Sportlines: Die ersten Sparklines in einer deutschen Zeitung

Sparklines sind ein atemberaubendes intellektuelles Vergnügen. Besonders auf Papier. Jetzt haben wir es auch auf Zeitungspapier probiert. In der Traffic News-to-go.

Über den Sommer und Herbst 2005 telefonierte ich in meiner euphorischen Begeisterung für Sparklines mehrmals mit einem großen deutschen Verlag für Wirtschaftszeitungen. Mein Anliegen: Die Verlage haben Angst vor dem Internet, warum also nicht etwas probieren, was im Internet mangels Auflösung nicht so gut geht – Sparklines malen nämlich.… weiter

Über allen Gipfeln keine Ruh‘

Diesmal schwere Kost für Fans der grafischen Visualisierung: So sehr wir sie lieben, so gefährlich erweisen sich Grafiken bei näherem Hinsehen in der Kommunikation. Warum? Weil unser steinzeitliches Gehirn sie meistens missversteht.

Nehmen wir an, wir wollen einen Berg erklimmen und studieren zuvor sein Profil im Gegenlicht. Bleibt die Neigung konstant, so rechnen wir mit in etwa gleichbleibender Schwierigkeit und Anstrengung beim Hinaufgehen.… weiter

Vis‑à-vis ist noch keine Visualisierung

Analysieren heißt Vergleichen. Das ist unsere zentrale Regel hier. Beim Vergleichen reicht aber selten die Gegenüberstellung. Meist muss man erst subtrahieren. Erst dann sehen wir, was es zu sehen gibt.

Das Auge kann nur mit äußerster Mühe gezwungen werden, vertikale Abstände wahrzunehmen, wenn horizontale Abstände ein Muster bilden. Und Muster entstehen zwangsläufig, wenn wir Zeitreihen überlagern.

Ein Beispiel liefert diese Grafik aus der ZEIT vom 5.3.2009.… weiter

Alle Tassen im Schrank?

Hat man nichts zu sagen, sollte man das besser nicht in viele Worte packen. Auch nicht in Tassen. Ein Beispiel aus der Wirtschaftswoche zeigt, warum.

Die Grafik erschien in der Wirtschaftswoche vom 30.06.2008. Seitdem quält mich die Frage, warum ein angesehenes Wirtschaftsblatt eine bis dato unbekannte Cappuccino-Währung erfindet und 332 Tassen über eine ganze Heftseite malt. Eine Art Pisatest für Betriebswirte?… weiter

Unter Piratenflagge segeln

Pirat zu sein, ist derzeit ziemlich ungefährlich. Die deutsche Marine wetzt allerdings schon die Enterhaken. Dennoch: Im Berichtswesen sollten wir Freibeuter sein. In Übereinstimmung mit niemand Geringerem als dem Wall Street Journal.

Piraten halten sich nicht an Konventionen. In der Wahl der Mittel zur Durchsetzung ihrer Interessen sind sie nicht zimperlich. Eben dieses Vorgehen empfehle ich allen, die ihr Berichtswesen ganz egoistisch im Sinne des eigenen Unternehmens über das Übliche hinaus verändern wollen.… weiter

Test: Sind Sie ein guter Manager?

Um Managementinformation richtig zu lesen, braucht man häufig ein gutes Augenmaß. So scheint es zumindest. Testen Sie sich. Sind Sie fit für die Visualisierung, die man Ihnen zumutet?

In der New York Times wurde in einer Flächengrafik gezeigt, wie sich der Börsenwert der größten amerikanischen Finanzinstitute innerhalb eines Jahres verändert hatte. Das hohle Quadrat steht für den alten, letztjährigen Wert, das gefüllte Quadrat für den neuen, diesjährigen Wert.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (2)

Eine Grafik aus der Welt am Sonntag verzerrte um mehr als das Siebenfache. Im ersten Teil haben wir Bellas Proportionalitätsgesetz repetiert, mit dem Lügenfaktor nachgemessen und versucht, die Welt durch Normierung zu retten. Heute bändigen wir den Tiger.

Jon Peltier hat unsere Bemühungen verfolgt und empfahl, eine logarithmische Achse zu verwenden. Zu Recht: Bei logarithmischer Skalierung vermittelt die Grafik dasselbe wie die Zahlen.… weiter

Müssen Manager den tollwütigen Logarithmus-Tiger reiten? (1)

Logarithmische Skalen gelten manchen als tollwütige Tiger*. Ohne sie ist aber jede zweite Grafik falsch skaliert. Eine kleine Serie zeigt, wie wir den Tiger bändigen und uns in der nächsten PowerPoint-Präsentation entspannt zurücklehnen, wenn über Skalen schwadroniert wird.

Der Beitrag über die Tücken der Zeitreihenanalyse bewegt die Gemüter. Ich hatte festgestellt, dass die meisten Zeitreihenvergleiche sinnlos sind, weil sie nicht zeigen, was sie zeigen sollen.… weiter

Vergleichen Zeitreihenvergleiche Zeitreihen?

Zeitreihenvergleiche finden wir in beinahe jeder Zeitung, jedem Wirtschafts‑ und jedem Politmagazin. So häufig sie dort auftauchen, so tückisch sind sie. Was wir über Verläufe wissen sollten, damit wir keine falschen Schlüsse ziehen.

Solche blauen Wunder erlebe ich in letzter Zeit oft. In diesem Fall suggerieren die Linien: Heizöl ist explodiert, Strom leicht, Erdgas schwächer gestiegen.

Entwicklung der Preise

Wer aber nachrechnet, sieht: Das blaue Erdgas steigt in 17 (!) Jahren mehr als doppelt so stark wie der grüne Strom und fast so stark wie das rote Heizöl.

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Hochstapeln ist out

Stapelgrafiken sind echte Hochstapler. Sie geben vor, Strukturen aufzudecken. Das aber scheitert regelmäßig – und ist auch noch konstruktionsbedingt. Warum das so ist und welche Alternativen wir haben.

Stapelgrafiken begegnen uns recht häufig. Ihre Idee ist, Strukturen aufzuzeigen: Wie setzen sich Dinge zusammen? Wie hat sich die Zusammensetzung geändert? Welche Komponenten sind hier wichtig, welche dort?

In den letzten Wochen wurde z. B.… weiter