„Charts of Doom“ in „Welt“ und „Journal“

Das hat mich sehr nachdenklich gemacht: Weder in der „Welt“ noch im „Journal“ ist man vor Diagrammen sicher, die wegen falscher Skalierung furchteinflößende Parallelen ziehen, wo keine sind, und damit grundlos auf die Finanzmärkte einwirken.

Die Diskussionen darum zeigen, dass selbst einfache Diagrammregeln weder Allgemeinwissen noch ein Standard sind, auf den man sich als Leser verlassen könnte. Im Business Intelligence ist das immerhin anders: Dort können wir das nötige Wissen in Software einbauen.… weiter

Sagen sieben Worte mehr als ein Diagramm?

Manche Diagramme brauchen mehr als 1000 Worte. Und sieben Worte können einem Diagramm haushoch überlegen sein. Heute machen wir dem Mythos, Diagramme seien Bilder und wären echte Quasselstrippen, endgültig den Garaus.

Vor kurzem saß ich ziemlich lange vor einem ziemlich einfachen Diagramm. Es zeigt, dass Venture-Capital-Gesellschaften einen geringeren Teil ihres Geldes in IT-Start-ups investieren. Genauer gesagt: der Anteil fiel in den Jahren von 2005 bis 2010 von knapp 60 % auf etwas unter 40 %.… weiter

Neusehland I

Wer verreist, will wieder heimkommen. Orientierung und Weg­findung werden wichtig. In Neuseeland, wo man so weit von zu Hause entfernt ist wie sonst nirgends, fällt die Orientierung sehr leicht. Weil sie auf robusten visuellen Standards beruht. Warum einen das auf die Kauri-Fichte bringen kann.

In Managementberichten und in Wirtschaftszeitungen begegnen uns visuelle Metaphern, die ursprünglich für den Straßenverkehr oder die Wegweisung erdacht wurden.… weiter

Ein Männlein, ein Mensch

Von Barbie und Ken bis Madame Tussaud, von Playmobil bis zum Männleinlaufen: Menschen als Figuren bereiten Spaß oder sind lehrreich. In der Datenvisualisierung ist das meist umgekehrt. Beispiele und Ausnahmen.

Wer dieser Tage bei uns in Nürnberg den Christkindlesmarkt besucht hat, der hatte Gelegenheit, mittags das Männleinlaufen auf dem Hauptmarkt zu bestaunen. Die Kunstuhr wurde 1509 geschaffen und ist weltberühmt. Ein Herold erscheint, ein Ordner gibt den Takt vor, Posaunenbläser, Flötenpfeifer und Trommel­schläger spielen und auf dem Höhepunkt erscheinen die sieben Kurfürsten mit den Reichskleinodien, verneigen sich und umrunden dreimal Kaiser Karl IV, der mit seinem Zepter grüßt.… weiter

Knecht Ruprecht Murdoch

Die armen Printmedien. Die Auflagen sinken, die Werbekunden geizen. Und nicht nur Rupert Murdoch will Geld verdienen mit seinen Zeitungen. In dieser Not könnte man radikal werden und die überlegene Auflösung des Papiers für neue Formate nutzen. Die Online-Medien würden dumm aus ihren Monitoren gucken.

Das Wall Street Journal Europe, seit 1983 am Markt, wurde zum 17.11.2009 neu gestaltet. Die Mutter, das amerikanische Wall Street Journal, war eine lange Zeit seiner 120-jährigen Geschichte der Idee zugeneigt, nicht für Banker, sondern für deren Kunden zu schreiben.… weiter

Noch mehr Torten

So viele schlimme Beispiele konnte man einfach nicht in einen Artikel packen. Daher hier die zweite Hälfte. Wenn ihre Urheber sie nur essen müssten. Dann wäre der Spuk bald vorbei.

So schlimm wie in Zeitstrukturtorten kommt es nicht immer. Standard ist eher der Typus „Die Überflüssige“. Es ist eben so, wir können Segmente schwer schätzen. Wenn sie zufällig ¼, ½ oder ¾ betragen, geht es noch, da wir Winkel von 90° und 180° gut erkennen.… weiter

Unter Piratenflagge segeln

Pirat zu sein, ist derzeit ziemlich ungefährlich. Die deutsche Marine wetzt allerdings schon die Enterhaken. Dennoch: Im Berichtswesen sollten wir Freibeuter sein. In Übereinstimmung mit niemand Geringerem als dem Wall Street Journal.

Piraten halten sich nicht an Konventionen. In der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen sind sie nicht zimperlich. Eben dieses Vorgehen empfehle ich allen, die ihr Berichtswesen ganz egoistisch im Sinne des eigenen Unternehmens über das Übliche hinaus verändern wollen.… weiter