Referenzbalken

Grafische Tabellen erleichtern uns die analytische Arbeit ganz enorm. Sie sind nacharbeitungsfrei und damit automatisierbar. Ihre Attraktivität lässt sich mithilfe neuer grafischer Elemente weiter steigern.

Das letzte Mal stellten wir kategorisch fest: Wollen wir mehr als zwei Kriterien optisch differenzieren, dürfen wir sie nicht stapeln. Das trifft uns beim Vergleich von Komponenten. Wollen wir z. B. zeigen, wie sich der Benzinpreis in verschiedenen Ländern aus Grundpreis und Steuern zum Preis an der Zapfsäule addiert, so stapeln wir schnell zu hoch, da wir drei Kriterien darzustellen haben.… weiter

Hochstapeln ist out

Stapelgrafiken sind echte Hochstapler. Sie geben vor, Strukturen aufzudecken. Das aber scheitert regelmäßig – und ist auch noch konstruktionsbedingt. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.

Stapelgrafiken begegnen uns recht häufig. Ihre Idee ist, Strukturen aufzuzeigen: Wie setzen sich Dinge zusammen? Wie hat sich die Zusammensetzung geändert? Welche Komponenten sind hier wichtig, welche dort?

In den letzten Wochen wurde z. B.… weiter

Tod dem Dekogramm

Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und wünsche ihm die vollständige Ausrottung.

Letztes Mal waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!

Infografik
Mit diesem und anderen Beispielen wirbt die dpa für die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik.… weiter

Die heilige Kuh Information schlachten

Leben wir in einer Informationsgesellschaft? Ich glaube nicht. Informationen sind so knapp wie eh und je. Dafür bekommen wir soviel Desinformation, Lüge, Schlamperei wie nie zuvor.

Beispiele finden wir, egal wohin wir schauen. Manches ist systematisch und von höchster Stelle abgesegnet, manches beruht auf Unkenntnis, Zeitnot oder Ignoranz. Ein paar durchaus willkürliche Exempel, die die Bandbreite illustrieren:

Einer der Beweise aus Colin Powells Präsentation vor der UN 'Failing to disarm'
„Hello, Captain Ibrahim“: Einer der Beweise (sic!) aus Colin Powells Präsentation vor der UN „Failing to disarm“

Politisch motivierte Lüge
Inzwischen ist es heraus: Ex-Außen­minister Colin Powell, Ex-CIA-Chef George Tenet oder die Ex-Mitarbeiter von Tenet, irgendeiner oder alle logen wie gedruckt und am Ende stand Powell am 5.… weiter

Der siebte Dan: Daten in Sätzen

Wer sich in der Darstellung von Tabellen und Grafiken bereits gewappnet fühlt, findet in der verbalen Darstellung von Daten die nächste angemessene Herausforderung. Wie der Bioethiker Peter Singer seine Anliegen belegt, ist dafür ein gutes Beispiel.

Das Schöne an Regeln sind ihre Ausnahmen. Eine meiner Regeln: Daten gehören in Tabellen, am besten in Grafische Tabellen. Eine Ausnahme, von der man lernen kann, fand ich in einem Text von Peter Singer.… weiter

Warum Auflösung schlau macht – Informationsdichte im Reporting

Was machen wir mit dem gewonnenen Platz, wenn unsere Darstellungen immer kompakter werden? Das haben wir uns letzte Woche schon gefragt und eine erste Antwort gegeben. Hier kommt die zweite: Wir werden schlauer.

Eine typische Businessgrafik, wie sie täglich millionenfach im Controlling erzeugt wird. Sie ist einigermaßen gelungen. Sie verzichtet auf unnötige Farben; Werte und Beschriftung sind am richtigen Platz. Die Skala könnte noch weg, die Zeitbezeichner könnten weniger redundant sein.… weiter

Tod der Businessgrafik

Visuelle Opulenz ist schlimm, inhaltliche Magersucht noch schlimmer. Das Ideal sind informationsdichte, optisch schlanke Berichte. Dafür braucht es ein scharfes Skalpell. Und: den Tod der Businessgrafik. Endlich.

Businessgrafiken prägen unsere Kommunikationskultur. Wenn sie aus Chartingprogramme kommen, wird daraus Unkultur. Wie sehr, lernte ich 1990 anlässlich eines studentischen Praktikums bei der Unternehmensberatung Roland Berger & Partner in München.

Tod der Businessgrafik

Das physische Ergebnis jedes Beratungsprojektes war und ist bis heute ein Chartband.… weiter

Managementinformation zwischen Datenökonomie und Infotainment

Erst stellte Kylie Minogue ihr neuestes Album vor, dann empfing die FAZ rund 1000 Gäste aus Wirtschaft, Politik und Show. Am Freitag dazwischen, am 23. November 2007, wurde um die Zukunft des Business Intelligence gerungen. Der Ballsaal des Hotel de Rome in Berlin erlebte denkwürdige Momente.

Eigentlich ist der Ballsaal des Rome eine ehemalige Schalterhalle. Aus dem ersten Stock blickten die Direktoren der Bank herunter und hatten ein Auge auf das Geschehen.

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Information Design von Gaudi und Cocteau

Das Schöne am Information Design: Überall gibt es Vorbilder zu bestaunen. Aber nur selten am Schreibtisch. Dafür an so schönen Orten wie Kataloniens Hauptstadt Barcelona.

Streng genommen ging es bei dieser Reise darum, eine Vertriebspartnerschaft zu pflegen. Das fällt bei Tapas und Rioja nicht schwer. Barcelona ist ein Hochgenuss für die Sinne. Aber es blieb auch Zeit, Formen und Farben zu bestaunen.… weiter

Schlaue Indikatoren selbst gebaut

Nehmen wir an, wir haben ein großes Spektrum von Analyseobjekten, mit denen wir regelmäßig Umsätze erzielen, im einfachsten Fall also unsere Produkte. Beim mittelständischen Bohrwerkzeugehersteller Gühring wären das immerhin mehr als 8000. Für die Frühwarnung ist es nun wichtig, rechtzeitig zu erkennen, ob etwas „aus dem Ruder läuft“. Das müssen wir erst einmal definieren.

Auffällig ist ein Umsatzverlauf,

  1. wenn er innerhalb der letzten 6 Monate stark schwankt
  2. wenn er stark steigt
  3. wenn er stark fällt
  4. wenn er stark steigt und dann stark fällt
  5. wenn er sich gegen den Gesamttrend verhält (z. B.
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