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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Proportionalität</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Deine Kreise st&#246;ren mich</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Mar 2009 16:50:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit dem Ende von Archimedes weiß man: Kreise malen bringt nichts als Scherereien. Den jüngsten Beweis liefert jemand, der schon genug andere Probleme hätte: JP Morgan. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom Kreise malen rate ich ab. Seit dem Ende von Archimedes wei&szlig; man: Es bringt nichts als Scherereien. Bestenfalls z&uuml;cken alle das Lineal und messen misstrauisch nach. Den Beweis tritt hier unfreiwillig JP Morgan an.</strong></p>
<p>Fl&auml;chendiagramme sind hier nicht beliebt. Es ist schwer, sie richtig zu deuten, und allzu leicht, sie falsch zu verstehen. Wir haben einen kleinen Test eingerichtet, an dem man das <a href="http://blog.bissantz.de/test-guter-manager">ausprobieren</a> kann. Noch leichter ist es, Fl&auml;chendiagramme als ihr Urheber zu vermurksen. Zum Beispiel dann, wenn man seine <a onclick="return openPopup('/images/Excel-Optionen-Blasenflaeche.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/Excel-Optionen-Blasenflaeche.png">Kreise mit Excel</a> zieht. Dort wird n&auml;mlich angeboten, Kreisfl&auml;chen so zu malen, dass die Werte, die sie repr&auml;sentieren sollen, proportional zum Durchmesser sind. Das ist nat&uuml;rlich falsch. Die Werte m&uuml;ssen proportional zur Fl&auml;che sein.</p>
<p>Wohin das f&uuml;hrt, zeigt eine Grafik von JP Morgan. Sie bewegte bereits die Leser der <a href="http://ftalphaville.ft.com/blog/2009/01/21/51474/bank-chart-du-jour/">Financial Times online</a>, <a href="http://www.edwardtufte.com/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=00002o&amp;topic_id=1&amp;topic=">Fans von ET</a> und andere.</p>
<p class="gray"><a onclick="return openPopup('/images/MarketCap_original.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/MarketCap_original.png"><img src="/images/MarketCap_original_450px.png" alt="" /></a><br />
Geteiltes Leid verdoppelt: JP Morgan sieht freiwillig schlechter aus, damit die anderen noch schlechter aussehen. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken.</p>
<p>Die Manipulation ist nicht ganz einfach zu durchschauen. Auf den ersten Blick n&auml;mlich scheint es, als h&auml;tte sich JP Morgan selbst geschadet. Daher der Reihe nach.</p>
<p>JP Morgan ist geschrumpft. Blau geteilt durch gr&uuml;n, beziehungsweise 2007 geteilt durch 2009, beziehungsweise 165 geteilt durch 68 ist 2,4. JP Morgan war in 2007 also um den Faktor 2,4 gr&ouml;&szlig;er. Die blaue Fl&auml;che ist aber um den Faktor 6,8 gr&ouml;&szlig;er als die gr&uuml;ne. Hoppla, JP Morgan &uuml;bertreibt die eigene Schrumpfung. Wie stark, verdeutlicht diese Grafik:</p>
<p class="gray"><img src="images/Vergleich_DurchmesserFlaecheJPMorgan.png" alt="" /><br />
Links und falsch: der Durchmesser repr&auml;sentiert die Werte.<br />
Rechts und richtig: die Fl&auml;che repr&auml;sentiert die Werte.</p>
<p>Wieder einmal sehen wir: Dass die rechte Grafik stimmt, sieht man so wenig, wie dass die linke falsch ist. Weil wir Fl&auml;chen einfach nicht gut sch&auml;tzen k&ouml;nnen.</p>
<p>Zur&uuml;ck zu JP Morgan. Was JP Morgan sich antut, tut sie naturgem&auml;&szlig; auch den Branchenkollegen an. Aber: Der Trick mit dem Durchmesser wirkt sich ganz unterschiedlich aus. Je gr&ouml;&szlig;er der relative Verlust, desto mehr Fl&auml;che &bdquo;verdampft&ldquo;.</p>
