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	<title>»Me, myself und BI« &#187; Unternehmensführung</title>
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	<description>Bissantz denkt nach</description>
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		<title>Eins zu Tausend</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 13:16:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Controlling]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensführung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ingenieure und Architekten formulieren ihre Anforderungen tech&#173;nisch und in Zahlen. Dazu passend finden sie verschiedene und den jeweils richtigen Maßstab. Das wollen wir auch. Erste Schritte auf dem Weg zum Skalenlineal fürs Controlling.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ingenieure und Architekten formulieren ihre Anforderungen tech&shy;nisch und in Zahlen. Dazu passend finden sie verschiedene und den jeweils richtigen Ma&szlig;stab. Das wollen wir auch. Erste Schritte auf dem Weg zum Skalenlineal f&uuml;rs Controlling.</strong></p>
<p>Die IBM und der <acronym title="Internationaler Controller-Verein">ICV</acronym> hatten nach Stuttgart <a href="http://blog.controllerverein.de/?p=2031" target="_blank">eingeladen</a>, ich durfte berichten. Am Ende gaben der Leiter des Arbeitskreises Heilbronn-K&uuml;nzelsau Rainer Linse und seine bezaubernde Frau Sabine Reuther mir einen extragro&szlig;en Knochen f&uuml;r <a href="http://www.bella-beraet.de/">Bella</a> mit. Und der Vorstandsvorsitzende des ICV und der Hans&shy;grohe AG, Siegfried G&auml;n&szlig;len, vermutete richtig, dass Hotelb&auml;der im Detail den einen oder anderen Wunsch offen lassen, und &uuml;berreichte mir einen reisetaug&shy;lichen und f&uuml;r die schnelle Montage geeigneten <a href="http://www.hansgrohe.de/product.htm?id=40Klassifizierung_1656~610Klasse_610~611Klasse_611,85274" target="_blank">Luxusduschkopf</a> aus eigener Herstellung.</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 4px;" src="/images/2010-12-10_CCS_Linse_Bissantz.jpg" alt="Rainer Linse überreicht Dr. Nicolas Bissantz einen Knochen für Bella." /><br />
Beinahe wie zu Hause: Ich redete viel, Bella bekam einen Knochen.<br />
Foto: <a href="http://www.confidence.de/" target="_blank">confidence consult</a> von der 8. CCS Controlling Competence<br />
Stuttgart am 18.11.2010. Links im Bild: Rainer Linse.</p>
<p>Auch im Vortrag ging es um Details, und zwar um besonders viele davon. Wieder einmal <a href="http://blog.controllerverein.de/?p=2033" target="_blank">bekniete</a> ich die 150 teilnehmenden Controller, datendichter zu berichten. Ich behaupte: <strong>Erkenntnisse aus Kennzahlen werden &uuml;ber&shy;sch&auml;tzt und Erkenntnisse aus Details zum betrieblichen Geschehen werden untersch&auml;tzt.</strong> In den Pausen dann dr&auml;ngte sich an den runden Tischen des Foyers die Frage auf: Wie viel Detailinformationen braucht und vertr&auml;gt dann das Management? L&auml;sst sich daf&uuml;r wom&ouml;glich ein quantitativer Ansatz finden? Ebendiese Frage besch&auml;ftigt mich schon l&auml;nger. Dazu einige Beobachtungen der letzten Wochen und Monate:</p>
<ul>
<li>Der Vorstand einer Versicherung erz&auml;hlte mir vom Kernst&uuml;ck seines Controllings: monatlich sechzig Seiten Zahlen. Sie auf langen Flugreisen zu w&uuml;rdigen, fiele ihm nicht schwer, und nach der Lekt&uuml;re w&auml;re jeweils klar, wo es nachzufragen oder einzugreifen gilt. Ich griff die <a href="http://blog.bissantz.de/unternehmenssteuerung">bei anderer Gele&shy;genheit</a> entstandene Sorge auf, dass im Wirbel um Business Intelligence dem Management zu viel und den operativen Einheiten zu wenig Aufmerk&shy;samkeit zuteil wird, und beschrieb die n&ouml;tige Ver&auml;nderung als Dreieck, das man auf den Kopf zu stellen h&auml;tte. Er stimmte unter Vorbehalt zu: &bdquo;Es muss ein Rechteck sein&#160;&#8211; wenn man unten mehr Information hat, m&ouml;chte ich die oben auch haben.&ldquo;</li>
<li>Ermenegildo &bdquo;Gildo&ldquo; Zegna, der seit 1997 die Gesch&auml;fte der einhundert Jahre alten Schneiderei in Familienbesitz f&uuml;hrt, wurde in der Financial Times <a href="http://www.ft.com/cms/s/0/af087918-dd57-11df-beb7-00144feabdc0.html#axzz17hCKSucs">interviewt</a>. Man fragte ihn, welche Managementleits&auml;tze ihm in den vergangenen Jahren am meisten auf den Wecker gingen. &#8222;Dass Vorst&auml;nde kein Mikromanagement betreiben sollen&#8220;, antwortete er, &#8222;im Gegenteil: Mikromanagement ist gut.&#8220;.</li>
<li>F&uuml;r unsere eigene Unternehmenssteuerung haben wir unl&auml;ngst ein System in Betrieb genommen, das unsere Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer und den &bdquo;Director Operations&ldquo; in Echtzeit und ungefiltert (!) &uuml;ber alle Aktivit&auml;ten informiert. Die Darstellung mischt textuelle und statistische Informationen. Pro Tag werden etwa 1.000 Ereignisse neu angezeigt. Die Gestaltung l&auml;sst es zu, dass ein fl&uuml;chtiger Blick und ein kurzes &Uuml;berfliegen kurzer Textpassagen gen&uuml;gt, um das Unternehmensgeschehen in &uuml;berraschender Detailtiefe aufzunehmen.</li>
<li>Eine langj&auml;hrige Kundin, deren unaufhaltsame Karriere in einem Konzern mit 65 Milliarden Dollar Umsatz mich mit jedem neuen Schritt wieder beeindruckt, erz&auml;hlte: &bdquo;Bei einem Kostensenkungsprojekt quer &uuml;ber den Konzern nehmen wir uns auf Vorstandsebene Positionen von 50 bis 100 Millionen Dollar p.&#160;a. vor. Bei einem Tochterunternehmen mit etwa 50 Millionen Dollar Umsatz, das ich im Fr&uuml;hjahr besuchte, liegen die Dinge etwas anders. Dort sind die relevanten Gr&ouml;&szlig;en etwa 300.000 bis 500.000 Dollar.&ldquo;</li>
</ul>
<p>Dieses letzte Beispiel scheint mir ein Schl&uuml;ssel f&uuml;r die weiteren &Uuml;berlegungen zu sein. Ingenieure und Architekten k&ouml;nnen ihre Anforderungen technisch formulieren und mit Zahlen zu Belastbarkeit, Statik, Leistung, Kraft, Dreh&shy;moment und &Auml;hnlichem hinterlegen. Dazu passend wird dann der <strong>Ma&szlig;stab</strong> der Darstellung gew&auml;hlt. Bauherr, Vorarbeiter und Elektriker erhalten vom Archi&shy;tekten Pl&auml;ne desselben Objekts, aber aus unterschiedlicher Perspektive und in teils dramatisch anderem Ma&szlig;stab.</p>
