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Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten – garantiert, Teil I

Vom Bestseller des bekannten Psychotherapeuten Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklichsein“ lernen wir, wie wir garantiert unglücklich werden, oder wenn wir es schon sind, mit Sicherheit auch bleiben. Der amerikanische Statistiker Howard Wainer lehrt uns, wie wir die Konsumenten von Datengrafiken ins Unglück stürzen können. Es gilt die folgenden Regeln akkurat zu befolgen, dann bleibt der Erfolg nicht lange aus:

  1. Zeigen Sie so wenig Daten wie möglich. [Show as few data as possible (Minimize the data density)] Wenn eine Grafik droht, leer auszusehen, weil sie nur ein paar Datenwerte enthält, füllen Sie den Rest mit schmückenden Elementen aus, die nichts zur weiteren Erhellung des Sachverhalts beitragen.

  1. Verstecken Sie, welche Daten sie zeigen. [Hide what data you do show] Dazu gibt es mehrere wirksame Möglichkeiten: Nehmen Sie ein auffälliges Rastergitter und drucken Sie die Daten schwach darüber. Oder: halten Sie sich sklavisch an die Regel, dass man Nulllinien nicht abschneidet, so dass die Variation der Daten auch dann verschwindet, wenn sie interessant wäre.
  1. Ignorieren Sie grundsätzlich die Idee visueller Darstellungen. [Ignore the visual metaphor altogether] Wenn sich ihre Daten nach Größe ordnen lassen und die verwendete grafische Repräsentation auch, bringen Sie trotzdem beides durcheinander. Sehr effektiv: Verwenden Sie eine Balkengrafik, aber sortieren Sie nach Alphabet.

  1. Nur Länge zählt [Only order matters] Verwenden Sie Länge als Ordnungskriterium, aber verwirren Sie das Auge des Lesers, indem Sie Flächen zeigen. Damit quadrieren Sie auch noch den harmlosesten Unterschied.
  1. Reißen Sie Daten aus dem Zusammenhang. [Graph data out of context] Das klappt besonders gut bei Zeitreihen. Ein peinlich starkes Absinken eines Wertes? Starten Sie erst mit dem Zeitpunkt danach. Nur ein leichtes Schwanken: Skala vergrößern, X-Achse stauchen.

  1. Wechseln Sie die Skalierung in derselben Abbildung. [Change scales in mid-axis] Etwas für den Connaisseur. Man nehme zwei Reihen unterschiedlicher Größenordnung, skaliere jede einzeln und setze beides zu einer Grafik zusammen.

Fortsetzung folgt.

2 Kommentare zu “Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten – garantiert, Teil I”

  1. limonat » Blog Archive » “10 Usability Nightmares” und: “Wie man Daten verhunzt - garantiert” meint:

    […] verstoßen möchte, dem seien die zwölf Richtlinien zum effektiven Verhunzen von Daten (Teil 1, Teil 2) ans Herz gelegt. Meine Lieblingsregeln: “Emphasize the trivial (ignore the […]

  2. Paul meint:

    Sehr schön!

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