In trockene Tücher gemeißelt

In Wahlkampfzeiten wird uns wieder bewusst: Politik und Phrasen gehören zusammen. Auch Controlling kann Politik sein. Trotzdem wollen wir das Phrasenhafte vermeiden. Ein kleiner Sprachratgeber.

Politiker wie Controller brauchen Partner, Helfer, Mitstreiter, wollen sie nicht nur untersuchen und feststellen, sondern handeln und ändern. Die zu finden und zu überzeugen, ist nicht nur eine Sache der Zahlen, sondern auch ihrer Vermittlung. Damit sind wir beim Thema: Die gleiche Sorgfalt, die wir auf unsere Daten anwenden, brauchen wir auch für die Sprache, mit der wir sie berichten.… weiter

Vis‑à-vis ist noch keine Visualisierung

Analysieren heißt Vergleichen. Das ist unsere zentrale Regel hier. Beim Vergleichen reicht aber selten die Gegenüberstellung. Meist muss man erst subtrahieren. Erst dann sehen wir, was es zu sehen gibt.

Das Auge kann nur mit äußerster Mühe gezwungen werden, vertikale Abstände wahrzunehmen, wenn horizontale Abstände ein Muster bilden. Und Muster entstehen zwangsläufig, wenn wir Zeitreihen überlagern.

Ein Beispiel liefert diese Grafik aus der ZEIT vom 5.3.2009.… weiter

Wir lieben es, Erbsen zu zählen

Controller sind Erbsenzähler. Na und? Irgendeiner muss das tun und es ist besser, man tut es gut. Übrigens finde ich: Gute Unternehmer sind immer auch gute Erbsenzähler. Das haben sie mit Controllern gemeinsam.

Auf Controllerkongressen haben Vorträge gerne Titel wie „Controlling – Eine Alibi-Funktion oder mehr?“* oder „Controlling und Risikomanagement: ‚Numbercruncher’ und Geschäftsverhinderer?“**.

Man scheint der Ansicht zu sein, die Controller seien ein recht unsicheres Völkchen und müssten sich ständig des Werts ihrer Aufgaben versichern lassen.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)

Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.

Jon Peltier hat unsere Bemühungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei logarithmischer Skalierung vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen.… weiter

BI, Robot

Das wichtigste Element für ein wirtschaftlicheres Berichtswesen ist Automation. Dazu braucht es aber weder Controllingroboter noch Künstliche Intelligenz. Gesunder Menschenverstand und ein bisschen Programmierung reichen. Zuviel kann eher schaden.

Für mehr Industriereporting hatte ich schon geworben. Und mir robuste Berichtsformate gewünscht, die eine automatische Befüllung mit Daten nacharbeitungsfrei aushalten. Die Analogie zu den Bedingungen in der industriellen Produktion liefert noch mehr Inspiration.… weiter

Mindestqualifikation für Controller: Spagat

Modernes Controlling bewegt sich auf schmalem Grat. Entscheidungen dürfen nicht vorweggenommen werden. Aber der Controller soll auch Gutachter sein. Und IT-Fachmann. Und, und, und. Was hilft, den Vielfach-Spagat zu meistern?

Wie gefährlich Instrumente sind, die Entscheidungen mit naiven Methoden vorwegnehmen, wissen wir bereits. Es gibt auch Instrumente, die so kompakt und dicht berichten, dass man in vielen Situationen dem Management das komplette Datenbild zum selber Hirnen bereitstellen kann.… weiter

Können wir Banken wie Autos steuern?

Die Sachsen LB könnte es versucht haben. Ihr Verwaltungsrat verließ sich auf ein paar Ampeln. Die waren meistens grün. Die Folgen für den Steuerzahler lassen manchen jetzt eher rot sehen.

Der Blitzverkauf der Sachsen LB muss BI-Anbieter nachdenklich machen. Als Steuerzahler sind wir es schon. Dass dem Softwaremarketing keine Vereinfachung zu dämlich ist, wissen wir. So wundert man sich etwa über die Beispiele in Microsofts Demo für den Business Scorecard Manager.… weiter

Industriereporting

Grafische Tabellen machen das Standardreporting „industrietauglich“. Sie sind robust gegenüber Datenänderungen und nacharbeitungsfrei. Das verschlankt die Produktion von Berichten.

Im Controlling gibt es wiederkehrende Informationsbedarfe und solche die ad hoc anfallen. Das lernen wir aus der Entscheidungslehre. Periodisch interessieren Umsätze, Kosten, Preise. Nur von Fall zu Fall beschäftigt uns, ob es eine gute Idee ist, eine Fabrik in China zu bauen.… weiter

Managementtauglichkeit vs. Vorstandssicherheit

Manager haben ein Bedürfnis nach Managementtauglichkeit, das so groß ist, wie es selten erfüllt wird. Dies wiederum ist nicht zu verwechseln mit Vorstandssicherheit.

Letztere ist ein unter IT-Experten geschätzter Euphemismus für trotzige Vorstände, die nicht einsehen wollen, warum es am Bildschirm länger dauert, die aktuellen Umsatzzahlen des eigenen Unternehmens angezeigt zu bekommen, als den Wirtschaftsteil der FAZ zu würdigen. Zur Strafe bekommen sie Informationssysteme gereicht, deren Bedienelemente so groß sind, dass man sie noch sicher trifft, wenn die Maus per Ellbogen bedient wird.… weiter

Rauchzeichen genügen nicht – Ursachenforschung mit der Deckungsbeitragsflussrechnung, Teil I

OLAP-Datenbanken erleichtern das Auffinden von Objekten, die das Ergebnis verschlechtert haben, deutlich. Sind das „Was“ und das „Wer“ gefunden, geht es um die Ursachenanalyse. Die wird von der Deckungsbeitragsflussrechnung vorzüglich unterstützt.

Dass in diesem Blog Ampeln nicht beliebt sind, ist bekannt. Die nötigen Einstellungen vorzunehmen ist in aller Regel sehr aufwändig. Die typische Farblogik der Ampeln oft Unsinn. Zudem ist die Grenzziehung schwierig: Wenn eine Abweichung von 5 % in Ordnung geht, warum nicht eine von 5,1 %?… weiter