<p>In dem zuletzt zitierten Fall ergaben sich aus den Anforderungen Ma&szlig;st&auml;be von 1&#160;:&#160;100 bis 1&#160;:&#160;1000. Meine Kundin best&auml;tigte diese Sichtweise: &#8222;In der Tat gehen wir im Vorstand durch lange Listen mit bis zu 1000 Positionen. Das ist Arbeit, aber bei unserer Unternehmensgr&ouml;&szlig;e wird alles andere dem Ent&shy;scheidungsproblem nicht gerecht.&#8220; Selbst bei 65 Milliarden Dollar Umsatz wir&shy;ken 50 bis 100 Millionen Dollar erstaunlich grob gerastert. Hinter 50 Millionen Dollar Kosten k&ouml;nnen zum Beispiel ganze <acronym title="Forschung und Entwicklung">F&amp;E</acronym>-Abteilungen, Produktions&shy;linien, Landesgesellschaften und andere strategisch h&ouml;chst bedeutsame Einheiten stehen. Am Z&auml;hler k&ouml;nnen wir also wenig &auml;ndern. Wenn strategische Entschei&shy;dungen weiterhin auf h&ouml;chster Ebene getroffen werden sollen, ist auch der Nenner nicht verhandelbar und es ergibt sich ein Ma&szlig;stab von 1&#160;:&#160;1000.</p>
<p>Das f&uuml;hrt zu einer neuen Sicht auf Kennzahlen, Aggregate und sogenannte <acronym title="Key Performance Indicator">KPI</acronym>. Massenhafte Effekte m&ouml;gen sie erfolgreich zeigen. Oft ist es dann schon zu sp&auml;t und der direkte Bezug zur Ursache fehlt. Unsere eigenen Erfah&shy;run&shy;gen zeigen: Aggregat und Detail geh&ouml;ren zusammen und wir sollten nicht unsere F&auml;higkeit untersch&auml;tzen, viele Details w&uuml;rdigen zu k&ouml;nnen.</p>
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		<title>Steuermann, lass die Wacht&#160;&#8211; Steuermann, pass uns an</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/unternehmenssteuerung</link>
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		<pubDate>Fri, 14 May 2010 19:55:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensführung]]></category>

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		<description><![CDATA[Im <acronym title="Business Intelligence">BI</acronym> ist viel von Steuerung die Rede. Wer steuert eigentlich – und was? Passen wir uns nicht vielmehr ständig nur an? Notizen aus einem Gespräch über unser Verständnis von Führungsinformation.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Business Intelligence sieht man viele Steuerm&auml;nner am Werk. Wer steuert eigentlich &ndash; und was? Passen wir uns nicht vielmehr st&auml;ndig nur an? Notizen aus einem Gespr&auml;ch &uuml;ber unser Verst&auml;ndnis von F&uuml;hrungsinformation.</strong></p>
<p>Vorletzten Freitag sa&szlig; ich mit einer langj&auml;hrigen Kundin beim Mittagessen. Sie ist ein Spitzentalent, deswegen hat sie es als Frau bis in die F&uuml;hrungsriege eines sehr gro&szlig;en Dax-Unternehmens geschafft. Nach langen, harten Jahren des Aufstiegs sp&uuml;rt sie mitunter Ern&uuml;chterung. &bdquo;Wir bekommen st&auml;ndig neue Vorschriften und damit Verantwortung entzogen, und das auf einer sehr hohen Ebene des Unternehmens&ldquo;, sagte sie nachdenklich.</p>
<p class="gray"><img src="/images/boardroom.jpg" alt="" title="" style="margin-bottom: 4px;"/><br />Was in R&auml;umen wie diesem entschieden wird, hat viel mit F&uuml;hrung, aber wenig mit Steuerung zu tun. Und Steuerung ist vor allem Anpassung&#160;&#8211; auf jeder Ebene, jeden Tag.</p>
<p>Wir durchleuchteten die Hintergr&uuml;nde, so gut wir das angesichts einer Sardine im Seetangmantel konnten, und stellten fest, dass es nicht die Unternehmens&shy;leitung ist, die derlei hat entstehen lassen, sondern ein gewaltiger Verwaltungs&shy;apparat, der im Zusammenspiel mit &Ouml;ffentlichkeit und Politik auf kafkaeske Weise selbstt&auml;tig agiert und auch den n&auml;chsten und &uuml;bern&auml;chsten und &uuml;ber&uuml;bern&auml;chsten Vorstand unver&auml;ndert &uuml;berstehen wird.</p>
<p>Das brachte uns &uuml;ber sautiertem Steinbutt an Artischocke zu der Frage, wer das Riesenunternehmen eigentlich steuert. &bdquo;Der Vorstand ist es nicht&ldquo;, sagte meine Kundin wie aus der Pistole geschossen. Wir sahen uns erschrocken an. Ist das wirklich so? Kommt dort, wo t&auml;glich entschieden wird, gar nichts mehr an von den Vorgaben der Unternehmensleitung? Wird nicht vielmehr dort entschieden, wo auch das Geld verdient wird &ndash; t&auml;glich, unmittelbar, in kleinen H&auml;ppchen? Wir wagten einen Blick in andere Disziplinen.</p>
<p>&Uuml;ber lauwarmen Lachs fragten wir uns evolutionsbiologisch, ob die Natur als unser gr&ouml;&szlig;ter Widerpart jemals Grund hatte, etwas anderes zu belohnen als unsere Anpassungsf&auml;higkeit an Umst&auml;nde. Die Vorstellung, wir k&ouml;nnten aktiv etwas steuern, passt da nicht recht hinein. Was k&ouml;nnen wir denn steuern, und wie? Ein Segelboot etwa k&ouml;nnen wir nur unter Ber&uuml;cksichtigung der Winde, der Str&ouml;mung, des Wellengangs und unter dauernder Korrektur dorthin bringen, wo es hin soll. M&auml;rkte, Kunden, Wettbewerber, Politik, Rohstoffpreise sind sehr starke Winde und Wellen f&uuml;r ein Unternehmen.</p>
<p>Wir waren uns &uuml;ber Hase, der laut Ma&icirc;tre freiwillig an die K&uuml;chent&uuml;r kommt, einig: Angesichts dieser Kr&auml;fte bleibt zu steuern wenig &uuml;brig. F&uuml;r wen auch immer. Und im &Uuml;brigen schienen uns nach dem ersten Glas Hochheimer und erst recht dem zweiten Glas &ouml;sterreichischem Sauvignon Blanc &ndash; &bdquo;Don&rsquo;t cry&ldquo; hie&szlig; er &ndash; die Dinge eher so zu liegen: <strong>Die Bedeutung der Steuerung nimmt in der Hierarchie von unten nach oben ab, nicht umgekehrt.</strong> Was unten vertan ist, l&auml;sst sich oben nicht mehr richten.</p>
<p>Konsequenterweise kommt der Begriff der Unternehmenssteuerung in der Betriebswirtschaftslehre kaum vor. Unternehmens<em>f&uuml;hrung</em> hei&szlig;t es da. Das schlie&szlig;t mit ein, auf allen Ebenen eines Unternehmens immer wieder klar zu machen: Es &uuml;berlebt, wer sich anpasst. Beim Entrec&ocirc;te und Wein aus Argentinien folgerten wir: Die gro&szlig;e Macht, die die Unternehmensleitung hat, hat sie, weil sie ein Entlohnungssystem zu errichten und zu vermitteln hat, das Anpassungsf&auml;higkeit belohnt, dazu motiviert und inspiriert. </p>
<p>Kurz vor dem Kaffee, &uuml;ber dem glasierten Flan an frischen Waldfr&uuml;chten, urteilten wir: Wir sind bereits sehr weit gekommen, wenn es um das Sezieren des Ist-Zustandes eines Unternehmens geht. Jedoch liegt noch einiges vor uns, bis daraus klar genug wird, wer was als n&auml;chstes zu tun hat. Dazu braucht man vor allem Kennzahlen, an denen die Anpassungsleistung des Unternehmens gemessen wird. Zu wenige Kennzahlen bilden die Adaptions&shy;leistung des Unternehmens ab. Welche Chancen gab es&#160;&#8211; und wurden sie genutzt?</p>
<p>Der Ma&icirc;tre offerierte Pralinen. Wir hielten es kurz mit ihnen. Um diese Zeit w&uuml;rden die Stra&szlig;en noch frei sein. Daran passten wir uns an. </p>
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		<title>Palast-Evolution</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/palast-evolution</link>
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		<pubDate>Fri, 29 May 2009 18:25:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Controlling]]></category>