<p>Malt man Kreise um Strecken, deren L&auml;ngen die Wertverh&auml;ltnisse korrekt wiedergeben, so ist das Fl&auml;chenverh&auml;ltnis der Kreise das Quadrat des L&auml;ngenunterschieds der Strecken. Daher: <strong>Bei falsch gemalten Fl&auml;chen ist die Verzerrung quadratisch. Kleine Differenzen werden gesch&ouml;nt, gro&szlig;e &uuml;berbetont.</strong></p>
<p>Finden Sie das alles ziemlich kompliziert? Ich auch. So w&auml;re es auch gegangen:</p>
<p class="gray"><img src="/images/Redesign_MarketCap_ranked_max_Deviation_percent_k.png" alt="" /><br />
So sehen die Daten als grafische Tabelle aus.</p>
<p>&Uuml;brigens: Archimedes hat die Gesetze des Kreises entdeckt. Es half nichts. Am Ende wurde er falsch verstanden und daf&uuml;r von einem aufgebrachten R&ouml;mer erschlagen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Daten richtig darstellen: Deutungspriorit&#228;t</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/deutungsprioritaet</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/deutungsprioritaet#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 23 Jan 2009 10:22:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<category><![CDATA[The Economist]]></category>
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		<description><![CDATA[Im 100. Artikel: Was Deutungspriorität ist, welche Gestaltungsregeln wir aus ihr ableiten können und wie sie uns vor Blamagen in der nächsten Präsentation von Zahlen schützt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Daten richtig darzustellen, ist eine verzwickte Sache. Warum das so ist und uns deswegen der Stoff f&uuml;r diesen Blog auch mit diesem 100. Beitrag niemals ausgehen wird. Ein neuer Begriff und zwei Regeln, die jeder braucht, der sich in der n&auml;chsten Pr&auml;sentation von Gesch&auml;ftszahlen nicht blamieren will.</strong></p>
<p>Sehen wir uns das Beispiel aus dem Economist an. Ohne lange zu &uuml;berlegen nehmen wir intuitiv an, dass uns die Grafik unter anderem zeigen will, dass sich der Wert von 2005 auf 2006 fast verdoppelt hat. Genau das n&auml;mlich suggeriert der Vergleich der S&auml;ulenh&ouml;hen. Denn die S&auml;ule f&uuml;r 2006 ist um das 1,7-fache h&ouml;her als die f&uuml;r 2005.</p>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td><a onclick="return openPopup('/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px.png"><img src="/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_200px.png" alt="" /><br />
</a></td>
<td><a onclick="return openPopup('/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px_Anmerkungen.png', '');" href="http://blog.bissantz.de/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_450px_Anmerkungen.png"><img src="/images/THE_ECONOMIST_389_(2008)_8606_S49_200px_Anmerkungen.png" alt="" /><br />
</a></td>
</tr>
<tr>
<td class="gray">The Economist 389 (2008), S.&#160;49&#160;&#8211; &uuml;bertreibt um das Siebenfache<br />(zum Vergr&ouml;&szlig;ern klicken)</td>
<td class="gray">L&uuml;genfaktor: So wird die Verzerrung berechnet.<br />(zum Vergr&ouml;&szlig;ern klicken)</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Davon kann jedoch &uuml;berhaupt keine Rede sein. Der Anstieg der Werte von 83 auf 94 Mrd. US&#8209;$ betr&auml;gt n&auml;mlich nur 13&#160;%. Die Grafik rechts zeigt die Berechnung der gr&ouml;&szlig;ten Verzerrung, die sich der Economist hier erlaubt. Was passiert hier? Um das zu erkl&auml;ren, hilft ein neuer Begriff: die (von mir frei erfundene) <strong>Deutungspriorit&auml;t</strong>. </p>
