Daten richtig darstellen: Deutungspriorität

Daten richtig darzustellen, ist eine verzwickte Sache. Warum das so ist und uns deswegen der Stoff für diesen Blog auch mit diesem 100. Beitrag niemals ausgehen wird. Ein neuer Begriff und zwei Regeln, die jeder braucht, der sich in der nächsten Präsentation von Geschäftszahlen nicht blamieren will.

Sehen wir uns das Beispiel aus dem Economist an. Ohne lange zu überlegen nehmen wir intuitiv an, dass uns die Grafik unter anderem zeigen will, dass sich der Wert von 2005 auf 2006 fast verdoppelt hat.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)

Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.

Jon Peltier hat unsere Bemühungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei logarithmischer Skalierung vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)

Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen und uns in der nächsten PowerPoint-Präsentation entspannt zurücklehnen, wenn über Skalen schwadroniert wird.

Der Beitrag über die Tücken der Zeitreihenanalyse bewegt die Gemüter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen.… weiter

Pimp my Excel chart, Bill!

Grafische Elemente sollen das Auge lenken. So die Theorie. Viel öfter aber betrügen sie das Auge, zumindest in der Praxis. Wie man die häufigste Ursache für Blamagen umgeht: Excels Diagrammassistenten meiden.

Wenn grafische Elemente Wertverhältnisse illustrieren sollen, geht das mitunter schief. Die Grundregel ist einfach: Die grafischen Unterschiede müssen proportional zu den Wertunterschieden sein. Ein Blick in beliebige Magazine und Geschäftsberichte zeigt, dass diese Regel oft verletzt wird.… weiter

Warum Auflösung schlau macht – Informationsdichte im Reporting

Was machen wir mit dem gewonnenen Platz, wenn unsere Darstellungen immer kompakter werden? Das haben wir uns letzte Woche schon gefragt und eine erste Antwort gegeben. Hier kommt die zweite: Wir werden schlauer.

Eine typische Businessgrafik, wie sie täglich millionenfach im Controlling erzeugt wird. Sie ist einigermaßen gelungen. Sie verzichtet auf unnötige Farben; Werte und Beschriftung sind am richtigen Platz. Die Skala könnte noch weg, die Zeitbezeichner könnten weniger redundant sein.… weiter

Der Watzlawick des grafischen Designs: So verhunzt man Daten – garantiert, Teil I

Vom Bestseller des bekannten Psychotherapeuten Paul Watzlawick „Anleitung zum Unglücklichsein“ lernen wir, wie wir garantiert unglücklich werden, oder wenn wir es schon sind, mit Sicherheit auch bleiben. Der amerikanische Statistiker Howard Wainer lehrt uns, wie wir die Konsumenten von Datengrafiken ins Unglück stürzen können. Es gilt die folgenden Regeln akkurat zu befolgen, dann bleibt der Erfolg nicht lange aus:

  1. Zeigen Sie so wenig Daten wie möglich.
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Grafische Tabellen: Couchcontrolling

Grafische Tabellen leisten Erstaunliches: Sie verknüpfen die Vorteile von Tabellen und Grafiken und vermeiden gleichzeitig ihre Nachteile. Das wird das Managementreporting grundlegend verändern. Man kann es im Liegen tun.

Letztes Mal hatte ich eine Lanze für ein „Lean Controlling“ gebrochen. Nacharbeitungsfreie Managementberichte sollen die Reportproduktion verschlanken und „industrietauglich“ machen. Heute versuche ich zu zeigen, wie das geht.

Viele Businessgrafiken vertrauen auf Säulendiagramme.… weiter

Galileos Pferd oder: Unschuldige Daten gibt es nicht

Aus der Beschäftigung mit Fragen der Skalierung wurde deutlich, dass es eine absichtsfreie oder generell korrekte Darstellung von Daten nicht gibt. Form und Zweck sind untrennbar miteinander verbunden.

Das gilt auch für die Verwendung von Prozentuierungen. Angenommen wir vergleichen Unternehmen GROSS und KLEIN. KLEIN steigerte seinen Jahresumsatz von 10 auf 20 M., GROSS von 40 auf 70 M.

Beide Aussagen sind richtig:

KLEIN erhöhte seinen Umsatz um 10 M., GROSS um 30 M.

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Kein Vergleich ohne Normierung

Vor kurzem hatten wir gesehen, dass das Abschneiden von Achsen nicht grundsätzlich verurteilenswert ist. Vielmehr kommt es auf die Bedeutung an, die Schwankungen für den Beobachter haben. Das gilt naturgemäß auch, wenn mehrere Reihen miteinander verglichen werden sollen.

Die Abbildung skaliert zellenweise jeden Aktienkurs zwischen dessen Minimum und Maximum (Zeitraum: 02.01.07 bis 03.05.07). Man vergleicht somit die Volatilität der einzelnen Kurse innerhalb der ihnen eigenen Schwankungsbreite.… weiter

Die Skalierung ist die Botschaft

Eine der gängigsten Formen von Datenmanipulation ist Achsen zu beschneiden. Es nicht zu tun, lautet daher eine der ehernen Grundregeln seriösen Umgangs mit Daten. Ebenso verpönt sind Streckungen und Stauchungen. Alle Beispiele zeigen den Kurs der BMW-Aktie vom 2.1.2007 bis 3.5.2007. Sehen Sie selbst, wie sehr die Wirkung vom gewählten Verhältnis zwischen Breite und Höhe abhängt:

BMW Aktienkurs Varianten gestaucht

Andererseits kommt es mal wieder darauf an.… weiter