Deine Kreise stören mich

Vom Kreise malen rate ich ab. Seit dem Ende von Archimedes weiß man: Es bringt nichts als Scherereien. Bestenfalls zücken alle das Lineal und messen misstrauisch nach. Den Beweis tritt hier unfreiwillig JP Morgan an.

Flächendiagramme sind hier nicht beliebt. Es ist schwer, sie richtig zu deuten, und allzu leicht, sie falsch zu verstehen. Wir haben einen kleinen Test eingerichtet, an dem man das ausprobieren kann.… weiter

Torten: zum Essen, nicht zum Messen

Erfunden hat sie William Playfair. Das ist 207 Jahre her. Genauso alt schmecken sie auch: Tortengrafiken. Meistens jedenfalls. Experten hassen sie sowieso. Trotzdem sind sie verbreitet wie keine zweite Grafikform. Warum eigentlich?

Nehmen wir es vorweg: Die Verwendung von Torten verrät fast immer den grafischen Anfänger. Wie ich zeigen will, sind die Fallstricke, in denen sich der Tortenfan verheddern kann, so zahlreich, dass die Gefahr großer Blamage nur der Neuling und der aber unfreiwillig auf sich nimmt.… weiter

Erkenntnisschönheit der Vorstandsvergütung

Vorstandsgehälter werden heiß diskutiert. Zahlen dazu mal in die eine, mal in die andere Richtung zurechtgelegt. Gutes Informationsdesign würde die Diskussion objektivieren. Die New York Times zeigt wie.

Klagen und Lamentieren ist leicht. Und Beispiele für schlechtes Informationsdesign gibt es mehr, als einem lieb sein kann. Umso schöner, wenn man unverhofft auf eine solche Datenschönheit wie dieses Exemplar aus der New York Times stößt.… weiter

Galilei, der erste Infografiker (Kunst und Datenanalyse II)

Galileo Galilei kam über die Kunst zur Geometrie und von dort zur Mathematik. Sein Malerfreund Lodovico Cigoli verglich ihn mit Michelangelo. Galileis Zeichnungen z.B. der Mondoberfläche dienten dem Zweck, Anschauung und Analyse zu verbinden. Er steigerte die Auflösung des Fernrohrs vom damals üblichen Neunfachen auf das Zwanzigfache. Die damit erfassten Segmente des Mondes setzte Galilei zuerst im Kopf, dann in der Zeichnung zusammen.… weiter

Interview mit Prof. Dr. Rolf Hichert

Professor Dr. Rolf Hichert ist vehementer Verfechter guter Informationsvisualisierung im deutschsprachigen Raum und seit Jahren missionarisch auf Controllertagungen und Seminaren höchst erfolgreich tätig. Im Interview mit mir erläutert er, dass quer durch alle Branchen und Unternehmensgrößen schlechtes Berichtsdesign dominiert, und zeigt die Kardinalfehler schlechten Berichtsdesigns auf. Dabei scheut er auch nicht vor harscher Kritik an mächtigen Branchen, wie z. B. den Beratern, zurück.… weiter

Die acht Gebote guter Visualisierung

Gegen diese Prinzipien von Edward Tufte sollten Sie nur verstoßen, wenn Sie einen sehr guten Grund dafür haben.
    1. “Compared to what?”

      Analysieren heißt Vergleichen. Der Hauptweck jeder analytischen Darstellung ist es, Vergleiche zu ermöglichen. Anderenfalls sind Einordnung, Bewertung und Verständnis nicht möglich. Eine Darstellung muss die Frage beantworten: „Womit wurde verglichen?“ Napoleon überschritt den Fluss Berezina. Die schwarze Linie wird abrupt schmäler.

    weiter

    Ivy League Rock and Roll – ein Tag bei Edward Tufte

    Rund vierzig Mal im Jahr strömen bis zu fünfhundert Menschen in die Seminare des weltweit renommiertesten Visualisierungsexperten und Yale-Emeritus Edward Tufte – und erleben eine Show.

    Crystal Forum, Washington D. C., 9:20 Uhr: Vier freundliche junge Damen und Herren streichen Namen aus Teilnehmerlisten und wuchten schwere Faltschachteln mit Henkeln über den Tisch. Sie enthalten die vier Bücher von Edward Tufte, The Visual Display of Quantitative Information (1983), Envisioning Information (1990), Visual Explanations (1997) und Beautiful Evidence (2006).… weiter

    Gutes Berichtswesen ist langweilig

    Viele Farben, 3D, Tachometer und hyperaktive Oberflächen sind selten ein Zeichen guten Informationsdesigns. Der Inhalt macht die Information spannend. Aufgabe der Form ist es, die Botschaft schnell, klar, kompakt und eindeutig zu vermitteln.

    Exzellenz findet man nicht auf dem Marktplatz der Eitelkeiten

    Ein gutes Berichtswesen auf die Füße zu stellen, ist ein Prozess, in den Wissen aus mehreren höchst unterschiedlichen Disziplinen einfließen muss: Controlling, Softwaredesign, Computergrafik, Datenvisualisierung, Datenbankwesen, Organisation, Psychologie und Unternehmensführung.… weiter

    Entdeckung der Langsamkeit in der Informationskultur

    Grafiken in der Größe eines Wortes sind der Meilenstein, der unseren Umgang mit Zahlen und Daten verändern wird.

    Verlangsamung als Quelle der Erkenntnis

    Sten Nadolny erzählt in seinem berühmten Roman „Die Entdeckung der Langsamkeit“ die Lebensgeschichte des Seefahrers Sir John Franklin. Seine Bewegungen und seine Auffassungsgabe erscheinen seiner Umgebung so langsam, dass er für schwachsinnig gehalten wird. Seine besondere Fähigkeit besteht jedoch darin, dass er mit besonderer Gründlichkeit allen Erfahrungen auf den Grund geht.… weiter

    Business Intelligence 2.0

    Sander Sie arbeiten an einem Buch, das einen ungewöhnlichen Standpunkt vertritt. Im Manuskript steht zum Beispiel, dass Business Intelligence überschätzt wird und Sie sich eine neue Bescheidenheit wünschen. Starker Tobak für einen BI-Hersteller?

    Bissantz Das Buch richtet sich primär an Manager. Ich glaube nicht, dass die allzu überrascht sein werden. Es ist eine Art Selbstverteidigungskurs. Ein Manager wird sich in vielem bestätigt finden, was er schon länger geahnt hat.… weiter