		<category><![CDATA[Hichert]]></category>
		<category><![CDATA[Reporting]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensführung]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Controlling-Guerilleros werden an der Palastpforte inzwischen nicht mehr abgewiesen. Wie es dazu kam und weitere Ergebnisse von unserem Executive-Forum letzten Montag in Berlin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Man muss kein Guerillacontroller mehr sein, um Sparklines und Grafische Tabellen zu nutzen. Die Avantgarde hat sich etabliert. Wo und wof&uuml;r also wird jetzt gek&auml;mpft? Die Gespr&auml;che und Vortr&auml;ge anl&auml;sslich unseres Executive-Forums am Gendarmenmarkt in Berlin geben eine Ahnung davon.</strong></p>
<p>Letzten Montag fand die dritte Auflage unseres <a href="http://www.bissantz.de/rueckschau/executive2009/">Executive-Forums</a> in Berlin statt. Im wundersch&ouml;nen Delphinium des Sofitel am Gendarmenmarkt. Fr&uuml;her tagten dort die evangelischen Bisch&ouml;fe und mindestens missionarisch ging es auch bei uns zu. Das hat damit zu tun, dass Software zur Entscheidungsunter&shy;st&uuml;tzung nicht einfach nur Eigenschaften und Funktionen bereitstellt, sondern Haltungen und &Uuml;berzeugungen bef&ouml;rdert, widerspiegelt, unterst&uuml;tzt, suggeriert oder auch verhindert:</p>
<p class="gray"><img style="margin-bottom: 4px;" src="/images/executive-forum-2009-delphinium.jpg" alt="Executive-Forum &quot;Vom Guerillacontrolling zur Management Intelligence&quot; am 25.05.2009 im Delphinium des Sofitel am Gendarmenmarkt in Berlin" height="276" /><br />
Executive-Forum &bdquo;<a href="http://www.bissantz.de/rueckschau/executive2009/">Vom Guerillacontrolling zur Management Intelligence</a>&ldquo; am 25.05.2009 im Delphinium des Sofitel am Gendarmenmarkt in Berlin</p>
<p>Eine <strong>weihnachtliche Haltung</strong> erkenne ich in Signalkonzepten f&uuml;r die betriebswirtschaftliche Steuerung. Die Ratingagenturen haben solche Signale geliefert. Die BI-Hersteller haben sie rot oder gr&uuml;n angemalt. Die <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">Folgen</a> sind bekannt. Den Weihnachtsmann gibt es nicht.</p>
<p>Einen <strong>gesunden Egoismus</strong> legt der Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer an den Tag, der mir erz&auml;hlte, dass es ihm nicht im Traum einfiele, beim Kampf um Konzern&shy;budgets seine Berichte an den Vorstand dem Grundsatz eines &bdquo;True and fair view&ldquo; unterzuordnen. Der Vorstand wei&szlig; das nat&uuml;rlich und legt an die Bereichspr&auml;sentation andere Ma&szlig;st&auml;be an als an die monatlichen Standard&shy;berichte aus dem Controlling. Da sind dann auch mal Torten drin.</p>
<p>Um <strong>Augenma&szlig; und Engagement</strong> geht es dem Vorstand, dem wir seine Berichte auf den Blackberry liefern. Er sagte: &bdquo;Ich kann als Vorstand nicht nur zwischen 8 und 18 Uhr erreichbar sein und wenn das Band steht, will ich das heute wissen und nicht erst, wenn es wieder l&auml;uft. Andererseits habe ich kein Familienleben mehr, wenn ich vor dem Fernseher auch noch das Laptop auf den Knien habe. So einen kleinen Blackberry aber toleriert meine Frau.&ldquo; Ihm m&uuml;ssen zahlendichte Formate nicht erkl&auml;rt werden.</p>
<p><strong>Dazugelernt </strong>habe ich von einem befreundeten Controller, der neue Berichtsformen in einem Kostensenkungsprojekt erstmals testete. Er analysierte mehrere Standorte desselben Unternehmens und entdeckte mehr oder weniger gro&szlig;e Potenziale. Die Standorte, die bereits gute Kosten&shy;strukturen hatten, waren von der neuen Visualisierung begeistert. Die Betriebsteile, in denen noch viel Sparpotenzial offenkundig wurde, fanden seine Visualisierung &bdquo;albern&ldquo;. Gegen das Allzumenschliche bleibt man machtlos.</p>
<p><strong>Selber denken</strong> will der Vorstand einer Bank, die bisher sehr gut durch die Krise kommt. Er l&auml;sst sich w&ouml;chentlich 90 Seiten Zahlen geben. Auf seinen h&auml;ufigen Fl&uuml;gen f&auml;hrt er jede Zeile mit dem Finger nach. Er sagt, danach wei&szlig; er genau, wo er nachbohren muss. Gegen jede Form der Voraufbereitung hegt er ein abgrundtiefes Misstrauen. Es lebe die Zahl als Rohstoff der Betriebswirtschaft. Ich finde auch, wir m&uuml;ssen uns durchaus an den gr&uuml;n-wei&szlig;en Berichtslisten aus fr&uuml;heren Tagen messen lassen, wenn wir &uuml;ber Berichtsgestaltung nachdenken. Ein Gutteil dessen, was wir auf jeden Fall brauchen, ist in einer simplen Liste gut aufgehoben.</p>
<p><strong>Konsequent </strong>war die Unternehmensf&uuml;hrung eines gro&szlig;en Pharmaunter&shy;nehmens. In einem der Vortr&auml;ge erfuhren wir, dass man dort nicht l&auml;nger bereit war, sich monatelang mit dem Gesch&auml;ft des Vorjahres zu besch&auml;ftigen. Deshalb wurden alle Prozesse, die n&ouml;tig sind, um den Gesch&auml;ftsbericht zu erstellen, so verk&uuml;rzt, dass man bereits nach 28 Tagen damit fertig ist. Zum Vergleich, IBM liegt mit 57, Honda mit 90 Tagen Durchlaufzeit weit dahinter. Die Motivation f&uuml;r den Vorstand des Pharmaherstellers: Solange der Abschluss nicht ver&ouml;ffentlicht und pr&auml;sentiert ist, blickt die Gesch&auml;ftsleitung permanent nach hinten, anstatt sich um das neue Gesch&auml;ftsjahr zu k&uuml;mmern.</p>
<p>In alledem best&auml;tigte sich f&uuml;r mich ein Verdacht, der mich fr&ouml;hlich stimmt: Technik folgt Haltung, St&ouml;rrigkeit wird belohnt.</p>
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		<title>Wir lieben es, Erbsen zu z&#228;hlen</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Apr 2009 21:41:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
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		<description><![CDATA[Controller sind Erbsenzähler. Das ist gut so. Denn gute Unternehmer sind es auch. Und zu viele Lotsen auf demselben Schiff verderben den Kurs. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Controller sind Erbsenz&auml;hler. Na und? Irgendeiner muss das tun und es ist besser, man tut es gut. &Uuml;brigens finde ich: Gute Unternehmer sind immer auch gute Erbsenz&auml;hler. Das haben sie mit Controllern gemeinsam.</strong></p>
<p>Auf Controllerkongressen haben Vortr&auml;ge gerne Titel wie &bdquo;Controlling &ndash; Eine Alibi-Funktion oder mehr?&ldquo;*  oder &bdquo;Controlling und Risikomanagement: &sbquo;Numbercruncher&rsquo; und Gesch&auml;ftsverhinderer?&ldquo;**.</p>
<p>Man scheint der Ansicht zu sein, die Controller seien ein recht unsicheres V&ouml;lkchen und m&uuml;ssten sich st&auml;ndig des Werts ihrer Aufgaben versichern lassen. Dazu dienen dann Seefahrtsmetaphern. Der Controller sei Lotse, Navigator, Steuermann. Drunter geht es nicht.</p>