<p>Bei Balken und S&auml;ulen ist es ihre L&auml;nge bzw. H&ouml;he, die Deutungspriorit&auml;t genie&szlig;t. Das Auge vergleicht die H&ouml;hen und leitet daraus die Wertunterschiede ab. Daher lautet unsere <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">erste Regel</a> heute: <strong>Unterschiede in den L&auml;ngen m&uuml;ssen proportional zu den gezeigten Werten sein.</strong> Weil der Economist die Nulllinie abgeschnitten hat, sind die S&auml;ulen nicht mehr proportional zu den Werten und nichts stimmt mehr.</p>
<p>Sehen wir uns jetzt die gleichen Zahlen als Liniendiagramm an. Links mit Nulllinie, rechts ohne. Der Clou: Die Deutungspriorit&auml;t sorgt jetzt daf&uuml;r, dass wir mit unseren Erkenntnissen aus der Betrachtung der S&auml;ulengrafik hier nichts anfangen k&ouml;nnen. Bei Liniendarstellungen sind es n&auml;mlich die Liniensegmente, in denen wir nach Bedeutung fahnden. Genauer gesagt, ihre Winkel zueinander. Der Abstand zur Grundlinie hingegen interessiert nicht. Eine Verzerrung ist nicht zu entdecken.</p>
<table border="0">
<tbody>
<tr>
<td><img src="/images/Economist_Linie_NullMax.png" alt="" /></td>
<td><img src="/images/Economist_Linie_MinMax.png" alt="" /></td>
</tr>
<tr>
<td class="gray">Redesign, Skalierung 0 bis Max</td>
<td class="gray">Redesign, Skalierung Min bis Max</td>
</tr>
</tbody>
</table>
<p>Daher unsere <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2">zweite Regel</a>: <strong>In einer Liniengrafik m&uuml;ssen die Winkel proportional zu den relativen Wertver&auml;nderungen sein.</strong> Probleme mit Verzerrungen haben wir erst, wenn die Werte verschiedene Gr&ouml;&szlig;enordnungen umfassen. Dann n&auml;mlich zeigen gleiche Winkel unter Umst&auml;nden sehr unterschiedliche relative &Auml;nderungen. Ein Beispiel dazu hatten wir bereits ausf&uuml;hrlich <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1">beleuchtet</a>. Mit unseren Daten funktionieren zun&auml;chst einmal beide gezeigten Varianten. </p>
<p>Die Deutungspriorit&auml;t sorgt also daf&uuml;r, dass wir eine Regel, die f&uuml;r S&auml;ulen und Balken gilt, nicht einfach auf Linien &uuml;bertragen k&ouml;nnen. F&uuml;r die Unterscheidung, welche der beiden Varianten besser ist, brauchen wir weitere Kriterien. Von denen handelt einer der <a href="http://blog.bissantz.de/achsen-abschneiden-ja">n&auml;chsten Beitr&auml;ge</a>.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/logarithmus-2#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Oct 2008 14:17:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<category><![CDATA[Welt am Sonntag]]></category>
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		<category><![CDATA[Zeitreihen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im <a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-1">ersten Teil</a> haben wir Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz repetiert, mit dem L&uuml;genfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute b&auml;ndigen wir den Tiger.</strong></p>
<p><a href="http://peltiertech.com/WordPress/2008/09/16/logarithmic-axis-scales/">Jon Peltier</a> hat unsere Bem&uuml;hungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei <strong>logarithmischer Skalierung</strong> vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen. Das Original (oben rechts) lie&szlig; den Strom steiler als das Erdgas steigen. Heiz&ouml;l explodierte geradezu. Jetzt hingegen stimmen die Verh&auml;ltnisse. Die Steigungen der Linien passen zu den Wert&auml;nderungen um 122, 83 und 36 Prozent:</p>
<p><img src="/images/Preise_Details_logarithmisch.png" alt="Logarithmierte Werte" /></p>
<p>Die logarithmische Skala schafft es also, die Verh&auml;ltnisse ins rechte Licht zu r&uuml;cken. Warum ist das so?</p>
<p><strong>Das Tigergeheimnis: Identische Nachkommastellen</strong><br />Logarithmen haben viele segensreiche Eigenschaften. Eine davon sehen wir anhand dieser Tabelle, die uns die logarithmierten Werte von 10 bis 100 und von 100 bis 1000 zeigt:</p>
