Unter Piratenflagge segeln

Pirat zu sein, ist derzeit ziemlich ungefährlich. Die deutsche Marine wetzt allerdings schon die Enterhaken. Dennoch: Im Berichtswesen sollten wir Freibeuter sein. In Übereinstimmung mit niemand Geringerem als dem Wall Street Journal.

Piraten halten sich nicht an Konventionen. In der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen sind sie nicht zimperlich. Eben dieses Vorgehen empfehle ich allen, die ihr Berichtswesen ganz egoistisch im Sinne des eigenen Unternehmens über das Übliche hinaus verändern wollen.… weiter

Test: Sind Sie ein guter Manager?

Um Managementinformation richtig zu lesen, braucht man häufig ein gutes Augenmaß. So scheint es zumindest. Testen Sie sich. Sind Sie fit für die Visualisierung, die man Ihnen zumutet?

In der New York Times wurde in einer Flächengrafik gezeigt, wie sich der Börsenwert der größten amerikanischen Finanzinstitute innerhalb eines Jahres verändert hatte. Das hohle Quadrat steht für den alten, letztjährigen Wert, das gefüllte Quadrat für den neuen, diesjährigen Wert.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)

Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.

Jon Peltier hat unsere Bemühungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei logarithmischer Skalierung vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen.… weiter

Tod der Businessgrafik

Visuelle Opulenz ist schlimm, inhaltliche Magersucht noch schlimmer. Das Ideal sind informationsdichte, optisch schlanke Berichte. Dafür braucht es ein scharfes Skalpell. Und: den Tod der Businessgrafik. Endlich.

Businessgrafiken prägen unsere Kommunikationskultur. Wenn sie aus Chartingprogramme kommen, wird daraus Unkultur. Wie sehr, lernte ich 1990 anlässlich eines studentischen Praktikums bei der Unternehmensberatung Roland Berger & Partner in München.

Tod der Businessgrafik

Das physische Ergebnis jedes Beratungsprojektes war und ist bis heute ein Chartband.… weiter

Land vermessen ist kein Controlling

Informationen räumlich darzustellen geht schnell schief. Unser Auge ist leicht manipulierbar. Wer korrekt berichten will, muss wissen womit.

Die Schwierigkeiten geografischer Darstellungen von Geschäftszahlen sind bekannt: Besonders die unterschiedliche Fläche der dargestellten Länder, Bezirke usw. verführt das Auge zu dem Schluss, dass die größte Fläche auch die wichtigste ist.

Schöne Beispiele hierzu zeigt Matthew Ericson (Deputy Graphics Director, The New York Times) anhand der letzten US-Präsidentenwahlen 2004*.… weiter

Erkenntnisschönheit der Vorstandsvergütung

Vorstandsgehälter werden heiß diskutiert. Zahlen dazu mal in die eine, mal in die andere Richtung zurechtgelegt. Gutes Informationsdesign würde die Diskussion objektivieren. Die New York Times zeigt wie.

Klagen und Lamentieren ist leicht. Und Beispiele für schlechtes Informationsdesign gibt es mehr, als einem lieb sein kann. Umso schöner, wenn man unverhofft auf eine solche Datenschönheit wie dieses Exemplar aus der New York Times stößt.… weiter

Kunst und Datenanalyse I

Spätestens bei der Darstellung von Ergebnissen wird klar, dass Datenanalyse eine Kunst ist und handwerklicher Künste ebenso wie Schaffenskraft und Schaffenswillen bedarf.

Für jeden, der mit Datenanalyse zu tun hat, sind daher Ausstellungsbesuche und Bücher über Kunst Quellen der Inspiration. Matisse beschäftigt sich in vielen seiner Gemälde mit dem Verhältnis von Innen und Außen. Ihm steht dazu der Raum als vergleichsweise einfaches Arbeitsmittel zur Verfügung.… weiter

Entdeckung der Langsamkeit in der Informationskultur

Grafiken in der Größe eines Wortes sind der Meilenstein, der unseren Umgang mit Zahlen und Daten verändern wird.

Verlangsamung als Quelle der Erkenntnis

Sten Nadolny erzählt in seinem berühmten Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ die Lebensgeschichte des Seefahrers Sir John Franklin. Seine Bewegungen und seine Auffassungsgabe erscheinen seiner Umgebung so langsam, dass er für schwachsinnig gehalten wird. Seine besondere Fähigkeit besteht jedoch darin, dass er mit besonderer Gründlichkeit allen Erfahrungen auf den Grund geht.… weiter