<p>Ich halte das f&uuml;r Seemannsgarn. Der Chef steuert, lotst und navigiert. Nicht das Controlling. Das Lotsenbild hat Schr&auml;glage. Es geht nicht darum, einen vorgegebenen Kurs auf dem Kompass m&ouml;glichst genau einzuhalten, sondern Untiefen dort zu erahnen, wo andere ins Blaue segeln w&uuml;rden und manchmal mutig, manchmal vorsichtig die Richtung zu &auml;ndern. Das ist Unternehmeraufgabe. Die wenigstens rei&szlig;en sich darum.</p>
<p>Der Controller ist der Mann am Sonar. Wieviel Wasser ist unter dem Rumpf? Was war der bisherige Kurs? Was haben wir bereits erfahren? Planung und Simulation zeigen, ob man auf Kollisionskurs ist oder freie Fahrt hat.  </p>
<p>Gehen wir also wieder an Land. Das Controlling z&auml;hlt Erbsen. Jawohl. Unternehmer ohne eigenes Controlling tun das auch. T&auml;glich. Ich habe es zu Beginn meiner Karriere ebenfalls getan. Mit gro&szlig;er Leidenschaft. Am Ende des Tages sa&szlig; ich f&uuml;r mindestens eine Stunde in einer stillen Ecke, z&auml;hlte, kalkulierte, rechnete, bis ich mir sicher war, dass mir und den meinen kein Ungemach drohte und gen&uuml;gend Erbsen da waren, mit denen wir wirtschaften konnten.</p>
<p><img src="/images/kstanalyse2.png" alt="Kostenstellenanalyse" title="Kostenstellenanalyse" width="447" height="267" class="aligncenter size-full wp-image-1327" /></p>
<p class="gray">Kostenstellenanalyse: Profilunterschiede k&ouml;nnen Hinweise geben auf Kostensenkungspotenziale&#160;&#8211; vorausgesetzt, die Erbsen wurden sorgf&auml;ltig gez&auml;hlt und die Daten stimmen.</p>
<p>Ein Unternehmer kennt seine Zahlen. Er wei&szlig;, was in der Kasse ist, welche Rechnungen geschrieben wurden, welche bezahlt sind. Er ist darin penibel und erbsengenau und er k&auml;me niemals auf die Idee, dass buchhalterische Gewissenhaftigkeit, vorausschauende Planung und spitzer Bleistift unseem&auml;nnisch, Verzeihung, anachronistisch oder &uuml;berfl&uuml;ssig sein k&ouml;nnten.</p>
<p>Ein bisschen paradox: Das Controlling verliert genau dann seine Daseinsberechtigung, wenn es aufh&ouml;rt, Erbsen zu z&auml;hlen. Ein Kunde hat mir neulich von einem Kostensenkungsprojekt erz&auml;hlt. Mehrere vergleichbare Kostenstellen seines Hauses wurden unter die Lupe genommen. Schnell stellte sich heraus: Gleiche Kosten waren in den verschiedenen Kostenstellen unter verschiedenen Kostenarten gebucht worden. Er war entsetzt. Zu Recht. Steuerungshilfen auf diesem Niveau taugen nicht einmal f&uuml;r ein Ruderboot. Die Buchungslogik wurde korrigiert. Auff&auml;lligkeiten zeigen jetzt auch wieder unternehmerischen und nicht nur buchhalterischen Handlungsbedarf.</p>
<p class="gray">* Vortrag von Diethelm Sack, Vorstand Finanzen/Controlling der Deutschen Bahn AG, in: ICV (Hrsg.), Veranstaltungsflyer zum 34. Congress der Controller &#8222;Controlling in harten Zeiten&#8220; am 11./12. Mai 2009 in M&uuml;nchen, Gauting 2009.</p>
<p class="gray">** Vortrag von Frank Romeike, RMA e.V., ebenda.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Ampel-Controlling: Schwarz-Wei&#223;-Malen mit Farben</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/ampel-controlling</link>
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		<pubDate>Fri, 30 May 2008 13:29:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ampeln sind Chartjunk. Sie malen schwarz und weiß mit rot und grün. Weil ein bisschen Schwellen-Voodoo dabei ist, ist es intellektueller Chartjunk. Das macht sie besonders gefährlich. Für ihre Konsumenten und Produzenten. Schlimmer noch: Alternativen dazu sind so einfach.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Ampeln sind Chartjunk. Sie malen schwarz und wei&szlig; mit rot und gr&uuml;n. Weil ein bisschen Schwellen-Voodoo dabei ist, ist es intellektueller Chartjunk. Das macht sie besonders gef&auml;hrlich. F&uuml;r ihre Konsumenten und Produzenten. Schlimmer noch: Alternativen dazu sind so einfach.</strong></p>
<p>Fr&uuml;her waren mir Ampeln zuwider, weil sie bei multikausalen Abweichungen die Warnsignale entlang der Berichtshierarchien multiplizieren. Ich gebe zu, das ist zwar richtig, ist aber ein wenig verschwurbelt. Daher hier noch ein Versuch, dem Ampel-Controlling den Garaus zu machen. Ich verspreche, diesmal sehr pragmatisch.</p>
<p><img src="http://blog.bissantz.de/images/ampel1_schmal.png" style="margin: -14px 8px 0pt 0pt; float: left" alt="Ampellogik in Tabelle" />So wie im Beispiel links sieht das f&uuml;r gew&ouml;hnlich aus, wenn sich jemand die M&uuml;he gemacht hat, Schwellen daf&uuml;r festzulegen, wann etwas rot, gelb oder gr&uuml;n eingef&auml;rbt werden soll.</p>
<p>Die Einf&auml;rbung ist Ergebnis eines Bewertungsprozesses. Das nehmen wir als Betrachter auch so wahr. Rot signalisiert uns &bdquo;schlecht&ldquo;, Gr&uuml;n ist &bdquo;gut&ldquo;, Gelb ist &bdquo;na ja&ldquo;.</p>
<p>F&uuml;r diese Bewertung tr&auml;gt der Berichtersteller die Verantwortung. Das ist bemerkenswert, denn in der Regel sind es die Berichtsempf&auml;nger, die etwas bewerten und dann entscheiden sollen. Hier nimmt der Berichtersteller eine Entscheidung vorweg. Das kann ins Auge gehen, wie wir anhand des <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">Niedergangs der Sachsen LB</a> schon diskutiert haben. Das Risiko daf&uuml;r ist gro&szlig;:</p>
<p>Der Berichtersteller verl&auml;sst sich auf die G&uuml;ltigkeit vorab festgelegter Schwellen angesichts neuer Zahlen. Er nimmt in Kauf, dass die Entscheidung, ob etwas gerade noch gut oder schon schlecht ist, hart an einer Schwelle h&auml;ngt und keinen flie&szlig;enden &Uuml;bergang kennt. Weiterhin ignoriert er vollst&auml;ndig die Vergangenheit der Werte. Das ist str&auml;flich, denn ohne Vergangenheit fehlt der Kontext, in dem die Abweichung steht. Ob etwas fortgesetzt den Zielwert verpasste oder nur einmal, ist wichtig f&uuml;r die Einordnung.</p>
<p>Die Bewertung in drei Kategorien ist gleichzeitig sehr undifferenziert: Alle roten und alle gr&uuml;nen Abweichungen finden sich in jeweils demselben Eintopf. Eine negative Abweichung von&#160;&#8211;3,3&#160;% ebenso wie eine von&#160;&#8211;80&#160;%. Eine positive Abweichung von 3,0&#160;% ebenso wie eine von 40&#160;%.</p>
<p>Der gr&ouml;&szlig;te Konstruktionsfehler aber hat damit zu tun, dass die Bedeutung einer Abweichung nicht allein relativ oder absolut bestimmt werden kann. Muss man sich entscheiden, so w&uuml;rde ich als Kaufmann immer eine absolute Abweichung vorziehen. Eine gro&szlig;e relative Abweichung von 25&#160;% ist weniger stark in der Kasse zu sp&uuml;ren, wenn die Abweichungsbasis &#8364; 10.000  war. Eine kleine relative Abweichung von sagen wir 5&#160;% von einem Planwert von &#8364; 1.000.000 hingegen ist bereits schmerzhaft.</p>