<table id="logarithmen">
<tr>
<th>y</th>
<td>10</td>
<td>20</td>
<td>30</td>
<td>40</td>
<td>50</td>
<td>60</td>
<td>70</td>
<td>80</td>
<td>90</td>
<td>100</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>1,00</td>
<td>1,30</td>
<td>1,48</td>
<td>1,60</td>
<td>1,70</td>
<td>1,78</td>
<td>1,85</td>
<td>1,90</td>
<td>1,95</td>
<td>2,00</td>
</tr>
<tr>
<th class="space">&nbsp;</th>
<td colspan="10" class="space">&nbsp;</td>
</tr>
<tr>
<th>y</th>
<td>100</td>
<td>200</td>
<td>300</td>
<td>400</td>
<td>500</td>
<td>600</td>
<td>700</td>
<td>800</td>
<td>900</td>
<td>1000</td>
</tr>
<tr>
<th>lg(y)</th>
<td>2,00</td>
<td>2,30</td>
<td>2,48</td>
<td>2,60</td>
<td>2,70</td>
<td>2,78</td>
<td>2,85</td>
<td>2,90</td>
<td>2,95</td>
<td>3,00</td>
</tr>
</table>
<p>Die Nachkommastellen sind paarweise identisch! Eine logarithmische Skala konstruieren wir damit, indem wir wie gewohnt unsere Y-Werte an eine senkrechte Achse schreiben, f&uuml;r die tats&auml;chlichen Abst&auml;nde aber ihre Logarithmen verwenden. Das f&uuml;hrt dazu, dass auf jeder Gr&ouml;&szlig;enordnung von Werten gleiche prozentuale Ver&auml;nderungen mit derselben Steigung abgebildet werden. Konkret: Eine 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 20 auf den Wert 30 wird auf der Y-Achse mit der Steigung 1,48&#160;&#8211; 1,30 = 0,18 abgebildet. Die ebenfalls 50-prozentige Ver&auml;nderung vom Wert 200 auf den Wert 300 ebenfalls (2,48&#160;&#8211; 2,30 = 0,18). Auf einer &bdquo;normalen&ldquo; Skala hingegen w&uuml;rden wir die Steigungen 30 &#8211;&#160;20 = 10 und 300&#160;&#8211; 200 = 100 vergleichen. Das Ergebnis haben wir oben rechts.</p>
<p>Logarithmische Skalen finden wir in Zeitungen noch seltener als normierte Darstellungen. Wie wir sehen, bed&uuml;rfen sie einer Erkl&auml;rung. Das und ein paar andere Gr&uuml;nde, die f&uuml;r unsere F&auml;lle aber keine Rolle spielen, lassen manchen ihre Anwendung mit dem Ritt auf einem <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091">tollw&uuml;tigen Tiger</a> vergleichen, den man am besten nur mit verbundenen Augen und in sediertem Zustand absolviert. Das ist kompletter Unsinn. </p>
<p style="margin-bottom: 0;"><strong>&#8222;In order to represent comparable percentage changes, the scale is logarithmic&#8220;</strong></p>
<div style="height: 400px;">
<div style="width: 280px; float: left;">
Eine logarithmische Skala sorgt daf&uuml;r, dass die Steigungen die prozentualen Ver&auml;nderungen zeigen. Die absoluten Werte k&ouml;nnen wir dann aus der Skala ablesen oder beschriften. Ein Vergleich, in dem die Steigungen nicht propor&shy;tional zu den prozentualen Ver&auml;nderungen sind, ist schlicht und ergreifend irref&uuml;hrend und damit nutzlos. Ein kleiner erkl&auml;render Hinweis auf die logarithmische Skala liefert die n&ouml;tige Lesehilfe.</p>
<p>Die ehrw&uuml;rdige New York Times zeigt, wie es geht. Die Darstellung zur Finanzkrise mit ihrer Integration von Grafik, Zahlen und Text ist ein Monument gelungenen Informationsdesigns.</p>
<p>Der Parallelverlauf st&uuml;rzender Kurse ist tats&auml;chlich auch so interpre&shy;tierbar und nicht ein Produkt mangelhafter Skalierung. Dass es der Times zudem gelingt, Daten, Text und Grafik derart zu einem sinn&shy;haften und h&ouml;chst informativen Ganzen zu verschmelzen, ist vorbildlich. Bei genauerem Hinsehen also ist der Logarithmus schnell verstanden. Man ist daher erstaunt, ihm nicht h&auml;ufiger zu begegnen. </p>
</div>
