen, weil sie nur ein paar Datenwerte enth&auml;lt, f&uuml;llen Sie den Rest mit schm&uuml;ckenden Elementen aus, die nichts zur weiteren Erhellung des Sachverhalts beitragen.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2" align="center"><a href="images/Rule1_minimum_data_shown.png" onclick="return openPopup('/images/Rule1_minimum_data_shown.png', '');"></a><br />
<a href="images/Rule1_minimum_data_shown.png" onclick="return openPopup('/images/Rule1_minimum_data_shown.png', '');"><img src="images/Rule1_minimum_data_shown_thumb100.png" align="middle" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="2">Verstecken Sie, welche Daten sie zeigen. [Hide what data you do show] Dazu gibt es mehrere wirksame M&ouml;glichkeiten: Nehmen Sie ein auff&auml;lliges Rastergitter und drucken Sie die Daten schwach dar&uuml;ber. Oder: halten Sie sich sklavisch an die Regel, dass man <a href="http://blog.bissantz.de/skalierung">Nulllinien nicht abschneidet</a>, so dass die Variation der Daten auch dann verschwindet, wenn sie interessant w&auml;re.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2" align="center"><a href="images/EU-Landw_450px.png" onclick="return openPopup('/images/EU-Landw_450px.png', '');"><img src="images/EU-Landw_thumb100.png" align="middle" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="3">Ignorieren Sie grunds&auml;tzlich die Idee visueller Darstellungen. [Ignore the visual metaphor altogether] Wenn sich ihre Daten nach Gr&ouml;&szlig;e ordnen lassen und die verwendete grafische Repr&auml;sentation auch, bringen Sie trotzdem beides durcheinander. Sehr effektiv: Verwenden Sie eine Balkengrafik, aber sortieren Sie nach Alphabet.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2"><a href="images/Insolvenzen_Alphabet_sortiert.png" onclick="return openPopup('/images/Insolvenzen_Alphabet_sortiert.png', '');"></a><br />
<a href="images/Insolvenzen_Alphabet_sortiert.png" onclick="return openPopup('/images/Insolvenzen_Alphabet_sortiert.png', '');"><img src="images/Insolvenzen_Alphabet_sortiert_thumb130.png" align="middle" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="4">Nur L&auml;nge z&auml;hlt [Only order matters] Verwenden Sie L&auml;nge als Ordnungskriterium, aber verwirren Sie das Auge des Lesers, indem Sie Fl&auml;chen zeigen. Damit quadrieren Sie auch noch den harmlosesten Unterschied.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2" align="center"><a href="images/OnlyOrderMatters.png" onclick="return openPopup('/images/OnlyOrderMatters.png', '');"><img src="images/OnlyOrderMatters_thumb130.png" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="5">Rei&szlig;en Sie Daten aus dem Zusammenhang. [Graph data out of context] Das klappt besonders gut bei Zeitreihen. Ein peinlich starkes Absinken eines Wertes? Starten Sie erst mit dem Zeitpunkt danach. Nur ein leichtes Schwanken: Skala vergr&ouml;&szlig;ern, X-Achse stauchen.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2" align="center"><a href="images/Hausmuell_spiegel_revised.jpg" onclick="return openPopup('/images/Hausmuell_spiegel_revised.jpg', '');"></a><br />
<a href="images/Hausmuell_spiegel_revised.jpg" onclick="return openPopup('/images/Hausmuell_spiegel_revised.jpg', '');"><img src="images/Hausmuell_spiegel_revised_thumb100.jpg" align="middle" /></a></td>
</tr>
<tr>
<td class="spalte1">
<ol>
<li value="6">Wechseln Sie die Skalierung in derselben Abbildung. [Change scales in mid-axis] Etwas f&uuml;r den Connaisseur. Man nehme zwei Reihen unterschiedlicher Gr&ouml;&szlig;enordnung, skaliere jede einzeln und setze beides zu einer Grafik zusammen.</li>
</ol>
</td>
<td class="spalte2"><a href="images/Skala_inDerMitte_wechselnd.png" onclick="return openPopup('/images/Skala_inDerMitte_wechselnd.png', '');"></a><br />
<a href="images/Skala_inDerMitte_wechselnd.png" onclick="return openPopup('/images/Skala_inDerMitte_wechselnd.png', '');"><img src="images/Skala_inDerMitte_wechselnd_thumb130.png" align="middle" /></a></td>
</tr>
</table>
<p><a href="http://blog.bissantz.de/watzlawick-2">Fortsetzung folgt</a>.</p>
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