Böse Wörter

Sprache entwickelt sich. Da kann man nix tun, wenn alle Inhalte sehen, Sinn gemacht wird, andenken ausreicht; wenn alle schon ins Boot geholt und aufgegleist sind und es auf dem Radar haben. Oder? Falsch, wir können!

Ja, wir können. Warum sich länger ärgern? Wir machen dort Schluss damit, wo es uns möglich ist – im eigenen Unternehmen. Ab sofort stemmen wir uns alle zusammen gegen Kurznachrichten-Kauderwelsch, Duckmäuserdeutsch und Denglisch, Imponierfloskeln und Bürohelden-Speak, Pluralfehler, PowerPoint-Platt und pseudoethische Sprachkeulen.… weiter

Summiere und buchstabiere

Controller sollen Berater sein. Ihre Berichte sollen eine Botschaft haben. Am besten schon im Titel, in Kommentaren und in Zusammen­fassungen. Wie man sie treffend formuliert, lernen wir heute von Wolf Schneider.

Mein famoser Kollege Gerald Butterwegge ist Chef unserer Kommunikation, Herausgeber unserer Anwenderrundschreiben „clicks!“ und „deltas!“ und verantwortlich für treffende Formulierungen hier auf diesem Blog. Die anderen sind von mir. Jüngst war er auf einem Seminar von Wolf Schneider.… weiter

Sagen sieben Worte mehr als ein Diagramm?

Manche Diagramme brauchen mehr als 1000 Worte. Und sieben Worte können einem Diagramm haushoch überlegen sein. Heute machen wir dem Mythos, Diagramme seien Bilder und wären echte Quasselstrippen, endgültig den Garaus.

Vor kurzem saß ich ziemlich lange vor einem ziemlich einfachen Diagramm. Es zeigt, dass Venture-Capital-Gesellschaften einen geringeren Teil ihres Geldes in IT-Start-ups investieren. Genauer gesagt: der Anteil fiel in den Jahren von 2005 bis 2010 von knapp 60 % auf etwas unter 40 %.… weiter

Voll korekkt

Diagramme sollte man genauso gründlich Korrektur lesen wie jeden beliebigen Text. Denn guter Inhalt verdient gute Form. Und unser Vertrauen leidet unter schlampiger Verpackung. Ein Plädoyer, nicht nur für Sprachsensible.

An einem schönen herbstlichen Wochenende fuhr ich durchs schöne Wispertal im Rheingau. „Biker’s Willkommen!“ – mit dieser Aufschrift wirbt dort ein Gasthof um Zweirad fahrende Besucher. Zwei Worte, vier Fehler. Inklusive des sogenannten Deppen-Apostrophs, der im Englischen den Genitiv kennzeichnet, im Deutschen hingegen nur einen Mangel an Kenntnissen desselben.… weiter

Zu Deinem Bild sag 1.000 Worte

Dass Bilder mehr als 1.000 Worte sagen, belegt vor allem die manipulative Kraft des Bildes. Für Diagramme heißt das nichts. Im Gegenteil: Wir spendieren besser ein paar Worte, damit wir überhaupt verstanden werden.

Napoleons Russlandfeldzug war eine Katastrophe: Mit 422.000 Mann war er im Juni 1812 gestartet, mit weniger als 10.000 Soldaten kam er am 07.10.1813 zurück. Zwei Wochen nach Beginn der Kampagne hatte die Armee bereits 135.000 Soldaten verloren – ohne dass es bis dahin zu größeren Kampfhandlungen gekommen wäre.… weiter

In trockene Tücher gemeißelt

In Wahlkampfzeiten wird uns wieder bewusst: Politik und Phrasen gehören zusammen. Auch Controlling kann Politik sein. Trotzdem wollen wir das Phrasenhafte vermeiden. Ein kleiner Sprachratgeber.

Politiker wie Controller brauchen Partner, Helfer, Mitstreiter, wollen sie nicht nur untersuchen und feststellen, sondern handeln und ändern. Die zu finden und zu überzeugen, ist nicht nur eine Sache der Zahlen, sondern auch ihrer Vermittlung. Damit sind wir beim Thema: Die gleiche Sorgfalt, die wir auf unsere Daten anwenden, brauchen wir auch für die Sprache, mit der wir sie berichten.… weiter

Sprachlos statt zahllos

Die optimale Anzahl von Attributen im Berichtswesen ist null. Zumindest dann, wenn sie wertend sind, ein Superlativ oder polemisch. Das ist schneller der Fall, als man denkt.

Neben der routinemäßigen Berichterstattung fühlt sich das moderne Controlling aufgefordert, dem Management auch beratend zur Seite zu stehen. Die Folge sind individuelle Berichte, die den Chartbänden der großen Strategieberatungen ähnlich sind. Sie tragen einen „Action Title“, der eine Bewertung, eine Warnung, eine Schlussfolgerung oder eine Handlungs­empfehlung beinhalten sollte.… weiter

Tod dem Dekogramm

Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und wünsche ihm die vollständige Ausrottung.

Letztes Mal waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!

Infografik
Mit diesem und anderen Beispielen wirbt die dpa für die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik.… weiter

Der siebte Dan: Daten in Sätzen

Wer sich in der Darstellung von Tabellen und Grafiken bereits gewappnet fühlt, findet in der verbalen Darstellung von Daten die nächste angemessene Herausforderung. Wie der Bioethiker Peter Singer seine Anliegen belegt, ist dafür ein gutes Beispiel.

Das Schöne an Regeln sind ihre Ausnahmen. Eine meiner Regeln: Daten gehören in Tabellen, am besten in Grafische Tabellen. Eine Ausnahme, von der man lernen kann, fand ich in einem Text von Peter Singer.… weiter

Vor allem zeig Deine Zahlen auch mal nicht

Zahlen sind ein Aspekt des Berichtens. Ohne die Zusammenhänge dahinter sehen wir nur soweit sie reichen. Das ist oft zu kurz. Was das mit dem Kampf zwischen Audi und Peugeot morgen in Le Mans zu tun hat.

Die SportAuto haben Bella und ich kürzlich ob ihres Umgangs mit Zahlen und Grafiken durch den Kakao gezogen. Heute hat sie großes Lob verdient.… weiter