Farben-Leere

Heute wieder praktische Lebenshilfe: Fliegen ist sicherer als die Sicherheit des Fliegens darzustellen. Das hat viel mit Farben zu tun. Und lehrt uns: Wir müssen nicht alles malen.

Professor Ed Galea lehrt in London Feuerschutz und mathematische Modelle und hat sich mit den Risiken des Fliegens auseinander gesetzt. Er sagt: Lebensbedrohliche Abstürze gibt es sehr, sehr selten. Abstürze mit Todesfolge noch seltener.… weiter

Noch mehr Torten

So viele schlimme Beispiele konnte man einfach nicht in einen Artikel packen. Daher hier die zweite Hälfte. Wenn ihre Urheber sie nur essen müssten. Dann wäre der Spuk bald vorbei.

So schlimm wie in Zeitstrukturtorten kommt es nicht immer. Standard ist eher der Typus „Die Überflüssige“. Es ist eben so, wir können Segmente schwer schätzen. Wenn sie zufällig ¼, ½ oder ¾ betragen, geht es noch, da wir Winkel von 90° und 180° gut erkennen.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)

Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.

Jon Peltier hat unsere Bemühungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei logarithmischer Skalierung vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)

Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen und uns in der nächsten PowerPoint-Präsentation entspannt zurücklehnen, wenn über Skalen schwadroniert wird.

Der Beitrag über die Tücken der Zeitreihenanalyse bewegt die Gemüter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen.… weiter

Hochstapeln ist out

Stapelgrafiken sind echte Hochstapler. Sie geben vor, Strukturen aufzudecken. Das aber scheitert regelmäßig – und ist auch noch konstruktionsbedingt. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.

Stapelgrafiken begegnen uns recht häufig. Ihre Idee ist, Strukturen aufzuzeigen: Wie setzen sich Dinge zusammen? Wie hat sich die Zusammensetzung geändert? Welche Komponenten sind hier wichtig, welche dort?

In den letzten Wochen wurde z. B.… weiter

Tod dem Dekogramm

Seine Liebhaber nennen es euphemistisch Infografik. Von guter Grafik, geschweige denn Information fehlt aber meist jede Spur. Ich nenne es Dekogramm und wünsche ihm die vollständige Ausrottung.

Letztes Mal waren wir so verblieben, dass Informationskultur von den Konsumenten ebenso eingefordert wie von den Produzenten bereitgestellt werden muss. Fangen wir gleich damit an: Wir wollen keine Infografiken mehr sehen!

Infografik
Mit diesem und anderen Beispielen wirbt die dpa für die Dienste ihrer Tochter dpa-infografik.… weiter

Tod der Businessgrafik

Visuelle Opulenz ist schlimm, inhaltliche Magersucht noch schlimmer. Das Ideal sind informationsdichte, optisch schlanke Berichte. Dafür braucht es ein scharfes Skalpell. Und: den Tod der Businessgrafik. Endlich.

Businessgrafiken prägen unsere Kommunikationskultur. Wenn sie aus Chartingprogramme kommen, wird daraus Unkultur. Wie sehr, lernte ich 1990 anlässlich eines studentischen Praktikums bei der Unternehmensberatung Roland Berger & Partner in München.

Tod der Businessgrafik

Das physische Ergebnis jedes Beratungsprojektes war und ist bis heute ein Chartband.… weiter

Watzlawick des grafischen Designs: Regel 13

Zwölf Regeln für schlechte Grafiken haben wir uns schon angesehen. Eine dreizehnte offenbarte jetzt meine Sonntagslektüre: Dekorieren Sie, was immer Sie sagen wollen, mit Daten, die das Gegenteil behaupten.

Unter der Überschrift „Deutsche fühlen sich beim Einkauf alleingelassen“ führt die WAMS über zwei Spalten aus, dass die Deutschen beim Einkaufen hochgradig unzufrieden sind. Sie vermissen genügend geöffnete Kassen sowie Verkaufspersonal.

Die in den Text platzierte Grafik tut, was gute Datenanalyse ausmacht.… weiter

Auch Veränderungen sind Abweichungen

Abweichungen und Veränderungen richtig darzustellen ist eine Kunst. Man braucht sie nicht nur bei der Kontrolle von Budgetabweichungen.

Die Herausforderung, Abweichungen richtig darzustellen, begegnet uns auch dann, wenn es um Veränderungen geht. Neulich brachte Bella ein Beispiel zur Stimmenverteilung in der EU. Sie zeigte, dass der
Blick auf die Veränderung der Verteilung, die mit den einzelnen Diskussionsvorschlägen verbunden sind, erhellender ist, als der Blick auf das jeweils angestrebte Ergebnis.… weiter