<p>Diese &Uuml;berlegungen zeigen, dass die Schwellenlogik einerseits und die bewertende Signalwirkung der Einf&auml;rbung andererseits Berichtersteller Kopf und Kragen kosten k&ouml;nnen. Dem verantwortungsvollen Berichtsempf&auml;nger wiederum nehmen sie keine Arbeit ab. Bevor er eine Entscheidung dar&uuml;ber trifft, was f&uuml;r ihn wichtig ist, wird er sich alle Zahlen im Detail ansehen wollen und m&uuml;ssen. Der naive Berichtsempf&auml;nger aber f&uuml;hlt sich in einer tr&uuml;gerischen Sicherheit, die bei betriebswirtschaftlichen Daten nun einmal nicht gegeben werden kann.</p>
<p>Das urspr&uuml;ngliche Ziel der Ampellogik ist, geplagten Managern eine Lesehilfe zu geben und die Zahlenfluten aus dem Controlling beherrschbar zu machen. Das ist ein frommer Wunsch, der mit einfachen Mitteln erreicht werden kann, ohne dabei Gefahren heraufzubeschw&ouml;ren.</p>
<p><img src="http://blog.bissantz.de/images/ampel4_schmal.png" style="margin: 0pt; float: left" alt="Sortierung und Balken als Hilfe" /></p>
<p>Im zweiten Beispiel sind die Werte zun&auml;chst einmal ganz schlicht nach ihrer Abweichung sortiert. Allein das ist die halbe Miete. Die bedeutsamsten Abweichungen stehen jetzt oben. In F&auml;llen, in denen es tats&auml;chlich gen&uuml;gen w&uuml;rde, die gr&ouml;&szlig;ten Probleme anhand einer relativen Abweichung zu identifizieren, endet die Lekt&uuml;re des Verantwortlichen in Zeile 4.</p>
<p>Er nimmt seine Informationsfilterung ohne schalen Beigeschmack selbst vor. Entscheidend daf&uuml;r ist, mit einem kurzen Blick auch die Verteilung der Werte insgesamt zu w&uuml;rdigen.</p>
<p>Eine Lesehilfe stellen die zu den Abweichungswerten proportionalen Balken dar. Ein technischer Seitenhieb auf die Primitivlogik der dreiwertigen Ampelmetapher ist die Einf&auml;rbung anhand zweier Intensit&auml;tsskalen. Sie gibt in Abstufungen von Rot bzw. Blau die Wertigkeit der Abweichungen korrekt wider, ist f&uuml;r das Auge sofort als Ordnung erkennbar und funktioniert ebenso gut in Graustufen.</p>
<p>Wenn der Rechner schon Werte in Farben codieren soll, dann kann er es gleich richtig tun, finde ich.</p>
<p>Sehr sch&ouml;n zu sehen im Beispiel: Die Betrachtung der relativen Abweichungen liefert ein v&ouml;llig anderes und f&uuml;r den Kaufmann irrelevantes Bild der Lage als die Betrachtung nach absoluten Abweichungen. Beispielsweise verdient die scheinbar unbedeutende Abweichung des Gesch&auml;ftsbereichs 29 um 3,3&#160;% das gr&ouml;&szlig;te Augenmerk, weil sie die gr&ouml;&szlig;te absolute Abweichung verursacht hat.</p>
<p>F&uuml;r F&auml;lle, in denen auf die Aussagekraft relativer Bewegungen nicht verzichtet werden soll, empfiehlt sich eine abstraktere Variante der Abweichungsberechnung. Multipliziert man relative und absolute Werte, so entsteht eine gewichtete Abweichung, die eine zutreffende Sortierung nach beiden Kriterien liefert.</p>
<p><img src="http://blog.bissantz.de/images/ampel5_ausschnitt2.png" alt="Gewichtete Abweichung als Indikator" /></p>
<p>Dass sich Ampeln so hartn&auml;ckig im Softwaremarketing und in vom Management ignorierten Berichtsstapeln halten k&ouml;nnen, verdanken sie meiner Ansicht nach demselben Missverst&auml;ndnis, das auch Tachos und Thermometern innewohnt. Wir Betriebswirte gieren nach der Sicherheit, die Ingenieure so oft zu haben scheinen. Der Drehzahlmesser in meinem Wagen signalisiert mir zuverl&auml;ssig, dass es rot und schlimm f&uuml;r meinen Motor wird, wenn ich nicht schalte.</p>
<p>Wir Betriebswirte haben diese Sicherheit nicht und uns fehlt leider auch das Gaspedal f&uuml;r die Ums&auml;tze und das Bremspedal f&uuml;r Irrt&uuml;mer.</p>
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		<title>BI, Robot</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/bi-robot</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Apr 2008 13:07:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das wichtigste Element für ein wirtschaftlicheres Berichtswesen ist Automation. Dazu braucht es aber weder Controllingroboter noch Künstliche Intelligenz. Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Programmierung reichen. Zuviel kann eher schaden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das wichtigste Element f&uuml;r ein wirtschaftlicheres Berichtswesen ist Automation. Dazu braucht es aber weder Controllingroboter noch K&uuml;nstliche Intelligenz. Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Programmierung reichen. Zuviel kann eher schaden.</strong></p>
<p>F&uuml;r mehr <a href="http://blog.bissantz.de/industriereporting">Industriereporting</a> hatte ich schon geworben. Und mir <a href="http://blog.bissantz.de/tod-der-businessgrafik">robuste Berichtsformate</a> gew&uuml;nscht, die eine automatische Bef&uuml;llung mit Daten nacharbeitungsfrei aushalten. Die Analogie zu den Bedingungen in der industriellen Produktion liefert noch mehr Inspiration. In der Fertigung ist ein Grad an Automation erreicht, der Betriebswirte staunen l&auml;sst. Und deprimiert, wenn sie sehen, wie der Stand in der Unternehmenssteuerung ist.</p>
<p>Versierte Programmierer l&auml;cheln, wenn sie sehen, wie sich Controller immer wieder mit Handarbeiten abqu&auml;len, die einer vorindustriellen Manufaktur zur Ehre gereichen w&uuml;rden. Eine kleine Animation zeigt das am Beispiel einer Konzentrationsanalyse f&uuml;r den Produktumsatz. Sie soll zeigen, welche Artikel besonders wichtig f&uuml;r uns sind, ob der Umsatz stark auf einen Ausschnitt des Sortiments konzentriert ist oder ob der Erfolg auf vielen S&auml;ulen ruht. Entsprechend ihrer Bedeutung spricht man dann von A&#8209;, B&#8209; oder C-Artikeln und &uuml;berlegt u.a. welche C-Artikel eliminiert werden k&ouml;nnen.</p>
<p class="sample"><a onclick="return openPopup('/images/Excel_Animation.gif', '');" href="images/Excel_Animation.gif"><img src="/images/schritt1.png" alt="" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt;">Manuelle ABC-Analyse in Excel. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern bitte anklicken.</span></p>
<p>Wie die Animation zeigt, m&uuml;ssen die Daten geholt, sortiert und summiert werden. Es sind Anteile und Kumulationen zu bilden. Schlie&szlig;lich ist noch eine geeignete Klasseneinteilung zu finden, so dass Aussagen m&ouml;glich werden wie: &#8222;Mit einem Viertel unseres Sortiments erwirtschaften wir drei Viertel unseres Umsatzes.&#8220; Bei alledem gilt, was f&uuml;r viele Lehrbuchverfahren der BWL gilt: <strong>Die einzelnen Arbeitsschritte bleiben unabh&auml;ngig vom Untersuchungsgegenstand gleich.</strong> Egal, was analysiert werden soll, Vertreter, Kunden, Gebiete oder eben Artikel, die Arbeitsschritte bleiben gleich und gleich langweilig, weil vollst&auml;ndig automatisierbar.</p>