<p class="gray" style="width: 160px; float: right;"><a href="http://blog.bissantz.de/images/Stock_prices_of_financial_companies_600px.png" target="_blank"><img src="/images/Stock_prices_of_financial_companies_160px.jpg" width="160" height="338" alt="Stock Prices of Financial Companies" /></a><br />Quelle: New York Times vom 21.09.2008, S.&#160;19. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern anklicken.</p>
</div>
<p>Nicht nur f&uuml;r New-York-Times-Leser, sondern auch f&uuml;r Controller und Manager gilt fortan: Der tollw&uuml;tige Tiger ist doch nur eine brave Hauskatze.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>M&#252;ssen Manager den tollw&#252;tigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/logarithmus-1</link>
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		<pubDate>Fri, 19 Sep 2008 18:15:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://blog.bissantz.de/?p=375</guid>
		<description><![CDATA[Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Logarithmische Skalen gelten manchen als tollw&uuml;tige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger b&auml;ndigen und uns in der n&auml;chsten PowerPoint-Pr&auml;sentation entspannt zur&uuml;cklehnen, wenn &uuml;ber Skalen schwadroniert wird.</strong></p>
<p>Der Beitrag &uuml;ber die <a href="http://blog.bissantz.de/blaues-wunder">T&uuml;cken der Zeitreihenanalyse</a> bewegt die Gem&uuml;ter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen. Ein Vergleich der Preisentwicklung f&uuml;r Heiz&ouml;l, Strom und Gas aus der Welt am Sonntag diente dabei als Beispiel. Sie verst&ouml;&szlig;t gegen Bellas ehernes <a href="http://www.bella-beraet.de/proportionalitaetsgesetz" target="_blank">Proportionalit&auml;tsgesetz</a>. Es besagt: Grafische Ver&auml;nderungen m&uuml;ssen proportional zu den abgebildeten Wertver&auml;nderungen sein. Der Versto&szlig; der Grafik gegen Bellas Dogma ist erheblich.</p>
<div style="height: 320px;">
<img src="/images/steigung_anfangende_normal_kommentiert.png" alt="Preisänderung Heizöl, Erdgas, Strom" style="float: left; margin-right: 10px;"/></p>
<p class="gray">Absolut steigt Heiz&ouml;l um 58,63&#160;&#8211; 26,38 = 32,25 Einheiten. Erdgas steigt um 6,51&#160;&#8211; 3,55 = 2,96 Einheiten. Grafisch steigt Heiz&ouml;l damit um den Faktor 32,25/2,96 = 11 st&auml;rker als Erdgas.</p>
<p class="gray">Prozentual steigt Heiz&ouml;l um 122&#160;%, Erdgas um 83&#160;%. Damit steigt Heiz&ouml;l also nur um den Faktor 122/83=1,5 st&auml;rker.</p>
<p class="gray">Die Grafik untertreibt den Anstieg von Erdgas um den Faktor 11/1,5=7,33.</p>
</div>
<p>Wie erheblich, das k&ouml;nnen wir mit dem <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">L&uuml;genfaktor</a> messen, mit dem wir Excels Diagrammassistenten bereits einen Teil des Untergangs der abendl&auml;ndischen Datenkultur in die Zellen schieben konnten. Der <a href="http://blog.bissantz.de/pimpcharts">Diagrammassistent l&uuml;gt notorisch</a>. Er schneidet S&auml;ulen und Balken automatisch ab. Die resultierenden Unterschiede zwischen den S&auml;ulen und Balken haben mit den Wertunterschieden, die sie abbilden sollten, nur noch wenig &Auml;hnlichkeit. Wir messen, wie lang einer der verzerrten Balken ist und wie lang er sein sollte, teilen das eine durch das andere und bekommen ein Ma&szlig; f&uuml;r die Unter&#8209; oder &Uuml;bertreibung.</p>
<p>Bei Liniengrafiken k&ouml;nnen wir dieses Prinzip auf die abgebildeten Steigungen &uuml;bertragen. In der Energiepreisgrafik ist je nach Blickrichtung die Steigung des Heiz&ouml;ls um das Siebenfache &uuml;ber&#8209; bzw. die Steigung des Erdgases um das Siebenfache untertrieben.</p>
