Benzin im Blut, aber kein Stroh im Kopf

Good News in den Zeiten von Fake News für das Business Intelligence, die Sportfahrer und uns alle. Warum mich ein Leserbrief in der SportAuto und eine Initiative von Cordt Schnibben optimistisch stimmen, was die Informationsqualität in Unternehmen betrifft.

Was können wir im Business Intelligence von Zeitungen übers Informieren lernen? Mich beschäftigt das oft so: Information braucht Wahrheit – die aber kann wenig spannend oder nicht besonders angenehm sein. Wie also den Leser bei der Stange halten und trotzdem wahrhaftig bleiben? Die Medien bekommen für ihre Antwort auf diese komplizierte Frage gerade die Hucke voll. Warum? Hat das Ausmaß an Lüge zugenommen? Werden wir über Lügen schneller informiert? Oder beschleicht uns das Gefühl nicht in der Informationsgesellschaft, sondern in der Desinformationsgesellschaft zu leben?

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Ein Supersportwagen schneller als der andere? Auf dem Titel schon. Und im Heft?

Über diesen Fragen fiel mir eine Ausgabe der SportAuto in die Hand, die ich als Zeitung sehr schätze. Eine Headline auf dem Titel schien mir sehr an der Sache vorbei zu gehen, ich ärgerte mich und schrieb dem Chefredakteur.

Der interpretierte meine Beckmesserei als Leserbrief und ich bekam meine eigene Headline in der nächsten Ausgabe. Hoppla!

Mich stimmt das überaus optimistisch, auch weil dieses Erlebnis in einer Reihe mit anderen steht, die mir zeigen, dass Menschen es selten ignorieren, wenn man respektvoll, aber nachdrücklich Kritik äußert.

„Bissantz

Just als ich mich fragte, ob man in einem Netzwerk, das sich für Business Intelligence interessiert, über solche Erfahrungen berichten soll, erreichte mich das:

http://reporter-forum.de/fileadmin/pdf/ReporterFABRIK/ReporterFabrik.pdf

Cordt Schnibben steigt beim Spiegel aus und widmet sich der Idee, aus der Desinformationsgesellschaft wieder eine Informationsgesellschaft zu machen, indem wir uns alle wieder auf die Regeln des Berichtens besinnen. Großartig! Wenn das kein Anlass ist, sich auch als IT-Leiter, Controller oder Manager zu fragen, wie viel Desinformation in Unternehmen entsteht, auch weil man sich nicht bewusst ist, wie normal Missverstehen und wie selten echtes Verstehen sind.

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Seit Zeitungen dank bloggen und twittern kein Informationsmonopol mehr haben, meine ich: Desinformation ist vor allem dann ein Problem, wenn Information eine Einbahnstraße ist. Genau genommen wird Business Intelligence als eine solche Einbahnstraße betrachtet. Zahlen hält man im Unternehmen für die reine Wahrheit, Ihre Verkündung braucht also keine Antwort. Ist das so? Auf jeden Fall muss die Qualifikation derer, die berichten dürfen, dann außer Frage stehen. Wir wissen, dass es eine solche Qualifikation systematisch noch gar nicht gibt, selbst die Regeln dafür wären noch nicht Common Sense.

Jetzt scheint das Unbehagen darüber, wie wichtig Information ist und wie wenig wir Verantwortung fürs Informieren einfordern, Gestalt anzunehmen. Wir machen uns auf, informationskulturell mit den Möglichkeiten der Technik Schritt halten zu wollen. Ich meine, Business Intelligence und Journalismus können sich auf diesem Weg gegenseitig inspirieren und Cordt Schnibbens Initiative sollten wir unterstützen.