<p>Auf dieses simple Prinzip stie&szlig; ich als Assistent von <a href="http://blog.bissantz.de/peter-mertens">Peter Mertens</a>, dem legend&auml;ren Begr&uuml;nder der deutschen Wirtschaftsinformatik. Das war 1993 und die K&uuml;nstliche Intelligenz war sehr &agrave; la mode. Der Ehrgeiz in unserer Forschungsgruppe ging zeitgem&auml;&szlig; &uuml;ber triviale Ans&auml;tze der Makroprogrammierung hinaus und wir strebten nichts weniger als eine Art Controllingroboter an. Aus dem wurde nichts. Aber auf einem sehr langen Weg kumulativer Forschung, der inzwischen zwanzig Jahre umfasst, entstanden andere n&uuml;tzliche Ergebnisse.</p>
<p class="sample"><a onclick="return openPopup('/images/DM_Animation.gif', '');" href="images/DM_Animation.gif"><img src="/images/DM1.png" alt="" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt;">Automatisierte ABC-Analyse in meinem geliebten DeltaMaster. Zum Vergr&ouml;&szlig;ern bitte anklicken.</span></p>
<p>Eines davon ist die automatisierte ABC-Analyse. Sie hat sich inzwischen &uuml;ber viele Jahre bew&auml;hrt. Zudem lie&szlig; sich die Grundidee, Routineschritte an den Rechner zu delegieren, auch auf andere, mitunter komplexere Verfahren &uuml;bertragen. F&uuml;r ein automatisiertes Navigationsverfahren konnten wir einen begehrten Preis einheimsen.</p>
<p>Darin kam ein weiteres Automationsprinzip zum Tragen, das auch unsere ABC-Analyse pr&auml;gt: Die Lade&#8209;, Sortier&#8209; und Kumulationsprozesse bestehen aus trivialen Schritten, die keine R&auml;tsel aufgeben. Die Klasseneinteilung hingegen bedarf ein klein wenig Voodoo, in Form einer Entscheidungsheuristik f&uuml;r die Klasseneinteilung. Auf der Suche danach kam uns seinerzeit die zweite, bescheidene Erleuchtung: <strong>Routineentscheidungen eines versierten Anwenders lassen sich mathematisch nachbilden</strong>.</p>
<p><a title="klassen.png" href="http://blog.bissantz.de/images/klassen.png"><img src="http://blog.bissantz.de/images/klassen.png" alt="klassen.png" /></a><br />
<span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt;">Heuristik der Klasseneinteilung: Wo differieren die Grenzbeitr&auml;ge am st&auml;rksten?</span></p>
<p>Im Fall der ABC-Analyse w&uuml;rde ein Controller die Liste der Produktums&auml;tze durchgehen und die Grenzen zwischen A und B bzw. B und C dort ziehen, wo der Umsatz des n&auml;chsten Artikels sich vom Umsatz des vorhergehenden besonders stark unterscheidet. Grafisch w&auml;ren das die Knickstellen in der Konzentrationskurve. Dieses einfache Prinzip muss noch um ein paar weitere Regeln erg&auml;nzt werden, dann klassifiziert der Computer genauso wie ein Mensch das tun w&uuml;rde. Meistens. Deswegen hat der Mensch auch bei uns immer noch das letzte Wort und kann die Klasseneinteilung beliebig &auml;ndern.</p>
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		<title>Brauchen Unternehmen ein &#8222;Mission Control Center&#8220;?</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/raumfahrer</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/raumfahrer#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 28 Mar 2008 11:20:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Noch eine Bank in der Krise. Brauchen wir mehr von der Art Steuerung, die auch Astronauten vor Schaden bewahrt? Wie mehr Transparenz in der Führung helfen kann, schwarzen Löchern erfolgreich zu entgehen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>W&auml;hrend im All erfolgreich eine komplexe Mission gesteuert wurde, wurden die Finanzl&ouml;cher bei einer weiteren Landesbank immer gr&ouml;&szlig;er und die Fragen nach Fehlsteuerungen immer lauter. Steuern Astronauten besser?</strong></p>
<p>Die bei der BayernLB entdeckten Finanzl&ouml;cher infolge der internationalen Kreditkrise werden jeden Tag gr&ouml;&szlig;er. Ihr Aufsichtsrat, der Bayerische Finanzminister und CSU-Chef Erwin Huber steht in der Kritik. Zur selben Zeit verfolgten Fans extraterrestrischer Mobilit&auml;t erfolgreiche Steuerung im All. Es galt, die 12,7 Tonnen schwere und acht Meter lange Columbus an der Internationalen Weltraumstation ISS zu montieren. Bemerkenswert: Allein im Deutschen Raumfahrt-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen sa&szlig;en derweil 75 Wissenschaftler und Ingenieure, um die Mission steuern zu helfen. Weitere Kollegen waren von Houston und Moskau aus beteiligt.</p>
<p style="text-align: center"><img src="http://blog.bissantz.de/images/columbus_kontrollzentrum02.jpg" alt="Columbus Kontrollzentrum" /></p>
<p><span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Das Columbus-Kontrollzentrum in Oberpfaffenhofen. Etwa 75 Wissenschaftler und Ingenieure steuern die europ&auml;ischen Aktivit&auml;ten auf der Internationalen Raumstation.</span></p>
<p style="text-align: center"><img src="http://blog.bissantz.de/images/iss016e009775_380.jpg" alt="ISS mit Blick auf Shuttle Discovery" /></p>
<p><span class="gray" style="margin-left: 0pt; padding-left: 0pt">Die Internationale Raumstation vor blau-wei&szlig;er Erde.</span></p>
<p>Aus der Sicht eines Betriebswirts ist das ein immenser Steuerungsaufwand. Ein &auml;hnliches Verh&auml;ltnis zwischen operativen und dispositiven Kr&auml;ften in Unternehmen ist kaum vorstellbar. Dennoch: Der Vergleich zwischen technischer und betriebswirtschaftlicher Steuerung war f&uuml;r mich als Kaufmann immer wieder aufschlussreich. Meist hat der Betriebswirt vom Techniker gelernt. Unter anderem, dass es lohnt, wiederkehrende Prozesse bei der Datenanalyse genauso rigoros zu automatisieren wie eine Lackierstra&szlig;e. Oder aktuell, dass wir Berichte aus Normteilen zusammenbauen m&uuml;ssen, wenn wir das inhaltliche Verst&auml;ndnis bef&ouml;rdern und Schluss mit der Verwirrung um die wesentlichen Steuerungsgr&ouml;&szlig;en machen wollen. Oder dass an die Produktion von Managementinformation ebenso hohe Produktivit&auml;tsma&szlig;st&auml;be anzulegen sind, wie an die Fertigung von Produkten.</p>
<p>In der Praxis erlebe ich immer wieder eine befremdende Entkopplung des Managements vom operativen Gesch&auml;ft. Andererseits findet Gesch&auml;ft nur operativ statt. Die Vorgabe eines Renditeziels veranlasst keinen einzigen Kunden zum Kauf.</p>
<p>Aber ist es vorstellbar, dass ein Vorstand oder Aufsichtsrat sich tagesaktuell dem Gesch&auml;ftsverlauf widmet? &Uuml;blich ist es bisher nicht. Dennoch werden die an der Spitze geh&auml;ngt, wenn sich t&auml;gliche Fehler zu einem schlechten Ergebnis addieren. Ihr Interesse an der Fr&uuml;herkennung muss daher gro&szlig; sein und ist es auch. Es scheinen die geeigneten Instrumente zu fehlen.</p>