<p>Warum ist das so? Eine Liniengrafik zeigt Wert&auml;nderungen zwischen zwei Perioden durch die Steigung der sie verbindenden Linie. Wir haben gelernt, je steiler die Linie, desto gr&ouml;&szlig;er die Steigung und eben die Wert&auml;nderung. In der Energiepreisgrafik kommen wir damit aber ins Schleudern: Heiz&ouml;l steigt steiler als Erdgas und Strom. Halt! Ist das wirklich so? Wir sehen n&auml;her hin: Nur wenn wir die absoluten Werte betrachten. Aber k&ouml;nnen wir denn absolute Wert&auml;nderungen betrachten, wenn wir von unterschiedlichen Niveaus starten? Nat&uuml;rlich nicht. Die Steigungen sind offensichtlich nicht proportional zu den prozentualen Preis&auml;nderungen. Ja, was sagen denn dann die Steigungen aus? </p>
<p>Wir sehen: <strong>Steigungen m&uuml;ssen f&uuml;r prozentuale Wert&auml;nderungen reserviert bleiben</strong>. Anderenfalls versto&szlig;en wir gegen Bellas Proportionalit&auml;tsgesetz. Im besten Fall werden wir nur schlecht verstanden, im schlimmsten Fall wirft man uns Manipulation vor.</p>
<p><strong>Erste Alternative zum Tigerritt: Normierung</strong><br />Eine erste L&ouml;sung des Problems ist die Normierung der Werte auf einen einheitlichen Startwert. Man teilt alle Werte einer Reihe durch den Anfangswert der Reihe. Der erste Wert jeder Reihe ist damit 100 und alle anderen Werte  sind in Bezug zu diesem Startwert gesetzt. Eine sehr gute L&ouml;sung.</p>
<p style="text-align: center;"><img src="/images/Preise_Details_normiert.png" alt="Normalisierte Werte" /></p>
<p>Zeitungen schrecken vor Normierungen im allgemeinen zur&uuml;ck. Man kann sich das Dilemma vorstellen, in dem ein Redakteur steckt. Jede Umformung muss vom Leser verstanden werden. Gezeigt werden nicht mehr die tats&auml;chlichen Werte. Es wird deutlich, wie wichtig und gleichzeitig willk&uuml;rlich die Wahl des Startpunktes ist. Die Darstellung der Istwerte wirkt demgegen&uuml;ber unverf&auml;nglicher. </p>
<p>Dennoch: Wer Grafiken produziert, die Strom steiler als Erdgas steigen lassen, obwohl Strom nicht einmal halb so stark wie Erdgas stieg, der braucht dringend eine Alternative. </p>
<p><strong><a href="http://blog.bissantz.de/logarithmus-2">Teil 2: Logarithmische Skalen</a></strong></p>
<p class="gray" style="margin-top: 40px;">* <a href="http://www.goldseitenforum.de/index.php?page=Thread&amp;postID=163091" target="_blank">Logarithmische Skalen&#160;&#8211; Tagesgespr&auml;ch zu B&ouml;rse und Wirtschaft&#160;&#8211; GoldSeiten-Forum.de</a></p>
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		</item>
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		<title>Pimp my Excel chart, Bill!</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/pimpcharts</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/pimpcharts#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 14 Mar 2008 15:32:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Achsen abschneiden]]></category>
		<category><![CDATA[Balkendiagramm]]></category>
		<category><![CDATA[Bericht]]></category>
		<category><![CDATA[Berichtswesen]]></category>
		<category><![CDATA[Diagramme]]></category>
		<category><![CDATA[Excel]]></category>
		<category><![CDATA[Infografik]]></category>
		<category><![CDATA[Lügenfaktor]]></category>
		<category><![CDATA[Presse]]></category>
		<category><![CDATA[Proportionalität]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
		<category><![CDATA[Skalierung]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[ZEIT]]></category>

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		<description><![CDATA[Grafische Elemente sollen das Auge lenken. So die Theorie. Viel öfter aber betrügen sie das Auge, zumindest in der Praxis. Wie man die häufigste Ursache für Blamagen umgeht: Excels Diagrammassistenten meiden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Grafische Elemente sollen das Auge lenken. So die Theorie. Viel &ouml;fter aber betr&uuml;gen sie das Auge, zumindest in der Praxis. Wie man die h&auml;ufigste Ursache f&uuml;r Blamagen umgeht: Excels Diagrammassistenten meiden.</strong></p>
