Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten – garantiert, Teil II

Vergangene Woche hatten wir uns die ersten sechs Regeln des amerikanischen Statistikers Howard Wainer zum Verhunzen von Grafiken angesehen. Hier sind noch mal sechs:

  1. Betonen Sie Triviales, ignorieren Sie Wichtiges. [Emphasize the trivial (ignore the important)] Die Entwicklung von Gehaltsunterschieden nach Ausbildungsgrad und Geschlecht teilen Sie auf zwei Grafiken auf. Eine zeigt die Entwicklung nach Ausbildungsklassen für Frauen, die andere die für Männer.
  1. Stapeln Sie Zeitreihen. [Jiggle the baseline] Addieren Sie kleine auf große Werte und stellen Sie sie gestapelt dar. Auch dem intelligentesten Betrachter wird entgehen, wie sich die kleineren Werte verändert haben.
  1. Albanien zuerst [Austria first]. Ordnen Sie generell alphabetisch und nicht nach einem analytischen Kriterium. Verteidigen Sie das mit dem Hinweis, man finde so leichter einen bestimmten Eintrag.
  1. Beschriften Sie unleserlich, unvollständig, falsch und mehrdeutig. [Label (a) illegibly, (b) incompletely, (c) incorrectly, and (d) ambiguously]. Der wahre Könner verwendet in aufeinander folgenden Grafiken gleiche Abkürzungen für unterschiedliche Sachverhalte.
  1. Je mehr desto geheimnisvoller: Mehr Dezimalstellen, mehr Dimensionen. [More is murkier: (a) More decimal places and (b) more dimensions] Verwenden Sie soviele Dezimalstellen wie Excel hergibt, egal wie unsicher die Daten waren. Regel 4 nicht vergessen: Bringen Sie Flächen optisch zusätzlich ins Spiel, auch wenn es um Länge geht.
  1. Wenn es schon eine gute Lösung gibt, denken Sie sich eine schlechte aus. [If it has been done well in the past, think of another way to do it.] Viele Darstellungen, die auch heute noch nützlich sind, gibt es schon seit hunderten von Jahren. Glücklicherweise liefert jedes Datenanalyseprogramm neuesten Schnickschnack, der vom Bewährten dramatisch abweicht.

Quelle: How to Display Data Badly, Howard Wainer, The American Statistician, Vol. 38, No. 2 (May, 1984), pp. 137–147