<p>Eigene Erfahrungen konnte ich mit einem Monitoringsystem sammeln, das darauf beruht, dass alle Mitarbeiter meines Unternehmens penibel notieren, wer mit wem, wann, wor&uuml;ber, auf welchem Weg kommuniziert. Das erleichtert nicht nur den Service, sondern ist auch die Grundlage eines minutenaktuellen Tickers, der allen alle Aktivit&auml;ten transparent macht. Ein explizites Berichtswesen existiert hingegen kaum. <strong>Da die Details bekannt sind, interessiert nur selten die Verdichtung.</strong> Man k&ouml;nnte sagen, unser eigenes Controlling ist nicht top-down, sondern bottom-up.</p>
<p>Der Aufwand daf&uuml;r ist betr&auml;chtlich. Ohne eine gelebte und gelernte &#8222;Kultur der Transparenz&#8220; in der F&uuml;hrung gelingt die n&ouml;tige detaillierte Protokollierung nicht. Und zugegebenerma&szlig;en muss jeder neue Mitarbeiter neu darauf eingeschworen werden.</p>
<p>Im Ergebnis &auml;hnelt unser System dem Columbus-Kontrollzentrum. Ich bin &uuml;berzeugt, dass modernes Management generell wieder mehr Bottom-up-Mechanismen ben&ouml;tigt, als das heute der Fall ist. Die Kausalit&auml;t von Umsatz und Erfolg ist vermutlich zu diffus, um sie in wenigen Schl&uuml;sselindikatoren abbilden zu wollen, die dann per drill-down Ursachenerkl&auml;rungen liefern. Oder anders: Wer sein Gesch&auml;ft kennt, braucht kein Controlling.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wem der Kunde nur K&#246;nig ist, macht ihn zum Narren</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/koenig-kunde</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Dec 2007 18:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gekrönt zu werden ist nicht immer eine Auszeichnung. Und die Krönenden meinen die Krönung auch nicht immer ernst. Zwar gerät das nicht immer gleich zur Dornenkrone, aber hilfreich ist es eben auch nicht. Ein Produkt, das den Kunden nicht fordert, stiftet à la longue keinen Nutzen. Aber nur der Narr darf das sagen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gekr&ouml;nt zu werden ist nicht immer eine Auszeichnung. Und die Kr&ouml;nenden meinen die Kr&ouml;nung auch nicht immer ernst. Zwar ger&auml;t das nicht immer gleich zur Dornenkrone, aber hilfreich ist es eben auch nicht. So haben wir einmal mit 32 anderen Herstellern von einem Verlag <a href="http://www.imittelstand.de/kat_itk_07/4/business-intelligence.html" target="_blank">eine Auszeichnung gewonnen</a>, die in 33 Kategorien ausgeschrieben war. Unser Stolz hielt sich in Grenzen. Wir haben auch dankend das Angebot abgelehnt, das Marketingpaket des Verlags zum Vorzugspreis zu erwerben.</p>
<p>Ganz anders beim <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/gi-innovationspreis.asp">Innovationspreis der ehrw&uuml;rdigen GI</a>, da platzen wir immer noch vor Stolz.</p>
<p>Zur&uuml;ck zum k&ouml;niglichen Kunden und zum Business Intelligence. Da gilt: <strong>Ein Produkt, das den Kunden nicht fordert, stiftet &agrave; la longue keinen Nutzen.</strong> Und was der Kunde fordert, fordert ihn mitunter nicht genug oder ist schlicht nicht f&ouml;rderlich. So ist das, aber sagen darf es nur der Narr. Denn er ist der einzige im Saal, der den K&ouml;nig und den der K&ouml;nig ernst nimmt. Sein Gesch&auml;ft ist dabei nicht ohne Risiko. Wahrheit schmerzt den Betroffenen, manchmal auch den &Uuml;berbringer.</p>
<ol>
<li><strong>Eine Nasenl&auml;nge voraus.</strong> Wer seinem Kunden nicht eine Nasenl&auml;nge voraus ist, kann ihm nicht die Zukunft zeigen. Ich finde, es d&uuml;rfen auch zwei Nasenl&auml;ngen sein. Die Zukunft ist lang.</li>
<li><strong>Tod den Lemmingen.</strong> Wer meint, was alle anderen meinen, ist verd&auml;chtig. Als einer wusste, dass die Erde keine Scheibe ist, waren alle anderen davon noch sehr &uuml;berzeugt. Erkenntnis vollzieht sich selten als demokratischer Prozess, in Massen oder auf den Titelseiten von Sensationsbl&auml;ttern.</li>
<li><strong>Das Fell ist dick.</strong> Einer &bdquo;springt aus der Hose&ldquo;, zur selben Zeit h&auml;lt es ein anderer &bdquo;f&uuml;r sehr gef&auml;hrlich&ldquo;. Wie Ideen akzeptiert werden, l&auml;sst sich kaum erahnen. Gl&uuml;cklicherweise macht es mehr Spa&szlig; mit Leuten zu arbeiten, die auch mal aus der Hose springen.</li>
<li><strong>Was der Bauer nicht kennt.</strong> Kein Kunde ist in der Lage zu spezifizieren, was er noch nie zuvor gesehen hat. Als Kolumbus in Amerika landete, erkannten die Indios seine Schiffe nicht. Der Schamane ging jeden Tag zum Strand, weil er sich &uuml;ber die Wellen am Horizont wunderte. Nach einer Weile sah er auch die Schiffe, sein Gehirn hatte sich an dieses neue Muster gew&ouml;hnt.</li>
<li><strong>Glauben, was wir glauben wollen.</strong> Simplifizierende Produktdemos haben gro&szlig;en Erfolg. Bob, 52, Finanzmanager, 3 Kinder, Segler, l&ouml;st mit Tara, 28, Produktmanagerin, promoviert, Single, in Windeseile kniffelige Unternehmenssteuerungsprobleme. Tara kommt politisch korrekt aus Indien, denn unsere Demofirma ist sehr international.</li>
</ol>
<p><a href="http://www.bissantz.de/rueckschau/executive2007/">Wie wohltuend ging es da in Berlin zu</a>, als wir Narren einen Tag lang mit gleichgesinnten K&ouml;nigen hirnten und schlie&szlig;lich mit der Erkenntnis nach Hause gingen: Es gibt noch eine ganze Menge zu tun und gegen den Strom kommt man ganz gut vorw&auml;rts. </p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mindestqualifikation f&#252;r Controller: Spagat</title>
		<link>http://blog.bissantz.de/spagat</link>
		<comments>http://blog.bissantz.de/spagat#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 30 Nov 2007 15:57:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://blog.bissantz.de/spagat</guid>
		<description><![CDATA[Modernes Controlling bewegt sich auf schmalem Grat. Entscheidungen dürfen nicht vorweggenommen werden. Aber der Controller soll auch Gutachter sein. Da hilft nur eins: Mut zur Unsicherheit.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Modernes Controlling bewegt sich auf schmalem Grat. Entscheidungen d&uuml;rfen nicht vorweggenommen werden. Aber der Controller soll auch Gutachter sein. Und IT-Fachmann. Und, und, und. Was hilft, den Vielfach-Spagat zu meistern?</strong></p>
<p>Wie gef&auml;hrlich Instrumente sind, die <a href="http://blog.bissantz.de/sachsen-lb">Entscheidungen mit naiven Methoden</a> vorwegnehmen, wissen wir bereits. Es gibt auch Instrumente, die so kompakt und dicht berichten, dass man in vielen Situationen dem Management das <a href="http://blog.bissantz.de/guerillacontrolling1">komplette Datenbild</a> zum selber Hirnen bereitstellen kann. F&uuml;r Routineberichte halte ich das f&uuml;r einen gangbaren Weg: Die kompakten Visualisierungsformen daf&uuml;r gibt es und der Reiz des <a href="http://blog.bissantz.de/grafische-tabellen">Couchcontrolling</a>  ist hoch.</p>