<p>Wenn grafische Elemente Wertverh&auml;ltnisse illustrieren sollen, geht das mitunter schief. Die Grundregel ist einfach: <strong>Die grafischen Unterschiede m&uuml;ssen proportional zu den Wertunterschieden sein.</strong> Ein Blick in beliebige Magazine und Gesch&auml;ftsberichte zeigt, dass diese Regel oft verletzt wird. Das passiert vielen, ohne dass sie das eigentlich wollen. Die F&auml;lle, in denen <a href="http://blog.bissantz.de/quarks">bewusst verzerrt</a> wird, haben wir an anderer Stelle schon behandelt.</p>
<p>Wie schlimm die Verzerrung werden kann, zeigt ein Beispiel aus der SportAuto (Heft 6/2007, S.&#160;55). Ein aufw&auml;ndiger und kompetenter Test von Sportreifen war mit f&uuml;nf Grafiken garniert, die die tats&auml;chlichen Wertunterschiede grafisch bis zum 13-Fachen &uuml;bertrieben. Nicht zu glauben, aber wahr. (Zwei der Grafiken stehen rechts.)</p>
<p><img src="/images/tabelle_sportauto_lugenfaktor.png" alt="Lügenfaktor SportAuto" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Bei proportionaler Darstellung ist der l&auml;ngste Balken 3&#160;% l&auml;nger als der k&uuml;rzeste. Bei der SportAuto sind es 41&#160;%. Das ist eine &Uuml;bertreibung um den Faktor 12 (41,5/3,4). Beim Michelin 19&#8220; ist es sogar der Faktor 13 (24,4/1,9).</span></p>
<p>Wie kann derlei passieren, ohne dass wir Absicht unterstellen? Sehen wir uns an, wohin ein gutgl&auml;ubiger Anwender ger&auml;t, wenn er die Daten der SportAuto in Excel eingibt und den <strong>Diagrammassistenten </strong>benutzt:</p>
<p><img src="/images/excel_ergebnis_diagrammassistent.png" alt="Excel - Ergebnis mit Diagrammassistent" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"><br />
Das wird in Excel aus den SportAuto-Daten: Der Diagrammassistent schneidet die Achse automatisch ab und verzerrt willk&uuml;rlich die optischen Wertunterschiede.</span></p>
<p><img src="/images/tabelle_excel_lugenfaktor.png" alt="Lügenfaktor des Diagrammassistenten von Excel" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"> Kaum zu glauben, wie gro&szlig; die Verzerrung dadurch wird: Der l&auml;ngste Balken ist um 93&#160;% statt 3&#160;% l&auml;nger als der k&uuml;rzeste und &uuml;bertreibt damit um das 27-Fache (93,0/3,4).</span></p>
<p>Excel schneidet die Achsen ohne Hinweis darauf ab und generiert damit einen grafischen Totalschaden. Die &Uuml;bertreibungen &uuml;bertreffen die der SportAuto noch. Die Daten werden bis zum 27-Fachen verzerrt.</p>
<p><img src="/images/excel_richtigeskalierung.png" alt="Excel mit fairer Skalierung" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"><br />
So sehen die Daten bei fairer, weil proportionaler Darstellung aus. Es geht um Zeitunterschiede von maximal 3&#160;%. Und so sieht die Grafik jetzt auch aus.</span></p>
<p>&Uuml;ber alledem schwebt wiederum die Frage, was eigentlich dargestellt werden soll. Ich vermute, man wollte im Fall der Grafik zum Trockenhandling die Performanceunterschiede unabh&auml;ngig von der Streckenl&auml;nge herausarbeiten. Die geringen relativen Differenzen w&uuml;rden sich ja zu gro&szlig;en absoluten Differenzen addieren, wenn nicht der 1700&#160;m lange Handlingkurs, sondern die 20,8&#160;km lange Hausteststrecke der SportAuto, die Nordschleife, befahren w&uuml;rde. Da w&auml;ren 3&#160;% bei einer Basiszeit von z.&#160;B.&#160;8&#160;:&#160;23 dann schon 8&#160;:&#160;38.</p>
<p>Soll dieser Unterschied herausgearbeitet werden, geht das grafisch korrekt auch mit Excel, indem man eben die Unterschiede zu einem Referenzwert abbildet. Hier zum bestem Reifen im Trockenhandling, dem Michelin mit 46,7 sec.</p>
