Apropos Farben: Zwei reichen – Rot und Blau

Bunt erfreut. Dennoch berichten Kaufleute am besten mit zwei Farben und mit Blau statt Grün. Sehen und Denken beanspruchen die gleichen knappen Ressourcen. Farben tragen per se keine Bedeutung und müssen gelernt werden. Rot und Grün kommen sich in die Quere, Rot und Blau nicht. Das Ergebnis ist nicht trist, sondern eine Vereinfachung – und überfällig.

Sehen ist Denken
Zahlen zu interpretieren, verlangt die knappe bewusste Aufmerksamkeit. Ein kaufmännisches Farbkonzept muss deswegen so einfach wie möglich sein. In der Natur erleben wir Farben, die typisch sind: Blauwal, Rotwild, Rappe, tannengrün, steingrau, rosenrot – Farbe und Objekt sind eins, man erkennt sie schnell. Überall sonst ist Farbe beliebig: Mode, Möbel, Autos gibt es in jeder Farbe. Buchhaltung und Arithmetik sind farblos. Ihre Neutralität gegenüber dem Gegenstand, den sie zählen, macht sie machtvoll. Das war nicht immer so. Am Anfang der Schrift standen Zahlzeichen: Gegenstand und Zahl gab es nur zusammen. Die Zeichen dafür mussten mühsam gelernt werden. Das war in Mesopotamien und ist 5.000 Jahre her. Wir wollen nicht neue Hieroglyphen schaffen.

Apropos Farben: Zwei reichen - Rot und Blau

Für diese wunderbare Dichotomie verwenden wir, was am besten trennt: Farbe! Rot fordert Aufmerksamkeit. Freude bekommt Blau – weil es physiologisch das bessere Grün ist. Noch besser: Schwellwerte werden überflüssig. Die Ordnung entsteht automatisch durch datengetriebene Farbintensität. Das modische Rot-Gelb-Grün sortiert nämlich nicht und macht es dem Auge unnötig schwer. Nur Intensitäten derselben Farbe sortieren.

Diese Erkenntnisse halte ich für wegweisend und dringend notwendig für mehr Einfachheit. Deswegen habe ich sogar die CI meines Unternehmens in Rot-Blau getaucht. „Rot oder blau, nie lau“, das ist unser Credo, und damit meinen wir: Information, die führt.