The Wall (Teil I)

Eigentlich wollten wir es noch ein wenig für uns behalten. Aber be­vor jemand anders es uns abschaut und sagt, er war’s, rücken wir jetzt raus damit. So arbeitet man zukünftig im Controlling (und auch sonst): mit Panoramablick statt durchs Schlüsselloch.

Wenn wir uns zum Arbeiten zusammensetzen, dann sieht das so aus: In unserem Konferenzraum haben wir eine weiße Projektionswand. Sie misst 1,80 Meter in der Höhe und 3 Meter in der Breite.… weiter

Bewegende Mittel zum Zweck

Animation bewegt Daten und Gemüter. Größte Aufmerksamkeit ist uns sicher. Doch hält auf den zweiten Blick, was den ersten gefangen hat? Noch mehr als sonst kommt es auf das Zusammenspiel zwischen Präsentierendem und Präsentiertem an.

Hans Rosling zeigte in einem hoch gelobten und beeindruckenden Vortrag auf der TED-Konferenz 2006, wie sich Familiengröße und Lebenserwartung in den Ländern der Erde verändert haben.… weiter

Daten richtig darstellen: Deutungspriorität

Daten richtig darzustellen, ist eine verzwickte Sache. Warum das so ist und uns deswegen der Stoff für diesen Blog auch mit diesem 100. Beitrag niemals ausgehen wird. Ein neuer Begriff und zwei Regeln, die jeder braucht, der sich in der nächsten Präsentation von Geschäftszahlen nicht blamieren will.

Sehen wir uns das Beispiel aus dem Economist an. Ohne lange zu überlegen nehmen wir intuitiv an, dass uns die Grafik unter anderem zeigen will, dass sich der Wert von 2005 auf 2006 fast verdoppelt hat.… weiter

Wo rohe Balken sinnlos walten

Stapelgrafiken, Torten‑ und Flächencharts sind ebenso verbreitet wie sinnlos. Das gilt für das Managementreporting genauso wie für Präsentationen und Massenmedien. Balken helfen dagegen – wenn sie Abweichungen zeigen statt Rohdaten.

Argumente gegen das Stapeln und eine neue Alternative hatten wir hier schon. Eine erste wichtige Maßnahme gegen die Hochstapelei ist das Entstapeln der Daten:

Preise für Superbenzin in verschiedenen Ländern
Schon mal besser: Entstapelte Stapelgrafik

Das ist ein Fortschritt, aber man ist noch nicht zufrieden.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)

Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen und uns in der nächsten PowerPoint-Präsentation entspannt zurücklehnen, wenn über Skalen schwadroniert wird.

Der Beitrag über die Tücken der Zeitreihenanalyse bewegt die Gemüter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen.… weiter

Hochstapeln ist out

Stapelgrafiken sind echte Hochstapler. Sie geben vor, Strukturen aufzudecken. Das aber scheitert regelmäßig – und ist auch noch konstruktionsbedingt. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.

Stapelgrafiken begegnen uns recht häufig. Ihre Idee ist, Strukturen aufzuzeigen: Wie setzen sich Dinge zusammen? Wie hat sich die Zusammensetzung geändert? Welche Komponenten sind hier wichtig, welche dort?

In den letzten Wochen wurde z. B.… weiter

Tod dem Dekogramm

Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und wünsche ihm die vollständige Ausrottung.

Letztes Mal waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!

Infografik
Mit diesem und anderen Beispielen wirbt die dpa für die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik.… weiter

Die heilige Kuh Information schlachten

Leben wir in einer Informationsgesellschaft? Ich glaube nicht. Informationen sind so knapp wie eh und je. Dafür bekommen wir soviel Desinformation, Lüge, Schlamperei wie nie zuvor.

Beispiele finden wir, egal wohin wir schauen. Manches ist systematisch und von höchster Stelle abgesegnet, manches beruht auf Unkenntnis, Zeitnot oder Ignoranz. Ein paar durchaus willkürliche Exempel, die die Bandbreite illustrieren:

Einer der Beweise aus Colin Powells Präsentation vor der UN 'Failing to disarm'
„Hello, Captain Ibrahim“: Einer der Beweise (sic!) aus Colin Powells Präsentation vor der UN „Failing to disarm“

Politisch motivierte Lüge
Inzwischen ist es heraus: Ex-Außen­minister Colin Powell, Ex-CIA-Chef George Tenet oder die Ex-Mitarbeiter von Tenet, irgendeiner oder alle logen wie gedruckt und am Ende stand Powell am 5.… weiter

Vor allem zeig Deine Zahlen

Wer verdichtet, versteckt sich und seine Daten. Nur selten haben wir Informationen, die so valide und repräsentativ sind, dass sie eine Kompression aushalten, ohne dass Bedeutung verloren geht.

Die WAMS, meine hochgeschätzte Sonntagszeitung, unterhält ein „Unternehmerpanel“. Zwölf Firmenchefs bewerten die gegenwärtige und zukünftige konjunkturelle Situation für ihr Unternehmen. Das Ganze nennt sich Unternehmer-Konjunkturindex.

Darstellung Unternehmer-Konjunkturindex, WamS 2008–04–06 S.29

Die WAMS steht mit derlei Darstellungen nicht allein.… weiter

Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten – garantiert, Teil I

Vom Bestseller des bekannten Psychotherapeuten Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklichsein“ lernen wir, wie wir garantiert unglücklich werden, oder wenn wir es schon sind, mit Sicherheit auch bleiben. Der amerikanische Statistiker Howard Wainer lehrt uns, wie wir die Konsumenten von Datengrafiken ins Unglück stürzen können. Es gilt die folgenden Regeln akkurat zu befolgen, dann bleibt der Erfolg nicht lange aus:

  1. Zeigen Sie so wenig Daten wie möglich.
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