<p><strong>Will das Controlling Gutachter sein, muss es den Mut haben, Unsicherheit zu wagen.</strong> In einer Welt voller Grauschattierungen Wahrheiten in schwarz und wei&szlig; anzubieten, mag Demagogen gut stehen, seri&ouml;s ist es nicht. Nur wer wagt, die Grenzen seiner Aussagen zu dokumentieren, kann auf vern&uuml;nftige Wirkung hoffen. Dazu geh&ouml;ren folgende Regeln:</p>
<ol>
<li><strong>Kennzeichnen Sie Berichte namentlich.</strong> Berichte werden von Menschen gemacht. Software erstellt keine Berichte. Es erh&ouml;ht die Glaubw&uuml;rdigkeit und reduziert das Risiko einer Fehlinterpretation, wenn wir die entstehende Verantwortung bewusst &uuml;bernehmen und alles, was wir produzieren, mit unserem Namen kennzeichnen. Wenn wir auf Daten Dritter zur&uuml;ckgreifen, sollten wir auch dort eine Person als Quelle identifizieren. Wenn es keine gibt, machen wir das deutlich, z.&#160;B. mit &bdquo;N.N., Statistisches Bundesamt&ldquo;. Ich finde, es geh&ouml;rt bereits zur Technik der Manipulation, wenn wir lediglich eine bekannte Institution als Quelle benennen. Bestenfalls handeln wir gedankenlos. Die suggerierte Glaubw&uuml;rdigkeit jedenfalls kann auf uns zur&uuml;ckfallen.</li>
<li><strong>Vergr&ouml;bern Sie Ihre Zahlen.</strong> Bei genauem Hinsehen ist es peinlich, so zu tun, als w&uuml;sste man tats&auml;chlich so genau Bescheid, wie es eine Zahl mit 9 Stellen suggeriert. Wenn man 5,6 M schreibt, ist das ein klares Signal, dass es um diese Gr&ouml;&szlig;enordnung geht und nicht um den Wahrheitsanspruch von 5.563.745,23. Diese <a href="http://blog.bissantz.de/scheingenauigkeit">Scheingenauigkeit</a> suggeriert nicht vorhandene Sicherheiten. Grobheit signalisiert: Es geht nicht um den exakten Betrag, es geht darum, ob die Richtung stimmt, ob wir gut &uuml;berlegt haben, ob wir planvoll handeln.</li>
<li><strong>Keine Adjektive.</strong> Adjektive &uuml;berlassen wir Revolverbl&auml;ttern. Dass etwas gestiegen ist, l&auml;sst sich zweifelsfrei belegen. Ob eine Steigerung um 23&#160;% &bdquo;deutlich&ldquo;, &bdquo;m&auml;&szlig;ig&ldquo;, &bdquo;entt&auml;uschend&ldquo;, &bdquo;dramatisch&ldquo; ist, entscheidet der Betrachter. Das gen&uuml;gt v&ouml;llig.</li>
<li><strong>Verachten Sie Corporate Design.</strong> Controlling ist keine Marketingveranstaltung. Das Logo Ihres Unternehmens und anderer Schnickschnack geh&ouml;ren nicht auf einen Bericht. Der CEO wei&szlig;, welchem Unternehmen er vorsteht. Wenn das Corporate Design schon 1/3 einer PowerPoint-Folie verschlingt, nenne ich das visuelle Selbstbefriedigung der Marketingabteilung. Lassen Sie alles weg, was keine Bedeutung hat. Hintergr&uuml;nde, Rahmen, K&auml;stchen, Logos. Corporate Design macht alles gleich. Machen Sie nur gleich, was gleich ist.</li>
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		<title>Wo, bitte, geht es ins Paradies?</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Nov 2007 17:35:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dr. Nicolas Bissantz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business Intelligence]]></category>
		<category><![CDATA[Managementinformation]]></category>
		<category><![CDATA[Regeln]]></category>
		<category><![CDATA[Software]]></category>
		<category><![CDATA[Unternehmensführung]]></category>
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		<description><![CDATA[Preise sind sehr schmeichelhaft. Ein <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/gi-innovationspreis.asp" target="_blank">Innovationspreis</a> besonders, denn nicht jede Innovation wird gewürdigt. Manchmal gilt es, sich zwischen Innovation und Erfolg zu entscheiden, denn Innovation kann Haken haben und ist nicht automatisch Garant für Erfolg.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Preise sind sehr schmeichelhaft. Ein <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/gi-innovationspreis.asp" target="gipreis">Innovationspreis</a> besonders, denn nicht jede Innovation wird gew&uuml;rdigt.</strong></p>
<p>Manchmal gilt es, sich zwischen Innovation und Erfolg zu entscheiden, denn Innovation kann Haken haben und ist nicht automatisch Garant f&uuml;r Erfolg.</p>
<p>Haken Nr.&#160;1: Die Softwarebranche ist nicht so innovativ, wie sie scheint. Ein gro&szlig;er Teil des Softwareangebots ist monopolistisch, allenfalls oligopolistisch. Dass das eine sehr, das andere fast ebenso den Wettbewerb und daraus folgende Innovation und Wohlfahrt hemmt, geh&ouml;rt zu den volkswirtschaftlichen Erkenntnissen, die auch der Betriebswirt unterschreibt. Jeder, der vor 20 Jahren schon einmal einen Brief auf einem PC geschrieben hat und es gelegentlich heute noch tut, wei&szlig;, was ich meine. Manchmal &uuml;berkommt mich der dringende Wunsch nach einer IBM-Schreibmaschine mit Kugelkopf und L&ouml;schband.</p>
<p>Haken Nr.&#160;2: Erste Formen dessen, <a href="http://www.bissantz.de/aktuell/gi-innovationspreis.asp" target="gipreis">was die GI jetzt ausgezeichnet hat</a>, habe ich 1995 in &auml;hnlicher Form drei damals marktf&uuml;hrenden Herstellern angeboten. Der eine verstand es nicht, der zweite hielt es f&uuml;r unn&ouml;tig, der dritte lie&szlig; sich darauf ein &ndash; und ist gut damit gefahren. Der Erste und der Zweite sind schuld, dass aus einem universit&auml;ren Prototyp ein weltweit eingesetztes Standardprodukt wurde. Der Trotz war einfach zu gro&szlig;. </p>
<p>Haken Nr.&#160;3: Die Marktgesetze wollen es, dass der Kreis der innovationshungrigen Nachfrager eher klein ist. Audi hatte bereits einen &uuml;berlegenen Allradantrieb, als niemand verstand, wozu das gut sein sollte, wenn man kein Almwirt war. Erst wenn sich die &bdquo;late majority&ldquo; f&uuml;r etwas Neues erw&auml;rmt, ist der Markterfolg da. Diese Gruppe, der die Mehrheit der Konsumenten angeh&ouml;rt, m&ouml;chte Anwendung und Wettbewerb sehen. Der Nachbar muss einen Audi fahren und BMW und Mercedes m&uuml;ssen ebenfalls Allradmodelle anbieten.</p>
<p>Haken Nr.&#160;4: Nicht alles, was neu, unverst&auml;ndlich und unbekannt ist, ist auch gut. Das hat Bella erst am Mittwoch wieder anhand <a href="http://www.bella-beraet.de/square-pies" target="_blank">quadratischer Kuchengrafiken</a> gezeigt. </p>
<p>Als Innovation wird in der Folge auf breiter Front wahrgenommen, was sich bereits bew&auml;hrt hat und noch nicht allt&auml;glich geworden ist. Ein Paradoxon, aber alles andere w&auml;re das Paradies und irgendwie langweilig.</p>
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