<p><img src="http://blog.bissantz.de/images/excel_gegen_referenzwert.png" alt="Darstellung im Vergleich zu einem Benchmarkwert" /><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt"><br />
Unterschiede deutlich herauszuarbeiten geht auch ohne willk&uuml;rliche grafische Verzerrungen, wenn die Darstellungsidee stimmig ist und erkl&auml;rt wird. Hier sind es die Differenzen zum Testsieger beim Trockenhandling, dem Michelin (18 Zoll).</span></p>
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		<title>Galilei, der erste Infografiker (Kunst und Datenanalyse II)</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/kunst2</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jul 2007 14:11:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Analyse]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Beispiele]]></category>
		<category><![CDATA[Infografik]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Proportionalität]]></category>
		<category><![CDATA[Tufte]]></category>
		<category><![CDATA[Visualisierung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.bissantz.de/kunst2</guid>
		<description><![CDATA[Wo uns heute hochauflösende Fotografie zur Verfügung steht, hatte Galileo Galilei nur Stift und Papier zur Verfügung. Seine Mondbeobachtungen sind mit der Präzision des Wissenschaftlers und dem handwerklichen Können eines Michelangelo angefertigt. Die Zeichnungen sind das Datenmaterial für seine Analyse. In Infografiken erster Güte gilt das handwerkliche Können der passenden Wiedergabe, niemals dem Ornat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Galileo Galilei kam &uuml;ber die Kunst zur Geometrie und von dort zur Mathematik. Sein Malerfreund Lodovico Cigoli verglich ihn mit Michelangelo. Galileis Zeichnungen z.B. der Mondoberfl&auml;che dienten dem Zweck, Anschauung und Analyse zu verbinden. Er steigerte die Aufl&ouml;sung des Fernrohrs vom damals &uuml;blichen Neunfachen auf das Zwanzigfache. Die damit erfassten Segmente des Mondes setzte Galilei zuerst im Kopf, dann in der Zeichnung zusammen. Er untersuchte zeichnerisch und rechnerisch, wie H&ouml;henverh&auml;ltnisse sich in Licht und Schatten offenbaren. Die Erkenntnisse m&uuml;ndeten in fein nuancierte Darstellungen der Mondoberfl&auml;che und der Mondphasen.</p>
<p><img src="http://blog.bissantz.de/images/moon_1_300px.png" alt="Monddarstellung von Galileo Galilei, 1610" /></p>
<p>Die Idee, zeichnerische Qualit&auml;t an den Anfang des Erkenntnisakts zu stellen, ist auch beinahe 400 Jahre sp&auml;ter noch g&uuml;ltig. Ein Beispiel gibt Bella mit einer <a href="http://www.bella-beraet.de/vivi-ist-weg" target="_blank">Infografik</a> des exzellenten Steven Romalewski. Bei ET finden wir die wunderbaren Beispiele der gro&szlig;artigen <a href="http://www.edwardtufte.com/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=0002w4&amp;topic_id=1&amp;topic=" target="_blank">Megan Jaegermann</a>.</p>
<p>Wo zeichnerische Elemente hingegen keine Inhalte mehr tragen, entstehen Schmuck&#8209; anstelle von Infografiken. Im folgenden Beispiel ist der &uuml;berfl&uuml;ssige Firlefanz optisch so dominierend, dass das Auge st&auml;ndig von der Zahlenreihe weg zu den dunkel abgesetzten Figuren springen will. Die zeichnerischen Elemente sind hier nicht nur unn&ouml;tig f&uuml;r den Erkenntnisakt, sie behindern ihn sogar.</p>
<p><a href="images/schr_erwerbsbe_250pix.png" target="_blank"><img src="/images/schr_erwerbsbe_150pix.png" alt="Nürnberger Nachrichten, schrumpfende Erwerbsbevölkerung, 2007" /></a></p>
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